Jersbek

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Jersbek
Jersbek
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Jersbek hervorgehoben
53.74111111111110.22138888888944Koordinaten: 53° 44′ N, 10° 13′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Stormarn
Amt: Bargteheide-Land
Höhe: 44 m ü. NHN
Fläche: 17,92 km²
Einwohner: 1679 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 94 Einwohner je km²
Postleitzahl: 22941
Vorwahl: 04532
Kfz-Kennzeichen: OD
Gemeindeschlüssel: 01 0 62 036
Adresse der Amtsverwaltung: Eckhorst 34
22941 Bargteheide
Webpräsenz: www.jersbek.de
Bürgermeister: Herbert Sczech (UWG)
Lage der Gemeinde Jersbek im Kreis Stormarn
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Jersbek (niederdeutsch Jersbeek) ist eine Gemeinde im Kreis Stormarn in Schleswig-Holstein.

Geographie[Bearbeiten]

Jersbek liegt vier Kilometer nordwestlich von Bargteheide.

Geschichte[Bearbeiten]

Gut Jersbek um 1747
Das Jersbeker Torhaus

Jersbek wurde urkundlich erstmals 1310 als Dorf Yrekesbeke erwähnt. Der Ort ist wegen seiner Gutsanlage mit dem 1620 entstandenen Herrenhaus, dem Torhaus aus dem Jahre 1678 und dem vermutlich in den Jahren 1736/1737 erbauten Eiskeller weit über die Grenzen Stormarns hinaus bekannt.

1588 wurde das Gut Jersbek durch Erbvertrag von dem Stammgut Borstel abgetrennt und unter Hans von Buchwaldt selbstständiges Gut. Das auf einer Insel liegende Renaissance-Herrenhaus ist eine typische Holsteiner Anlage, bestehend aus einem Doppelhaus mit je einem Satteldach, turmartigen Anbau und später angefügten Seitenflügel. Das Torhaus wird von einem Dachreiter bekrönt.

Seine Glanzzeit erlebte das Gut unter Benedikt von Ahlefeldt, der Mitte des 18. Jahrhunderts den Jersbeker Barockgarten im französischen Stil anlegen ließ. Dieser große Park liegt asymmetrisch zum Herrenhaus und gehörte zu den größten Barockgärten Holsteins. Die Anlage war auf ein – nicht erhaltenes – Lusthaus ausgerichtet und ist heute noch in Rudimenten erhalten und für Besucher zugänglich. Mehrreihige Lindenalleen rahmen die ehemaligen Boskette, Teile der Sichtachse sind erhalten und mächtige Heckenspaliere gliedern die einzelnen Abschnitte.

Die heutige Gemeinde Jersbek entstand ab 1781, als der Gutsbesitzer Paschen von Cossel gut 30 Erbpächterfamilien auf seinen parzellierten Hoffeldern ansiedelte.

Paschen von Cossel begann ab 1785 und damit 20 Jahre vor der offiziellen Aufhebung zum 1. Januar 1805, die Leibeigenschaft in den gutsuntergehörigen Dörfern aufzuheben. Nach der Annexion Schleswig-Holsteins durch Preußen 1867 kam Jersbek zum Kreis Stormarn. Mit Einführung der Preußischen Landgemeindeordnung wurde die sogenannte „Parzellistenkommune Jersbek“ 1872 selbständige Landgemeinde und bestand als politische Einheit bis 1932 neben dem Gutsbezirk Jersbek. Dann wurden beide zur Gemeinde Jersbek zusammengelegt.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1978 wurden Klein Hansdorf und Timmerhorn eingemeindet.[2]

Ausgliederungen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1978 wurde der Ort Hartwigsahl mit damals weniger als 50 Einwohnern an die Nachbargemeinde Bargfeld-Stegen abgetreten.[2]

Klein Hansdorf[Bearbeiten]

Klein Hansdorf (niederdeutsch Lütt Hansdörp) wird 1389 erstmals als „Johanstorpe Parrochie Berchteheyle“ erwähnt. Es gehörte damals zum Gut Tremsbüttel und war als Rundplatzdorf angelegt. 1475 kaufte Johann IV. von Sachsen-Lauenburg das Dorf und unterstellte es der Vogtei Tremsbüttel. Nach der Reformation und der damit in Holstein verbundenen Verwaltungsreform gehörte Klein Hansdorf zum landesherrlichen Amt Tremsbüttel.

Im Zuge der Verkoppelung 1774 wurden die landwirtschaftlichen Flächen der Dorfgemarkung vermessen und in Koppeln eingeteilt. Nach der Annexion Schleswig-Holsteins durch Preußen kam Klein Hansdorf als nunmehr selbständige Landgemeinde zum neugebildeten Kreis Stormarn. Seit der Einführung der preußischen Kommunalverfassung 1889 gehörte das Dorf zum Amtsbezirk Bargteheide, der 1948 im Amt Bargteheide aufging. In den 1960er Jahren entwickelte Klein Hansdorf sich mehr und mehr von einem reinen Bauerndorf zum Wohngebiet am Hamburger Stadtrand. Bei der Eingemeindung 1978 hatte Klein Hansdorf 241 Einwohner.

Timmerhorn[Bearbeiten]

Als gutsuntergehöriges Dorf entstand auch Timmerhorn, erstmals erwähnt 1331 mit einer Mühle eines Bünningstedter Hufners auf der Flur „Tymmershorn“. Die Postzustellung zum Hofe nach Ahrensburg oblag einer Hauerstelle. Bis 1988 hat sich die Tradition der Postzustellung in Timmerhorn erhalten. Eine andere Hauerstelle ging als sogenannte „Felsenschmiede“ in die Literatur ein. Hier wurde 1856 der bekannte Heimatdichter Ludwig Frahm geboren.

Politik[Bearbeiten]

Von den 13 Sitzen in der Gemeindevertretung hat die Wählergemeinschaft UWG seit der Kommunalwahl 2013 fünf Sitze, die Wählergemeinschaft BfJ vier Sitze, die CDU drei Sitze und die SPD einen Sitz.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Grün das goldene Torhaus des Gutes Jersbek zwischen zwei mit den Halmen überkreuz gestellten, die Rundung des Schildrandes wiederholenden, begrannten goldenen Ähren.“[3]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Die 1786 gegründete Schule wurde 1966 geschlossen, sodass der Schulbesuch nur in den Nachbarorten möglich ist.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Das im Jahre 1620 entstandene Herrenhaus mit dem Torhaus und dem Jersbeker Barockgarten, ist sehr sehenswert. Der berühmte zugehörige „Eiskeller“ wird seit neuestem auch als Ort für Eheschließungen genutzt.

Die Jersbeker Allee ist eine von Benedikt von Ahlefeldt 1730 angelegte Straße zum Gut Jersbek. Die etwa 730 Meter vor dem Torhaus sind als vierreihige Lindenallee gestaltet. Nördlich schließt sich eine etwa einen Kilometer lange Rosskastanienallee an.

Zwischen dem Torhaus und dem Herrenhaus ließ von Ahlefeldt den Jersbeker Park anlegen, der französischen Vorbildern folgt.

Die Landschaft um die Gemeinde Jersbek mit ihren landwirtschaftlichen Betrieben ist geprägt durch den Jersbeker Forst, die weiten Felder und Wiesen des Gutsbetriebes, die dann in das Naturschutzgebiet Duvenstedter Brook übergehen.

Im Ortsteil Klein Hansdorf liegt der Hansdorfer Brook, der als Brutstätte für Kraniche unter Naturschutz steht.

Literatur[Bearbeiten]

  • Burkhard von Hennigs: Der Jersbeker Garten im Spiegel von Stichen und Zeichnungen aus dem 18. Jahrhundert. Ein Beitrag zur Geschichte des Jersbeker Barockgartens. Neumünster 1985.
  • Hannelies Ettrich: Chronik Jersbek. Jersbek – Klein Hansdorf – Timmerhorn. Hrsg. von der Gemeinde, Husum 1989.
  • Burkhard von Hennigs: 400 Jahre Gut Jersbek. In: Jahrbuch für den Kreis Stormarn 1989, Seiten 84 bis 102, und Jahrbuch 1990, Seiten 13 bis 26.
  • Burkhard von Hennigs: Jersbeker Allee. In: Denkmalpflege im Kreis Stormarn III, Neumünster 1997, Seiten 334 bis 335.
  • Helmuth Peets: Erbsen aus Jersbek. Benedix von Ahlefeldt und die Blütezeit des Barock. HP-Verlag Heidi Peets, 1997.
  • Axel Lohr: Die Geschichte des Gutes Jersbek von 1588 bis zur Gegenwart. Neumünster 2007.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Jersbek – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2012 (XLS-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 187.
  3. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein