Keith B. Alexander

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General Keith Alexander (2010)

Keith Brian Alexander (* 2. Dezember 1951 in Syracuse, New York) ist ein ehemaliger General der United States Army (USA). Er war vom 1. August 2005 bis zum 28. März 2014 Direktor der National Security Agency (DIRNSA) und leitete mit dem United States Cyber Command (USCYBERCOM) darüber hinaus seit April 2010 in Personalunion auch ein Funktionalkommando des United States Strategic Command (USSTRATCOM).[1][2]

Mediale Bekanntheit erlangte Alexander im Juni 2013 im Zuge der Berichterstattung um die von der NSA unter seiner Leitung initiierten Überwachungsprogramme PRISM und XKeyscore, deren Existenz der Whistleblower Edward Snowden kurz zuvor in der britischen Tageszeitung “The Guardian“ öffentlich gemacht hatte.[3][4]

Ausbildung und Karriere[Bearbeiten]

Nach Besuch der High School in Onondaga Hill, einem Vorort seiner Geburtsstadt Syracuse, studierte Alexander ab 1970 an der United States Military Academy in West Point, New York, die er 1974 mit einem Bachelor of Science abschloss – ursprünglich mit der Intention, das Militär anschließend wieder zu verlassen.[1][5][6]

Zusätzlich zu seinem Bachelor-Abschluss in West Point umfasst Alexanders Ausbildung Master-Abschlüsse in Business Administration von der Boston University (1978), in Systems Technology (Electronic Warfare) und Physics von der Naval Postgraduate School (1983) und in National Security Strategy von der National Defense University; außerdem vor allem nachrichtendienstliche Lehrgänge und Fortbildungen am Command and General Staff College und dem National War College.[1][6]

Alexander diente in unterschiedlichen, meist nachrichtendienstlichen Verwendungen, unter anderem als Commander of Border Field Office, 511. MI-Bataillon, 66. MI-Gruppe; 336. Army Security Agency Company, 525th MI-Gruppe, 204. MI-Bataillon und 525. Military Intelligence Brigade. Von 1997 bis '98 war er stellvertretender Director for Intelligence, J-2, im Vereinigten Generalstab.[1]

Als Nachrichtenoffizier der 1st Armored Division in Saudi-Arabien nahm er im Zweiten Golfkrieg an den Operationen Desert Shield und Desert Storm teil.[5]

Dienst im Generalsrang[Bearbeiten]

Alexander während eines Vortrags an der Militärakademie West Point (Juni 2012)

Als Brigadegeneral fungierte Alexander zunächst als Director for Intelligence, J-2, des U.S. Central Command, MacDill Air Force Base, Florida, bevor er im November 2000 als Kommandierender General des U.S. Army Intelligence and Security Command nach Fort Belvoir, Virginia, versetzt wurde; in dieser Dienststellung wurde er im Juni 2001 zum Generalmajor befördert.[7]

Zwischen Mai 2003 und Juli 2005 diente er im Range eines Generalleutnants als stellvertretender Chief of Staff, G-2, der U.S. Army in Washington, D.C., bevor er am 1. August 2005 auf Vorschlag des damaligen Verteidigungsministers Donald Rumsfeld die Nachfolge von Michael Hayden (USAF) als Direktor der National Security Agency in Fort Meade, Maryland antrat.[5][8]

Im Oktober 2009 nominierte US-Präsident Barack Obama Alexander zusätzlich für das Kommando über das neu eingerichtete United States Cyber Command. Nach Aktivierung des USCYBERCOM im April 2010 und der Kommandoübernahme Alexanders erfolgte am 21. Mai desselben Jahres schließlich seine Beförderung zum General.[9][10]

Am 28. März 2014 schied Alexander aus dem aktiven Dienst aus.[11]

Überwachungs- und Spionageaffäre[Bearbeiten]

Mit Bekanntwerden der weltweiten Überwachungspraktiken seiner Behörde mittels umfangreicher Spionagesoftware Anfang Juni 2013 geriet Alexander vor allem in vielen Mitgliedsstaaten der EU, aber auch in Lateinamerika und den Vereinigten Staaten zunehmend in die Schlagzeilen. Alexander verteidigte den Einsatz der Spionageprogramme in Vorträgen und mehreren Anhörungen vor dem US-Senat unter anderem mit der „zentralen Rolle“, die sie bei der Terrorabwehr spielten (War on terror).[4][12][13][14]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Auswahl der Dekorationen, sortiert in Anlehnung an die Order of Precedence of Military Awards:

Beförderungen[Bearbeiten]

Rang Jahr
US-O1 insignia.svg Second Lieutenant 1974
US-O2 insignia.svg First Lieutenant n/a
US-O3 insignia.svg Captain n/a
US-O4 insignia.svg Major n/a
US-O5 insignia.svg Lieutenant Colonel n/a
US-O6 insignia.svg Colonel n/a
US-O7 insignia.svg Brigadier General n/a
US-O8 insignia.svg Major General 2001
US-O9 insignia.svg Lieutenant General  2003
US-O10 insignia.svg General 2010

Privates[Bearbeiten]

Keith Alexander ist das dritte von fünf Kindern von Donald Henry und Charlotte L. Alexander, geb. Colvin. Er ist seit April 1974 mit Deborah Lynn Alexander, geb. Douglas, verheiratet; gemeinsam haben sie vier Töchter.[5][15]

Trivia[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Keith B. Alexander – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Biographie Alexanders bei der National Security Agency (englisch; zuletzt abgerufen am 1. August 2013).
  2. Knop, Carsten u. Schmidt, Holger: Unternehmen und Staaten im Cyberkrieg. FAZ.net vom 12. Oktober 2010 (zuletzt abgerufen am 1. August 2013).
  3. Greenwald, Glenn u. MacAskill, Ewan: NSA Prism program taps in to user data of Apple, Google and others. theguardian.com vom 7. Juni 2013 (englisch; zuletzt abgerufen am 1. August 2013).
  4. a b Fischer, Sebastian: NSA-Chef verteidigt Schnüffelaktion. Spiegel Online vom 13. Juni 2013 (zuletzt abgerufen am 1. August 2013).
  5. a b c d e Bamford, James: The secret war. wired.com vom 12. Juni 2013 (englisch; zuletzt abgerufen am 1. August 2013).
  6. a b whorunsGOV? Gen. Keith B. Alexander. Eintrag auf washingtonpost.com (englisch; zuletzt abgerufen am 1. August 2013).
  7. Pressemitteilung des Verteidigungsministeriums vom 19. Juni 2001 (englisch; zuletzt abgerufen am 1. August 2013).
  8. Pressemitteilung des Verteidigungsministeriums vom 5. Mai 2003 (englisch; zuletzt abgerufen am 1. August 2013).
  9. Pressemitteilung des Verteidigungsministeriums vom 16. Oktober 2009 (englisch; zuletzt abgerufen am 1. August 2013).
  10. Rede des damaligen Verteidigungsministers Leon Panetta anlässlich der Beförderung Alexanders am 21. Mai 2010. (englisch; zuletzt angerufen am 1. August 2013).
  11. Pressemitteilung der NSA vom 28. März 2014 (englisch; zuletzt abgerufen am 29. März 2014; PDF, 286kb).
  12. Krauel, Torsten: Alexander "der Große", General der Späh-Allianz. Welt Online vom 23. Juni 2013 (zuletzt abgerufen am 1. August 2013).
  13. Gerstein, Josh u. Everett, Burgess: NSA director Keith Alexander defends surveillance to Senate panel. politico.com vom 12. Juni 2013 (inkl. Videoausschnitt einer Anhörung; englisch; zuletzt abgerufen am 1. August 2013).
  14. Reißmann, Ole: IT-Konferenz Black Hat - Geheimdienst-General auf Kuschelkurs. Spiegel Online vom 1. August 2013 (zuletzt abgerufen am 1. August 2013).
  15. Meldung des Syracuse Herald Journal vom 23. April 1974. Archiviert auf freepages.genealogy.rootsweb.ancestry.com (englisch; zuletzt abgerufen am 1. August 2013).
  16. NSA-Chef baute Raumschiff Enterprise nach. Meldung auf n-tv.de vom 16. September 2013 (zuletzt abgerufen am 18. September 2013).