Hamburg-Rothenburgsort

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Wappen von Hamburg
Rothenburgsort
Stadtteil von Hamburg
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Koordinaten 53° 32′ 6″ N, 10° 2′ 27″ O53.53510.04082Koordinaten: 53° 32′ 6″ N, 10° 2′ 27″ O
Fläche 7,4 km²
Einwohner 8992 (31. Dez. 2013)
Bevölkerungsdichte 1215 Einwohner/km²
Postleitzahl 20539
Vorwahl 040
Bezirk Bezirk Hamburg-Mitte
Verkehrsanbindung
Autobahn A1
Bundesstraße B4 B75
S-Bahn S2Hamburg S2.svg S21Hamburg S21.svg
Bus 3, 34, 120, 124, 130, 154, 160, 640
Quelle: Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein

Rothenburgsort ist ein Stadtteil zwischen der Norderelbe und der Bille im Bezirk Hamburg-Mitte der Freien und Hansestadt Hamburg.

Geografie[Bearbeiten]

Gliederung des Stadtteils[Bearbeiten]

Blick von der „Grünen Brücke“ in Hammerbrook

Rothenburgsort liegt im Mündungsgebiet der Bille in die Elbe. Der heutige Stadtteil ist der westlichste Ausläufer des Billwerders. Der Stadtteil lässt sich in fünf funktionale Teilbereiche (Aufzählung von Nord nach Süd) gliedern:

  1. die Billerhuder Insel mit verschiedenen Kleingärten mit einer Fläche von 38 Hektar[1]
  2. südlich davon, durch den Bullenhuser Kanal getrennt, ein Industrie- und Gewerbegebiet auf dem Billwerder Ausschlag
  3. verschiedene Eisenbahnanlagen mit den S-Bahnhöfen Rothenburgsort und Tiefstack
  4. das Wohnviertel von Rothenburgsort, das den Kern des Stadtteil bildet
  5. ein Grünzug, der vom Elbpark Entenwerder über die Elbinsel Kaltehofe bis zum Elbwasserfilterwerk in Moorfleet reicht

Benachbarte Stadtteile[Bearbeiten]

Rothenburgsort grenzt im Westen an Hammerbrook, HafenCity, Veddel und an Wilhelmsburg im Bezirk Hamburg-Mitte, im Süden an Spadenland und Tatenberg im Bezirk Bergedorf, zu dem auch das östlich angrenzende Moorfleet gehört.
Ebenfalls im Osten grenzt Billbrook an Rothenburgsort, das wie das nördlich angrenzende Hamm Teil von Hamburg-Mitte ist.

Geschichte[Bearbeiten]

Spaziergang am Wasserturm um 1848

Der Großteil der Flächen des heutigen Stadtteils, der Billwerder Ausschlag, gehörte seit 1385 zu Hamburg und wurde bis 1494 eingedeicht. Der damalige Deichverlauf entspricht dem heutigen Verlauf der Straßen Billhorner Deich und Ausschläger Elbdeich.

Seit dem 17. Jahrhundert besaß die Familie Rodenborg auf dem Ausschlag ausgedehnte Ländereien. So kaufte der Ratsherr Johann Rodenborg 1614 das Gelände, auf dem sich heute Trauns Park befindet, von den damaligen Anliegern Rodenborg's Ort genannt.[2] Die Familie starb 1742 aus. 1625 wurde die Bullenhuser Schleuse, die sich etwa bei der heutigen Grünen Brücke befand, durch eine Sturmflut zerstört. Um den Billwerder Ausschlag besser zu schützen, wurde daraufhin auch der westlich vorgelagerte Billhorn eingedeicht.

Terrasse im Vierländer Damm 262

1871 wurde der Billhorn dem Billwerder Ausschlag zugeschlagen und das Gesamtgebiet zum Vorort mit etwa 7200 Einwohnern erklärt. Die Aufhebung der Torsperre 1860 hatte zu verstärktem Zuzug geführt. Im Westen des Stadtteils wurden überwiegend Arbeiterwohnungen für Hafenarbeiter errichtet, während der Norden und der Osten sich zum Industriegebiet wandelten. Zunächst wurden überwiegend Terrassenhäuser errichtet, mit allen Folgen, die die ungesunde Hinterhofbebauung schuf. In den 1920er Jahren folgten die Backsteinwohnanlagen, wie sie Fritz Schumacher für den gesamten Siedlungsgürtel um die Innenstadt herum plante.

1875 wurde die erste Kommunalvertretung gegründet, der erste Sport- und Gesangsverein bildete sich und die Sankt-Thomas-Kirche wurde gebaut. 1887 fuhr eine elektrifizierte Straßenbahn als Linie 21 vom Wasserturm zum Deichtor. Zur selben Zeit wurde die neue Elbbrücke erbaut. Im Jahre 1894 wurde Billwerder Ausschlag zum Stadtteil erhoben und um die Kalte Hofe sowie die Billwerder Insel erweitert, es hatte damals etwa 40.000 Einwohner. 1938 wurde Rothenburgsort vom Billwerder Ausschlag abgespalten und zu einem eigenständigen Stadtteil aufgewertet.

Der Stadtteil wurde bei den alliierten Bombenangriffen im Juli 1943 weitgehend zerstört.[3] Nach dem Zweiten Weltkrieg war zunächst geplant worden, das Gebiet zum Binnenschiffhafen und Industriegebiet umzuwidmen. Zwar wurde für Teile des Stadtteils bereits 1950 das Bauverbot aufgehoben, der Wiederaufbau beschleunigte sich aber erst, als 1955 auch die Binnenhafenpläne ad acta gelegt worden waren.

Schule Bullenhuser Damm

In der 1910 eröffneten Volksschule, nach Plänen von Albert Erbe erbaut, am Bullenhuser Damm war am Ende des Zweiten Weltkriegs ein Außenlager des KZ Neuengamme untergebracht. Am 20. April 1945 wurden 20 dort internierte Kinder von der SS ermordet. Kurz danach wurden zwei Pfleger, zwei Ärzte und 24 sowjetische Kriegsgefangene getötet. Die Schule wurde 1980 in Janusz-Korczak-Schule umbenannt und der Lehrbetrieb 1987 eingestellt. Das Schulgebäude ist heute eine Gedenkstätte und wird als Kindergarten der „Stiftung Kindergärten Finkenau“ benutzt. Eine weitere Stätte von NS-Verbrechen war das ehemalige Kinderkrankenhaus Rothenburgsort.

1970 wurde Rothenburgsort wieder mit dem Billwerder Ausschlag zu einem Stadtteil vereinigt.

Politik[Bearbeiten]

Für die Wahl zur Bürgerschaft und der Bezirksversammlung gehört Rothenburgsort zum Wahlkreis Billstedt-Wilhelmsburg-Finkenwerder. Die Bürgerschaftswahl 2011 führte zu folgendem Ergebnis:[4]

  • SPD: 55,2 % (+13,5)
  • CDU: 18,3 % (−15,8)
  • Linke: 9,1 % (−0,5)
  • GAL: 6,0 % (+0,8)
  • FDP: 3,1 % (−0,2)
  • Übrige: 8,3 % (+2,2)

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Der Wasserturm,„Wahrzeichen“ des Stadtteils

Bauwerke[Bearbeiten]

Von weitem sichtbar ist der 64 Meter hohe Turm auf dem Gelände der Wasserwerke, der als Wahrzeichen von Rothenburgsort gilt. Er wurde 1848 nach Plänen von Alexis de Chateauneuf errichtet und steht heute unter Denkmalschutz. Im Rahmen der von William Lindley konzipierten zentralen Wasserversorgung in Hamburg („Wasserkunst“) wurde von dem Turm aus Flusswasser, das über drei Absetzbecken aus der Elbe entnommen wurde, als Trinkwasser in die Haushalte geleitet. Dabei war er – im Unterschied z. B. zum heutigen Planetarium im Stadtpark oder zum Sternschanzenturm – kein Wasserhochbehälter. Vielmehr wurde das Wasser durch Pumpen in ein Steigrohr, das sich im Turm befand, gedrückt und lief von dort in das Leitungssystem. Erst nachdem das ungefilterte Wasser im Jahre 1892 die große Cholera-Epidemie in Hamburg bewirkt hatte, wurden auf der Insel Kaltehofe Sandfilter zur Reinigung des Wassers errichtet. Diese hatte bereits Lindley geplant, sie erschienen der Stadt jedoch zunächst zu kostspielig.

St. Erich Rothenburgsort

Stadtbildprägend ist zudem die Kirche St. Erich am Billhorner Röhrendamm. Sie entstand in den Jahren 1961 bis 1963 und ist der Nachfolgebau der im Krieg zerstörten St. Josefskirche am Bullenhuser Damm. Der Entwurf für das moderne Kirchenbauwerk, das von außen einem großen Fisch ähnelt, stammt von Reinhard Hofbauer. Vor allem von der S-Bahn-Linie S21 zwischen den Bahnhöfen Berliner Tor und Rothenburgsort fällt der markante Kirchturm ins Auge.

Bronze-Skulptur „Schipper Jonny“ von Carsten Eggers auf dem Rothenburgsorter Marktplatz

Westlich der Billhorner Brückenstraße befindet sich ein Tankstellenbau, welcher 1953 durch Wilhelm Mastiaux und Ulrich Rummel für die Deutsche Benzol-Vertrieb GmbH errichtet wurde und seit dem 18. Januar 2010 in die Denkmalliste der Stadt Hamburg aufgenommen worden ist. Das Gebäude ist eine der letzten erhaltenen Tankstellen aus den 50er Jahren. Seit Oktober 2011 wird die aufwändig sanierte Anlage als Oldtimertreff und Cafe, jedoch auch wieder als Oldtimerwerkstatt genutzt.[5]

Naturdenkmäler[Bearbeiten]

Die Billwerder Bucht bildet ein Süßwasserwatt, das als Ausweichquartier für die aus dem Mühlenberger Loch vertriebenen Löffelenten dient (während die Krickente die bei Hahnöfersand neu geschaffenen Wattflächen annimmt). Der Holzhafen im südlichen Teil der Billwerder Bucht steht unter Naturschutz. Auch die benachbarten Filterbecken des Wasserwerks auf der Insel Kaltehofe und der Billwerder Insel bieten Rast- und Brutmöglichkeiten für Wasservögel wie den Zwergtaucher. Alles das spielt sich vor der imposanten Kulisse des Kraftwerks Tiefstack ab, das im benachbarten Billbrook steht.

Denkmal von Volker Lang

Denkmäler[Bearbeiten]

Das „Denkmal aus Anlass des 60. Jahrestages des Hamburger Feuersturms in Rothenburgsort“ ist ein Projekt von Volker Lang. Das kleine Gebäude ist in seinen Proportionen – in verkleinertem Maßstab 1:2,5 – einem „Terrassenhaus“ nachempfunden. Dieser Bebauungstyp wurde um 1880 für Arbeiterquartiere in Hamburg entwickelt und prägte bis zu der Zerstörung auch den Charakter des Stadtteils Rothenburgsort. Im Innern sind Fragmente aus Berichten von Menschen, die die Bombenangriffe erlebt haben, und Fragmente aus literarischen Texten angebracht. Das Denkmal ist jeden ersten und dritten Sonntag im Monat von 14 bis 16 Uhr geöffnet.

Stadtteilkulturaktion 1989 (am Billhorner Röhrendamm)
Das Entenwerder Fährhaus ist seit 1872 ein Ausflugslokal

Parks[Bearbeiten]

Zur Erholung steht den Rothenburgsortern der Entenwerder Park zur Verfügung, welcher in den 1990ern umgebaut und modernisiert wurde. Er liegt als Halbinsel in der Elbe in der Nähe der Elbbrücken und ist vom Osten per Pkw anfahrbar und vom Westen über eine Fußgängerbrücke zu erreichen. Der Park ist ca. 1 km² groß. Mit dem Entenwerder Fährhaus befindet sich ein traditionsreiches Ausflugslokal (seit 1872) im Park. Weiterhin gibt es Trauns Park (mit Kindertagesstätte), der von 1923 bis 1925 vom ersten Hamburger Gartendirektor Otto Linne angelegt wurde und den Hexenpark neben dem Fußballplatz des FTSV Lorbeer.
Der jüngste der Rothenburgsorter Parks befindet sich auf der Elbinsel Kaltehofe. Die durch die Begradigung der Elbe 1875 und 1879 entstandene Insel beherbergte ein Wasserfiltrierwerk sowie eine Außenstelle des hygienischen Instituts der Stadt Hamburg. Im Jahre 1990 wurde sie aufgelassen und unter Naturschutz gestellt. Seit September 2011 sind Teile der Anlage als Naturlehrpfad und Park wieder der Öffentlichkeit zugänglich. Im ehemaligen Laborgebäude sowie einem neu entstandenen Erweiterungsbau befindet sich nun ein Museum über die Hamburger Wasserkunst sowie ein Cafe.[6]

Der ehemalige Hexenpark in Rothenburgsort wurde November 2011 nach dem jüdischen Arzt Dr. Carl Stamm (1867-1941) umbenannt und heißt jetzt Carl-Stamm-Park.

Sport[Bearbeiten]

Der Sport Club Lorbeer von 1906 war bis zum Verbot der Arbeitersportbewegung durch die Nationalsozialisten 1933 einer der führenden Clubs im Arbeiterfußball. 1929 und 1931 konnte er die Bundesmeisterschaft des ATSB gewinnen. Bekannteste Spieler waren Erwin Seeler, der Vater von Uwe Seeler und Alwin Springer. Nach der Wiedergründung 1945 vereinigte sich Lorbeer bereits 1946 mit der Freien Turn- und Sportvereinigung Hammerbrook-Rothenburgsort von 1896 zur heutigen Freien Turn- und Sportvereinigung Lorbeer-Rothenburgsort von 1896. Diese war einer der Pioniervereine des Damenfußballs. Die Lorbeer-Frauen wurden viermal Hamburger Meister (darunter 1972 der erste ausgespielte Titel) und spielten bis 1994 in der Oberliga Nord. Die übrigen Sportvereine im Stadtteil haben sich dem Wassersport verschrieben. Es sind der Biller Ruder Club von 1883, die Rudervereinigung Bille von 1896, der Biller Wassersport Schwalbe von 1892, die Niederdeutschen Wanderpaddler und die Seglerkameradschaft Hansa. In direkter Elbnähe besteht seit 2005 mit der Golf Lounge Hamburg die erste innerstädtische Driving Range Europas, welche Golfern die Möglichkeit bietet, wettergeschützt ihre Abschlagstechnik zu verbessern.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Die Billhorner Brücke und die Neue Elbbrücke, im Hintergrund die Eisenbahn-Elbbrücke, von Rothenburgsort aus gesehen

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Am westlichen Rand des Stadtteils treffen die Bundesstraßen 4 (Amsinckstraße) und 75 (Heidenkampsweg) zusammen, um als Billhorner Brückenstraße in südsüdwestlicher Richtung weiterzuführen. Sie überqueren den Oberhafenkanal auf der Billhorner Brücke und die Norderelbe auf der 1888 errichteten und 1960 erweiterten Neuen Elbbrücke in Richtung Veddel.

Hauptstraße im Rothenburgsorter Wohngebiet ist der Straßenzug Billhorner RöhrendammVierländer DammAusschläger Allee, der von der Brandshofer Schleuse im Westen zur Brücke über den Tiefstackkanal im Osten verläuft. Er unterquert den Billhorner Röhrendamm an einer um 1950 errichteten Kleeblattkreuzung, die seinerzeit als modernstes Verkehrsbauwerk in Hamburg gefeiert wurde. Seitdem über der Banksstraße, einer westlich daran anschließenden damaligen Ausfallstraße der Hamburger Innenstadt, der Großmarkt Hamburg errichtet wurde und am Übergang von Vierländer Damm und Ausschläger Allee ein Pollerbauwerk, durch das nur schmale Fahrzeuge passieren können, hat diese Verbindung nur noch lokale Bedeutung.

Durch das südliche Ende des Stadtteils verläuft ein Stück der Bundesautobahn 1, die als Südliche Umgehung Hamburg hier die Norderelbe auf einer Hängebrücke in Richtung des Autobahnkreuzes Hamburg Süd überquert.

Schienenverkehr[Bearbeiten]

S-Bahn-Station Rothenburgsort
S-Bahn-Station Tiefstack

Seit 1842 führt durch Rothenburgsort die Hamburg-Bergedorfer Eisenbahn, die 1846 als Berlin-Hamburger Bahn nach Berlin verlängert wurde. In Rothenburgsort entstanden ein großer Rangierbahnhof und Ende der 1870er Jahre das Bahnbetriebswerk Hamburg-Rothenburgsort, das 1972 aufgelöst wurde. Seit 1902 endet am Rangierbahnhof, aus Richtung Hamburg-Hamm kommend, der nördliche Teil der Güterumgehungsbahn Hamburg, die Mitte der 1990er Jahre durch eine kleine Brücke über den Oberhafenkanal bis zu den Elbbrücken erweitert wurde.

Ebenfalls um 1900 errichtete die Preußische Staatsbahn eine Eisenbahnstrecke auf einem Damm, die von der Brücke über den Tiefstackkanal im Osten des Stadtteils nach Nordwesten in Richtung des Bahnhofs Berliner Tor verläuft. Auf dieser Strecke, an der die Haltepunkte Tiefstack und Rothenburgsort liegen, verkehrt seit 1959 die Hamburger S-Bahn; heute mit den Linien S2 und S21.

Nördlich des Haltepunkts Tiefstack erstreckt sich der Rangierbahnhof Tiefstack der Billwerder Industriebahn. Von 1907 bis 1952 gab es dort auch Personenverkehr nach Billbrook und weiter über die Südstormarnsche Kreisbahn nach Trittau.

Am Bahnhof Rothenburgsort endete von 1915 bis 1943 eine oberirdische Zweigstrecke der Hamburger U-Bahn, die eine weitere Haltestelle Brückenstraße an der heutigen Kreuzung Heidenkampsweg-Billhorner Brückenstraße/Amsinckstraße besaß und nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs nicht wieder aufgebaut wurde. Der Streckenverlauf ist auf der Rückseite der Häuser an der Billstraße noch gut zu erkennen, auch ein Brücken-Widerlager am Bahnhof Rothenburgsort ist noch erhalten.

Der nördliche Brückenkopf der Eisenbahnbrücken über die Norderelbe sowie ein Teil der daran anschließenden Viaduktstrecke der S-Bahn (Linien S3 und S31) liegen ebenfalls in Rothenburgsort.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Fritz-Köhne-Schule

Bildung[Bearbeiten]

  • Die Schule Marckmannstraße in der Marckmannstraße 60 ist eine staatliche Sonderschule für Geistigbehinderte, die Kleinklassen für Mehrfachbehinderte, Klassen für Schwerst- und Mehrfachbehinderte und Regelklassen anbietet.
  • Die Fritz-Köhne-Schule (FKS) in der Marckmannstraße 61 ist eine staatliche teilgebundene Ganztagsgrundschule mit einer Beobachtungsstufe und einer Vorschule. Sie bietet Auffang- und Regelklassen sowie einen pädagogischen Mittagstisch an.
  • Das Berufsförderungswerk (bfw) des Deutschen Gewerkschaftsbundes an der Billstraße 117–119 bietet Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen im Bereich der Metallbearbeitung an. Der Gebäudekomplex grenzt nördlich an den Bahnhof Rothenburgsort und umfasst das Gelände der ehemaligen Hochbahnstation.

Unternehmen[Bearbeiten]

  • Rothenburgsort beherbergt die Unternehmenszentrale des zweitgrößten deutschen Trinkwasserver- und Abwasserentsorgungsunternehmens in städtischer Hand, der Hamburg Wasser. Das Unternehmen unterhält hier mit dem Wasserforum ein Museum zur Geschichte der Hamburger Wasserversorgung.

Mit Rothenburgsort verbundene Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Alexandra (1942–1969), Sängerin, die in Rothenburgsort lebte
  • Hans Mahler (1900–1970), Volksschauspieler und Theaterregisseur
  • Morsal Obeidi (1991–2008), Einwohnerin, die 2008 von ihrem Bruder ermordet wurde
  • Erwin Seeler (1910–1997), Fußballspieler, der 16 Jahre lang für Rothenburgsort 96 und den SC Lorbeer 06 spielte
  • Dieter Seeler (1931–1979), Fußballspieler (HSV, Altona 93)

Literatur[Bearbeiten]

  • Hamburg. Von Altona bis Zollenspieker. Das Haspa-Handbuch für alle Stadtteile der Hansestadt, Hoffmann und Campe, Hamburg 2002, Seite 882-889. ISBN 3-455-11333-8
  • Stefan Bülow, Arne Wolter: Rothenburgsort und Veddel im Wandel, Medien-Verlag Schubert, Hamburg 1992, ISBN 3-9802319-6-8

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hamburg-Rothenburgsort – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelbelege[Bearbeiten]

  1. [1]
  2. Horst Beckershaus: Die Namen der Hamburger Stadtteile. Woher sie kommen und was sie bedeuten, Hamburg 2002, ISBN 3-434-52545-9, S. 107
  3. Stadtplan der Zerstörungen 1945
  4. http://wahlen-hamburg.statistik-nord.de/frameset.php?file=status_karte&wahl=77&frame=true
  5. http://www.hamburg.de/pressearchiv-fhh/2463954/2010-08-19-bksm-denkmalschutz-tankstelle.html
  6. wasserkunst-hamburg.de, abgerufen am 8. Dezember 2011