Grimmelshausen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt die Gemeinde Grimmelshausen, zum Schriftsteller gleichen Namens siehe Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen fehlt
Hilfe zu Wappen
Grimmelshausen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Grimmelshausen hervorgehoben
50.48333333333310.633333333333360Koordinaten: 50° 29′ N, 10° 38′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Hildburghausen
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Feldstein
Höhe: 360 m ü. NHN
Fläche: 4,21 km²
Einwohner: 176 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 42 Einwohner je km²
Postleitzahl: 98660
Vorwahl: 036873
Kfz-Kennzeichen: HBN
Gemeindeschlüssel: 16 0 69 016
Adresse der Verbandsverwaltung: Mauerstr. 9
98660 Themar
Webpräsenz: www.vg-feldstein.de
Bürgermeister: Bodo Dressel
Lage der Gemeinde Grimmelshausen im Landkreis Hildburghausen
Ahlstädt Auengrund Bad Colberg-Heldburg Beinerstadt Bischofrod Eisfeld Brünn Dingsleben Ehrenberg Eichenberg Eisfeld Römhild Gompertshausen Grimmelshausen Grub Römhild Hellingen Henfstädt Hildburghausen Kloster Veßra Lengfeld Marisfeld Masserberg Römhild Römhild Nahetal-Waldau Oberstadt Reurieth Römhild Sachsenbrunn Schlechtsart Schleusegrund Schleusingen Schmeheim Schweickershausen St. Bernhard St. Kilian Straufhain Themar Ummerstadt Veilsdorf Römhild Westhausen ThüringenKarte
Über dieses Bild
Grimmelshausen

Grimmelshausen ist eine thüringische Gemeinde in der Verwaltungsgemeinschaft Feldstein im fränkisch geprägten Landkreis Hildburghausen.

Geografie[Bearbeiten]

Das Haufendorf Grimmelshausen liegt beiderseits der Werra oberhalb der Einmündung der Schleuse etwa 500 m von der Bundesstraße 89, die von Meiningen nach Sonneberg und Kronach führt, entfernt.

Seit 1990 wird die Werra durch ein Rückhaltebecken angestaut, was die Ansiedelung seltener Vogelarten zur Folge hatte. Wanderwege wurden angelegt und auch der Werratal - Radwanderweg von Reurieth über Themar nach Henfstädt führt durch Grimmelshausen.

Geschichte[Bearbeiten]

1177 wurde Grimmelhausen unter dem Namen Grymoltushusen erstmals urkundlich erwähnt. Bis zu diesem Jahr lässt sich der Stammbaum der ursprünglich adligen, mäßig begüterten Familie von Grimmelshausen aus dem Thüringischen zurückverfolgen. Nahe dem Dorfe lag das Stammschloss der Familie an der oberen Werra. Die von Grimmelshausen zogen um 1571 in die Reichsstadt Gelnhausen an der Kinzig. Dort wurde dann auch der bekannte Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen geboren.

Grimmelshausen war 1668 von Hexenverfolgung betroffen. Dorothea, Caspar Bergmanns Frau, geriet in einen Hexenprozess. Nach einem halben Jahr Kerker wurde sie enthauptet.[2]

Herrschaftsmäßig gehörte der Ort im Amt Themar zunächst zur Grafschaft Henneberg, nach 1583 zu verschiedenen sächsischen Herzogtümern und von 1826 bis 1918 zu Sachsen-Meiningen. 1920 kam er zum Land Thüringen.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Entwicklung der Einwohnerzahl (31. Dezember):

  • 1994 - 207
  • 1995 - 214
  • 1996 - 209
  • 1997 - 205
  • 1998 - 207
  • 1999 - 208
  • 2000 - 211
  • 2001 - 204
  • 2002 - 206
  • 2003 - 207
  • 2004 - 200
  • 2005 - 199
  • 2006 - 193
  • 2007 - 198
  • 2008 - 193
  • 2009 - 181
  • 2010 - 180
  • 2011 - 183
  • 2012 - 176
  • 2013 - 176
Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Grimmelshausen besteht aus sechs Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 gewählt wurden:

  • Freie Wähler: 2 Sitze
  • CDU: 1 Sitz
  • Bürgerinitiative: 3 Sitze

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Ehemals Kapelle, ab 1801 Schule, später Gemeindehaus
  • Die Heimatstube im Gemeindehaus ist nach Anmeldung zu besuchen. Ein ehemaliges Jagdhaus mit interessantem Fachwerk dominiert die Sicht auf das Dorf von der Werra.
Hauptartikel: Gemeindehaus Grimmelshausen
  • Im Ort befindet sich ein alter Brunnen mit Pumpe. Beides wurde in den letzten Jahren restauriert.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Sebastian Abesser (1559–1616), kur- und fürstlich-sächsischer Oberwild- und Jägermeister
  • Margarete Braungart († November 1998), Heimatdichterin, verfasste Bücher wie "Und Mutter kocht Klöß" und "Mein Haus Thüringen".

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung der Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften nach Geschlecht in Thüringen (Hilfe dazu)
  2. Kai Lehmann: Ausstellung „Luther und die Hexen“, Bereich Grimmelshausen, Bibliothek Museum Schloss Wilhelmsburg Schmalkalden, 2012; Ronald Füssel: Die Hexenverfolgungen im Thüringer Raum, Veröffentlichungen des Arbeitskreises für historische Hexen- und Kriminalitätsforschung in Norddeutschland, Band 2, Hamburg 2003, S. 247.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Grimmelshausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien