Giuseppe Motta

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Giuseppe Motta

Giuseppe Motta (* 29. Dezember 1871 in Airolo; † 23. Januar 1940 in Bern[1]) war ein Schweizer Politiker (SKVP) aus dem Kanton Tessin. Als Bundesrat war er Finanz- und Aussenminister und bekleidete fünfmal das Amt des Bundespräsidenten. Er verstarb im Amt.

Inhaltsverzeichnis

Werdegang [Bearbeiten]

Als entschiedener Vertreter des katholischen Konservatismus wurde Motta für den Kanton Tessin in den Grossen Rat und den Nationalrat gewählt. Darauf folgte am 14. Dezember 1911 die Wahl in den Bundesrat, dem er bis zu seinem Tod angehörte. Während seiner Amtszeit stand er den folgenden Departementen vor:

Motta engagierte sich mit dem Bundesrat Felix Calonder für den Beitritt der Schweiz zum Völkerbund. Am 16. Mai 1920 trat die Schweiz dann mit Volksmehr und einem knappen Ständemehr (11 Ja / 10 Nein) dem Völkerbund bei. Er präsidierte 1924 die Völkerbundsversammlung. Dort war er einer der entschiedensten Befürworter einer Aufnahme Deutschlands. In der Zwischenkriegszeit plädierte er für eine teilweise Abkehr vom Schweizer Neutralitätsprinzip, sprach sich aber ab 1938 angesichts des heraufziehenden Zweiten Weltkrieges wieder für dessen strikte Befolgung aus.

Der katholisch-konservative Aussenminister war ein entschiedener Gegner des Stalinismus. Auf seine Anregung hin bekämpfte die Schweiz als einer von wenigen Staaten die Aufnahme von Stalins Sowjetunion in den Völkerbund. Zudem stellte sich der Bundesrat beim Spanischen Bürgerkrieg in neutralitätspolitisch umstrittener Weise auf die Seite von Francos faschistischen Truppen, die von Hitler unterstützt wurden. Ausschlaggebend dazu war für Motta v. a. die direkte Beteiligung auch russischer Stalin-Kämpfer auf Seiten der Republikaner: Franco war mit dem Versprechen zum Aufstand angetreten, die katholische Kirche vor den Übergriffen des atheistischen Stalinismus zu erretten.[2]

Motta war Bundespräsident in den Jahren 1915, 1920, 1927, 1932 und 1937 und Vizepräsident in den Jahren 1914, 1919, 1926, 1931 und 1936.

Giuseppe Motta war mit 28 Jahren der Bundesrat mit der bisher drittlängsten Amtsdauer.

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Die kleine Enzyklopädie, Encyclios-Verlag, Zürich, 1950, Band 2, Seite 204
  2. Dietrich Dreyer: Schweizer Kreuz und Sowjetstern, 1989

Literatur [Bearbeiten]

Weblinks [Bearbeiten]

Vorgänger Amt Nachfolger
Josef Anton Schobinger Mitglied im Schweizer Bundesrat
1912–1940
Enrico Celio