Inzersdorf-Getzersdorf

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Inzersdorf-Getzersdorf
Wappen von Inzersdorf-Getzersdorf
Inzersdorf-Getzersdorf (Österreich)
Inzersdorf-Getzersdorf
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Sankt Pölten-Land
Kfz-Kennzeichen: PL
Hauptort: Inzersdorf ob der Traisen
Fläche: 13,59 km²
Koordinaten: 48° 19′ N, 15° 40′ O48.31666666666715.666666666667260Koordinaten: 48° 19′ 0″ N, 15° 40′ 0″ O
Höhe: 260 m ü. A.
Einwohner: 1.520 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 112 Einw. pro km²
Postleitzahlen: 3130 und 3131
Vorwahl: 02782
Gemeindekennziffer: 3 19 13
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Dorfstraße 20
3131 Inzersdorf
Website: www.inzersdorf-getzersdorf.gv.at
Politik
Bürgermeister: Ewald Gorth (ÖVP)
Gemeinderat: (2010)
(19 Mitglieder)
11 L.ÖVP, 8 SPÖ
Lage der Gemeinde Inzersdorf-Getzersdorf im Bezirk Sankt Pölten-Land
Altlengbach Asperhofen Böheimkirchen Brand-Laaben Eichgraben Frankenfels Gerersdorf Hafnerbach Haunoldstein Herzogenburg Hofstetten-Grünau Inzersdorf-Getzersdorf Kapelln Karlstetten Kasten bei Böheimkirchen Kirchberg an der Pielach Kirchstetten Loich Maria-Anzbach Markersdorf-Haindorf Michelbach Neidling Neulengbach Neustift-Innermanzing Nußdorf ob der Traisen Ober-Grafendorf Obritzberg-Rust Prinzersdorf Pyhra Rabenstein an der Pielach Schwarzenbach an der Pielach Weinburg Statzendorf Stössing Traismauer St. Margarethen an der Sierning Weißenkirchen an der Perschling Wilhelmsburg (Niederösterreich) Wölbling St. Pölten NiederösterreichLage der Gemeinde Inzersdorf-Getzersdorf im Bezirk Sankt Pölten-Land (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Inzersdorf-Getzersdorf ist eine Gemeinde mit 1520 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014) im Bezirk Sankt Pölten-Land in Niederösterreich.

Geografie[Bearbeiten]

Inzersdorf-Getzersdorf liegt im Mostviertel in Niederösterreich. Die Fläche der Gemeinde umfasst 13,72 Quadratkilometer. 8,45 Prozent der Fläche sind bewaldet.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende fünf Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[1]):

  • Anzenberg (68)
  • Getzersdorf (484)
  • Inzersdorf ob der Traisen (417)
  • Walpersdorf (395)
  • Wetzmannsthal (90)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Anzenberg, Getzersdorf, Inzersdorf an der Traisen, Walpersdorf und Wetzmannsthal.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Altertum war das Gebiet Teil des keltischen Königreiches Noricum und später der gleichnamigen römischen Provinz. Im österreichischen Kernland Niederösterreich liegend teilten die Orte die wechselvolle Geschichte Österreichs. 1850 wurden in Inzersdorf und Getzersdorf selbständige Gemeinden gebildet. Die nur bis 1863 selbständige Gemeinde Getzersdorf wurde mit Inzersdorf vereinigt und erst 1919 wieder eine eigene Gemeinde. Im Jahre 1970 beschlossen die Gemeinderäte von Inzersdorf und Getzersdorf die Zusammenlegung der beiden Gemeinden unter dem Namen Inzersdorf-Getzersdorf.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Nach dem Ergebnis der Volkszählung 2001 gab es 1399 Einwohner. 1991 hatte die Gemeinde 1335 Einwohner, 1981 1133 und im Jahr 1971 1143 Einwohner.

Archäologische Fundorte[Bearbeiten]

Getzersdorf[Bearbeiten]

Beim Schotterabbau in der „Eisenbahnschottergrube nächst der Station Getzersdorf“ wurden von 1899 bis 1923 einige latènezeitliche Gräber freigelegt. Es waren insgesamt 13 Körperbestattungen, darunter ein Doppelgrab, die von der Früh- bis in die Mittelatèneperiode zu datieren sind. An Grabbeigaben fanden die Archäologen einen Halsreif (Torques) mit petschaftähnlichen Enden und plastischer Verzierung sowie einige reich verzierte Armreife. Die Gräber gehören zu einer Gruppe derartiger Objekte, die sich im Hinterland der Traisen auf einer Flussterrasse erstrecken.[2]

Inzersdorf[Bearbeiten]

Hier wurde eine Gräbergruppe mit Körperbestattungen, einer Brandbestattung und runden oder quadratischen Einfassungen entdeckt. Keramikwaren, teils feine Töpferscheiben-Ware, teils gröbere handgefertigte Objekte, sowie Fibeln, Gürtelhaken, Lanzenspitzen, Haumesser und Schildbuckel erlaubten die Datierung in die Frühlatènezeit. Manche der Knochenfunde wiesen Zeichen von Kinderlähmung, andere von Schädelbrüchen auf.[3]

Walpersdorf[Bearbeiten]

Eine Siedlung aus der späten Hallstatt- bis Latènezeit am linken Traisenufer, ebenfalls auf einer Flussterrasse gelegen, ist der ausgedehnteste Fundort dieses Gebietes. Die Bauten waren teils eingetieft, teils in Ständerbauweise errichtet. Schön bearbeitete und polierte Töpferscheibenkeramik der Späthallstattzeit, ein goldverzierter Tiegel, in Gruben deponierte tierische und menschliche Knochenfunde – davon ein Schädel mit Trepanationsspuren – weisen auf einen agrarisch geprägten Herrenhof hin.

Im Nordwesten der Gebäudegruppe fand man mittels Luftbildarchäologie ein ausgedehntes Gräberfeld. Eine 1987 freigelegte Gräbergruppe ergab elf Körper- und eine Brandbestattung. Zwei Frauen, acht Männer und drei Jugendliche, mit Beigaben von Keramik, Gürtelhaken, Ringe, Fibeln und der Bernsteingriff eines Nagelreinigers wurden entdeckt. Eine weitere Gräbergruppe westlich davon ergab insgesamt 34 Grabstellen (18 Körper-, 16 Brandbestattungen) mit ähnlichen Funden.[3]

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister der Gemeinde ist seit 18. November 2014 Ewald Gorth. Im Gemeinderat gibt es nach der Gemeinderatswahl 2010 bei insgesamt 19 Sitzen folgende Mandatsverteilung: Liste ÖVP 11, SPÖ 8, andere keine Sitze.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Inzersdorf-Getzersdorf

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 45, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 74. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 636. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 46,53 Prozent.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Inzersdorf-Getzersdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  2. Susanne Sievers/Otto Helmut Urban/Peter C. Ramsl: Lexikon zur Keltischen Archäologie. A–K und L–Z; Mitteilungen der prähistorischen Kommission im Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2012, ISBN 978-3-7001-6765-5, S. 635.
  3. a b Sievers/Urban/Ramsl: Lexikon zur Keltischen Archäologie. A–K und L–Z; S. 832 f.