Giesen

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Dieser Artikel beschreibt die Gemeinde Giesen in Niedersachsen. Für weitere Bedeutungen, siehe Giesen (Begriffsklärung).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Giesen
Giesen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Giesen hervorgehoben
52.29.883333333333370-100Koordinaten: 52° 12′ N, 9° 53′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Hildesheim
Höhe: 70-100 m ü. NHN
Fläche: 33,9 km²
Einwohner: 9678 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 285 Einwohner je km²
Postleitzahl: 31180
Vorwahlen: 05121, 05066
Kfz-Kennzeichen: HI, ALF
Gemeindeschlüssel: 03 2 54 017
Gemeindegliederung: 5 Ortschaften
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausstraße 27
31180 Giesen
Webpräsenz: www.giesen.de
Bürgermeister: Andreas Lücke (CDU)
Lage der Gemeinde Giesen im Landkreis Hildesheim
Landkreis Hildesheim Niedersachsen Landkreis Holzminden Landkreis Northeim Landkreis Goslar Landkreis Wolfenbüttel Salzgitter Landkreis Hameln-Pyrmont Region Hannover Landkreis Peine Landwehr Winzenburg Everode Freden (Leine) Lamspringe Coppengrave Harbarnsen Sehlem Sehlem Neuhof Woltershausen Adenstedt Bockenem Alfeld (Leine) Duingen Sarstedt Algermissen Harsum Giesen Nordstemmen Hildesheim Elze Betheln Gronau Gronau Eime Diekholzen Despetal Diekholzen Schellerten Schellerten Söhlde Bad Salzdetfurth Holle Weenzen Marienhagen Hoyershausen Banteln Rheden Brüggen Eberholzen Sibbesse Westfeld AlmstedtKarte
Über dieses Bild

Giesen ist eine Gemeinde im Landkreis Hildesheim in Niedersachsen, an der Innerste am Nordrand des Weser-Leine-Berglandes gelegen. Das Hauptdorf der Gemeinde ist Giesen.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Giesen liegt direkt westlich der Innerste und unmittelbar nördlich der Giesener Berge. Die Gemeinde grenzt im Uhrzeigersinn, beginnend im Nordosten an Harsum, Hildesheim, Nordstemmen und Sarstedt. Die Lage an der Innerste erwies sich im Oktober 2007 als problematisch, da in den Ortschaften Giesen (ehemals Klein Giesen) und Ahrbergen beim Jahrhundert-Hochwasser zahlreiche Keller, der komplette Ahrberger Wald und ein ganzes Industriegebiet überflutet wurden.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Giesen hat fünf Ortschaften:

Geschichte[Bearbeiten]

Die Gemeinde Giesen entstand am 1. März 1974 durch die Zusammenlegung der Gemeinden Ahrbergen, Emmerke, Groß Förste, Groß Giesen, Hasede und Klein Giesen.[2] Die älteste dieser Ortschaften ist Emmerke. Dort wurde im Jahr 2004 das 1150-jährige Bestehen gefeiert.

Erklärung des Ortsnamens[Bearbeiten]

Alte Bezeichnungen des Ortes sind 1146 Gesim, 1147 Iesen, 1100-1200 Iesen, 1151 Iesen, 1181-1190 Ihesen, 1181 Iesen und 1193 Gesem. Auffällig ist bei dem Ortsnamen das Schwanken im Anlaut: „G-“ wechselt mit „J-“, jedoch ist dieses im Niederdeutschen gar nicht so selten. Es weist häufig auf eine Bezeichnung für „Gischtwasser“ hin: „wes-/*ges-“ für „schäumen, gären“ im Sinne von „Stelle am schäumenden Wasser“.[3]

Religionen[Bearbeiten]

Von den derzeit 9.954 Einwohnern sind 45,1 % katholisch, 34,6 % evangelisch-lutherisch, die restlichen 20,3 % gehören einer anderen oder keiner Konfession an.

Der für Ostniedersachsen untypisch hohe Anteil an Katholiken beruht auf der historischen Zugehörigkeit zum Kleinen Stift Hildesheim. Die Dörfer der heutigen Gemeinde Giesen gehörten ebenso wie Harsum zu den Stiftsdörfern.

Seit dem 1. November 2014 gehören die katholischen Kirchen Maria Mutter der Kirche und St. Peter und Paul (beide Ahrbergen), St. Pankratius (Groß Förste), St. Vitus (Groß Giesen), St. Andreas (Hasede), St. Johannes (im zu Harsum gehörenden Klein Förste) und St. Martin (Klein Giesen) zur Pfarrei St. Vitus mit Sitz in Groß Giesen. Die Kirche St. Martinus in Emmerke jedoch gehört zur Hildesheimer Pfarrei St. Martinus.

Politik[Bearbeiten]

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Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat der Gemeinde Giesen besteht aus 24 Ratsfrauen und Ratsherren. Dies ist die festgelegte Anzahl für eine Gemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 9.001 und 10.000 Einwohnern.[5] Die 24 Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2011 und endet am 31. Oktober 2016.

Stimmberechtigt im Rat der Gemeinde ist außerdem der hauptamtliche Bürgermeister Andreas Lücke (CDU).

Die letzte Kommunalwahl vom 11. September 2011 ergab das folgende Ergebnis:

Bürgermeister[Bearbeiten]

Hauptamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Giesen ist Andreas Lücke (CDU). Bei der letzten Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014 wurde er als Amtsinhaber mit 58,5 % der Stimmen wiedergewählt. Seine Gegenkandidatin Petra Heidemann erhielt 41,5 %. Die Wahlbeteiligung lag bei 58,9 %.[6] Lücke trat seine weitere Amtszeit am 1. November 2014 an.

Wappen[Bearbeiten]

Giesener Wappen

Das Wappen der Gemeinde zeigt einen Schild, der durch einen silbernen Balken mit roter Eisenhutreihe geteilt wird. Die obere grüne Schildhälfte wird durch zwei silberne, schräg nach links aufsteigende Zinnenbalken gedrittelt. Die Felder beinhalten von rechts nach links in Silber: Eine Lilie, ein Mühlenrad und drei, ein gleichseitiges Dreieck bildende Hasenlöffel. Die untere Schildhälfte zeigt auf grünem Grund fünf rote Nägel.[7]

Das Wappen entstand 1974, als die Gemeinde Giesen gegründet wurde. Es setzt sich zusammen aus Bestandteilen der sechs Wappen der Ortschaften Ahrbergen, Emmerke, Groß Giesen, Klein Giesen, Groß Förste und Hasede:

  • Die Roten Nägel und der gelbe Hintergrund aus dem Wappen von Groß Giesen.
  • Die Lilie aus dem Wappen von Klein Giesen.
  • Das Mühlrad aus dem Wappen von Groß Förste.
  • Die im Dreieck stehenden Hasenohren aus dem Wappen von Hasede.
  • Die im 45% Winkel stehenden Zinnen aus dem Wappen von Emmerke.
  • Der horizontale Balken in Rot und Silber aus dem Wappen von Ahrbergen – allerdings wurden die Farben Rot und Silber vertauscht.
  • Der Grüne Hintergrund des oberen Teils stammt sowohl aus dem Wappen von Hasede als auch aus dem Wappen von Groß Förste.
  • Die silberne Farbe der oberen Ornamente stammt sowohl aus dem Wappen von Groß Förste als auch aus dem Klein Giesener Wappen.

Flagge[Bearbeiten]

Die Flagge der Gemeinde ist in den Farben Grün und Gold gehalten.[7]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

  • Chabanais in Frankreich (Die Partnerschaft ist ein eingetragener Verein und gehört offiziell zur Einrichtung der Gemeinde Giesen)
  • Morąg in Polen

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kath. Kirche St. Martin

Museen[Bearbeiten]

  • Heimatmuseum Giesen, Rathausstraße 42
  • Heimatmuseum Ahrbergen, Krugstraße 4

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Kath. Kirche Maria Mutter der Kirche, Ahrbergen
  • Kath. Kirche St. Peter und Paul, Ahrbergen
  • Kath. Kirche St. Martinus, Emmerke
  • Kath. Kirche St. Pankratius, Groß Förste
  • Kath. Kirche St. Vitus, Groß Giesen
  • Kath. Kirche St. Andreas, Hasede
  • Kath. Kirche St. Martin, Klein Giesen
  • Ev. Friedenskirche, Ahrbergen
  • Ev. Kirche St. Paulus, Hasede

Naturschutzgebiete[Bearbeiten]

Sport[Bearbeiten]

Obwohl Giesen mit 3.000 Einwohnern eine kleine Ortschaft ist, ist der TSV Giesen im deutschen Volleyball seit Jahren in der 2. Bundesliga der Herren etabliert. Vor der Spielrunde 2007/2008 sind einige Spieler des Ligakonkurrenten MTV 1848 Hildesheim zum Verein gewechselt. Daraufhin löste sich die Zweitligamannschaft aus Hildesheim auf. Die neu zusammengestellte Giesener Mannschaft hat 2008 den Aufstieg in die 1. Volleyball-Bundesliga geschafft und spielte dort in der Saison 2008/2009, nach welcher sie wieder in die 2. Liga abstieg. In der Saison 2010/11 und 2011/12 wurde der TSV Giesen/48 Hildesheim jeweils Meister in der 2. Bundesliga Nord, verzichtete aber jedes Mal aus finanziellen und personellen Gründen auf den Aufstieg in die 1. Bundesliga[10][11].

Wirtschaft[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Der Ortsteil Emmerke ist als „Bahnhof Giesen“ per Bahn erreichbar, obwohl Emmerke über vier Kilometer von den anderen Ortsteilen entfernt liegt. Der Bahnhof wird von der Linie S 4 der S-Bahn Hannover und von der NordWestBahn bedient.

Die Ortsteile der Gemeinde sind mit den Buslinien des Regionalverkehrs Hildesheim (RVHi) miteinander und mit den Städten Sarstedt und Hildesheim verbunden.

Die historische Straßenbahn wurde 1958 aufgegeben. Die Bundesstraße 6 und die Bundesstraße 1 führen durch das Gemeindegebiet.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Abraumhalde Wetterberg

Größtes Unternehmen in Giesen war lange Zeit die Firma K+S mit dem Bergwerk Siegfried, deren Kali-Abraumhalde immer noch weithin sichtbar ist. Die Mettler Toledo Garvens GmbH stellt mit über 160 Mitarbeitern dynamische Wägesysteme her, und die Firma Völsing ist als einer der in Europa führenden Hersteller von Urnen bekannt.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

  • Grundschule Giesen
  • Grundschule Ahrbergen
  • Grundschule Hasede
  • Grundschule Emmerke

Soziale Einrichtungen[Bearbeiten]

  • Seniorenwohnpark Giesen

Der Seniorenwohnpark Giesen gliedert sich in ein Alten- und Pflegeheim mit 72 Plätzen sowie einer Wohnanlage mit 24 betreuten Altenwohnungen für Senioren der Gemeinde Giesen und des nördlichen Landkreises Hildesheim. Das Heim erbringt Pflegemaßnahmen als vollstationäre Pflege, befristete Kurzzeitpflege und Verhinderungspflege. Die im Jahr 2003 erbaute Anlage in privater Trägerschaft befindet sich in zentraler Lage Giesens und ist Arbeitgeber für etwa 60 Mitarbeiter überwiegend sozialer und hauswirtschaftlicher Berufe.

Sonstiges[Bearbeiten]

  • Hügelgräberfeld aus der Bronzezeit im Giesener Forst
  • Radweg zur Kunst
  • Radweg, Hildesheim-Ring (Hi-Ring)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Giesen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 102 Bevölkerung - Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2013 (Tabelle K1020014) (Hilfe dazu)
  2.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 209.
  3. Der Ortsnamenforscher auf NDR 1 Niedersachsen, Recherche Jürgen Udolph
  4. Gemeinde Gießen – Ergebnis Kommunalwahl vom 11. September 2011, abgerufen am 13. November 2014
  5. Niedersächsisches Kommunalverfassungsgesetz (NKomVG) in der Fassung vom 17. Dezember 2010; § 46 – Zahl der Abgeordneten, abgerufen am 13. November 2014
  6. Einzelergebnisse der Direktwahlen am 25. Mai 2014 in Niedersachsen, abgerufen am 8. November 2014
  7. a b Hauptsatzung der Gemeinde Giesen, abgerufen am 13. November 2014
  8. Naturschutzgebiet „Haseder Busch“, abgerufen am 13. November 2014
  9. Naturschutzgebiet „Entenfang“, abgerufen am 13. November 2014
  10. Klaus Wegener: Augsburg (Frauen) und Giesen 48/Hildesheim (Männer) verzichten auf Start in der 1. Bundesliga. Deutsche Volleyball-Liga, 2. Juni 2011, abgerufen am 16. September 2011.
  11. TSV Giesen Pressemitteilung: "1. Bundesliga Volleyball für TSV Giesen/48 Hildesheim nicht möglich!" 1. Juni 2011, abgerufen am 5. Dezember 2012 (PDF; 66 kB).