Les Baux-de-Provence

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Dieser Artikel beschreibt die Gemeinde Les Baux-de-Provence. Zu weiteren Bedeutungen von Les Baux, siehe Baux.
Les Baux-de-Provence
Wappen von Les Baux-de-Provence
Les Baux-de-Provence (Frankreich)
Les Baux-de-Provence
Region Provence-Alpes-Côte d’Azur
Département Bouches-du-Rhône
Arrondissement Arles
Kanton Saint-Rémy-de-Provence
Gemeindeverband Vallée des Baux.
Koordinaten 43° 45′ N, 4° 48′ O43.7438888888894.7952777777778210Koordinaten: 43° 45′ N, 4° 48′ O
Höhe 52–310 m
Fläche 18,07 km²
Einwohner 451 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 25 Einw./km²
Postleitzahl 13520
INSEE-Code
.

Les Baux-de-Provence ist eine französische Gemeinde mit 451 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011) im Département Bouches-du-Rhône in der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur. Sie gehört zum Arrondissement Arles und zum Kanton Saint-Rémy-de-Provence.

Die Gemeinde wird von einer Burgruine beherrscht, die der Fläche nach eine der größten Frankreichs ist. Sie ist als eines der Plus beaux villages de France (schönste Dörfer Frankreichs) klassifiziert.[1]

Geographie[Bearbeiten]

Les Baux-de-Provence (Baux entstammt dem provenzalischen Wort Baou, was so viel wie schroffe Felsformation bedeutet) liegt am Südhang der Alpilles in der historischen Region Provence ca. 15 km nordöstlich von Arles an einem Felssporn auf einem Plateau, das die Umgebung gut 200 Meter überragt. Die Hochfläche misst etwa 800 × 200 Meter. Das Gemeindegebiet gehört zum Regionalen Naturpark Alpilles.

Geschichte[Bearbeiten]

Bis zum Jahr 1958 hieß der Ort Les Baux.

Die Verteidigungsmöglichkeiten von Les Baux führten zu einer frühen Besiedlung. Spuren von Bewohnern lassen sich auf ca. 6.000 v. Chr. datieren. 1993 wurden Keramikteile ausgegraben, die eine Besiedlung während der Bronzezeit belegen. Bei den Kelto-Ligurern wurde das Felsplateau mit ausgezeichneter Sicht über die sich nach Süden erstreckende Ebene bereits als Fort oder Oppidum ca. 200 v. Chr. genutzt.

Im Mittelalter war Les Baux das befestigte Zentrum einer mächtigen feudalen Dynastie, welche über 79 Orte in der Umgebung herrschte. Das Fürstenhaus Les Baux war so verwegen, seine Herkunft auf einen der Heiligen Drei Könige, Balthasar, abzuleiten und führte deshalb den Stern von Betlehem in seinem Wappen. In der Folge entwickelte sich der Ort zu einer Hochburg der Minnekunst. Der Höhepunkt des höfischen Lebens wurde im 12. und 13. Jh. erreicht, als das Rittertum bis zum Exzess kultiviert wurde und Troubadoure von weit her nach Les Baux drängten. 1426 starb das Geschlecht mit der letzten Prinzessin Alix des Baux aus und Les Baux gelangte in den Besitz des Grafen der Provence, Ludwig III. d’Anjou.

Unter der Herrschaft der Familie Manville gelangte Les Baux gemeinsam mit der Provence unter die Kontrolle der französischen Krone. Der Ort wurde ein Zentrum der Hugenotten. Im Zeitalter der Religionskriege schuf eine misslungene Revolte auf Seiten des Herzogs von Orléans gegen König Ludwig XIII. Kardinal Richelieu den Vorwand, 1632 die Burg zu belagern und 1633 durch die Bewohner der Stadt schleifen zu lassen. Durch den am 8. Juli 1641 geschlossenen Vertrag von Péronne, der jede französische Einmischung in Regierung oder Justiz Monacos untersagte, wurde Les Baux zum Marquisat ernannt und der Familie Grimaldi übergeben, um dem Fürsten von Monaco dafür zu danken, dass er die Spanier aus der Stadt vertrieben hatte. Als Ausgleich für in Spanien konfiszierte Gebiete erhielten die Grimaldi vier Lehen in Frankreich, darunter Les Baux.[2][3] Den Titel Comtes des Baux („Grafen von Les Baux“) tragen die Grimaldi bis heute, obwohl der Fels staatsrechtlich zu Frankreich gehört. Als einfaches Hirtendorf wurde Les Baux 1791 während der Französischen Revolution gegen eine finanzielle Entschädigung Frankreich angeschlossen.

1822 wurde die Bedeutung eines braun-violetten Minerals entdeckt, das in der Nähe gefunden und nach Les Baux Bauxit benannt wurde. Es enthält eine Aluminiumverbindung, aus der durch Elektrolyse reines metallisches Aluminium gewonnen werden kann. Mit der zunehmenden Globalisierung wurde die Förderung Ende des 20. Jahrhunderts aber unrentabel und in der Folge eingestellt.

Wappen[Bearbeiten]

Beschreibung: In Rot ein weißer sechzehnstrahliger Stern.

Mythologie[Bearbeiten]

Eine künstlerische Bearbeitung des Ortes: Hetty Krist, Les Baux (Farblithographie)

Das Landschaftsbild um Les Baux unterscheidet sich sehr augenfällig von der übrigen Provence. Urplötzlich sieht man fast nur noch Stein. Für dieses Phänomen haben schon die alten Griechen eine Erklärung gefunden. Herakles soll auf dem Rückweg von seiner zehnten Arbeit für Eurystheus in Spanien, wo er die Herde der Geryon erbeutet hatte, in Les Baux von den Ureinwohnern der Provence, den Ligurern, angegriffen worden sein. Die Ligurer wollten ihm die Herde rauben und dem Herakles waren die Pfeile ausgegangen. Da kam ihm Zeus zu Hilfe, der einen Steinhagel auf die Ligurer niedergehen ließ, und auch Herakles bombardierte sie mit Steinen. So erklärt sich die heutige Form dieser Landschaft.[4]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Burg
Ein Katapult
  • Die Burg Château des Baux mit seiner Befestigungsmauer.
  • Das Museum Musée des Santons befindet sich im Gebäude der alten Wache aus dem 16. Jh. und zeigt eine prachtvolle Krippenfigurensammlung aus dem 17. Jahrhundert.
  • Das Museum Musée du château des Baux befindet sich im alten Gebäude Hôtel de la tour de Brau aus dem 15. Jh. und dokumentiert die Geschichte des Ortes.
  • Verschiedene antike Kriegsgeräte: Bliden, ein Katapult und ein Rammbock.
  • die Pfarrkirche St-Vincent des Baux
  • Die alte Kapelle Sainte-Catherine aus dem 11. Jahrhundert.
  • Die romanische Kapelle Saint-Blaise.
  • Das Hôtel de Manville aus dem Jahre 1571 wird seit 1960 als Gemeindehaus genutzt enthält aber auch ein gehobenes Restaurant und ein Raum für Wanderausstellungen.
  • Das Burgtor Porte Eyguières diente früher der Wasserzufuhr und war der einzige fuhrwerktaugliche Zugang.
  • Das Hôtel des Porcelets mit seiner eleganten Fassade aus dem 16. Jh. beherbergt heute das Museum der Werke des Malers Yves-Brayer.
  • Das Fenster Post Tenebras Lux
  • Der Pavillon de la Reine Jeanne

Wirtschaft[Bearbeiten]

Der stark entwickelte Fremdenverkehr stellt heute für einen guten Teil der lokalen Bevölkerung die Existenzgrundlage dar. Aber auch das Kunstgewerbe ist gut vertreten und lockt sowohl Akteure wie auch Kunden an. Der historische Dorfkern wird fast ausschließlich touristisch genutzt: nur noch 22 Leute haben dort ihren Wohnsitz. Die gesamte Gemeinde zählt heute nur noch rund 400 Einwohner; einst waren es 4.000.

Zwei landwirtschaftliche Produkte der Umgebung dürfen offiziell die Herkunftsbezeichnung der Gemeinde tragen. Der Wein vom Südrand der Alpilles darf als Les Baux-de-Provence AOC oder als Coteaux d’Aix-en-Provence vermarktet werden und dieselbe Gegend gilt unter Feinschmeckern inzwischen als eine vorzügliche Lage für die Gewinnung von Olivenöl.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Les Baux-de-Provence – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Château des Baux – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Les Baux-de-Provence auf Les plus Beaux Villages de France (französisch).
  2. Hinweis zur Geschichte von les Baux (PDF; 15 kB).
  3. Näheres zu Honoré II.
  4. Lexikon der antiken Mythen und Gestalten, Michael Grant und John Hazel. dtv-Taschenbücher, 2008, ISBN 3-423-32508-9, S. 196.