Bezirk Goms

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Bezirk Goms
Bezirk Goms
Basisdaten
Staat: Schweiz
Kanton: Wallis (VS)
Hauptort: Münster-Geschinen
BFS-Nummer: 2304
Fläche: 588.3 km²
Einwohner: 4569[1] (31. Dezember 2013)
Bevölkerungsdichte: 7.77 Einw. pro km²
Website: www.goms.ch
Karte
Karte von Bezirk Goms

Der Bezirk Goms (französisch District de Conches) liegt im Kanton Wallis in der Schweiz. Hauptort ist Münster-Geschinen.

Gemeinden[Bearbeiten]

Der Bezirk besteht aus folgenden Gemeinden:
Stand: 1. Januar 2009

Wappen Name der Gemeinde Einwohner
(31. Dezember 2013)
Fläche
in km²
Bellwald Bellwald 435 13.7
Binn Binn 153 65.0
Blitzingen Blitzingen 76 11.8
Ernen Ernen 538 35.4
Fiesch Fiesch 935 11.3
Fieschertal Fieschertal 320 173.0
Grafschaft Grafschaft 183 22.6
Lax Lax 287 5.0
Münster-Geschinen Münster-Geschinen 481 48.7
Niederwald Niederwald 45 4.7
Obergoms Obergoms 662 155.6
Reckingen-Gluringen Reckingen-Gluringen 454 41.2
Total (12) 4569 588.3

Veränderungen im Gemeindebestand[Bearbeiten]


Die einzige verbliebene Kommunanz des Bezirks Goms und des Kantons Wallis ist die Kommunanz Reckingen-Gluringen/Grafschaft (BFS-Nr.: 6391). Sie hiess bis zum 31. Dezember 2003 offiziell Kommunanz Gluringen-Ritzingen und trug die BFS-Nr. 6072. Der Namenswechsel wurde nötig, weil sich bereits 2001 die frühere Gemeinde Ritzingen mit Biel VS und Selkingen zur neuen Gemeinde Grafschaft VS und im Oktober 2004 die frühere Gemeinde Gluringen mit Reckingen VS zur Gemeinde Reckingen-Gluringen zusammengeschlossen hatte.

Geographische Lage[Bearbeiten]

Sicht über das Goms vom Bellwald aus

Als Goms wird der oberste Talabschnitt des Oberwallis zwischen der Quelle der Rhone und der Talstufe von Grengiols in der Nähe von Brig bezeichnet. Es ist der östlichste Teil des Kantons Wallis. Im Osten wird es durch den Galenstock begrenzt und im Westen "optisch" durch das Weisshorn. Das Goms wurde durch den eiszeitlichen Rhonegletscher ausgehobelt. Danach wurde der Talboden durch den Rotten, die junge Rhone, aufgeschüttet.

Straßen in das Goms führen von Norden her durch den Lötschbergtunnel (Autoverlad), von Osten und Süden durch den Furka-Basistunnel (Autoverlad) mit Verladestationen in Realp und Oberwald oder im Sommer über den Furkapass, Grimselpass und Nufenenpass bzw. über den Simplonpass. Von Westen erreicht man das Goms über Sion entlang dem Rhonetal Richtung Brig. Durch die Matterhorn-Gotthard-Bahn ist das Goms per Eisenbahn von Westen via Brig und Osten via Furkatunnel erreichbar. Der Glacier-Express durchfährt das Goms auf seiner Strecke von St. Moritz nach Zermatt.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Goms aus der Luft

Das Goms war bereits während der Steinzeit bewohnt und während der Römerherrschaft ein Teil der Provinz Raetia. Über die Grimsel drangen gegen das 9. Jahrhundert die Alemannen ein und überlagerten die Frankoprovenzalisch sprechende Vorbevölkerung. 1362 verbündeten sich die Gommer mit den Urkantonen der alten Eidgenossenschaft.

Der Hotelier César Ritz wurde 1850 im Gomser Bezirk geboren.

Siehe auch: Geschichte des Wallis.

Wintertourismus[Bearbeiten]

Durch seine Höhenlage und das alpine Hochtal gilt das Goms als schneesicheres Langlaufgebiet. Rund 100 km Loipen stehen den Langläufern und Skatern im Winter zur Verfügung. Die Loipen verbinden zwölf Gommer Dörfer miteinander. Ausserdem gibt es zwischen Obergesteln und Ulrichen eine Nachtloipe (4 km) und eine Hundeloipe (2 km) zwischen Gluringen und Biel. Die Hauptloipe ist die flache Rottenloipe (22 km) entlang der jungen Rhone. Auf der Nordseite des Hochtal befindet sich die Sonnenloipe (8 km).

Im Obergoms gibt es zudem 85 km Winterwanderwege und 27 km Schneeschuhtrails. In jedem Dorf befindet sich ein Bahnhof der Matterhorn-Gotthard-Bahn.

Sommertourismus[Bearbeiten]

Etwa 700 km markierte Wanderwege stehen im Sommer zur Verfügung. Der Gommer Höhenweg der Rottenweg im Talboden und der hügelige Waldweg auf der Südseite des Tals verbinden die Dörfer im Goms miteinander. Entlang dem Lauf der jungen Rhone führt eine Fahrradstrecke von Oberwald bis Brig.

Die historischen Züge der Dampfbahn Furka-Bergstrecke verkehren seit 2011 wieder vollständig zwischen Oberwald und Realp UR im Kanton Uri

Binntal[Bearbeiten]

Durch seinen Mineralienreichtum wurde das Binntal, ein abgelegenes Seitental des Goms, bekannt. Das ganze Tal steht als «Landschaft von nationaler Bedeutung» unter Schutz. Seit der Steinzeit dient der Albrunpass als Übergang ins benachbarte Italien. Diesen Weg nahmen die Walser im 13. Jahrhundert.

Adjektiv[Bearbeiten]

Das auf das Goms bezogene Adjektiv lautet Gommer und nicht etwa Gomser.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)

Weblinks[Bearbeiten]