Jeff Porcaro

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Jeff Porcaro, 1986

Jeffrey Thomas „Jeff“ Porcaro (* 1. April 1954 in Hartford, Connecticut; † 5. August 1992 in Hollywood, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Schlagzeuger und Gründungsmitglied der kalifornischen Rock-Gruppe Toto. Porcaro gilt im Rock/Pop-Bereich noch heute als einer der einflussreichsten Schlagzeuger.

Leben und Karriere[Bearbeiten]

Seine Arbeit als Studiodrummer in Los Angeles war so begehrt, dass er bereits als knapp 20-jähriger mit Sonny & Cher auf Tournee ging. 1977 gründete er mit den ehemaligen High-School-Freunden Steve Lukather und David Hungate, seinem Bruder Steve Porcaro sowie dem befreundeten Studiomusiker David Paich die Band Toto. Durch deren Erfolg und seine anhaltende Session-Arbeit wurde Jeff Porcaro einem größeren Publikum bekannt.

Porcaro spielte u. a. auf Alben wie The Wall von Pink Floyd (Track: Mother) und für Künstler wie Michael Jackson (Beat It, Heal the World), Frank Sinatra, Paul McCartney, Madonna, Elton John, Steely Dan, David Gilmour, Roger Waters (Amused to Death), Bruce Springsteen, Al Jarreau, Barbra Streisand, Richard Marx oder Tommy Denander.

Seine Vorbilder waren Bernard Purdie und John Bonham (Led Zeppelin). 1982 spielte Porcaro den Halftime-Shuffle-Groove Rosanna auf dem Album Toto IV - ein Groove, der zu den markantesten und diffizilsten des Rock-Drummings zählt.

1992, nach Beendigung der Aufnahmen zum Toto-Album Kingdom of Desire, nahm Porcaro im Sommer kurz vor der bevorstehenden Welttournee der Band eine Auszeit. Am 5. August 1992 starb er unter nebulösen Umständen. Als Fakten sind bekannt, dass er im Garten mit Pestiziden hantierte, als er plötzlich einen Herzinfarkt bekam. Der gerufene Notarzt stellte beim Eintreffen einen kompletten Kreislaufstillstand fest, Porcaro verstarb wenig später im Krankenhaus Humana-West Hills.[1] Eine anschließende Autopsie brachte die Erkenntnis, dass der Schlagzeuger unter einer Verhärtung der Arterien gelitten hatte. Als Todesursache wurde der Verschluss der Herzkranzgefäße angegeben. Vermutet wurde, dass ein (früherer) starker Kokainkonsum ursächlich für die Arterienverkalkung und den Verschluss der Herzvene gewesen war.[2] Das Blutuntersuchungsergebnis wurde von Freunden und Familienmitgliedern angezweifelt, da sich der Musiker schon längere Zeit von jeglichen Drogen losgesagt hatte[3].

Am 10. August 1992, wurde Jeff Porcaro im Forest Lawn Memorial Park in den Hollywood Hills unter der Anteilnahme von 1500 Trauergästen beigesetzt.

Sonstiges[Bearbeiten]

Es heißt, Bruce Springsteen hätte Porcaro eine Million Dollar geboten, wenn er mit ihm auf Tournee gegangen wäre. Er soll das Angebot aber abgelehnt haben, da er lieber mit Toto touren wollte.[4] Einen Tag nachdem Porcaro gestorben war, widmete Springsteen dem verstorbenen Drummer den Song Human Touch.[5]

Diskografie[Bearbeiten]

Alben mit Toto[Bearbeiten]

  • 1978: Toto
  • 1979: Hydra
  • 1980: Turn Back
  • 1982: Toto IV
  • 1984: Dune OST
  • 1984: Isolation
  • 1986: Fahrenheit
  • 1988: The Seventh One
  • 1990: Past to Present
  • 1992: Kingdom of Desire
  • 1998: Toto XX

Alben anderer Künstler (Auszug)[Bearbeiten]

Video (VHS/DVD)[Bearbeiten]

  • 2000: Star Licks Master Sessions (Schlagzeug-Lehrvideo), VHS
  • 2002: Greatest Hits Live (In Concert at Le Zenith, Paris, 19. Oktober 1990), DVD

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Scott Standton: The Tombstone Tourist: Musicians. S. 359.
  2. articles.latimes.com: Drummer's Death Linked to Cocaine
  3. somethingelsereviews.com
  4. Hartford Magazine (englisch)
  5. Bruce Springsteens Widmung (Audio)

Weblinks[Bearbeiten]