Christian Ulmen

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Christian Ulmen auf der Berlinale 2008

Christian Ulmen (* 22. September 1975 in Neuwied) ist ein deutscher Moderator, Entertainer sowie Produzent, Schauspieler, Publizist, Regisseur, Satiriker und Medienunternehmer.

Inhaltsverzeichnis

Leben [Bearbeiten]

Christian Ulmen wuchs in Hamburg auf. Bereits in seiner Jugend war Ulmen als Radiomoderator für Radio Hamburg, Radio 107 und OK Radio tätig.

Ulmen machte 1995 Abitur am Charlotte-Paulsen-Gymnasium in Hamburg.[1] Er war an der Universität Hamburg für Theologie eingeschrieben, hat das Studium aber nie begonnen. Stattdessen arbeitete er weiterhin an Hörfunk- und Fernsehsendungen.

In einer solchen Produktion wurde er 1996 von einem amerikanischen Talentscout entdeckt, der ihm einen Job bei MTV Europe anbot. Mit 20 Jahren zog Ulmen nach London und arbeitete fortan für das damals noch paneuropäisch sendende Musikfernsehen MTV. Ulmen moderierte aufgrund der europaweiten Ausstrahlung auf Englisch. Dabei sprach er bewusst mit starkem deutschem Akzent, was in England gut ankam, wofür er aber in seinem Heimatland kritisiert wurde. 1998 regionalisierte MTV sein Programm, Deutschland bekam sein eigenes MTV und Ulmen sprach nunmehr deutsch. Nach MTV HOT moderierte Ulmen die Personality-Show MTV Alarm aus Hamburg. Anschließend Live aus Berlin. Aufgrund von Differenzen mit der neuen Programmdirektion kündigte Ulmen 1999 bei MTV.

Danach schrieb er für diverse Printmedien und moderierte bei Radio Fritz (damals vom ORB, heute RBB) (was er heute noch immer hin und wieder tut – genauso wie für das WDR-Programm 1 Live). In dieser Zeit produzierte er mit Harald Schmidt eine Pilotshow für SAT.1, die jedoch nie ausgestrahlt wurde.

Im Jahre 2000 kehrte Ulmen als Produzent von Unter Ulmen zu MTV zurück. 2003 engagierte Leander Haußmann Ulmen als Hauptdarsteller für den Kinofilm Herr Lehmann. Nach einem Kurzauftritt in Quabecks Verschwende deine Jugend war dies Ulmens erste große Rolle als Schauspieler. Die Presse bescheinigte ihm ein „bestürzend reifes Debüt“ (Die Welt). Ein Jahr später erhielt Ulmen den Bayerischen Filmpreis für seine Darstellung des Herrn Lehmann.

Es folgten weitere große Kinoproduktionen, in denen Ulmen stets Hauptrollen spielte. Bei MTV gab Ulmen in Ulmens Auftrag ein kurzes Gastspiel. Mit dieser Show erzielte MTV höhere Einschaltquoten als mit Unter Ulmen.

2005 spielte er in Mein neuer Freund für ProSieben und 2007 erschien er dort als Max Munzl in Dr. Psycho, wofür Ulmen mit dem Bayerischen Fernsehpreis und dem Adolf-Grimme-Preis geehrt wurde.

Nachdem Ulmens Shows weniger durch hohe Einschaltquoten denn viel mehr durch positive Kritiken im Feuilleton Aufmerksamkeit erregten, und seine Sendungen eine breite Aufmerksamkeit im Internet erhielten, beschloss Ulmen neue Schritte im Internet zu unternehmen. Unter ulmen.tv wurden von Ende August 2008 bis Mitte Juni 2009 wöchentlich neue Clips veröffentlicht, welche auf einzelnen Charakteren aus Mein neuer Freund basieren.[2] Der Unterschied zu Mein neuer Freund besteht darin, dass die Figuren nicht vor versteckten Kameras agieren, sondern mit Menschen unter dem Vorwand, eine Reality-Soap zu drehen, im klar erkennbaren TV-Kontext in Berührung kommen.

Hierfür gründete Ulmen 2008 das Unternehmen Ulmen Television GmbH, das er seither zusammen mit der Autorin und Produzentin Janna Nandzik als Geschäftsführer in Berlin betreibt. Er produzierte diverse Fernsehsendungen (zum Beispiel Uwe Wöllner trifft … für den rbb), Online-Formate (zum Beispiel Der 12. Mann in Zusammenarbeit mit dem FC Bayern München) und Werbung. Ab Oktober 2010 zeigt sich Ulmen in der Rolle des Uwe Wöllner mit der eigenen Talkshow Uwe Wöllner will’s wissen bei rbb und EinsFestival. Insgesamt sind sechs Episoden geplant.[3]

Der von Ulmen Television betriebene Web-TV-Anbieter ulmen.tv lief zunächst auf dem Portal MySpass.de in Kooperation mit Brainpool. Zum Herbst 2010 wechselt Ulmen mit ulmen.tv zum Telekom-Portal 3min.de. Die von der Ulmen Television produzierte Serie DIE SNOBS – Sie können auch ohne Dich ist hier seit dem 1. November 2010 zu sehen.

Während die Ulmen Television ihre für das Internet produzierten Clips bisher dem Fernsehsender Comedy Central zur Zweitverwertung verkaufte, wurde die Sitcom DIE SNOBS – Sie können auch ohne Dich am 11. November 2010 auf dem Sender ZDFneo in einer erweiterten Fassung als sechsteilige Miniserie erstausgestrahlt. 2011 erhielt sie eine Nominierung für den Adolf-Grimme-Preis in der Kategorie Unterhaltung.

Seit Dezember 2010 ist Christian Ulmen als Produzent der Sendung Stuckrad Late Night tätig. Diese heißt mittlerweile Stuckrad-Barre und wird aktuell auf Tele 5 ausgestrahlt.[4] In der von Benjamin von Stuckrad-Barre moderierten Show hat Ulmen selbst kleine Auftritte in seiner Rolle als Uwe Wöllner. Das erklärte Ziel der mittlerweile in dritter Staffel laufenden Nacht-Show lautet „Wir wollen Überraschungsmomente schaffen“.[5]

2009 gründete Christian Ulmen darüber hinaus die Ulmen Film GmbH, die sich auf die Produktion von Kinofilmen spezialisiert hat. Die Ulmen Television GmbH kümmert sich weiterhin um die Produktion von Fernsehserien, Fernsehshows, Viraler Werbung und Internet-TV. 2012 kam Ulmens dokumentarischer Film in die Kinos, bei dem er sechs Wochen den 18-jährigen Gymnasialschüler Jonas mimt, der sein Abitur machen möchte.[6]

Im Oktober 2012 wurde bekannt, dass Ulmen zusammen mit Nora Tschirner als Ermittlerteam für den MDR einen „Event“-Tatort in Weimar dreht, der im Weihnachtsprogramm 2013 ausgestrahlt werden soll.[7]

Ebenfalls im Oktober 2012 startete die Onlineplattform ulmen.tv.[8] Auf dieser sind neben den schon bekannten Inhalten aus der "MySpass.de" Zeit auch die Sendung Stuckrad-Barre sowie die Snobs zu sehen.

2013 startete die – vorgeblich von seiner Kunstfigur Uwe Wöllner konzipierte und moderierte – „Reality-Spielshow“ Who wants to fuck my girlfriend?. Zwei vergebene Männer wetten darin, wer die von anderen Männern begehrtere Freundin hat. In der ersten Staffel wurden 12 Folgen produziert.

Fernsehexperimente [Bearbeiten]

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Schon Ulmens MTV-Produktionen kennzeichnete ein hohes Maß experimenteller Spielfreude und Provokation. Ulmen nannte das in einem Interview „… den alltagsroutinierten Geist überfordern“. Der Rolling Stone bezeichnete seine meist von versteckten Kameras aufgenommenen Aktionen als „Alltagspoesie“, die Süddeutsche Zeitung Ulmen als „Rächer der Entnervten“.

Im Januar 2005 startete seine Serie Mein neuer Freund auf ProSieben, die in den Medien breit diskutiert und unter moralischem Aspekt gelobt wie kritisiert wurde.

Wegen verhältnismäßig geringer Einschaltquoten (1,2 Millionen Zuschauer in der Prime-Time) stellte der Sender die Ausstrahlung der Serie bereits nach der ersten Episode ein. Die Kritiken großer Zeitungen von FAZ über Süddeutsche Zeitung bis Welt am Sonntag waren dagegen überaus positiv. Nach der Einstellung der Serie formierte sich ein Widerstand im Internet. Auf der Fanpage der Serie trugen sich knapp 7000 Besucher ins Gästebuch ein und forderten eine Wiederaufnahme ins Programm. Diese Aktion hatte schließlich Erfolg. Ende Februar 2005 kehrte die Serie im Spätprogramm zurück. Trotz nun deutlich besserer Marktanteile lagen die Quoten allerdings weiterhin unter dem Senderschnitt.[9] Mein neuer Freund wurde aufgrund Ulmens „überragender Schauspielkunst“ (Zitat Jury) für den Deutschen Fernsehpreis 2005 nominiert.

Kolumnen [Bearbeiten]

Ulmen schrieb bereits Medien-Kolumnen für Die Zeit und Neon über Konsum. Außerdem im Tagesspiegel und dem Magazin der Süddeutschen Zeitung. Er war bis zu deren Einstellung 2009 Kolumnist der deutschen Ausgabe von Vanity Fair.

Persönliches [Bearbeiten]

Im Jahr 2010 trennte sich Ulmen nach fünf Jahren Ehe von seiner Frau Huberta, mit der er seit 1999 liiert war. Sie haben einen gemeinsamen Sohn.[10] Im Oktober 2010 bestätigte Ulmen, dass er mit Collien Fernandes liiert ist,[11] was drei Monate lang vor den Medien geheimgehalten wurde.[12] Das Paar heiratete am 22. Juni 2011.[13] Im April 2012 sind beide Eltern geworden, weitere Angaben wollte das Paar zu ihrem Kind nicht machen.[14] Ulmen ist Agnostiker.[15]

Filmografie (Auswahl) [Bearbeiten]

Kinofilme [Bearbeiten]

Fernsehen [Bearbeiten]

Internet [Bearbeiten]

  • 2008–2010: ulmen.tv; Neues von den „Neuen Freunden“
  • 2009: YouTube Secret Talents (als Uwe Wöllner)
  • 2009: Der 12. Mann (als Frerk Ohm für den FC Bayern München)
  • 2010: YouTube Secret Talents (als Uwe Wöllner)
  • 2010: DIE SNOBS – Sie können auch ohne Dich (als „Astor“)

DVD [Bearbeiten]

  • 2005: Mein neuer Freund
  • 2008: Der frühe Ulmen – Versunkene Werke der Periode MTV (Vol. 1)
  • 2008: Der frühe Ulmen – Versunkene Werke der Periode MTV (Vol. 2)
  • 2009: Best of ulmen.tv
  • 2010: Uwe Wöllner Meine goile DVD Box

Hörbücher [Bearbeiten]

Literatur [Bearbeiten]

Auszeichnungen [Bearbeiten]

Weblinks [Bearbeiten]

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Vgl. Setzen, Sechs! – Schulgeschichten aus Deutschland (3/3). Experiment Schule. Dokumentarfilm von Susanne Bausch im Auftrag des SWR. Deutsche Erstausstrahlung am 22. Dezember 2005
  2. dwdl.de, „Mein neuer Freund“-Figuren mit Comeback im Web, 29. August 2008.
  3. Kunkel, Nico: Uwe Wöllner is back: Christian Ulmen talkt bei rbb und EinsFestival. 22. September 2010, abgerufen am 23. September 2010.
  4. Stuckrad Late Night, abgerufen am 25. Januar 2010.
  5. taz vom 9. Februar 2012: Anarchisch, um die Ecke, nervig. Ein Gespräch zur neuen Staffel von „Stuckrad Late Night“ mit Stuckrad-Barre und Christian Ulmen
  6. tagesanzeiger.ch
  7. Tschirner und Ulmen ermitteln in neuem „Tatort“ in Weimar. MDR, 24. Oktober 2012, abgerufen am 24. Oktober 2012.
  8. Onlineplattform ulmen.tv
  9. dwdl.de, Trotz neuem Sendeplatz: „Mein neuer Freund“ tut sich schwer, 25. Feb. 2005.
  10. Christian Ulmen: Scheidung von Ehefrau Huberta auf RTL.de vom 31. Juli 2010
  11. Collien Fernandes: Herr Lehmann und die Liebe in Spiegel Online vom 31. Oktober 2010
  12. Die Schwierigkeit, Christian Ulmen zu sein in ZEITmagazin vom 29. Dezember 2011
  13. Christian Ulmen bestätigt Hochzeit: Gut Ding will Eile haben in Süddeutsche Zeitung vom 27. Juni 2011
  14. Nachwuchs im Hause Ulmen-Fernandes – Es ist: ein Baby auf stern.de vom 13. April 2012
  15. http://www.bild.de/unterhaltung/kino/christian-ulmen/wers-glaubt-wird-selig-25648924.bild.html