Hamburg-Waltershof

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Wappen von Hamburg
Waltershof
Stadtteil von Hamburg
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Koordinaten 53° 31′ 40″ N, 9° 54′ 2″ O53.527899.90068Koordinaten: 53° 31′ 40″ N, 9° 54′ 2″ O
Fläche 9,3 km²
Einwohner 5 (31. Dez. 2013)
Bevölkerungsdichte 1 Einwohner/km²
Postleitzahl 21129
Vorwahl 040
Bezirk Hamburg-Mitte
Verkehrsanbindung
Autobahn A7
Quelle: Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein

Waltershof ist ein Stadtteil im Bezirk Hamburg-Mitte der Freien und Hansestadt Hamburg. Er liegt im westlichen Teil des Hamburger Hafens und besteht fast ausschließlich aus Hafen- und Industrieanlagen und hat daher lediglich fünf Einwohner.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Die frühere Insel Waltershof liegt am Südufer der Norderelbe westlich der Einmündung des Köhlbrands und besteht aus den vormaligen Inseln Griesenwerder, Mühlenwerder, Maakenwerder und Rugenbergen. Griesenwerder war bis zum Jahre 1768 holsteinisch und gelangte mit dem Gottorper Vertrag zu Hamburg, während Rugenbergen schon im 15. Jahrhundert hamburgisch war. Waltershof wurde im Jahre 1788 nach dem Hamburger Senator Walter Beckhoff benannt. Nach der Sturmflut 1962, bei der in Waltershof 37 Menschen getötet wurden, wurde die Insel als Siedlungsgebiet aufgegeben.

Nach Süden und Westen wurde Waltershof durch das Köhlfleet (vgl. Fleet) begrenzt. Im Jahre 1910 wurde beschlossen, Waltershof als Hafenerweiterungsgebiet zu nutzen. Im Zuge dessen wurde der südöstliche Teil des Köhlfleets Mitte des 20. Jahrhunderts zugeschüttet, so dass Waltershof heute eine Halbinsel bildet, die an das südlich benachbarte Altenwerder anschließt. Der Ansatz des südlichen Arms des Köhlfleets ist heute das Hafenbecken Sandauhafen. Das Köhlfleet und die kleine Aue grenzen die Halbinsel Waltershof heute noch zur westlich gelegenen Halbinsel Finkenwerder ab.

Norderelbe mit Einmündung des Köhlbrands, rechts davon Waltershof
(Blickrichtung Südost)

Ein großer Teil der Fläche Waltershofs besteht aus Hafenbecken. Am Hauptstrom der (Norder-)Elbe liegt der Parkhafen, von dem westlich der Petroleumhafen, südöstlich der Waltershofer Hafen und ehemals südlich der Griesenwerder Hafen abgingen. Im Nordosten der Halbinsel, südöstlich des Maakenwerder Hafens (einer ehemaligen Verbindung – bekannt unter dem Namen Kaisers Loch – zum Köhlbrand, der durch den Maakendamm von diesem abgegrenzt wird), liegt heute die südliche Zufahrtsrampe des neuen Hamburger Elbtunnels.

Die zunächst schwimmfähig abgedichteten Betonelemente für die ersten drei Röhren des Tunnels wurden damals als Verbund gefertigt - erst die westliche vierte Röhre wurde im Schildvortrieb (vgl. TRUDE) vorangetrieben – und wurden im dafür abgedämmten und trockengelegten Maakenwerder Hafen gegossen, der anschließend fast vollständig zugeschüttet wurde; auf dieser Fläche entstand der älteste Hamburger Container Terminal Burchardkai (CTB).

Vom Waltershofer Hafen gibt es noch einen Durchlass zum kleinen Rugenberger Hafen (unter der Westrampe der Köhlbrandbrücke), der durch die Rugenberger Schleusen mit dem Köhlbrand verbunden ist. Heute ist nur noch vom Köhlfleet mit seinem Köhlfleethafen der Dradenauhafen zu erreichen, erst durch die Zuschüttung der Verbindung zum Köhlbrand wurde Waltershof zur Halbinsel.

Benachbarte Stadtteile[Bearbeiten]

Im Norden grenzt der Stadtteil Waltershof an die jenseits der Norderelbe gelegenen Stadtteile Othmarschen, Ottensen und Altona-Altstadt, im Osten an Steinwerder jenseits des Köhlbrands, im Süden an Altenwerder und im Westen an Finkenwerder.

Politik[Bearbeiten]

Für die Wahl zur Bürgerschaft und der Bezirksversammlung gehört Hamburg-Waltershof zum Wahlkreis Billstedt-Wilhelmsburg-Finkenwerder.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Die Köhlbrandbrücke, rechts das Waltershofer Ufer mit dem Freihafenzaun
Südportal des Elbtunnels in Hamburg-Waltershof

In Waltershof liegt die südliche Rampe des neuen Elbtunnels mit einer Anschlussstelle der A 7.

Seit 1974 verbindet die Köhlbrandbrücke mit einer Durchfahrtshöhe von 54 Metern Waltershof mit der östlich gelegenen Nachbarinsel Neuhof in den Stadtteilen Steinwerder und Wilhelmsburg. Die Brücke ist Teil des Freihafens, dessen östlichen und westlichen Teil sie verbindet; sie ist nur für Kraftfahrzeuge zugelassen. Davor erfüllten hier zwei überlastete Trajekte diese wichtige Verbindungsaufgabe über den Köhlbrand, allerdings konnten sich auch Fußgänger und Radfahrer ihrer bedienen.

In Waltershof liegt der Güterbahnhof Hamburg-Waltershof der Hamburger Hafenbahn, von deren umfangreichen Gleisanlagen der Stadtteil durchzogen wird; Eisenbahnanlagen für den Personenverkehr gibt es hier nicht.

Seemannsclub Duckdalben der Deutschen Seemannsmission

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

An der Nordwestspitze Waltershofs, dem Seemannshöft, sind die Lotsenstation Seemannshöft mit ihrem charakteristischen Radarturm und der Hamburger Schiffsmeldedienst ansässig. Im Stadtteil liegt außerdem das Klärwerk Dradenau mit seinen weithin sichtbaren „Dracheneiern“ der Hamburger Stadtentwässerung.

Das Zollamt Waltershof betreibt hier eine der weltweit modernsten Container-Prüfanlagen mit der Möglichkeit ganze Container im Stück zu durchleuchten. Weitere Zollstationen befinden sich an der Zellmannstraße und am Köhlfleetdamm.

Der Internationale Seemannsklub Duckdalben der Deutschen Seemannsmission Hamburg-Harburg e.V. ist ebenfalls an der Zellmannstraße. Er wendet sich als Einrichtung mit verschiedensten Angeboten an Seeleute aus aller Welt und soll während der kurzen Liegezeiten einen angenehmen Aufenthaltsort im Hafengebiet bieten.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Der Nordosten Waltershofs war bis Anfang 2013 als Freihafen, das heißt als zollrechtliche „Freizone des Kontrolltyps I“, ausgewiesen und bildete den neueren, westlichen Teil des ehemaligen Hamburger Freihafens. Hier gibt es zwei umfangreiche Containerterminals für den Güterumschlag mit Containern von und auf Seeschiffe.

Die ältere Anlage ist das Container-Terminal Burchardkai (CTB) der HHLA mit dem Burchardkai (an der nordöstlichen Seite des Waltershofer Hafens und östlich des Parkhafens) und mit dem Athabaskakai an der Norderelbe.

Die zweite große Anlage ist das Eurogate-Terminal mit dem Predöhlkai an der südlichen Seite des Waltershofer Hafens. Es wurde in den 1990er Jahren erweitert und dafür der Griesenwerder Hafen (mit den Liegeplätzen am Stoltenkai und Diestelkai) zugeschüttet. Dieses Container Terminal Hamburg (CTH) soll auf dem Gelände einer Anfang der 1990er-Jahre aufgegebenen Raffinerie nach Nordwesten unter teilweiser Verfüllung des Petroleumhafens bis an die Norderelbe erweitert werden.

An den Umschlaganlagen sind zahlreiche Unternehmen tätig, die größten sind die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) und die zur Eckelmann-Gruppe gehörende Eurokai KGaA.

Außerhalb des Freihafengebiets erheben sich, im Umfeld des Petroleumhafens, große Tankanlagen für Erdölprodukte und Alkohol. Gegenüber dem Klärwerk Dradenau steht ein kleines Stahlwerk der zur Unternehmensgruppe ArcelorMittal gehörenden Hamburger Stahlwerke, das Stahl aus Schrott und Eisenschwamm produziert und mit dem Amsterdamer Kai am Dradenauhafen ebenfalls wasserseitig erschlossen ist.

Am Sandauhafen betreibt die Hansaport Hafenbetriebsgesellschaft mbH eine Schüttgut-Umschlaganlage für Eisenerz und Kohle.

Das Aluminiumwerk von ehemals Reynolds/HAW an der Finkenwerder Straße liegt, ebenso wie der Güterbahnhof Alte Süderelbe, bereits im Stadtteil Altenwerder.

In Waltershof befinden sich seit 2011 zwei Windkraftanlagen des Typ Nordex N100 mit 140 Metern Nabenhöhe, 100 Metern Durchmesser und 2,5 Megawatt Leistung.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hamburg-Waltershof – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien