Kœstlach

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Kœstlach
Wappen von Kœstlach
Kœstlach (Frankreich)
Kœstlach
Region Elsass
Département Haut-Rhin
Arrondissement Altkirch
Kanton Ferrette
Gemeindeverband Jura Alsacien.
Koordinaten 47° 30′ N, 7° 16′ O47.5061111111117.2711111111111470Koordinaten: 47° 30′ N, 7° 16′ O
Höhe 423–650 m
Fläche 8,23 km²
Einwohner 519 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 63 Einw./km²
Postleitzahl 68480
INSEE-Code
Website http://www.koestlach.fr/

Rathaus Kœstlach

Kœstlach (deutsch Köstlach) ist eine französische Gemeinde mit 519 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011) im Département Haut-Rhin in der Region Elsass. Sie gehört zum Kanton Ferrette und zum Kommunalverband Jura Alsacien.

Geografie[Bearbeiten]

Kœstlach liegt im Süden des Elsass im Sundgau, in der Nähe der Grenze zur Schweiz, am Rand des Jura, im sogenannten Jura alsacien, nördlich des Burgerwalds. Kœstlach liegt etwa 37 Kilometer südöstlich von Belfort, etwa 26 Kilometer südwestlich von Basel, etwa 24 Kilometer südwestlich von Saint-Louis und 15 Kilometer nordwestlich von Delémont[1] und 3 Kilometer nordwestlich des Kantonshauptorts Ferrette, zwischen den Nachbargemeinden Mœrnach im Westen und Vieux-Ferrette im Osten. Das Gemeindegebiet ist 823 Hektar groß.

Geschichte[Bearbeiten]

Kœstlach war schon in gallo-römischer Zeit (52 v. Chr. bis 486) besiedelt, wie die Ruinen von römischen Thermen und andere archäologische Funde beweisen. Die Thermen lagen an der Römerstraße von Augusta Raurica (Augst) nach Porrentruy. Die Pfarrei von Kœstlach wurde 1144 erstmals urkundlich erwähnt. Im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) wurde die Ortschaft gebrandschatzt.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006
Einwohner 318 352 344 358 393 417 497

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Kirche Saint-Léger (St. Leodegar) wurde im 12. Jahrhundert erbaut und wegen eines Brands im Dreißigjährigen Krieg zwischen 1668 und 1745 erneuert. Teile der ursprünglichen romanischen Kirche blieben erhalten, dazu gehört der Glockenturm und Teile des Gewölbes im Chor. Namenspatron der Kirche ist Leodegar von Autun. 1748 wurde die Kirche vom Fürstbischof von Basel neu geweiht. Der Hauptaltar der Kirche stammt aus dem Kloster Lützel, auf ihm stehen mehrere Statuen und Reliquiare und ein Gemälde von Jean-Jacques Bulffer (1744-1819), das Leodegar von Autun darstellt. Der linke Seitenaltar ist der Jungfrau Maria geweiht, der rechte Seitenaltar ist Blasius von Sebaste geweiht. Die Orgel wurde 1838 von Valentin Rinckenbach anstelle einer älteren Orgel eingebaut und 1981 repariert. Die ältere Orgel wurde an die Gemeinde Zaessingue verkauft.

Die Ruinen der römischen Thermen im lieu-dit (Ort, der genannt wird...) Burglegarten wurden 1907 als Monument historique (historisches Denkmal) klassifiziert. Sie befinden sich im Privatbesitz. Die Villa, zu der die Thermen gehörten, wurde im 2. Jahrhundert erbaut und im 4. Jahrhundert verlassen. Steine aus ihren Mauern wurden zum Bau anderer Gebäude der Ortschaft verwendet und schließlich wurde anstelle der Thermen ein Friedhof der Merowinger eingerichtet.

Die Kapelle Unserer Lieben Frau der Schmerzen (Chapelle Notre-Dame-des-Douleurs) aus dem Jahr 1883 wurde an der Stelle einer der ältesten Wallfahrtskirchen im Sundgau errichtet.

St. Leodegar, Südseite
St. Leodegar, Westseite
Kapelle Notre-Dame-des-Douleurs

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kœstlach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kœstlach auf annuaire-mairie.fr (französisch) Abgerufen am 4. März 2010