Carl-Gustaf Rossby

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Carl-Gustaf Arvid Rossby (* 28. Dezember 1898 in Stockholm; † 19. August 1957 ebenda) war ein US-amerikanischer Meteorologe schwedischer Herkunft, der zuerst die großräumigen Bewegungen in der Atmosphäre mit Hilfe der Fluidmechanik beschrieb.

Leben[Bearbeiten]

Rossby fand zur Meteorologie und Ozeanographie, als er 1919 unter Vilhelm Bjerknes an der Universität Bergen studierte, wo Bjerknes' Arbeitsgruppe das Konzept der Polarfront entwickelte. Rossby studierte auch an der Universität Leipzig und am Meteorologischen Observatorium Lindenberg in Brandenburg, wo die oberen Luftschichten mit Drachen und Ballons erforscht wurden. 1921 kehrte Rossby nach Stockholm zurück, wo er als Meteorologe für den schwedischen hydrologischen Dienst arbeitete und zahlreiche ozeanographische Expeditionen unternahm. Dazwischen studierte er an der Universität Stockholm mathematische Physik.

1925 erhielt Rossby ein Fellowship der Schweden-Amerika-Stiftung „um die Anwendung der Polarfront-Theorie auf das amerikanische Wetter zu erforschen“. Im US-Wetteramt in Washington (DC) kombinierte er theoretische Arbeiten zu atmosphärischen Turbulenzen mit dem Aufbau des ersten Wetterdienstes für die zivile Luftfahrt.

1928 wurde er Dozent am Institut für Aeronautik des Massachusetts Institute of Technology. Kurz danach wurde es in das erste US-Institut für Meteorologie umgewandelt. 1931 wurde Rossby außerdem Forscher an der Woods Hole Oceanographic Institution. Seine Interessen in dieser Zeit reichten von atmosphärischer Thermodynamik, Mischungen und Turbulenzen sowie die Interaktion zwischen Meeren und der Atmosphäre.

1938 erhielt er die US-Staatsbürgerschaft. Im Jahr darauf wurde Rossby Forschungsleiter im US-Wetteramt. Mit der Berufung auf den Lehrstuhl am Institut für Meteorologie der Universität Chicago 1940 begann die Phase, in der er seine Aufmerksamkeit großen atmosphärischen Bewegungen widmete. Er entdeckte und beschrieb sowohl den Jetstream als auch Rossby-Wellen in der Atmosphäre.

Während des Zweiten Weltkrieges organisierte Rossby die Ausbildung von Militär-Meteorologen und warb in den Nachkriegsjahren viele von ihnen ab für sein Chicagoer Institut, wo er damit begann, seine mathematischen Beschreibungen atmosphärischer Dynamiken zur Wettervorhersage durch Computer anzupassen, ein Vorgehen, dass er schon in Schweden mit Hilfe von BESK begonnen hatte. 1947 wurde er Gründungsdirektor des Instituts für Meteorologie in Stockholm; fortan pendelte zwischen Schweden, Chicago und Woods Hole. Nach dem Krieg besuchte er auch seinen alten Freund Hans Ertel in Berlin. Ihre Zusammenarbeit führte zur mathematischen Beschreibung der sogenannten Rossby-Wellen.

Von 1954 bis zu seinem Tod in Stockholm 1958 förderte und entwickelte das Gebiet der atmosphärischen Chemie. Seine Beiträge zur Meteorologie würdigte das Time Magazine, als sein Portrait das Titelblatt der Ausgabe vom 17. Dezember 1956 zierte.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Carl-Gustav-Arvid Rossby, in: Internationales Biographisches Archiv 26/1955 vom 20. Juni 1955, im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)