Großer Preis von Italien 1921

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Sieger Jules Goux
Louis Wagner, hier am Steuer eines Peugeot 174S vor dem Start zum 24-Stunden-Rennen von Le Mans 1926, wurde beim ersten Großen Preis von Italien 1921 Dritter

Der I. Große Preis von Italien fand am 4. September 1921 zum ersten Mal auf einem Straßenkurs zwischen Montichiari und Brescia statt.

Das Rennen[Bearbeiten]

1921 wurden – nach den langen Jahren der Unterbrechung durch den Ersten Weltkrieg und die Nachkriegszeit – die Grand-Prix-Rennen in Europa wieder aufgenommen. Der erste Große Preis von Italien fand am 4. September 1921 statt. Gefahren wurde auf einem 17,3 km langen Dreieckskurs um den Ort Montichiari bei Brescia. Auf Teilen der damaligen Strecke befindet sich heute der Flughafen Brescia-Montichiari. Gefahren wurde 1921 nach einer 3-Liter-Rennformel, die ihre Basis beim 500-Meilen-Rennen von Indianapolis hatte.

Das Rennen wurde im Rahmen eines einwöchigen Festivals ausgefahren. Neben dem Grand-Prix-Rennen – bei dem nur Hersteller eine Meldung angeben konnten – gab es auch ein Rennen in der Voiturette-Klasse. Ein Woche nach dem Rennen fand auf derselben Strecke eine Veranstaltung für Privatfahrer statt, die beim eigentlichen Großen Preis nicht startberechtigt waren.

Am Start des Grand Prix standen sechs Fahrzeuge. Drei französische Ballot und drei italienische Fiat gingen im Abstand von einer Minute ins Rennen. Lange Zeit führte Pietro Bordino, der aber knapp nach Halbzeit mit einem technischen Defekt ausfiel. Das Rennen gewann Jules Goux (Ballot), der 1913 das 500-Meilen Rennen von Indianapolis gewonnen hatte, vor seinem Landsmann und Teamkollegen Jean Chassagne. Dritter wurde ein weiterer Franzose. Louis Wagner, 1908 Sieger des ersten Großen Preis der USA, dem vierten Grand Prix der Motorsportgeschichte, steuerte einen Fiat.

Das Rennen der Privatfahrer gewann Guido Masetti auf einem Grand-Prix-Benz von 1914. Das Rennen der Grand-Prix-Voiturette-Klasse sicherte sich mit Ernest Friederich ein weiterer französischer Renn-Pionier. Bei den Privatfahrern siegte Caberto Conelli. Beide fuhren einen Bugatti Type 22, was diesem Fahrzeug die Zusatzbezeichnung Brescia einbrachte.

Klassifikation[Bearbeiten]

Rennergebnis[Bearbeiten]

Pos. Nr. Fahrer Konstrukteur Fahrzeug Runden Zeit Ausfallgrund
1 11 FrankreichFrankreich Jules Goux FrankreichFrankreich Ballot Ballot 3L 30 3:35:09
2 08 FrankreichFrankreich Jean Chassagne FrankreichFrankreich Ballot Ballot 3L 30 3:40:52
3 02 FrankreichFrankreich Louis Wagner Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) Fiat Fiat 802 30 3:45:33
04 Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten Ralph DePalma FrankreichFrankreich Ballot Ballot 3L 21 Ausfall Mechanik
10 Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) Ugo Sivocci Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) Fiat Fiat 802 18 Ausfall Motorschaden
06 Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) Pietro Bordino Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) Fiat Fiat 802 16 Ausfall Magnetzünder

Literatur[Bearbeiten]

  • Adriano Cimarosti: Autorennen - Die Grossen Preise der Welt - Wagen, Strecken und Piloten von 1894 bis heute, Hallwag Verlag, Bern, 1986, ISBN 3-444-10326-3
  • Paul Sheldon: A Record of Grand Prix and Voiturette Racing, Vol. 1 - 13, St. Leonards Press, Bradford, 1987 - 2002

Weblinks[Bearbeiten]