Unionsparteien

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Länder, in denen die Unionsparteien im Landesparlament sind
  • als Oppositionspartei im Landesparlament vertreten
  • als kleiner Koalitionspartner an der Landesregierung beteiligt
  • als großer Koalitionspartner an der Landesregierung beteiligt und stellt den Regierungschef
  • (Stand: 2013)

Als Union oder Unionsparteien werden in Deutschland die beiden Schwesterparteien CDU und CSU bezeichnet. Im Deutschen Bundestag bilden sie eine gemeinsame Fraktion, die CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Mitglieder der beiden Parteien werden auch als Unionschristen bezeichnet.[1]

Die beiden Parteien sind in finanziellen, organisatorischen und programmatischen Rahmenbedingungen rechtlich getrennt.[2] Dennoch besitzen sie eine gemeinsame Jugendorganisation, die Junge Union. Programmatische Unterschiede zwischen der CDU und CSU liegen hauptsächlich darin, dass die CSU in der Innen-, Rechts- und Gesellschaftspolitik konservativer und in der Wirtschafts- und Sozialpolitik sozialer ist.[3][4]

Die Union und Franz Josef Strauß[Bearbeiten]

Die Bindung zwischen CDU und CSU war keineswegs immer fest: Zu Zeiten des CSU-Parteivorsitzenden Franz Josef Strauß kam es 1976 zum Kreuther Trennungsbeschluss der CSU, die seit 1949 bestehende gemeinsame Fraktion im 8. Bundestag aufzulösen. Ziel der CSU war es, mehr Redezeit im Parlament zu erhalten.

Bereits in den Jahren zuvor hatten sich in den deutschen Ländern außerhalb Bayerns „Freundeskreise der CSU“ gebildet, die sich u. a. zur Aktionsgemeinschaft Vierte Partei (AVP) entwickelten. Die Unterstützung für die AVP wurde aber von der CSU auf Drängen der CDU wieder aufgegeben. Die AVP zog drei Wochen vor der Bundestagswahl 1976 ihre Kandidatur wieder zurück. Nach der Wahl drohte Strauß, motiviert durch ein schlechtes Abschneiden der CDU und ein Ergebnis von 60 % für die CSU in Bayern, wieder mit der Gründung einer „Vierten Partei“. Diesen Gedanken ließ er aber fallen, nachdem die CDU mit ihrem Antreten in Bayern drohte.

Mitte 1979 wurde die Wahl eines Kanzlerkandidaten für die Bundestagswahl 1980 zur nächsten Zerreißprobe für die Union. Strauß ernannte sich im Mai zum Kandidaten, während die CDU wenig später Ernst Albrecht zum Kandidaten kürte. Eine Abstimmung am 2. Juli 1979 gab Strauß eine knappe Mehrheit, er hatte wieder einmal mit der „Vierten Partei“ gedroht.

Strauß warnte in seiner „Brandrede von Sonthofen“ die Bundesrepublik vor einer großen Krise. Er kritisierte die sozialliberale Koalition und insbesondere auch die FDP. Vor dem Hintergrund des Deutschen Herbstes sprach er auch das Thema Terrorismus warnend an. Die Gegenaktion der „Linken“ hieß Stoppt Strauß und war damals, auch in Bayern, ein beliebtes Motiv für Anstecker.

Die Union nach 1980[Bearbeiten]

Die Wahl 1980 ging für die Unionsparteien verloren; viele Wähler waren zur FDP gewechselt. Für Strauß bedeutete dies das Ende seiner bundespolitischen Ambitionen. Für den Oppositionsführer der CDU Helmut Kohl war dies dagegen die Chance zur eigenen bundespolitischen Etablierung. Er näherte die Union der FDP an und kam schließlich 1982, nach dem FDP-Ausstieg aus der Koalition mit der SPD, durch ein Misstrauensvotum in das Amt des Bundeskanzlers.

Die Unionsparteien gewannen die folgenden vier Bundestagswahlen, 1983, 1987, 1990 und 1994.

1998, nach sechzehn Jahren Regierung, kam eine erneute Koalition aus den Unionsparteien und der FDP aufgrund der Mehrheitsverhältnisse im neu gewählten Deutschen Bundestag nicht mehr zustande und bildete bis zur Bundestagswahl 2005 die Opposition im Deutschen Bundestag. 2005 bis 2009 bildeten die Unionsparteien mit der SPD eine Große Koalition, während sie im 17. Bundestag wieder mit der FDP eine Koalition eingingen.

Nach der Bundestagswahl 2013, die zu einem Ausscheiden des bisherigen Koalitionspartners FDP aus dem Deutschen Bundestag führte und bei der die Unionsparteien nur knapp die absolute Mehrheit verfehlten, hatten sie nun neben einer Neuauflage der Großen Koalition mit der schwarz-grünen Koalition noch eine weitere Option, um zu regieren. Im Dezember 2013 kam es nach langen Verhandlungen, aber zu einer Neuauflage der Großen Koalition.

Gemeinsame Bundestagswahlergebnisse[Bearbeiten]

Gemeinsame Bundestagswahlergebnisse[5]
Jahr Stimmenanzahl Stimmenanteil Sitze Kanzlerkandidat
1949 7.359.084 31,0 % 139 Konrad Adenauer
1953 12.443.981 45,2 % 249 Konrad Adenauer
1957 15.008.339 50,2 % 277 Konrad Adenauer
1961 14.298.372 45,3 % 251 Konrad Adenauer
1965 15.524.068 47,6 % 251 Ludwig Erhard
1969 15.195.187 46,1 % 250 Kurt Georg Kiesinger
1972 16.806.020 44,9 % 234 Rainer Barzel
1976 18.394.801 48,6 % 254 Helmut Kohl
1980 16.897.659 44,5 % 237 Franz Josef Strauß
1983 18.998.545 48,8 % 255 Helmut Kohl
1987 16.761.572 44,3 % 186 Helmut Kohl
1990 20.358.096 43,8 % 319 Helmut Kohl
1994 19.517.156 41,4 % 294 Helmut Kohl
1998 17.329.388 35,1 % 245 Helmut Kohl
2002 18.482.641 38,5 % 248 Edmund Stoiber
2005 16.631.049 35,2 % 226 Angela Merkel
2009 14.658.515 33,8 % 239 Angela Merkel
2013[6] 18.157.256 41,5 % 311 Angela Merkel

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans-Peter Schwarz (Hrsg.): Die Fraktion als Machtfaktor. CDU/CSU im Deutschen Bundestag 1949 bis heute, Pantheon, München 2009, ISBN 978-3-570-55107-3. (Rezension)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Duden, Stichwort: „Unionschrist“
  2. Partei und Fraktion – Aufgaben und Unterschiede
  3. Grundsatzprogramm der CDU Deutschlands
  4. Grundsatzprogramm der CSU in Bayern
  5. Ergebnisse der Bundestagswahlen
  6. Bundestagswahl am 22. September 2013 (Vorläufiges Ergebnis), wahlrecht.de