Josua

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Dieser Artikel erläutert den Vornamen Josua. Das gleichnamige biblische Buch ist unter Buch Josua zu finden, für den Namensgeber des Buches siehe Josua, der Sohn Nuns
Josua, der Sohn Nuns, im Kampf mit dem König der Amalekiter, Darstellung aus dem Hortus Deliciarum der Herrad von Landsberg, um 1175

Josua ([ˈjoːzu̯a]; hebr. יְהוֹשֻׁעַ: Jehoschua) ist ein männlicher Vorname biblisch-hebräischen Ursprungs,[1] der in vielen Sprachen übernommen wurde. Der Name bedeutet so viel wie „JHWH (Gott) ist Hilfe,[2][3] Heil,[4] Großmut,[5][6] Rettung“.[7][2] Der wohl bekannteste Namensträger ist Josua, der Sohn Nuns, im nach ihm benannten Buch des Alten Testaments der Nachfolger Moses. In griechischen Übersetzungen wurde Josua mit Jesus übersetzt. Andere Formen des Namens sind beispielsweise das englische Joshua und das hebräische Jeschua. Josua blieb als Vorname sowohl für Juden als auch für Christen zu allen Zeiten üblich und ist bis heute noch vereinzelt anzutreffen, besonders im deutschsprachigen Raum und in Skandinavien.

Herkunft und Bedeutung[Bearbeiten]

Jehoschua, Jeschua in den Varianten des Masoretischen Textes

Der Name Josua ist ein ursprünglich hebräischer biblischer Vorname, der in vielen Sprachen übernommen wurde. Die älteste Form Jehoschua ist ein theophorer Name und bedeutet „JHWH ist Hilfe, Heil, Großmut, Rettung“. Bereits im masoretischen Text finden sich drei unterschiedliche Schreibweisen und zwei verschiedene Sprechweisen des Namens. Der Name Jehoschua wurde in Palästina nach dem babylonischen Exil meist in der Kurzform Jeschua verwendet. Dabei handelt sich um einen sehr verbreiteten Personennamen, der auch in zahlreichen Inschriften belegt ist. In der hebräischen Bibel ist es vor allem der Name des Israeliten Jehoschua ben Nun, Josua, der Sohn des Nun, der das Volk in das gelobte Land Kanaan führt und nach dem im Alten Testament das Buch Josua benannt ist.

Übersetzungen aus der Bibel[Bearbeiten]

Folgende Schreibweisen des Namens sind in der Bibel und in deren Übersetzungen bezeugt:

Sprache Schreibweise(n)
Masoretischer Text יְהוֹשׁוּעַ‎; ‏יְהוֹשֻׁעַ(Jehōschūʿa); ‏יֵשׁוּעַ(Jēschūʿa)
Syrische Versionen Jeschua
Septuaginta und Neues Testament griechisch Ἰησοῦς (Iēsūs); Ωσηε (Ōsēe);[8] Ἰἀσων (Iasōn)[9]
Vulgata Iosue; Iesus
Deutsche Übersetzungen Josua; Josue; Jehoschua; Joshua
Englische Übersetzungen Joshua; Jehoshua

Namensform Jesus[Bearbeiten]

Hauptartikel: Jesus (Name)

In der Septuaginta, der griechischen Übersetzung des Tanach, wurde Josua stets als Ἰησοῦς (lateinisch Jesus) übersetzt. Dieser Übertragung folgte das griechische Neue Testament, indem es den gebürtigen Galiläer Jehoschua Ben Joseph, der wahrscheinlich in einer westaramäischen Variante von Josua (also Jeschua oder Jeschu) gerufen wurde, als Jesous NazarenosJesus von Nazaret – bezeichnete. Josua im Alten Testament wurde von Jesus im Neuen Testament durch den Namenszusatz Jesus, Sohn des Nave, griech. Ιησους ο του Ναυη, unterschieden. Diese Namensform findet sich auch in lateinischen Bibeltexten vor dem 5. Jahrhundert, z.B. bei den Kirchenvätern Tertullian und Augustinus von Hippo. Erst seit Hieronymus die Septuaginta ins Lateinische übertrug und nicht nur den Titel Christus, sondern den gesamten Namen Jesus Christus für die Person des Erlösers reservieren wollte, wurden Josua und Jesus in der Westkirche konsequent unterschieden. Der Name Jesus Nave für Josua wird heute noch in der orthodoxen Kirche und den aus dieser Tradition hervorgegangenen liturgischen Texten und Bibelübersetzungen verwendet; beide Personen tragen also dort denselben Vornamen.

Verbreitung und Häufigkeit[Bearbeiten]

Der Vorname Josua ist seit langem sowohl unter Christen als auch unter Juden beliebt. Heute ist der Name Josua unter Juden ehemals deutscher Herkunft in Israel sowie in Ungarn, den skandinavischen Ländern Schweden und Norwegen und dem deutschsprachigen Raum verbreitet.[10] Gemäß Duden-Vornamenlexikon konnte sich der Vorname Josua in Deutschland nie weit verbreiten,[5] andere Quellen gehen von einer eher mäßigen Häufigkeit aus. Laut Knud Bielefeld[11] war Josua 2012 auf Platz 396 der häufigsten gewählten Vornamen in Deutschland.[12] In den englischsprachigen Ländern gehört Josua nicht zu den 1.000 häufigsten Vornamen. Im Gegensatz dazu ist die Namensvariation Joshua in den Vereinigten Staaten[4] und seit Anfang der 1980er Jahre in Europa weitaus stärker verbreitet.[13]

Namenstag[Bearbeiten]

Varianten, Kosenamen und Kurzformen[Bearbeiten]

Bekannte Namensträger[Bearbeiten]

Biblische Namensträger[Bearbeiten]

Antike[Bearbeiten]

  • Jehoschua ben Chananja (ca. 1.–2. Jahrhundert), auch: Josua ben Chananja, Tannaim
  • Jehoschua ben Qorcha (ca. 1.-2. Jahrhundert), auch: Josua ben Qorcha, jüdischer Gelehrter des Altertums
  • Jehoschua ben Levi (ca. 3. Jahrhundert), auch: Josua ben Levi, bedeutender Amoräer der 1. Generation
  • Josua Stylites (ca. 5.–6. Jahrhundert), gilt traditionell als Verfasser einer etwa 507 entstandenen Chronik über die Ereignisse im spätantiken Syrien

Mittelalter[Bearbeiten]

Frühe Neuzeit[Bearbeiten]

19. Jahrhundert bis Gegenwart[Bearbeiten]

Fiktive Namensträger[Bearbeiten]

Objekte mit dem Namen Josua[Bearbeiten]

Eine Josua-Palmlilie (Yucca brevifolia)

Josua kommt auch als Name von Schiffen vor. So sank beispielsweise das Lübecker Linienschiff Josua im Dreikronenkrieg 1565 vor Anker liegend vor der Küste von Gotland.

Mitglieder der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, sogenannte Mormonen, bezeichneten das im Südwesten der USA heimische Agavengewächs Yucca brevifolia als „Joshua Tree“ (Josua-Palmlilie), weil sie seine Äste mit den Armen des alttestamentlichen Volksführers aus dem Buch Josua verglichen. Der Josua-und-Kaleb-Brunnen des Künstlers Karl Donndorf in Stuttgart-Rotenberg hingegen, zeigt eine Szene aus dem 4. Buch Mose. Nahe Bergisch Gladbach gab es eine Grube Josua, welcher sich in jüdischem Eigentum befand.

Literatur[Bearbeiten]

  • Beate Varnhorn (Red.): Bertelsmann, Das große Lexikon der Vornamen. Wissen-Media-Verlag, Gütersloh u. a. 2008, ISBN 978-3-577-07694-4, S. 246
  • Heinz Schumacher (Hrsg.): Die Namen der Bibel und ihre Bedeutung im Deutschen., Paulus-Buchhandlung KG, Heilbronn 2005, ISBN 3-87618-027-9, S. 114
  • Rosa Kohlheim, Volker Kohlheim: Duden, Das große Vornamenlexikon., Dudenverlag, Berlin u. a. 2014, ISBN 978-3-411-06084-9, S. 235

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Josua – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Josua – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Josua im Vornamenlexikon von Wissen.de (abgerufen am 18. November 2013)
  2. a b c Jozua im Nederlandse Voornamenbank des Meertens Instituut (niederländisch)
  3. Beate Varnhorn (Red.): Bertelsmann, Das große Lexikon der Vornamen. Wissen-Media-Verlag, Gütersloh u. a. 2008, ISBN 978-3-577-07694-4, S. 246.
  4. a b Joshua, www.behindthename.com, abgerufen am 15. Februar 2014 (englisch)
  5. a b Rosa Kohlheim, Volker Kohlheim: Duden, Das große Vornamenlexikon. (Herkunft und Bedeutung von über 8000 Vornamen). 4., völlig neu bearbeitete Auflage. Dudenverlag, Berlin u. a. 2014, ISBN 978-3-411-06084-9, S. 235.
  6. Heinz Schumacher (Hrsg.): Die Namen der Bibel und ihre Bedeutung im Deutschen. 11. Auflage. Paulus-Buchhandlung KG, Heilbronn 2005, ISBN 3-87618-027-9, S. 114.
  7. a b c Josua im Ökumenischen Heiligenlexikon, abgerufen am 15.Februar 2014
  8. 1 Sam 6,14 LXX
  9. Hellenisierende Form, vgl.: 2 Makk 4,7 EU u.a.
  10. Josua auf www.vorname.de (abgerufen am 17. November 2011)
  11. In Deutschland gibt es keine offizielle behördliche Statistik der Vornamen. Knud Bielefeld ermittelt seit 2004 aus den Geburtsmeldungen der Krankenhäuser und Standesämter eine Statistik. Siehe hier
  12. Vornamen 2012 – Top 500 auf www.beliebte-vornamen.de, abgerufen am 15. Februar 2014
  13. Elke Gerr: Das große Vornamenbuch. Bedeutung und Herkunft. Nach Kulturkreisen geordnet. Prominente Namensträger. 11., vollständig überarbeitete Auflage. Humboldt, Hannover 2008, ISBN 978-3-89994-183-8, S. 33.
  14. Josua im Ökumenischen Heiligenlexikon, abgerufen am 15.Februar 2014
  15. Rada Języka Polskiego: Aneks do obowiązującego wykazu imion. In: rjp.pan.pl. 2007, abgerufen am 16. November 2012 (polnisch).
  16. a b Cornelia Nitsch: Alte Vornamen neu entdeckt. Gräfe und Unzer, München 2007, ISBN 978-3-8338-0645-2, S. 169.
  17. Sacharia 3,1 in der Menge-Bibel