Didier Burkhalter

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Didier Burkhalter (2011)
Didier Burkhalter (vierte Position von links) auf dem offiziellen Bundesratsfoto 2014

Didier Burkhalter (* 17. April 1960 in Neuenburg, vollständiger Name Didier Eric Burkhalter,[1] heimatberechtigt in Neuenburg und Sumiswald) ist ein Schweizer Politiker (FDP) und seit dem 1. Januar 2014 für ein Jahr Bundespräsident der Schweizerischen Eidgenossenschaft.[2]

Am 16. September 2009 wurde er als Nachfolger von Pascal Couchepin in den Bundesrat gewählt. Er trat sein Amt am 1. November 2009 als Vorsteher des Departements des Innern (EDI) an. Am 1. Januar 2012 wechselte er als Nachfolger von Micheline Calmy-Rey ins Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA). Am 5. Dezember 2012 wählte ihn die Vereinigte Bundesversammlung mit 205 von 237 Stimmen zum Vizepräsidenten für das Jahr 2013. Am 4. Dezember 2013 wurde Burkhalter mit 183 von 202 gültigen Stimmen zum Bundespräsidenten 2014 gewählt.[2]

Politische Laufbahn[Bearbeiten]

Burkhalter war von Mai 1988 bis September 1990 in der Gemeinde Hauterive politisch tätig. Zwischen Juli 1991 und Juni 2005 amtete er in der Stadtregierung von Neuenburg, daneben gehörte er zwischen Mai 1990 und Mai 2001 dem Kantonsparlament des Kantons Neuenburg an. Seit den Wahlen 2003 bis Dezember 2007 war er im Nationalrat. Bei der Wahl vom 11. November 2007 wurde er zum Ständerat gewählt. Seit 2005 war er Vizepräsident der FDP-Liberalen Fraktion der Bundesversammlung, zudem präsidierte er deren Ständeratsgruppe von 2007 bis zu seinem Amtsantritt als Bundesrat.

Da die Schweiz 2014 den Vorsitz der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) hat, wurde Burkhalter amtierender Vorsitzender der OSZE.

Politische Haltung[Bearbeiten]

Burkhalter gehört weder zum rechten noch zum linken Flügel der FDP, befürwortet wirtschaftliche Liberalisierung und eine offene Aussenpolitik und stimmt auch sonst in den meisten Punkten mit der Linie seiner Partei überein.[3][4] Er ist jedoch kein typischer Wirtschaftsvertreter. Auch tritt er stark für Integration ein, befürwortet beispielsweise das Stimm- und Wahlrecht für Ausländer auf Gemeindeebene.[5][6]

Bundesrat[Bearbeiten]

Burkhalter erklärt Annahme der Bundesratswahl 2009

Burkhalter wurde von seiner Partei zusammen mit dem rechtsliberalen Genfer Nationalrat Christian Lüscher für die Bundesratswahl 2009 nominiert. Die CVP portierte einen eigenen Kandidaten, den Freiburger Ständerat und Fraktionspräsidenten Urs Schwaller. Nachdem Lüscher nach dem dritten Wahlgang seinen Verzicht erklärt hatte, erreichte Burkhalter im vierten Wahlgang das absolute Mehr mit einem Vorsprung von 23 Stimmen auf Schwaller.[7] Als Nachfolger Pascal Couchepins übernahm Burkhalter auch dessen Vorsitz im Departement des Innern. Didier Burkhalter trat nach der symbolischen «Schlüsselübergabe» vom 30. Oktober das Amt als Bundesrat offiziell am 1. November 2009 an. Er sagte, die Krankenversicherung stehe ganz oben auf seiner Traktandenliste.[8] Am 16. Dezember 2011 wurde bekannt, dass Burkhalter auf 1. Januar 2012 als Nachfolger von Micheline Calmy-Rey ins Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten wechselt.[9]

Am 5. Dezember 2012 wurde Didier Burkhalter mit 205 von 219 gültigen Stimmen zum Vizepräsidenten des Bundesrates gewählt. Knapp ein Jahr später, am 4. Dezember 2013, wählte ihn das Parlament mit 183 Stimmen zum Bundespräsidenten 2014.[2]

Auslandbesuche als Bundespräsident[Bearbeiten]

2014[Bearbeiten]

Datum Ort Hauptgrund
16. und 17. Januar Wien (OsterreichÖsterreich Österreich)

Treffen mit dem österreichischen Bundespräsidenten Heinz Fischer und Rede vor dem ständigen Rat der OSZE

27. und 28. Januar Warschau und Krakau (PolenPolen Polen)
  • Treffen mit dem polnischen Präsidenten Bronisław Komorowski
  • Besuch von durch die Schweiz unterstützte Projekte zur Verminderung der wirtschaftlichen und sozialen Unterschiede in Europa
  • Besuch des KZ Auschwitz
3. bis 6. Februar Tokio und Kamakura (JapanJapan Japan)
  • Audienz beim japanischen Kaiser Akihito und Treffen mit Kronprinz Naruhito
  • Treffen mit dem japanischen Premierminister Shinzō Abe
7. und 8. Februar Sotschi (RusslandRussland Russland)

Teilnahme an der Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele 2014

18. Februar Berlin (DeutschlandDeutschland Deutschland) und Paris (FrankreichFrankreich Frankreich)
24. und 25. Februar New York City und Washington, D.C. (Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten)
24. und 25. März Den Haag (NiederlandeNiederlande Niederlande)

Teilnahme am Gipfel zur Nuklearen Sicherheit

7. und 8. April Helsinki (FinnlandFinnland Finnland)

Treffen mit dem finnischen Präsidenten Sauli Niinistö und dem finnischen Premierminister Jyrki Katainen

11. April Kiew (UkraineUkraine Ukraine)

Treffen mit dem ukrainischen Aussenminister Andrij Deschtschyzja

24. April Belgrad (SerbienSerbien Serbien)

Treffen mit dem serbischen Präsidenten Tomislav Nikolić und dem designierten Ministerpräsidenten Aleksandar Vučić

24. April Tirana (AlbanienAlbanien Albanien)

Treffen mit dem albanischen Präsidenten Bujar Nishani

25. April Priština und Kosovska Mitrovica (KosovoKosovo Kosovo)

Treffen mit dem kosovarischen Ministerpräsidenten Hashim Thaçi und Besuch der Swisscoy

6. Mai Wien (OsterreichÖsterreich Österreich)

Teilnahme an der 124. Sitzung des Ministerkomitees des Europarates

7. Mai Moskau (RusslandRussland Russland)

Treffen mit russischen Präsidenten Wladimir Putin

7. Mai Brüssel (BelgienBelgien Belgien)

Treffen mit dem EU-Ratspräsidenten Herman Van Rompuy

12. Mai Brüssel (BelgienBelgien Belgien)

Teilnahme am Treffen der EU-Aussenminister zur Lage in der Ukraine

2. Juni Baku (AserbaidschanAserbaidschan Aserbaidschan)

Treffen mit dem aserbaidschanischen Präsidenten İlham Əliyev

3. Juni Tiflis (GeorgienGeorgien Georgien)

Treffen mit dem georgischen Präsidenten Giorgi Margwelaschwili und dem georgischen Premierminister Irakli Gharibaschwili

4. Juni Jerewan (ArmenienArmenien Armenien)

Treffen mit dem armenischen Präsidenten Sersch Sargsjan

7. Juni Kiew (UkraineUkraine Ukraine)

Teilnahme an der Amtseinführung des ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko

24. Juni Wien (OsterreichÖsterreich Österreich)

Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin

28. Juni Baku (AserbaidschanAserbaidschan Aserbaidschan)

Teilnahme an der Jahrestagung der Parlamentarischen Versammlung der OSZE

29. Juli Rom (ItalienItalien Italien)

Treffen mit dem italienischen Ministerpräsidenten Matteo Renzi


Der studierte Ökonom ist verheiratet, lebt in Neuenburg und hat drei Kinder.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Didier Burkhalter – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Schweizerische Bundeskanzlei: Der Bund kurz erklärt, Seite 55. Erschienen 2011
  2. a b c Burkhalter: «Ich werde andere Krawatten tragen als Maurer». Tagesschau (SRF). 4. Dezember 2013. Abgerufen am 28. Dezember 2013.
  3. Bundesrat Burkhalter befürwortet Stimmrecht für Ausländer Tages-Anzeiger online, 16. September 2009
  4. siehe Profil bei smartvote
  5. Didier Burkhalter: Loyal, fleissig und erfahren Radio DRS 16. September 2009
  6. Register der Interessenbindungen des Ständerats 2009
  7. «Ich schwöre vor Gott» Ablauf der Bundesratswahl auf Tages-Anzeiger online, 16. September 2009
  8. Couchepin: Der Vorhang fällt, NZZ Online, 30. Oktober 2009
  9. Burkhalter wird Aussen-, Berset Innenminister. In: Tages-Anzeiger. 16. Dezember 2011. Abgerufen am 16. Dezember 2011.
Vorgänger Amt Nachfolger
Pascal Couchepin Mitglied im Schweizer Bundesrat
seit 2009