Visby

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Visby
Wappen von Visby
Visby (Schweden)
Visby
Visby
Basisdaten
Staat: Schweden
Provinz (län): Gotlands län
Historische Provinz (landskap): Gotland
Gemeinde (kommun): Gotland
Koordinaten: 57° 38′ N, 18° 18′ O57.63888888888918.294444444444Koordinaten: 57° 38′ N, 18° 18′ O
Einwohner: 22.593 (31. Dezember 2010)[1]
Fläche: 12,44 km²
Bevölkerungsdichte: 1.816 Einwohner je km²
Visby – Hafen und Altstadt
Historische Stadtmauer Visby
Park Almedalen
Stadtansicht von Almedalen

Visby ([ˈvɪsbyː]; schwedische Aussprache [ˈviːsbʏ]; deutsch auch Wisby) ist eine Stadt an der Westküste der schwedischen Ostseeinsel Gotland. Visby ist die Hauptstadt der Provinz Gotlands län in der historischen Provinz Gotland und Hauptort der Gemeinde Gotland sowie Bischofssitz des gleichnamigen Bistums. Das Stadtwappen zeigt das Lamm Gottes.[2]

Geographie und Klima[Bearbeiten]

Visby
Klimadiagramm
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Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: wetterkontor.de
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Visby
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Max. Temperatur (°C) 0,7 0,3 3,1 8,0 14,3 19,0 20,3 19,7 15,4 10,7 5,7 2,5 Ø 10
Min. Temperatur (°C) −3,4 −4,3 −2,7 0,5 5,1 9,6 12,3 12,1 9,0 5,5 1,7 −1,6 Ø 3,7
Niederschlag (mm) 48 28 32 29 29 31 50 50 59 50 57 51 Σ 514
Sonnenstunden (h/d) 1,1 2,1 4,3 6,5 9,3 10,3 9,1 7,8 5,4 3,4 1,6 0,9 Ø 5,2
Regentage (d) 11 7 8 7 6 5 8 8 10 9 12 11 Σ 102
Luftfeuchtigkeit (%) 88 87 85 79 73 76 78 80 83 85 87 88 Ø 82,4
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Geschichte[Bearbeiten]

Ursprung des Ortes Visby[Bearbeiten]

Der Name Visby (nord. „vi“ = Opferplatz) deutet darauf hin, dass der Ort vorchristliche Bedeutung hatte. An der Westküste Gotlands, wo die Küstenlinie nach Nordosten abknickt, liegt der Ort des späteren Visbys ungemein günstig: Das Ufer bildet eine damals durch Sandbänke geschützte Bucht, an der das steile Ufer terrassenförmig abfällt. Er war ein idealer Anlandeplatz für tiefgehende frühzeitliche Schiffe. Zudem gab es reichliche Frischwasserquellen.[3] Die Anfänge Visbys liegen wohl in einer Zeit, in der traditionelle Handelswege durch die arabische Expansion nicht mehr nutzbar waren[4] und der Handel zwischen Byzantinischem und Fränkischem Reich zunehmend über die Flüsse Osteuropas und die Ostsee abgewickelt werden musste. Dabei waren die hauptsächlichen Schifffahrtswege aus dem Süden in den Norden und den Osten der Ostsee zwischen schwedischer Ost- und gotländischer Westküste gelegen, um die direkte Überfahrt über das Meer zu vermeiden.[3]

Die Spuren der älteren Besiedlung sind spärlich; aber seit dem Beginn der Wikingerzeit (ab 800 n. Chr.) ist der Platz kontinuierlich genutzt worden.[5] Überreste von Holzhäusern, die in der Altstadt gefunden wurden, konnten auf diese Zeit datiert werden.[3] Jedoch ist davon auszugehen, dass der Ort vorerst nur saisonal von ansässigen Handelsbauern bewohnt wurde.[5] Während der nordgermanischen Expansion in der Wikingerzeit, an der die Bevölkerung Gotlands aktiv teilnahm, wurde die Insel zum wichtigen Ausgangspunkt heimwärts und auswärts gerichteter Fahrten. Die Gotländer übernahmen aus dieser Zeit die wikingische Handelstradition, und Wisby wurde zu einem Handelszentrum zwischen dem Westen und dem Baltikum.[6] Im 11. Jahrhundert wuchs der nun ganzjährig besiedelte Ort, und die erste Kirche wurde im Hafenbereich errichtet.[5]

Visby als führender Handelshafen im 12. Jahrhundert[Bearbeiten]

Visby entwickelte sich in der Mitte des 12. Jahrhunderts zum führenden Handelshafen des Ostseeraumes.[7] Schon im vorherigen Jahrhundert ist ein den Handel betreffendes Abkommen zwischen Visby und Nowgorod anzunehmen.[8] Gotlandfahrer, also nach Visby reisende Kaufleute, sind zuerst unter den Russen und Dänen belegt: Für die Russen sprechen mindestens eine russische Kaufmannskirche in Visby (St. Olav[8]) und eine Erwähnung in der Nowgoroder Chronik; die Anwesenheit der Dänen belegt ein Privilegienbrief des dänischen Königs Waldemar des Großen (siehe Knudsgilde).[6] Deutsche Kaufleute sind erst später – nach 1161 – in größerer Zahl anzunehmen.[8] Wurde Visby zuerst angefahren, weil der direkte Weg über die Ostsee nicht gewagt wurde, entwickelte es sich bald zum Handelsort, wo westeuropäische Produkte (u. a. Tuche, Wein und Gewürze) gegen schwedische (Eisen[9]), russische und ostbaltische Produkte (Pelze und Wachs[10]) umgeschlagen wurden.[5] Visby profitierte von der in Westeuropa wachsenden Nachfrage nach Produkten aus dem östlichen Ostseeraum.[6]

Anfänge der Geschichte der deutschen Gotlandfahrer[Bearbeiten]

Die Gotländer erhielten von Kaiser Lothar bereits 1134 weitreichende Handelsrechte.[11] Die deutschen Kaufleute, die in der Ostsee Handel trieben, besaßen solche Privilegien auf Gotland jedoch nicht, was Streitigkeiten zwischen den beiden Parteien hervorrief.[12] Für die Zeit zwischen 1143 und 1161 sind Kämpfe zwischen Deutschen und Gotländern überliefert.[13] Schlichtend wirkte das Artlenburg-Privileg Heinrichs des Löwen, welches den Gotländern dieselben Rechte in Sachsen verlieh, welche die deutschen Kaufleute dort besaßen. Im Gegenzug erreichte er, dass auch die deutschen Kaufleute auf Gotland frei handeln durften.[12] Doch auch nach diesem Privileg waren deutsche Kaufleute in Visby nicht gern gesehen; teilweise kam es zu blutigen Auseinandersetzungen,[12] weshalb sie sich eine eigene Kirche errichteten (St. Per), während die Gotländer die St.-Hans-Kirche und die St.-Clemens-Kirche für sich behielten. Dies war der Ausgangspunkt einer späteren Gemeindeteilung zwischen Deutschen und Gotländern.[14]

So etablierte sich in Visby eine erste kleine deutsche Gemeinde.[12] Diese war von der gotländischen Gemeinde getrennt; erst 1318/1320 vereinigten sich die Gemeinden aufgrund des guten Verhältnisses, indem sie ihre Räte zusammenlegten.[15] Bis 1215/1220 waren die Deutschen auf Gotland homines des sächsischen Herzogs; erst dann wurden sie Bürger auf Gotland. Deshalb bestätigte Heinrich der Löwe 1161 Odalrich als Vogt oder Aldermann der Deutschen, die sich zukünftig in Visby ansiedeln wollten.[16]

Die ältere Forschung nahm an, dass die deutschen Kaufleute den Gotländern vor allem deshalb überlegen waren, weil sie mit der Kogge über einen besseren Schiffstyp verfügt hätten. Diese Annahme konnte von der modernen Schiffsarchäologie aber mit Sicherheit falsifiziert werden.[17] Heute geht man davon aus, dass die niederdeutschen Kaufleute kapitalstärker und im Handel und in dessen Organisation besser ausgebildet waren.[18] In jedem Fall waren sie aber zunächst noch auf die Gotländer angewiesen, was den Handel mit dem östlichen Ostseeraum betraf; denn diese verfügten über gute Kontakte in die Rus und waren auch im Umgang mit den russischen Partnern handelspolitisch versierter.[6] Zudem besaßen die Gotländer im Gegensatz zu den deutschen Kaufleuten einen Handelshof in Nowgorod. Daher verheirateten einige deutsche Kaufleute ihre Töchter mit gotländischen Kaufmännern und wurden somit von den Gotländern in den Handel eingebunden.[19]

Natürlich schloss diese Handelspolitik die meisten deutschen Kaufleute aus; es kam zu einer Trennung der deutschen Kaufleute in die nun auf Gotland ansässigen in Gotlandia manentes und die Gotland nur besuchenden Gotlandiam frequentantes.[16] Den ausgeschlossenen deutschen Kaufleuten war der Weg nach Nowgorod verwehrt. Aus diesem Grund konfiszierten sie russische Güter im Jahre 1188 in Visby, um nicht beglichene Schulden der russischen Kaufleute zu ahnden.[20] Dies führte zum Abbruch allen Handels mit dem Westen durch den Possadnik von Nowgorod, setzte also auch Gotländer unter Druck und isolierte die Gotlandiam frequentantes, für welche daraufhin wohl die Kirchen Gotlands versperrt wurden und die nun mit Bau der St.-Marien-Kirche begannen.[21] Drei Jahre währte dieser Stopp, dann erklärten sich die Gotländer und die in Gotlandia manentes bereit, im Namen aller Deutschen mit Nowgorod zu verhandeln. Dies übernahm der Gotländer Arbud.[22] Die Gotlandiam frequentantes hoben die Konfiskation auf, als die Gotländer sich bereit erklärten, ihnen das Recht auszuhandeln, in Nowgorod Handel zu treiben.[23] Dadurch wurde Visby zu einem noch attraktiveren Ziel für deutsche Kaufleute. Die städtischen Behörden aber trafen Maßnahmen, dass eine Situation wie 1188 nicht wieder eintrat, indem sie die älteste Seemauer Visbys bauen ließen, die nicht zur Verteidigung taugte, sondern dazu diente, im Zweifelsfall den Markt und den Hafen zu kontrollieren.[24]

Die Gemeinschaft der Gotlandfahrer wurde urkundlich zuerst 1252 von Margarete von Flandern erwähnt und bildet die Anfänge hansischer Handelsaktivität im Ostseeraum.[12]

Visbys Geschichte im 13. Jahrhundert[Bearbeiten]

Visby im Mittelalter, aufgeteilt in vier Kirchspiele mit ihren Pfarrkirchen

Das 13. und 14. Jahrhundert waren eine wirtschaftliche Blütezeit Visbys, das den noch heute üblichen Beinamen „Regina Maris“ (Königin des Meeres) erhielt.[25] Die Stadt wuchs im 13. Jahrhundert zur Großstadt heran, deren Kern vor allem von reichen Kaufleuten bewohnt wurde.[5] Bis zum Ende des 13. Jahrhunderts gab es mehr als 15 Kirchen; drei Klöster entstanden: ein Dominikaner­kloster (ca. 1230), ein Franziskaner­kloster (1233) und ein Zisterzienserinnen­kloster (1246).[5]

Die stetig wachsende Zahl deutscher Kaufleute (vor allem aus westfälischen Städten kommend[5]) bauten den Handel mit Nowgorod immer weiter aus, wo sie bald selbst einen Handelshof (den 1259 zum ersten Mal erwähnten St.-Peters-Hof) besaßen.[26] Die Führung des Nowgorodhandels verlagerte sich im 13. Jahrhundert immer mehr von der kaufmännischen Genossenschaft der frequentantes auf die Stadtgemeinde. Den Schutz der Kaufleute übernahm ein 1280 geschlossener Städtebund mit Lübeck, dem 1282 auch Riga beitrat.[27] In deutschen Städten erhielten Gotländer für Nordleute ungekannte Privilegien, konnten sogar oftmals Ratsmitglieder werden.[15] Visby war bis zu seinem wirtschaftlichen Niedergang vollwertig in die Städtehanse involviert.[15]

Am Anfang des 13. Jahrhunderts war Gotland unter die Herrschaft der schwedischen Krone gefallen.[5] Aus wirtschaftlichen Gründen wurde es für die beiden Stadtgemeinden Visbys interessant, sich vom gotländischen Umland und somit von der Rechtsverfassung der gotländischen Landgemeinde zu lösen.[28] Diese Trennung bedeutete jedoch auch eine Lösung vom königlichen Einfluss.[5] Nach 1270 begann Wisby mit dem Bau einer Stadtmauer, was zum Bürgerkrieg zwischen Stadt und Umland führte, der 1288 eskalierte.[5] Eine vernichtende Niederlage der Bauern verhinderte die Intervention des schwedischen Königs Magnus Ladulås (König 1275–1290).[28] Der schwedische König zwang die Stadt zwar zur Anerkennung seiner Oberherrschaft; gleichzeitig wurde aber die Eigenständigkeit Visbys faktisch anerkannt.[5]

Visby in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts[Bearbeiten]

Zuerst konnte Visby auch im 14. Jahrhundert seine Stellung als wichtige Handelsstadt des Ostseeraumes halten. So nahm es nach wie vor eine Führungsrolle ein und etablierte sich als Kopf des gotländisch-livländischen Drittels innerhalb der Hanse.[29] Die formale Oberherrschaft des schwedischen Königs blieb dessen ungeachtet bestehen. Sie äußerte sich beispielsweise in der Promulgation des Visbyer Stadtrechts durch König Magnus Eriksson nach 1340, das in einer deutschen Fassung vorliegt, während die schwedische Fassung wohl nicht verwirklicht wurde, und das Elemente des deutschen und des schwedischen Rechts enthält.[5]

Schon am Ende des 13. Jahrhunderts war es zum Machtkampf zwischen Lübeck und den selbstbewussten Gemeinden Visbys um die Vorherrschaft im Ostseeraum gekommen, der sich zuerst in der Frage manifestiert hatte, wer die Kontrolle über die Nowgoroder Faktorei innehaben sollte.[27] Zwar hielten viele Städte zu Lübeck, andere wichtige Städte hielten jedoch zu Visby, so dass Anfang des 14. Jahrhunderts entschieden wurde, dass sich beide Städte das Amt der höchsten Kontrolle über den Nowgorodhandel teilen sollten.[29] Der Kampf um die Vorherrschaft hielt noch einige Jahrzehnte an, bis Visby in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts aufgrund von neuen Handelswirklichkeiten (Ende der saisonalen Wanderung der Kaufleute und Fortschritte in der Nautik) immer mehr an Bedeutung verlor.[29]

Visbys Geschichte nach 1350[Bearbeiten]

1361 wurde Visby vom dänischen König Waldemar IV. Atterdag (König 1340–1375) erobert (Schlacht von Visby). Von 1394 bis 1398 suchten die Vitalienbrüder Schutz hinter Visbys Stadtmauern. Bis zur Vertreibung durch ein Heer des Deutschen Ordens erlangten die Vitalienbrüder von Visby aus die Seeherrschaft in der Ostsee. Insel und Stadt fielen bereits 1408 wieder an Dänemark. 1411 wurde mit dem Bau der Visborg begonnen.

Visby wurde 1525 von Truppen der Hansestadt Lübeck angegriffen. Es wurden unter anderem alle Kirchen mit Ausnahme der deutschen Kaufmannskirche St. Marien, des heutigen Domes St. Maria, zerstört.

Durch den 1645 geschlossenen Frieden von Brömsebro wurde Visby mit Gotland ein Teil Schwedens.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die „Hansestadt Visby“ wurde bereits 1805 unter Denkmalschutz gestellt, seit 1995 ist sie mit ihren zahlreichen mittelalterlichen Bauten Teil des Weltkulturerbes der UNESCO. Außerdem steht die ganze Innenstadt als Gebiet von „Reichsinteresse“ unter Denkmalschutz.[30] Herausragender Teil ist die fast vollständig erhaltene 3,6 km lange mittelalterliche Stadtmauer mit der Ruine der Visborg. Die Stadt gehört zu den sehenswertesten Städten in Schweden, wozu auch der Dom zu Visby, ursprünglich Sankt-Maria-Kirche aus dem 13. Jahrhundert, sowie einige der zahlreichen Kirchenruinen wie St. Karin, St. Nikolaus oder das Kloster Solberga samt dem Museum Gotlands Fornsal beitragen. Das älteste erhaltene Gebäude der Stadt ist „Kruttornet“ (der „Pulverturm“), nach 1151 angelegt.

Seit 1984 findet jedes Jahr Anfang August – stets in der 32. Kalenderwoche – auf Gotland und vor allem in Visby die Medeltidsveckan (Mittelalterwoche) statt, zu der Living-History-Darsteller aus ganz Europa anreisen. Die Festwoche mit großem historischen Spektakel, Ritterturnieren, Konzerten, mittelalterlichem Markt und anderen Kulturveranstaltungen erinnert an die Eroberung der Stadt und der Insel Gotland durch den dänischen König Waldemar IV. Atterdag im Jahre 1361.

Am ehemaligen Hafen aus dem Mittelalter, der heute verlandet ist, befindet sich die Hochschule auf Gotland. Etwas weiter südlich lag das Gräberfeld von Kopparsvik.

Etwa fünf Kilometer südwestlich von Visby liegt der Freizeit- und Vergnügungspark Kneippbyn, u. a. mit dem Originalgebäude der Villa Kunterbunt, bekannt aus den Verfilmungen von Astrid Lindgrens Pippi-Langstrumpf-Büchern, für die Visby als Drehort und Kulisse diente.

5 km nördlich von Visby erbauten zu Beginn des 20. Jahrhunderts Johnny Roosval, der erste schwedische Professor für Kunstgeschichte, und seine Frau Ellen das Künstlerhaus Villa Muramaris. Die Villa, in der sich ein Museum befindet und u. a. Konzerte und Ausstellungen mit zeitgenössischer Kunst stattfinden, ist von einem Garten im italienischen Barockstil mit zahlreichen Skulpturen umgeben, der in den Sommermonaten besucht werden kann.[31]

13 km nördlich von Visby liegt am Weg nach Lummelunda das Naturschutzgebiet der Grotte von Lummelunda, die vom Fluss Lummelundaån durchflossen wird.

Energieversorgung[Bearbeiten]

In der Nähe von Visby befindet sich seit 1999 die erste Stromrichterstation zur HGÜ-Ankopplung eines Windparks.

Verkehr[Bearbeiten]

In Visby verkehren eine Ost-West- und eine Nord-Süd-Buslinie. Von Montag bis Samstag besteht zur Hauptverkehrszeit ein 15-Minuten-Takt. An Sonn- und Feiertagen ruht der Betrieb.

Mit dem schwedischen Festland ist Visby verbunden durch Fähren nach Oskarshamn in Småland und nach Nynäshamn südlich von Stockholm. Der Flughafen Visby liegt rund fünf Kilometer von der Stadt entfernt.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Robert Bohn: Wisby – Die Keimzelle des hansischen Ostseehandels. In: Jörgen Bracker (Hrsg.): Die Hanse – Lebenswirklichkeit und Mythos. Textband zur Hamburger Hanse-Ausstellung von 24. August – 24. November 1989. 4., bibliographisch aktualisierte Auflage. Schmidt-Römhild, Lübeck 2006, ISBN 3-7950-1275-9, S. 269–282.
  • Marita Jonsson, Sven-Olof Lindquist: Kulturführer Gotland. Almqvist und Wiksell, Uppsala 1993, ISBN 91-88036-09-X.
  • Ulrich Quack: Gotland. Die größte Insel der Ostsee. Eine schwedische Provinz von besonderem Reiz. Kultur, Geschichte, Landschaft. DuMont, Köln 1991, ISBN 3-7701-2415-4.

Literarisches[Bearbeiten]

  • Selma Lagerlöf: Waldemar Atterdag brandschatzt Visby (erzählt wird die Sage von dem jungen Mädchen, das sich in einen der Feinde verliebte und ihnen die Stadtpforte öffnete; sie wurde lebendig eingemauert)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Visby – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Visby – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Tätorternas landareal, folkmängd och invånare beim Statistiska centralbyrån.
  2. Siehe: Wappen mit Agnus Dei
  3. a b c Robert Bohn: Wisby – die Keimzelle des hansischen Ostseehandels. In: Jörgen Bracker (Hrsg.): Die Hanse – Lebenswirklichkeit und Mythos. Textband zur Hamburger Hanse-Ausstellung von 1989. Lübeck 1999, S. 269.
  4. Siehe hierzu auch Pirenne-These
  5. a b c d e f g h i j k l G. Dahlbäck: Art. Visby. In: Lexikon des Mittelalters, Band 9. Darmstadt 2009.
  6. a b c d Robert Bohn: Wisby – die Keimzelle des hansischen Ostseehandels. In: Jörgen Bracker (Hrsg.): Die Hanse – Lebenswirklichkeit und Mythos. Textband zur Hamburger Hanse-Ausstellung von 1989. Lübeck 1999, S. 270.
  7. Dick Wase: Die früheste deutsche Ansiedlung auf dem „gotischen Ufer“ in Visby. In: Hansischer Geschichtsverein (Hrsg.): Hansische Geschichtsblätter, 118. Trier [u.a.] 2000, S. 10.
  8. a b c Dick Wase: Die früheste deutsche Ansiedlung auf dem „gotischen Ufer“ in Visby. In: Hansischer Geschichtsverein (Hrsg.): Hansische Geschichtsblätter, 118. Trier [u.a.] 2000, S. 11.
  9. Philippe Dollinger: Die Hanse. Kröners Taschenausgabe, 371, 6. Auflage. Alfred Kröner, Stuttgart 2012. S. 310ff, besonders S. 312.
  10. Philippe Dollinger: Die Hanse. Kröners Taschenausgabe, 371, 6. Auflage. Alfred Kröner, Stuttgart 2012, S.301ff, besonders S. 301, 312.
  11. Robert Bohn: Wisby – die Keimzelle des hansischen Ostseehandels. In: Jörgen Bracker (Hrsg.): Die Hanse – Lebenswirklichkeit und Mythos. Textband zur Hamburger Hanse-Ausstellung von 1989. Lübeck 1999, S. 270–271.
  12. a b c d e Robert Bohn: Wisby – die Keimzelle des hansischen Ostseehandels. In: Jörgen Bracker (Hrsg.): Die Hanse – Lebenswirklichkeit und Mythos. Textband zur Hamburger Hanse-Ausstellung von 1989. Lübeck 1999, S. 271.
  13. Dick Wase: Die früheste deutsche Ansiedlung auf dem „gotischen Ufer“ in Visby. In: Hansischer Geschichtsverein (Hrsg.): Hansische Geschichtsblätter, 118. Trier [u.a.] 2000, S. 11–12.
  14. Dick Wase: Die früheste deutsche Ansiedlung auf dem „gotischen Ufer“ in Visby. In: Hansischer Geschichtsverein (Hrsg.): Hansische Geschichtsblätter, 118. Trier [u.a.] 2000, S. 12.
  15. a b c Dick Wase: Die früheste deutsche Ansiedlung auf dem „gotischen Ufer“ in Visby. In: Hansischer Geschichtsverein (Hrsg.): Hansische Geschichtsblätter, 118. Trier [u.a.] 2000, S. 28.
  16. a b Dick Wase: Die früheste deutsche Ansiedlung auf dem „gotischen Ufer“ in Visby. In: Hansischer Geschichtsverein (Hrsg.): Hansische Geschichtsblätter, 118. Trier [u.a.] 2000, S. 15.
  17. Zur Entwicklung des Schiffbaus im westlichen Ostseeraum in vorhansischer Zeit siehe Ole Crumlin-Pedersen: Schiffahrt im frühen Mittelalter und die Herausbildung früher Städte im westlichen Ostseeraum. In: Klaus Brand, Michael Müller-Wille, Christina Radke (Hrsg.): Haithabu und die frühe Stadtentwicklung im nördlichen Europa. Schriften des Archäologischen Landesmuseums, Bd. 8, Neumünster 2002, S. 67–81. Zum Vergleich der skandinavischen Schiffe mit den hansischen vgl. Uwe Schnall: Die Kogge. In: Jörgen Bracker, Volker Henn, Rainer Postel (Hrsg.): Die Hanse. Lebenswirklichkeit und Mythos. 2. Auflage. Lübeck 1998, S. 762–765, S. 764f. Ferner Sverre Bagge: Norwegen, Königreich im westlichen Skandinavien, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte. In: LexMA VI, München 1993, Sp. 1266–1270, besonders Sp. 1268.
  18. Raoul Zühlke: Der Verkehr und seine Wege im nordwestlichen Ostseeraum. In: Hansische Geschichtsblätter, 125 (2007), S. 169–185, besonders S. 177. Vgl. auch Sverre Bagge: Norwegen, Königreich im westlichen Skandinavien, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte. In: LexMA VI, München 1993, Sp. 1266–1270, besonders Sp. 1268.
  19. Dick Wase: Die früheste deutsche Ansiedlung auf dem „gotischen Ufer“ in Visby. In: Hansischer Geschichtsverein (Hrsg.): Hansische Geschichtsblätter, 118. Trier [u.a.] 2000, S. 12–14.
  20. Dick Wase: Die früheste deutsche Ansiedlung auf dem „gotischen Ufer“ in Visby. In: Hansischer Geschichtsverein (Hrsg.): Hansische Geschichtsblätter, 118. Trier [u.a.] 2000, S. 14.
  21. Dick Wase: Die früheste deutsche Ansiedlung auf dem „gotischen Ufer“ in Visby. In: Hansischer Geschichtsverein (Hrsg.): Hansische Geschichtsblätter, 118. Trier [u.a.] 2000, S. 14–15.
  22. Dick Wase: Die früheste deutsche Ansiedlung auf dem „gotischen Ufer“ in Visby. In: Hansischer Geschichtsverein (Hrsg.): Hansische Geschichtsblätter, 118. Trier [u.a.] 2000, S. 15–16.
  23. Dick Wase: Die früheste deutsche Ansiedlung auf dem „gotischen Ufer“ in Visby. In: Hansischer Geschichtsverein (Hrsg.): Hansische Geschichtsblätter, 118. Trier [u.a.] 2000, S. 16–17.
  24. Dick Wase: Die früheste deutsche Ansiedlung auf dem „gotischen Ufer“ in Visby. In: Hansischer Geschichtsverein (Hrsg.): Hansische Geschichtsblätter, 118. Trier [u.a.] 2000, S. 17.
  25. Vgl. etwa Tore Gannholm: Visby. Regina Maris (Die Königin des Meeres) – 1100 Jahre 897–1997. o.O. 1995. Siehe auch http://www.swr.de/schaetze-der-welt/visby/-/id=5355190/did=5980050/nid=5355190/1n9xic7/index.html
  26. Robert Bohn: Wisby – die Keimzelle des hansischen Ostseehandels. In: Jörgen Bracker (Hrsg.): Die Hanse – Lebenswirklichkeit und Mythos. Textband zur Hamburger Hanse-Ausstellung von 1989. Lübeck 1999, S. 271–272.
  27. a b Robert Bohn: Wisby – die Keimzelle des hansischen Ostseehandels. In: Jörgen Bracker (Hrsg.): Die Hanse – Lebenswirklichkeit und Mythos. Textband zur Hamburger Hanse-Ausstellung von 1989. Lübeck 1999, S. 272.
  28. a b Robert Bohn: Wisby – die Keimzelle des hansischen Ostseehandels. In: Jörgen Bracker (Hrsg.): Die Hanse – Lebenswirklichkeit und Mythos. Textband zur Hamburger Hanse-Ausstellung von 1989. Lübeck 1999, S. 274.
  29. a b c Robert Bohn: Wisby – die Keimzelle des hansischen Ostseehandels. In: Jörgen Bracker (Hrsg.): Die Hanse – Lebenswirklichkeit und Mythos. Textband zur Hamburger Hanse-Ausstellung von 1989. Lübeck 1999, S. 273.
  30. Länsstyrelsen Gotlands län: Riksintressen
  31. Rasso Knoller: Insel Gotland. 3., neu bearbeitete und komplett aktualisierte Auflage. Reise Know-How-Verlag Rump, Bielefeld 2009, ISBN 978-3-8317-1822-1, S. 202.
  32. Erstreckt sich auf die gesamte Insel Gotland: http://www.luebeck.de/stadt_politik/international/partnerstaedte/