Lamboing

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Lamboing
Wappen von Lamboing
Staat: Schweiz
Kanton: Bern (BE)
Verwaltungskreis: Berner Juraw
Gemeinde: Plateau de Diessei2w1
Postleitzahl: 2516
UN/LOCODE: CH LBN
Koordinaten: 577043 / 21860747.1180547.136119820Koordinaten: 47° 7′ 5″ N, 7° 8′ 10″ O; CH1903: 577043 / 218607
Höhe: 820 m ü. M.
Fläche: 9.1 km²
Einwohnerdichte: 77 Einw. pro km²
Website: www.lamboing.ch
Ansicht zur Ortschaft Lamboing

Ansicht zur Ortschaft Lamboing

Karte
Lamboing (Schweiz)
Lamboing
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Gemeindestand vor der Fusion am 1. Januar 2014

Lamboing war bis am 31. Dezember 2013 eine politische Gemeinde im Verwaltungskreis Berner Jura des Kantons Bern in der Schweiz. Der frühere deutsche Name Lamlingen wird heute nicht mehr verwendet. Am 1. Januar 2014 fusionierte Lamboing mit den beiden anderen ehemaligen Gemeinden Diesse und Prêles zur neuen Gemeinde Plateau de Diesse.

Geographie[Bearbeiten]

Lamboing liegt auf 820 m ü. M., 9 km westlich von Biel (Luftlinie). Das Dorf erstreckt sich am Nordrand der Hochfläche Montagne de Diesse (deutsch Tessenberg) oberhalb des Bielersees, im südlichen Jura am Fuss des Mont Sujet.

Die Fläche des 9.1 km² grossen Gemeindegebiets umfasst den östlichsten Abschnitt der Hochfläche des Plateau de Diesse. Südlich des Dorfes entwässert die Douanne (deutsch Twannbach) die Hochfläche durch die Twannbachschlucht zum Bielersee. Nach Norden reicht das Gemeindegebiet auf den Kamm der Antiklinalen des Mont Sujet, auf dem mit 1'382 m ü. M. der höchste Punkt von Lamboing erreicht wird. Die nördliche Begrenzung verläuft zeitweise in der Synklinalen Les Prés Vaillons, die den Mont Sujet von der Chasseral-Kette trennt. Im Osten erstreckt sich Lamboing auf die Höhe des Magglingerbergs (1'092 m ü. M.). Auf den breiten Kämmen von Mont Sujet und Magglingerberg (Prés de Macolin-Derrière) befinden sich ausgedehnte Jurahochweiden mit den typischen mächtigen Fichten, die entweder einzeln oder in Gruppen stehen. Von der Gemeindefläche entfielen 1997 7 % auf Siedlungen, 55 % auf Wald und Gehölze und 38 % auf Landwirtschaft.

Zu Lamboing gehören die Weiler Les Moulins (770 m ü. M.) im Tal der Douanne und Derrière la Chaux (800 m ü. M.), die Ferien- und Wochenendhäuser auf Les Prés de Macolin-Derrière sowie einige Einzelhöfe. Nachbargemeinden von Lamboing waren bis am 31. Dezember 2013 Nods, Diesse, Prêles, Twann-Tüscherz, Evilard und Orvin.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Mit 702 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2012) gehört Lamboing zu den mittelgrossen Gemeinden des Berner Juras. Von den Bewohnern sind 84.2 % französischsprachig, 12.4 % deutschsprachig und 0.9 % portugiesischsprachig (Stand 2000). Die Bevölkerungszahl von Lamboing belief sich 1850 auf 569 Einwohner, 1900 auf 521 Einwohner. Im Verlauf des 20. Jahrhunderts pendelte die Einwohnerzahl im Bereich zwischen 440 und 530 Personen. Seit 1980 (445 Einwohner) wurde ein deutlich steigender Trend verzeichnet.

Politik[Bearbeiten]

Die Wähleranteile der Parteien anlässlich der Nationalratswahlen 2011 betrugen: SP 26.4 %, SVP 26.2 %, FDP 15.5 %, EVP 6.7 %, GPS 6.6 %, BDP 3.7 %, glp 3.6 %, EDU 2.4 %, Piraten 2.2 %, CVP 1.6 %, AL 1.4 %, Les Rauraques 1.2 %.[1]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Lamboing war bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts hauptsächlich von der Landwirtschaft geprägt. Seit etwa 1970 entwickelt sich das Dorf allmählich zur Wohngemeinde. Bis 1981 gab es in Lamboing eine Uhrenfabrik. Heute gibt es Arbeitsplätze in der Mechanik und im lokalen Gewerbe. Viele Erwerbstätige sind aber Wegpendler und arbeiten in Biel oder in der Region La Neuveville.

Verkehr[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt abseits der grösseren Durchgangsstrassen an der Kantonsstrasse von Frinvillier nach Nods. Lamboing ist mit La Neuveville durch einen Postautokurs verbunden, der auch die anderen Gemeinden der Montagne de Diesse bedient.

Geschichte[Bearbeiten]

Ortsbild

Die erste schriftliche Erwähnung erfolgte 1178, als Papst Alexander III. dem Kapitel Saint-Imier Güter in Lamboens bestätigte. 1248 erscheint die Schreibweise Lambuoons und 1304 der deutsche Name Lamblingen. Der Ortsname ist vermutlich auf den Eigennamen Landebod zurückzuführen. Im 13. Jahrhundert sind die Edlen von Lamboing bezeugt, deren Geschlecht zu Beginn des 14. Jahrhunderts erlosch. Von 1423 bis 1509 gehörte der Ort als Lehen der Familie von Vaumarcus, danach kam er an das Fürstbistum Basel. Um die Mitte des 16. Jahrhunderts wurde auch auf der Montagne de Diesse die Reformation eingeführt. Von 1798 bis 1815 gehörte Lamboing zu Frankreich und war anfangs Teil des Département du Mont Terrible, das 1800 mit dem Département Haut-Rhin verbunden wurde. Durch den Entscheid des Wiener Kongresses kam der Ort 1815 an den Kanton Bern zum Amtsbezirk Erlach und 1846 zum neuen Distrikt La Neuveville. An Ostern 1817 wurden fast alle Häuser von Lamboing durch eine Feuersbrunst zerstört. Der Ort findet namentliche Erwähnung als Wohnsitz des Verbrechers Gastmann in Dürrenmatts 1950 veröffentlichtem Roman Der Richter und sein Henker.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Schulhaus

Im Ortskern sind einige Bauernhäuser erhalten, die aus der Zeit nach dem Dorfbrand stammen. An der Douanne stehen noch mehrere Mühlen, die älteste wurde 1636 erbaut. Kirchlich gehört Lamboing zur Pfarrei Diesse.

Nach dem Orkan Lothar wurde der Lothurm gebaut.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.wahlarchiv.sites.be.ch/wahlen2011/target/NAWAInternetAction.do@method=read&sprache=d&typ=21&gem=722.html abgerufen am 15. März 2012