Saintes-Maries-de-la-Mer

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Saintes-Maries-de-la-Mer
Wappen von Saintes-Maries-de-la-Mer
Saintes-Maries-de-la-Mer (Frankreich)
Saintes-Maries-de-la-Mer
Region Provence-Alpes-Côte d’Azur
Département Bouches-du-Rhône
Arrondissement Arles
Kanton Saintes-Maries-de-la-Mer
Koordinaten 43° 27′ N, 4° 26′ O43.4516666666674.42805555555561Koordinaten: 43° 27′ N, 4° 26′ O
Höhe 0–6 m
Fläche 374,61 km²
Einwohner 2.396 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 6 Einw./km²
Postleitzahl 13460
INSEE-Code
Website www.saintemarielamer.com
Saint Marie del la Mer

(Les) Saintes-Maries-de-la-Mer ist eine Gemeinde mit 2396 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011) im französischen Département Bouches-du-Rhône, einem Teil der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur; Sitz der zuständigen Unterpräfektur des Arrondissements ist Arles. Da zu der Gemeinde weitläufige Naturschutzgebiete an der Rhônemündung gehören, hat sie bei einer Fläche von 374,6 km² eine selbst für französische Verhältnisse außerordentlich geringe Bevölkerungsdichte (6,6 Einwohner/km²). Sie liegt im Regionalen Naturpark Camargue.

Dieser Ort in der Landschaft Camargue ist ein alter Wallfahrtsort, der heute stark durch den Tourismus geprägt wird.

Geschichte[Bearbeiten]

Reliquie der Sara
Die Kirche von Saintes-Maries-de-la-Mer
Van Goghs Fischerboote am Strand von Saintes-Maries

Erwähnt wird Saintes-Maries (so die Kurzform) erstmals bereits im 4. Jahrhundert als Sancta Maria de Ratis. Césaire von Arles vermachte diese Siedlung im Jahre 542 testamentarisch einem Kloster; danach wurde der Ort als Saintes Maries (oder Notre-Dame) de la Barque bezeichnet. 859/860 zogen Wikinger auf einem ihrer Beutezüge von hier aus Rhone-aufwärts bis in die Gegend von Valence. 869 nutzten auch die Sarazenen diese Gegend als Einfallstor für ihre Plünderung von Arles.

Im 14. Jahrhundert wurde Notre-Dame-de-la-Mer zur Wehrkirche umgebaut, die noch heute steht, und seit dieser Zeit wurde der Name Notre-Dame-de-la-Mer gebräuchlich. 1448 entdeckte man (angebliche) Reliquien der beiden Heiligen Marie Jacobé und Marie Salomé, die in der Folgezeit zu einem speziellen „Marienkult“ führten, zu dem auch Gläubige von weiter her pilgerten. Während der Französischen Revolution wurde dieser Kult verboten und die Kirche teilweise zerstört (1873 restauriert).

1838 nahm die Stadt ihren heutigen Namen an. 1924 entwickelte dort der französische Künstler Paul Hermann das Kreuz der Camargue. Bis heute finden zwei Wallfahrten nach Saintes-Maries statt, die am 24. Mai und Ende Oktober jedes Jahres zu Ehren der Marie Jacobé und der Marie Salomé abgehalten werden, im Mai zudem auch von Sara, der Schutzheiligen der Gitans (das sind hauptsächlich spanischstämmige Roma).

Entwicklung im 20. Jahrhundert[Bearbeiten]

Logo

In den 1950er/1960er Jahren wurde Les Saintes-Maries-de-la-Mer zu einem Geheimtipp der französischen neuen „Bohème“, bald auch der europäischen Beatniks, blieb zudem ein religiös bedeutender Ort für die Gitanes; in mancher Sommernacht entwickelte sich auf den Straßen und am Mittelmeerstrand ein spontanes Flamenco-Festival.

Wie es Geheimtipps oft ergeht, wuchs die Stadt zwischen 1960 und 1999 von 680 auf ca. 2.500 Einwohner an, und während der Sommermonate beherbergt sie ein Vielfaches davon. Inzwischen arbeitet dort praktisch niemand mehr als Fischer oder Bauer, die Einwohner leben vom Tourismus. So erlebt Saintes-Maries-de-la-Mer gegenwärtig einen weiteren Ausbau der entsprechenden Infrastruktur, der das ursprüngliche Gesicht der Stadt nachhaltig verändert (Bau von Appartementanlagen, eines Sportboothafens, Planung eines Hochgeschwindigkeitskurses für Windsurfer u. ä.). Durch das östlich des Ortes gelegene Naturschutzgebiet führt ein etwa 25 km langer Fußweg ins benachbarte Salin-de-Giraud.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Saintes-Maries-de-la-Mer ist mit der italienischen Stadt Grosseto in der Toscana und dem spanischen Villamanrique de la Condesa in Andalusien partnerschaftlich verbunden.[1]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Saintes-Maries-de-la-Mer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Nachweise[Bearbeiten]

  1. a.f.c.c.r.e – Annuaire des villes jumelées