Themar
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Thüringen | |
| Landkreis: | Hildburghausen | |
| Höhe: | 330 m ü. NN | |
| Fläche: | 20,19 km² | |
| Einwohner: |
2950 (31. Dez. 2011)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 146 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 98660 | |
| Vorwahl: | 036873 | |
| Kfz-Kennzeichen: | HBN | |
| Gemeindeschlüssel: | 16 0 69 051 | |
| Stadtgliederung: | 3 Ortsteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: |
Markt 1 98660 Themar |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Hubert Böse (CDU) | |
| Lage der Stadt Themar im Landkreis Hildburghausen | ||
Themar ist eine Landstadt im Landkreis Hildburghausen im Süden von Thüringen.
Inhaltsverzeichnis |
Lage[Bearbeiten]
Themar liegt in Südthüringen am Oberlauf der Werra und im Vorland des Thüringer Waldes. Verkehrsmäßig ist Themar an der Bundesstraße 89 und den Landesstraßen 2628 und 2636 gelegen. Eine Bahntrasse führt auch durch die Landstadt.
Nachbargemeinden[Bearbeiten]
Angrenzende Gemeinden sind (im Uhrzeigersinn) Henfstädt, Oberstadt, Grub, Lengfeld, Kloster Veßra, Grimmelshausen und Beinerstadt im Landkreis Hildburghausen sowie Grabfeld und Leutersdorf im Landkreis Schmalkalden-Meiningen.
Stadtgliederung[Bearbeiten]
Zur Stadt gehören die Ortsteile Wachenbrunn und Tachbach. Urkundlich wurden Wachenbrunn 1220 und Tachbach 891 erstmals erwähnt.[2]
Geschichte[Bearbeiten]
Südlich des Ortes Tachbach befand sich auf dem Burgberg eine Burg als Herrensitz. Die strategisch günstige Kuppe war mit einem Ring aus Wall und Graben umgeben. Sieben Gruben auf dem Plateau lassen auf abgetragene Gebäude schließen. Bauliche Reste sind nicht mehr vorhanden,aber der Ringwall.[3]
Der Ort wurde im Jahre 796 als Tagamari erstmals erwähnt. 1317 wurden ihm die Stadtrechte verliehen. Im Dreißigjährigen Krieg (1634) wurde Themar von den Kroaten fast völlig zerstört. Ursprünglich im Besitz der Henneberger, kam die Stadt 1660 an Sachsen-Altenburg, das 1672 in Sachsen-Gothaischen Besitz überging. Nach der Teilung von 1680 kam sie an Sachsen-Römhild. Nach dem Aussterben dieser Linie 1710 wurde die Stadt zwischen Sachsen-Gotha und Sachsen-Coburg-Saalfeld aufgeteilt. 1826 fiel sie letztendlich an Sachsen-Meiningen, das 1920 im Land Thüringen aufging.
Die Stadt besaß bis Mitte der 1930er Jahre eine rege, heimatverbundene jüdische Gemeinde, die sich danach aufgrund der NS-Repressalien zunächst durch Auswanderung dezimierte und ab 1942/43 durch Deportationen völlig ausgelöscht wurde.[4] Die Toten der Gemeinde wurden auf dem jüdischen Friedhof in Marisfeld beigesetzt.
Während des Zweiten Weltkrieges wurden seit 1940 800 Kriegsgefangene aus den von Deutschland besetzten Ländern sowie Zwangsarbeiter vorwiegend aus der Sowjetunion und Polen im Kalkwerk, in den Holzfabriken August Möller, Wilhelm Stockmar, Julius Wilhelm, Alexander Schwarz, Greifzu & Co. und in der Ziegelei Julius Härter eingesetzt.[5]
Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]
Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 1994 31. Dezember):
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1780 bis 1933
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1939 bis 1998
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1999 bis 2004
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ab 2007
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- Datenquelle ab 1994: Thüringer Landesamt für Statistik
Politik[Bearbeiten]
Die Stadt besitzt den Status einer kreisangehörigen Gemeinde.
Stadtrat[Bearbeiten]
Der Stadtrat in Themar besteht aus 16 Ratsmitgliedern:
(Stand: Kommunalwahl am 7. Juni 2009)
Wappen[Bearbeiten]
Blasonierung: „In Silber eine rote hohe Zinnenmauer mit sieben verschiedengestaltigen Türmen dahinter, an der Torstelle ein gevierter goldener Schild, im 1. und 4. Feld auf grünem Dreiberg eine schwarze Henne; das 2. und 3. Feld geteilt: oben ein wachsender schwarzer Doppeladler, unten geschacht von Silber und Rot.“
Das älteste Siegel aus dem 15. Jahrhundert enthält bereits eine siebentürmige Mauer, deren Torstelle mit dem gevierten Hennebergischen Wappenschild belegt ist. Die Henne auf dem Dreiberg ist das Familienwappen der Hennberger, der Doppeladler über dem geschachten Feld charakterisiert diese als Reichsvögte und Burggrafen von Würzburg.
Städtepartnerschaften[Bearbeiten]
Themar unterhält eine Partnerschaft mit Gerbrunn im Landkreis Würzburg.
Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]
- St. Bartholomäuskirche: Die spätgotische Kirche wurde im 15. und 16. Jahrhundert errichtet. Sie besitzt in ihrem Inneren eine reiche Ausstattung: den Marienaltar, den Apostelaltar, den Wallfahrtsaltar, den Pièta-Altar (Vesperbild) und eine Mondsichelmadonna aus dem 15. Jahrhundert, alles gotische Schnitzwerke. Seit der Reformation evangelische Kirche.
- Johanneskirche
- Stadtmauer
- Rathaus
- Marktplatz
Gedenkstätte[Bearbeiten]
- Auf dem Ortsfriedhof erinnert eine Grabstätte mit Gedenkstein an eine namentlich genannte jugoslawische Frau, die im Zweiten Weltkrieg nach Deutschland verschleppt und Opfer der Zwangsarbeit wurde.
- Vor dem Friedhofseingang steht, auf Bürgerinitiative beruhend, ein Gedenkstein für die „jüdischen Familien von Themar“ und zu Ehren aller Opfer der Diktaturen.
Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]
Themar ist als Unterzentrum eingestuft.
In der Stadt war eine ansehnliche holzverarbeitenden Industrie ansässig, die zu DDR-Zeiten zur über die Bezirksgrenzen hinaus bekannte VEB Südthüringer Möbelwerke in Themar zusammengeschlossen wurde und nach 1990 wieder privatisiert wurde.
Verkehr[Bearbeiten]
Die Stadt hat einen Bahnhof an der Werrabahn Eisenach–Meiningen–Sonneberg–Coburg und liegt an der B 89. Themar ist Ausgangspunkt der Eisenbahnstrecke nach Schleusingen, von wo aus die Rennsteigbahn weiter nach Schmiedefeld am Rennsteig–Bahnhof Rennsteig–Ilmenau führt, welche heute lediglich noch im Museumsbetrieb befahren wird.
Medien[Bearbeiten]
In der Nähe des Ortsteils Wachenbrunn befindet sich eine große Sendeanlage für Mittelwellenrundfunk, die u. a. zur Verbreitung des Programms der Stimme Russlands dient.
Sonstiges[Bearbeiten]
- 2001 wurde in Themar der Film Venus und Mars gedreht, u. a. mit Lynn Redgrave, Michael Weatherly und Hella von Sinnen.
- 1966 lief im Rostocker VEB Schiffswerft Neptun der Holzfrachter Themar vom Stapel. Das Schiff der DDR-Handelsflotte fuhr vorrangig in die Häfen des Weißen Meeres. Nach dem Ende der DDR wurde das Schiff ins Ausland verkauft und 2009 verschrottet.
Persönlichkeiten[Bearbeiten]
Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]
- Adam Werner (1462–1537), Humanist, Pädagoge, Dichter, Jurist und Theologieprofessor an der Universität Heidelberg; Erzieher von Kurfürst Ludwig V. (Pfalz)
- Joachim Zehner („Decimator“) (1566–1612), Theologe, Pädagoge, Begründer der „Zehnerschen Bibliothek“ in Schleusingen
- Johannes Hornschuch (1599–1663), Philologe und Pädagoge
- Johann Michael Dilherr (1604–1669), protestantischer Theologe und Philologe
- Karl Blau (1930–1994), Politiker und Funktionär der NDPD
- Gernot Güntherodt (* 1943), Professor für Experimentalphysik
Personen mit Bezug zu Themar[Bearbeiten]
- Johann Adolf von Schultes (1744–1821), Henneberger Geschichtsschreiber, Amtmann in Themar 1770 bis 1803, Gedenktafel am Haus Schuhmarkt 10
Siehe auch[Bearbeiten]
Literatur und Film[Bearbeiten]
- Jürgen Mäder et al: 1200 Jahre Themar. Festschrift zur 1200-Jahrfeier der Stadt Themar. Börner PR, 1996, ISBN 978-3-930675-08-1, S. 176.
- Themar - Stadt der 7 Türme, Dokumentarfilm (2010), Regie: Robert Sauerbrey
Weblinks[Bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten]
- ↑ Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland nach Bevölkerung am 31.12.2011 auf Grundlage des Zensus 2011 und früherer Zählungen (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
- ↑ Wolfgang Kahl: Ersterwähnung Thüringer Städte und Dörfer. Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza, 2010, ISBN 978-3-86777-202-0, S. 242.
- ↑ Michael Köhler: Thüringer Burgen und befestigte vor- und frühgeschichtliche Wohnplätze. Jenzig-Verlag, 2001, ISBN 3-910141-43-9, S. 242.
- ↑ Sharon Meen: Ihre Stimmen leben noch – Jüdisches Leben in Themar. Website, abgerufen am 18. Juni 2011
- ↑ Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschisten und Studienkreis deutscher Widerstand 1933–1945 (Hg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933–1945, Reihe: Heimatgeschichtliche Wegweiser Band 8 Thüringen, Erfurt 2003, S. 133, ISBN 3-88864-343-0
- ↑ http://www.wahlen.thueringen.de/datenbank/wahl1/wahl.asp?wahlart=GW&wJahr=2009&zeigeErg=GEM&wknr=069&gemnr=69051
- ↑ http://www.wahlen.thueringen.de/datenbank/wahl1/wahl.asp?wahlart=GW&wJahr=2004&zeigeErg=GEM&wknr=069&gemnr=69051
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