Hamberge

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Gemeinde Hamberge in Schleswig-Holstein. Ein Ortsteil der mecklenburgischen Stadt Grevesmühlen trägt ebenfalls den Namen Hamberge.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Hamberge
Hamberge
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Hamberge hervorgehoben
53.83916666666710.58527777777813Koordinaten: 53° 50′ N, 10° 35′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Stormarn
Amt: Nordstormarn
Höhe: 13 m ü. NN
Fläche: 6,74 km²
Einwohner:

1461 (31. Dez. 2011)[1]

Bevölkerungsdichte: 217 Einwohner je km²
Postleitzahl: 23619
Vorwahl: 0451
Kfz-Kennzeichen: OD
Gemeindeschlüssel: 01 0 62 025
Adresse der Amtsverwaltung: Am Schiefen Kamp 10
23858 Reinfeld
Webpräsenz: www.amt-nordstormarn.de
Bürgermeister: Paul Friedrich Beeck (CDU)
Lage der Gemeinde Hamberge im Kreis Stormarn
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Hamberge (niederdeutsch Hambarg) ist eine Gemeinde im Nordosten des Kreises Stormarn in Schleswig-Holstein.

Inhaltsverzeichnis

Geografie [Bearbeiten]

Hamberge liegt am Ufer der Trave an der Grenze zur Hansestadt Lübeck. Durch den Ort führt die Bundesstraße 75 von Lübeck nach Reinfeld (Holstein).

Geschichte [Bearbeiten]

Trave bei Hamberge

Hamberge war ursprünglich ein slawisches Dorf mit dem Namen „Lancowe“. Seit 1163 war es im Besitz des Lübecker Domkapitels. Es wurde 1197 in die beiden Orte Hamberge und Hansfelde aufgeteilt.

Nach der Säkularisation durch den Reichsdeputationshauptschluss fiel Hamberge 1803 an das Fürstentum Lübeck. Durch einen Gebietstausch kam es 1842 an Holstein und wurde dem alten landesherrlichen Amt Reinfeld eingegliedert. Nach der Annexion Schleswig-Holsteins durch Preußen wurde der Ort 1867 dem neugebildeten Kreis Stormarn zugeordnet. Mit Einführung der preußischen Kommunalverfassung kam er 1889 zum Amtsbezirk Neuhof.

Im Jahre 1911 wurde eine Brücke über die Trave gebaut, die die jahrhundertealte Fährverbindung ersetzte. Am 21. März 1934 wurde bei Hamberge der erste Spatenstich für die Reichsautobahn von Hamburg nach Lübeck (heute Bundesautobahn 1) gesetzt. Im Jahre 1948 kam der Ort zum Amt Reinfeld-Land und 1972 zum Amt Nordstormarn. Mit der Eingemeindung von Hansfelde, die am 1. Januar 1974 in Kraft trat[2], wurden die beiden Dörfer nach fast 800 Jahren wiedervereinigt.

Hansfelde [Bearbeiten]

Hansfelde entstand 1197 durch Abteilung von Hamberge als Hof des Lübecker Domkapitels. 1784 wurde der Hof in acht Besitzungen parzelliert. Wie auch Hamberge fiel Hansfelde infolge der Säkularisierung an das Fürstentum Lübeck und kam 1842 zu Holstein und dort zum Amt Reinfeld. In der Weimarer Republik war Hansfelde eine Hochburg der NSDAP, die bei der Reichstagswahl 1932 über 80 % der Wählerstimmen errang. Zum Zeitpunkt der Eingemeindung nach Hamberge hatte Hansfelde 366 Einwohner.

Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]

Dorfkirche Hamberge von Osten

Die Dorfkirche Hamberge wurde 1327/28 erbaut. Der Grundriss ist rechteckig und breit, ohne die in der Gegend sonst übliche Gliederung in Kirchenschiff und Chor. Der Turm der Kirche wurde 1958 modern erneuert. Bemerkenswerte Ausstattungsgegenstände sind der Taufstein aus Gotlandkalkstein und der Altar nebst Kanzel aus der Werkstatt des Lübecker Meisters Hieronymus Hassenberg von 1722. Die Kirche wurde 1927 von dem Lübecker Künstler Asmus Jessen in Anlehnung an bei der Restaurierung gefundene Motive neu ausgemalt.

Der Begründer der schleswig-holsteinischen Schule für taubstumme Kinder in Schleswig, Georg Wilhelm Pfingsten, war an dieser Kirche vorher von 1792-1799 Organist.

Politik [Bearbeiten]

Von den 13 Sitzen in der Gemeindevertretung hat die CDU seit der Kommunalwahl 2008 zehn Sitze und die SPD drei.

Wappen [Bearbeiten]

Blasonierung: „Von Grün und Blau durch einen silbernen Wellenbalken geteilt. Oben zwei an den Halmen verbundene, nach außen herabhängende goldene Getreideähren, unten ein mit einem blauen Fadenkreuz belegtes, oben und unten verstutztes, schwebendes goldenes Tatzenkreuz, das unten links von einem ebensolchen Kreuzchen begleitet wird.“[3]

Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]

In der Liste der Kulturdenkmale in Hamberge stehen die in der Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein eingetragenen Kulturdenkmale.

Literatur [Bearbeiten]

  • Christian Uecker: Zur Baugeschichte der Hamberger Kirche, in: Jahrbuch für den Kreis Stormarn, 2000, Seiten 69 bis 77.
  • Gemeinnütziger Verein Hamberge e. V.: Chronik Hamberge, 2004

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Hamberge – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord: Bevölkerung in Schleswig-Holstein am 31. Dezember 2011 nach Kreisen, Ämtern, amtsfreien Gemeinden und Städten (PDF-Datei; 205 kB) (Hilfe dazu)
  2.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 186.
  3. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein