Hamburg-Kleiner Grasbrook

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Wappen von Hamburg
Kleiner Grasbrook
Stadtteil von Hamburg
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Koordinaten 53° 31′ 52″ N, 9° 59′ 37″ O53.5311111111119.9936111111111Koordinaten: 53° 31′ 52″ N, 9° 59′ 37″ O
Fläche 4,5 km²
Einwohner 1221 (31. Dez. 2013)
Bevölkerungsdichte 271 Einwohner/km²
Postleitzahl 2....
Vorwahl 040
Bezirk Bezirk Hamburg-Mitte
Quelle: Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein
Blick vom Nikolaiturm auf Reiherstieg und den kleinen und großen Grasbrook

Der Kleine Grasbrook ist ein Hamburger Stadtteil im Bezirk Hamburg-Mitte. Hier befinden sich fast ausschließlich Anlagen des Hamburger Hafens. Seit sich der Hafen im Zuge der Containerisierung elbabwärts verlagert, liegen viele Flächen brach, so dass eine Umnutzung des Gebiets geplant ist.

Geografie[Bearbeiten]

Die frühere Binneninsel liegt zwischen Veddel (stromaufwärts), Steinwerder (stromabwärts) und Wilhelmsburg im Süden. Auf der gegenüberliegenden Seite der Norderelbe liegt die ehemals verbundene Insel Großer Grasbrook, an die sich die Hamburger Innenstadt anschließt. Der Namensbestandteil -brook verweist darauf, dass es sich ehemals um ein tiefliegendes, feuchtes Bruchland handelte.

Geschichte[Bearbeiten]

Hansa-Hafen um 1900

Die Insel Grasbrook diente in der Anfangszeit Hamburgs den Bürgern als Viehweide. Im Jahre 1549 wurde durch den Bau des sogenannten Neuen Grabens, der mehr Wasser aus der Süderelbe in die Norderelbe führen sollte, der Grasbrook durchtrennt. Der heutige Verlauf der Norderelbe wurde jedoch durch einen Durchstich im Jahre 1604 geschaffen. Durch Begradigungen der Elbe verhinderte man eine Versandung des Hafens. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Insel Schumacherwerder durch Eindeichung in den Kleinen Grasbrook einbezogen. 1871 wurde der Kleine Grasbrook zum Vorort erhoben und 1894 eingemeindet. Seitdem bildet er einen eigenen Stadtteil, in den auch die Große Veddel einbezogen wurde (der Stadtteil Veddel umfasst das Gebiet der Kleinen Veddel).

Kleiner Grasbrook um 1900

Der Kleine Grasbrook wurde bereits lange vor seiner Eingemeindung durch den Senat zum ersten Hafenerweiterungsgebiet südlich der Norderelbe bestimmt. Ab 1838 wurden Kanäle und Kaianlagen angelegt. Mit dem Südwesthafen, der als Petroleumhafen diente, wurde 1879 das erste Hafenbecken südlich der Elbe angelegt. Als wegen des Zollanschlusses Hamburgs der Freihafen Hamburg geschaffen wurde folgten der Segelschiffhafen (1888), der Hansahafen (1893), der Indiahafen und der Oberländer Hafen (1894) als Seehäfen. Für die Hafenanlagen mussten bis 1887 die bisherigen Wohnhäuser und deren Bewohner weichen. Sie wurden in Gebiete nördlich der Elbe umgesiedelt. Lediglich an der Harburger Chaussee gibt es noch vereinzelte Wohnbebauung. Südlich folgte zeitgleich für die Binnenschifffahrt die Anlage von Moldauhafen (1887), Saalehafen (1888), Spreehafen (1890) und Klütjenfelder Hafen. Ab Anfang des 20. Jahrhunderts erschloss die Hamburger Hafenbahn das Gebiet.

Auch heute lassen sich noch einzelne Spuren der Bebauung aus dem 19. Jahrhundert finden. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Bebauung auf dem Kleinen Grasbrook zu 90 % zerstört. Wiederaufbau und Umstrukturierungen führten dazu, dass der Indiahafen und große Teile des Südwesthafens und des Segelschiffhafens zugeschüttet wurden. Auf dem Gebiet des Segelschiffhafens wurde 1978 das Frucht- und Kühl-Zentrum der HHLA in Betrieb genommen, das lange zu den modernsten Europas gehörte. Auch heute werden am O'Swaldkai noch Früchte – vor allem Bananen – gelöscht, temperiert gelagert und weiterverteilt. Nördlich des Fruchtzentrums befindet sich das Terminal der HHLA-Tochter UNIKAI, die dort vor allem RoRo-Schiffe abfertigt. Das 1967 erbaute HHLA-Überseezentrum am Moldauhafen galt bei seiner Einweihung als größter Sammel- und Verteilerschuppen der Welt. 2003 schlossen HHLA und Rhenus ein Joint Venture; dieses betreibt (Stand August 2013) das Überseezentrum.[1]. Im September 2014 wurde bekannt, dass der Kleine Grasbrook als Fläche für das Stadion, sowie das Olympiadorf eingeplant wird, sollte Hamburg den Zuschlag erhalten [2].

Politik[Bearbeiten]

Für die Wahl zur Bürgerschaft und der Bezirksversammlung gehört der Kleine Grasbrook zum Wahlkreis Billstedt-Wilhelmsburg-Finkenwerder. Die Bürgerschaftswahl 2011 führte zu folgendem Ergebnis[3]:

  • SPD: 36,1 % (+ 0,9)
  • Die Linke: 19,3 % (– 1,8)
  • GAL: 19,1 % (+ 4,3)
  • CDU: 5,3 % (– 11,9)
  • FDP: 1,6 % (+ 0,8)
  • Übrige 18,6 % (+ 7,7)

(Ergebnis für Kleiner Grasbrook und Steinwerder zusammen)

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Gebäude der Hamburg Port Authority

Der Stadtteil ist aufgrund seiner Lage fast ausschließlich durch den Hafen geprägt. Die Hamburg Port Authority (HPA), früher Amt für Strom- und Hafenbau, ist die zuständige staatliche Behörde für den gesamten Hafenbereich (nicht nur auf dem Kleinen Grasbrook). Ihr untersteht auch die Hamburger Hafenbahn, die den Schienenverkehr im Hafenbereich betreibt. Auf dem Kleinen Grasbrook liegt der Hafenbahnhof Hamburg-Süd.

Verkehr[Bearbeiten]

Am Rande des Stadtteils liegt der S-Bahnhof Veddel, der von den S-Bahn-Linien S 3 (PinnebergAltonaHauptbahnhofHarburgNeugrabenBuxtehudeStade) und S 31 (Altona – Hauptbahnhof – Harburg) bedient wird. Neben der Buslinie 256, die vom S-Bahnhof Veddel und vom Alten Elbtunnel aus den Kleinen Grasbrook landseitig erschließt, spielt im Berufsverkehr vor allem die HADAG-Fährlinie 73, die von den St.-Pauli-Landungsbrücken kommt, eine Rolle.

Behörden[Bearbeiten]

Neben der HPA spielt im Stadtteil vor allem der Zoll eine große Rolle. Große Teile des Hauptzollamtes Hamburg-Hafen sind gegenüber von Schuppen 50 und am Veddeler Damm untergebracht. Die drei für den östlichen Teil des Hafens zuständigen Zollabfertigungen des Zollamtes Hamburg-Waltershof liegen gegenüber von Schuppen 50 (Australiastraße), an der Tunnelstraße auf der Grenze zur Veddel und am nördlichen Ende der Elbbrücken (Zweibrückenstraße).

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Der Kopfbau des Schuppens 50 beherbergt das Hafenmuseum

Museen[Bearbeiten]

  • Im Hafenmuseum im Schuppen 50, einer Außenstelle des Museums der Arbeit, sind historische Arbeits- und Umschlaggeräte, kulturgeschichtliche Ausstellungen und insbesondere Objekte und Erinnerungen an ausgestorbene Berufe im Hafen zu besichtigen. Der Schuppen wurde 1908 bis 1912 erbaut und ist heute einer der letzten Schuppen in Holzkonstruktion im Hafen. Der Kopfbau (Foto) zeigt Elemente der Hamburger Reformarchitektur jener Zeit.
  • An den Außenanlagen am Bremer Kai / Hansahafen, sind Umschlag- und Dampfanlagen zu Land und zu Wasser sowie historische Schiffe ausgestellt, u.a. Van Carrier, der Dampfschwimmkran Saatse, einige Kastenschuten und der Stückgutfrachter Bleichen. Die Betreuung einiger Schiffe liegt in der Hand der Stiftung Hamburg Maritim.
Restaurierter Kesselwagen der Hafenbahn
  • Ebenfalls hinter dem Schuppen am Bremer Kai, stellt der Verein Freunde der historischen Hafenbahn e.V. restaurierte Fahrzeuge der Hamburger Hafenbahn und anderer Industrie- und Werksbahnen aus.

Bauwerke[Bearbeiten]

Lagerhaus G

Trotz der ständigen Modernisierungen befinden sich auf dem Kleinen Grasbrook auch ältere Zeugnisse der Hamburger Hafenarchitektur:

  • Am Saalehafen in der Dessauer Straße liegt einer der ältesten Hamburger Speicher, das Lagerhaus G, das im Zweiten Weltkrieg als Außenlager des KZ Neuengamme diente.
  • Direkt gegenüber befindet sich ein noch heute genutzter sehr alter Schuppen, der aus der Frühzeit der Hafenbahn stammt (Bild)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hamburg-Kleiner Grasbrook – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. HHLA Rhenus Logistics GmbH, Lageplan Überseezentrum
  2. [1]
  3. http://wahlen-hamburg.statistik-nord.de/frameset.php?file=status_karte&wahl=77&frame=true