Juist

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Juist
Juist
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Juist hervorgehoben
53.68333333333373Koordinaten: 53° 41′ N, 7° 0′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Aurich
Höhe: 3 m ü. NHN
Fläche: 16,43 km²
Einwohner: 1553 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 95 Einwohner je km²
Postleitzahl: 26571
Vorwahl: 04935
Kfz-Kennzeichen: AUR, NOR
Gemeindeschlüssel: 03 4 52 013
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Strandstraße 5
26571 Juist
Webpräsenz: www.gemeinde-juist.de
Bürgermeister: Dietmar Patron
Lage der Gemeinde Juist im Landkreis Aurich
Baltrum Juist Landkreis Wittmund Landkreis Leer Memmert Norderney Nordsee Emden Landkreis Friesland Landkreis Leer Landkreis Wittmund Aurich Berumbur Berumbur Dornum Großefehn Großheide Hage Hagermarsch Halbemond Hinte Ihlow (Ostfriesland) Krummhörn Leezdorf Lütetsburg Marienhafe Norden (Ostfriesland) Osteel Rechtsupweg Südbrookmerland Upgant-Schott Upgant-Schott Wiesmoor WirdumKarte
Über dieses Bild
Aufnahme von Juist von Landsat 7 aus etwa 700 Kilometern Höhe
Übersichtskarte der Insel Juist mit Kachelotplate und Memmert
  • Stadtfläche
  • Salzwiesen
  • Dünen
  • Strand
Lage von Juist innerhalb der Ostfriesischen Inseln
Juist aus 500 Metern Höhe mit Hammersee, Domäne Bill und Westbake

Die Nordseeinsel Juist (dt. [jyːst], niederl. [jœy̑st]) ist eine der ostfriesischen Inseln im niedersächsischen Wattenmeer und liegt zwischen Borkum und Norderney. Die Insel hat eine Länge von 17 Kilometern und ist damit die längste der ostfriesischen Inseln. Die maximale Breite beträgt 900 Meter, die minimale nur 500 Meter. Die Gemeinde Juist gehört zum Landkreis Aurich in Niedersachsen und hat 1553 Einwohner. Auf der Insel gibt es zwei Ortsteile: den in Westdorf und Ostdorf unterteilten Hauptort sowie Loog.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Im Zentrum des Hauptortes von Juist

Juist ist eine deutsche Insel in der südlichen Nordsee. Sie gehört zur ostfriesischen Inselkette und ist Ostfriesland vorgelagert. Die Insel hat eine Länge von 17 Kilometer und ist damit die längste der Ostfriesischen Inseln. Die maximale Breite beträgt 900 Meter, die minimale 500 Meter. Juist ist 16,43 Quadratkilometer groß. Die geringste Entfernung zum Festland liegt bei rund 8 Kilometern. Im Westen von Juist befindet sich die Insel Borkum, im Südwesten die Vogelinsel Memmert und im Osten, getrennt durch das Norderneyer Seegatt, die Insel Norderney. Zwischen Borkum und Juist erstreckt sich zudem die Kachelotplate, die sich vom Hochsand zur Insel entwickelt, weiter östlich fließt die Osterems. Teile der Insel und das Wattenmeer um die Insel gehören zum Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. Die Dünen der Insel erreichen rund 22 Meter Höhe ü. NN. Die höchste Düne trägt den Juister Wasserturm und hat eine Höhe von 22,1 Metern ü. NN.[2]

Flächennutzung[Bearbeiten]

Die Flächenaufteilung der Insel Juist ist in der folgenden Tabelle angegeben:[3]

Flächennutzung (Stand 2005) Fläche in ha Anteil in %
Bauflächen 74 0 4,5
Flächen für den Gemeinbedarf 5 0 0,3
Verkehrsflächen 45 0 2,7
Ver- und Entsorgungsflächen 1 0 0,1
Grünflächen 41 0 2,5
Sonstige Flächen 1.477 89,9
Gesamtfläche ohne Küstengewässer 1.643 100,0

In den oben genannten Angaben für die Verkehrsfläche sind Flächen für den Luftverkehr von 42 Hektar enthalten. Landwirtschaftliche Flächen, Wasserflächen sowie die Flächen für Aufschüttungen und Abgrabungen werden seit 1993 nicht mehr separat ausgewiesen, sondern befinden sich mit in den „Sonstigen Flächen“. In der letzten Statistik von 1987 waren folgende Werte angegeben: Landwirtschaftliche Flächen (48 Hektar), Wasserflächen (4 Hektar) sowie die Flächen für Aufschüttungen und Abgrabungen (2 Hektar).

Klima[Bearbeiten]

Das Klima der Insel Juist unterliegt dem direkten Einfluss der Nordsee und liegt damit im Bereich eines gemäßigten, sommerkühlen und vom Golfstrom beeinflussten Seeklimas. Aufgrund der ausgleichenden Wirkung der Nordsee herrschen insgesamt geringere tages- und jahreszeitliche Temperaturschwankungen sowie eine hohe Luftfeuchtigkeit. Im Durchschnitt sind die Temperaturen auf der Insel im Sommer kühler und im Winter milder als die auf dem Festland gemessenen Werte. Der Frühling setzt rund 2 Wochen später ein. Von Januar bis Juli werden auf der Insel geringere, von August bis Dezember vermehrte Niederschlagsmengen als auf dem Festland gemessen. Im Mittel ist die Niederschlagsmenge niedriger und die Sonnenscheindauer höher als auf dem Festland.[4] Mit 1.983 Sonnenstunden war die Insel Juist 2010 der sonnigste Ort Deutschlands.[5]

Nach der Klimaklassifikation von Wladimir Peter Köppen befindet sich Juist in der Einteilung Cfb.

  • Klimazone C: Warm-Gemäßigtes Klima
  • Klimatyp Cf: Feucht-Gemäßigtes Klima
  • Klimauntertyp b: warme Sommer

Die nächstgelegene Wetterstation befindet sich auf der Nachbarinsel Norderney und wird vom Deutschen Wetterdienst betrieben. Die Station Norderney mit der Stations-Kennziffer 10113 liefert seit 1947 frei verfügbare Daten zur Wetter- und Klimabeobachtung.[6]

Ostwanderung der Insel[Bearbeiten]

Der Juister Strand und die Dünen werden im Westen vom Meer abgetragen. An der Bill wanderte die Abbruchkante etwa 200 Meter seit 1976 nach Süden. Diese Entwicklung kommt durch eine Verlagerung der Strömung und eine nicht ausgeglichene Sandbilanz zustande. Der Sand der Strände aller ostfriesischen Inseln wandert mit der vorherrschenden Windrichtung von West nach Ost. In Bereichen, an denen mehr Sand abgetragen als angeweht oder angeschwemmt wird, wird der Strand niedriger und schmaler. Das kann zu Dünenabbrüchen führen. Dieser Effekt trägt zur Ostwanderung der ostfriesischen Inseln bei. Sie wurde bei allen Inseln, außer Juist und Langeoog, mit Deckwerken aus Beton abgebremst. Auf Juist besteht am Nordstrand eine 1.400 Meter lange Schutzmauer von 1920, die heute unter Sand verborgen liegt.

In manchen Bereichen von Juist, zum Beispiel im Osten und am Kalfamer, wird mehr Sand angeschwemmt als abgetragen, was zu einem sehr breiten Strand mit Verlängerung der Dünenkette nach Osten führt.

Geschichte[Bearbeiten]

Karte der durch die Petriflut zweigeteilten Insel Iuist von Karl Ludwig von Le Coq 1805, mit dem Durchbruch „Hammer“, dem heutigen Hammersee
Inselbahn Juist - Anleger um 1900
Der Campanile der evangelischen Inselkirche wird von den Einwohnern liebevoll „Rakete“ genannt

Die Insel entstand als Aufsandung auf Resten des nacheiszeitlichen Festlandes. Archäologische Funde lassen auf eine Besiedlung von Juist bereits vor 1400 in der ausgehenden Häuptlingszeit schließen. Darauf deutete der Fund eines Schweinekopfes 2002 in einem alten Brunnenloch am Strand, der auf etwa 1400 datiert wurde. Die erste urkundliche Erwähnung der Insel erfolgte 1398.[7] Zu dieser Zeit gehörte Juist zum Herrschaftsgebiet der Häuptlingsfamilie tom Brok, im 15. Jahrhundert kam die Insel unter den Einfluss der ostfriesischen Grafen und Fürsten vom Adelsgeschlecht Cirksena.

Laut einer Beschreibung des späteren ostfriesischen Kanzlers Henricus Ubbius von 1530 soll es 23 Häuser und eine wilde Pferderasse gegeben haben.[7] Auch sei viel Acker- und Weideland vorhanden gewesen, das günstige Bedingungen für Landwirtschaft bot. Danach verschlechterten sich die Lebensverhältnisse allmählich. Schwere Zerstörungen richtete die Allerheiligenflut 1570 an. Die Petriflut von 1651 durchbrach die nördlichen Randdünen im Bereich des heutigen Hammersees und teilte die Insel in zwei Teile. Der Durchbruch erreichte im Laufe der Jahre eine Breite von rund zwei Kilometern. Die Petriflut beschädigte Häuser und unterspülte die Fundamente der Inselkirche, die daraufhin 1662 einstürzte. Etwa 700 Meter weiter südöstlich bauten die Juister ihre zweite Kirche. Bis 1687 drang das Meer immer weiter nach Süden vor, worauf die Juister ihre Häuser wieder verlegen mussten. Das Zerstörungswerk des Meeres verringerte die landwirtschaftliche Nutzfläche, und im 17. Jahrhundert konnten die Inselbewohner die Abgaben an den Grafen als Eigentümer kaum mehr aufbringen.[7]

18. Jahrhundert[Bearbeiten]

Die Fastnachtsflut von 1715 sorgte für weitere Zerstörungen des Dorfes und der zweiten Kirche. In der Folge entstanden auf der immer noch geteilten Insel zwei Dörfer: Billdorf im westlichen und Loogdorf im östlichen Teil von Juist. Zwei Jahre später zerstörte die Weihnachtsflut 1717 neun der 18 Häuser im Billdorf sowie die Kirche. Der Rest wurde schwer beschädigt. 28 Menschen ertranken. Billdorf wurde anschließend nicht wieder aufgebaut. Die Überlebenden zogen in das Loogdorf. Bis zu diesem Zeitpunkt waren bereits vier Gotteshäuser errichtet und drei vernichtet worden. 1749 bewohnten 327 Einwohner, die sich auf 47 Häuser verteilten, die Insel. Die meisten Männer fuhren zur See und verdienten auf Handels- oder Walfangschiffen ihren Unterhalt. 1779 wurde am Ostende ein neues Ostdorf mit der fünften Kirche errichtet und zu Weihnachten von Pastor Gerhard Otto Christoph Janus (1741–1805) eingeweiht. 1783 empfahl Janus das Seebaden mit einer Eingabe an den Landesherrn Friedrich den Großen. Sie gilt heute als ältestes Dokument zur deutschen Seebädergeschichte und Pastor Janus als Vater des deutschen Seebädergedankens.[7]

19. Jahrhundert[Bearbeiten]

Nach dem Frieden von Tilsit 1807 kam Ostfriesland und damit Juist zum französischen Königreich Holland. Am 10. November 1811 erhielt Juist holländische Besatzungstruppen unter Führung französischer Offiziere. Sie ließen die Kirche im Ostdorf von ihnen zur Festung ausgebauen. Das Pfarrhaus diente als Unterkunft für die Soldaten. Zwei Jahre später brannte das Pfarrhaus infolge einer Unachtsamkeit der Soldaten aus. Erst 1816 endete die Besatzungszeit, die Truppen verließen die Insel. Juist gehörte fortan zum Königreich Hannover, ab 1866 zu Preußen.[7]

1840 erfolgte die erste Gründung des Seebades Juist durch den Vogt Meine mit der Unterstützung des Amtsassessors Fastenau in Norden, das aber 1858 wegen Mangel an Gästen wieder geschlossen werden musste. Die zweite Gründung des Seebades 1866, diesmal erfolgreicher, da die Anzahl der Gäste nun langsam aber stetig zunahm. 1873 erließ das Seebad durch Freiherr von Niebelschütz die erste Badeordnung. Im gleichen Jahr entstand das erste Warmbadehaus auf der Insel. 1884 verzeichnete Juist 700 Badegäste pro Jahr.[7]

Der „Verein zur Rettung Schiffbrüchiger in Ostfriesland“ errichtete 1861 die erste Seenotrettungsstation auf Juist. Zwei Jahre später ging der ostfriesische Verein und damit die Station in den Besitz der DGzRS über.[7]

1882 kam Otto Leege (1862–1951) als Lehrer auf die Insel. Leege begann seine botanischen und ornithologischen Forschungsarbeiten, die ihn später als „Vater“ der Vogelinsel Memmert bekannt machten. 1888 war er zum ersten Mal auf Memmert. In dieser Zeit wurden dort Vogeljagden unternommen und Eiersammler plünderten jährlich fast alle Vogelgelege. Auf Initiative des „Deutschen Vereins zum Schutze der Vogelwelt” erklärte der preußische Minister für Landwirtschaft, Domänen und Forsten in Berlin Memmert am 31. Juli 1907 per Erlass zur Vogelkolonie. Der Verein bestellte daraufhin Otto Leege vom Verein zum Bevollmächtigten.

1894 erhielt Juist seine erste Landungsbrücke. Der bereits seit 1888 zur Insel verkehrende Dampfer „Ostfriesland“ legte als erstes Schiff an dem 300 Meter langen Steg an. 1896 wurde die Landungsbrücke landseitig um 75 Meter verlängert. Am 19. Juni 1898 nahm die Inselbahn als Pferdebahn ihren Betrieb auf. Die Gesamtlänge betrug 2318 Meter, wobei 980 Meter Gleis über niedrige Holzstege durchs Watt führten. Die Anlage fiel aber noch im gleichen Jahr einem Unwetter zum Opfer. Man beschloss, nach der Wiedererrichtung der Bahnanlage eine Lokomotive mit Verbrennungsmotor einzusetzen. Am 4. August 1899 wurde die Bahn für den Betrieb abgenommen und damit die Inselbahn Juist zur ersten motorbetriebenen Inselbahn Deutschlands.

20. Jahrhundert bis heute[Bearbeiten]

Kurplatz mit Konzertpavillon
Juister Hafen
Juister Hafen aus der Luft
Leuchtturm auf Juist (2009)

Im Jahre 1900 besuchten 4534 Gäste die Insel. Davon waren 3451 Kurgäste und 1083 Tagesgäste. 1902 konnte der Raddampfer „Juist“ in Dienst gestellt werden. Auf Anregung von Otto Leege wurde 1903 das Areal der Goldfischteiche durch den Verschönerungsverein Juist geschaffen. Der Commerzienrat Giradet aus Düsseldorf, der eine Villa an der Juister Strandpromenade besaß, spendete aus seinem Park eine Anzahl Goldfische und Goldorfen, die der Teichanlage ihren Namen gaben. Von 1925 bis 1935 entstand durch Leeges Initiative das Naturschutzgebiet an der Bill. [8]

Die extremen Tieftemperaturen des Winters 1928/1929 schnitten zeitweise die Schiffsverbindungen zum Festland ab. Das Watt war so stark zugefroren, dass Fußmärsche und Autofahrten über das Eis versucht wurden. Die Insel wurde durch Abwürfe aus Flugzeugen versorgt.[7] Bereits im strengen Winter 1916/1917 war Juist erstmals aus der Luft verpflegt worden, als der Zeppelin L 16 im Februar 1917 am Kalfamer gelandet war.[9]

In den Jahren 1928 bis 1932 erfolgte der Bau eines nördlichen Deichs vor der Hammerbucht, um die Zweiteilung der Insel endgültig zu beenden. Der südliche Bereich des Durchbruchs war bereits 1870 stark versandet und anschließend mit einem Damm gesichert worden. Im Norden durchbrach 1932 eine Sturmflut den neuen Deich und überflutete das dahinter tiefer liegende Gelände. Der Hammersee war entstanden. Im Laufe der Jahrzehnte entwickelte sich das Brackwasser zu einem Süßwassersee.[7]

Von 1929 bis 1932 entstanden das Rathaus, das Postgebäude und der heutige Kurplatz. Ab 1932 wurde mit den Planungen zum Bau eines Flugplatzes am Kalfamer begonnen. 1934 konnte das Projekt mit der Einweihung abgeschlossen werden.[7]

Während des Zweiten Weltkriegs kam der Kurbetrieb fast zum Erliegen. An verschiedenen Stellen der Insel entstanden Geschützstellungen, westlich des Loogdorfs wurde ein Mammut-Radar installiert. Bombenabwürfe alliierter Bomber richteten an einigen Häusern beträchtliche Schäden an. Nach Kriegsende wurde der Badebetrieb am 28. Mai 1946 wieder freigegeben. Am 15. September 1946 erfolgte die erste Gemeinderatswahl. Paul Braunsdorf wurde zum ersten Nachkriegsbürgermeister gewählt. Am 1. Dezember 1946 hatte Juist 1509 Einwohner. Davon waren 838 Einheimische, 81 Evakuierte und 590 Flüchtlinge.[7]

Der Winter 1946/1947 brachte mit sechs bis acht Meter hohen Eisbarrieren den Verkehr zum Festland zum Erliegen. Am 17. März 1947 zerstörte ein Weststurm mit starker Eisbewegung die Juister Landungsbrücke sowie die gesamte Gleisanlage der Inselbahn. Erst am 21. Juli des gleichen Jahres war ein behelfsmäßiger Landungssteg fertiggestellt. Im Mai 1949 konnte dann das Provisorium durch eine neue Landungsbrücke ersetzt werden.[7]

Die heutige sechste Inselkirche entstand 1964. Sie erhielt 1967 den heute freistehenden Turm, der von den Juister liebevoll „Rakete“ genannt wird. Seit 1910 gibt es auch eine katholische Inselkirche.

1978 erfolgte der Neubau des Deiches zum südlichen Wattenmeer. Er verläuft vom Ostdorf bis zur Billstraße und hat eine Fußgängerpromenade.

Die steigenden Unterhaltungskosten für die Inselbahnstrecke veranlassten die Gemeinde 1980 zur Planung eines neuen ortsnahen Hafens mit einem zeitgemäßen Fähranleger sowie einem Hafenbetriebsgebäude. 1982 konnten die ersten Passagiere dort abgefertigt werden. Die Inselbahn stellte daraufhin am 10. März 1982 ihren Betrieb ein. 1988 wurde der Hafen um eine Hubbrücke ergänzt. 2001 erhielt das Hafenbetriebsgebäude einen Anbau mit einer überdachten Brückenverbindung zum Fähranleger. Im gleichen Jahr entstand an der Westseite des Hafens die neue Abfertigungshalle für den gesamten Güterverkehr der Insel.[7]

Nach der deutschen Wiedervereinigung unterzeichneten Juist und Hiddensee am 20. November 1990 einen Inselpartnerschaftsvertrag. Juist unterstützte Hiddensee in den folgenden Jahren auf vielfältige Weise. So wurden Angestellte der Gemeinde Hiddensee in der Juister Gemeindeverwaltung geschult und durch die Jugendbildungsstätte Hilfe beim Ausbau des Inselmuseums auf Hiddensee sowie bei der Ausbildung von Jugendgruppenleitern geleistet. 1997 reisten 57 Hiddenseeer zur Partnerschaftswoche nach Juist.[7]

1990 wurden am Flugplatz Planungen für eine neue Start- und Landebahn vorangetrieben. Die Einweihung der 700 Meter langen und 20 Meter breiten Start- und Landebahn erfolgte am 2. Mai 1991. Das Land Niedersachsen beteiligte sich mit einem Zuschuss von 1,2 Millionen DM.[7]

Bereits in den 1990er Jahren entstanden durch Sturmfluten immer wieder schwere Schäden an den Billdünen im Westen der Insel zwischen Hammersee und dem Billriff. Dünenabbrüche auf breiter Front gefährdeten zunehmend die Inselsicherheit. Im November 2006 zog das Orkantief „Britta“ über die Insel hinweg und hinterließ dort erneuert schwerste Dünenabbrüche. Anfang 2007 machte sich deshalb der Umweltausschuss des niedersächsischen Landtags ein Bild von den Dünenschäden. Anschließend reiste Umweltminister Sander persönlich auf die Insel.[7] In der Folge wurden die Billriffdünen in den nächsten zwei Jahren für 1,3 Millionen Euro verstärkt. Die Länge der Dünenverstärkung betrug rund einen Kilometer. Dabei wurden rund 200.000 m³ Sand neu aufgeschüttet und anschließend bepflanzt. Finanziert wurde das Vorhaben aus Mitteln des Landes Niedersachsen und der Gemeinschaftsaufgabe Bund-Länder zur „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“.

Name[Bearbeiten]

Der Name der Insel stammt vermutlich vom Wort güst „karg, unfruchtbar“, was die Insel auch eine lange Zeit tatsächlich war. Für die Insel wird von der Tourismuswirtschaft und durch Urlauber häufig die Umschreibung Längste oder Schönste Sandbank der Welt verwendet. Seit den 1990er Jahren wird die Insel von der Kurverwaltung mit dem Zusatz Töwerland versehen, was sich etymologisch aus dem mittelniederländischen Wort töver herleiten lässt, das „Zauber“ bedeutet.[10] Der Name Töwerland war bereits im 19. Jahrhundert gebräuchlich.

Religionen[Bearbeiten]

Die Juister Bevölkerung ist seit der Reformation traditionell evangelisch geprägt. Die evangelische Kirchengemeinde blickt auf eine sehr wechselvolle Geschichte mit der mehrfachen Zerstörung ihrer Kirchengebäude durch Sturmfluten zurück. Die heutige evangelisch-lutherische Inselkirche an der Wilhelmstraße ist inzwischen der sechste Kirchenbau auf der Insel. Sehenswert ist das drei mal zwei Meter große Mosaik „Petri Fischzug“ über dem Altar, das Juister Schüler von 1960 bis 1963 erarbeiteten.

Erst durch den im 19. Jahrhunderts einsetzenden Bädertourismus kamen vermehrt Katholiken als Urlauber auf die Insel. Ein 1901 von ihnen gegründeter Kirchbauverein brachte den finanziellen Grundstock für die im Juni 1910 erbaute Kirche Zu den heiligen Schutzengeln am Janusplatz auf und wählte im Hinblick auf die Kinderferienheime auch das Schutzengel-Patrozinium.

Die evangelisch-lutherische Inselkirchengemeinde und die römisch-katholische Kirchengemeinde arbeiten auf vielfältige Art zusammen. So geben beide Kirchen seit dem Sommer 2009 die gemeinsame ökumenische Kirchenzeitung „Uns Juister Karkenschipp“ der Insel Juist heraus. Auf der Insel sind ökumenische Sternsinger unterwegs und es werden zu verschiedenen Gelegenheiten wie z.B. am Erntedankfest ökumenische Gottesdienste abgehalten.[11]

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Rat der Gemeinde Juist besteht aus 10 Ratsfrauen und Ratsherren. Dies ist die festgelegte Anzahl für eine Gemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 1.001 und 2.000 Einwohnern.[12] Die 10 Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2011.[13]

Stimmberechtigt im Gemeinderat ist außerdem der hauptamtliche Bürgermeister. Dies ist seit dem 1. Dezember 2008 der direkt gewählte Bürgermeister Dietmar Patron.

Die letzte Kommunalwahl vom 11. September 2011 ergab das folgende Ergebnis:[14]

Partei Anteilige Stimmen Anzahl Sitze Veränderung Stimmen Veränderung Sitze
CDU 49,1 % 5 −13,2 % −1
Pro Juist 24,4 % 2 +24,4 % +2
Bündnis 90/Die Grünen 15,7 % 2 + 1,7 % 0
SPD 10,8 % 1 −9,5 % −1

Die Wahlbeteiligung bei der Kommunalwahl 2011 lag mit 54,8 Prozent[14] etwas über dem niedersächsischen Durchschnitt von 52,5 Prozent.[15] Zum Vergleich: bei der vorherigen Kommunalwahl vom 10. September 2006 lag die Wahlbeteiligung bei 64,2 Prozent.[16]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Am 9. September 2001 wählten die Einwohner von Juist zum ersten Mal ihren Bürgermeister direkt. Der Bürgermeister nimmt gleichzeitig die Aufgaben des Gemeinde- und Kurdirektors wahr. Die Wahl gewann der aus Beverungen stammende Karl Josef Wederhake mit einem Ergebnis von 67,5 Prozent der Stimmen. Am 10. September 2006 erfolgte seine Wiederwahl für weitere acht Jahre mit 51,8 Prozent der Stimmen. Er verstarb am 11. Juli 2008.

Eine vorzeitige Direktwahl für den Nachfolger des verstorbenen Bürgermeisters beschloss der Gemeinderat für den 30. November 2008. Mit 55,4 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen wurde Dietmar Patron zum Bürgermeister der Inselgemeinde gewählt; er nahm die Wahl am 1. Dezember 2008 an.[17]

Vertreter in Land– und Bundestag[Bearbeiten]

Die Gemeinde Juist gehört zum Landtagswahlkreis 87 Wittmund/Inseln, der den Landkreis Wittmund sowie im Landkreis Aurich die Städte Norderney und Wiesmoor, die Gemeinde Dornum und die Inselgemeinden Juist und Baltrum umfasst. Das Direktmandat für den Niedersächsischen Landtag (Wahlperiode ab 2013) gewann bei der Wahl 2013 Holger Heymann von der SPD

Der Bundestagswahlkreis Aurich – Emden umfasst die Stadt Emden und den Landkreis Aurich und damit auch Juist. Bei der Bundestagswahl 2013 wurde der Sozialdemokrat Johann Saathoff direkt gewählt.[18] Über Listenplätze der Parteien zog Heiko Schmelzle für die CDU aus dem Wahlkreis in den Bundestag ein.

Wappen, Flagge und Dienstsiegel[Bearbeiten]

Flagge von Juist mit Wappen
Wappen von Juist
Blasonierung:

„In Blau drei goldene Dünen; in den oberen Ecken je ein sechszackiges silbernes Sporenrad, unten vier silberne Wellenleisten.“

Beschreibung:

Das Inselwappen wurde von Alf Depser, einem in Nürnberg geborenen Wahljuister[19] entworfen und entstand nach Vorlage eines Siegels der Evangelischen Kirchengemeinde Juist. Aus diesem wurden die Dünen übernommen. Die zwei silbernen Sporenräder weisen auf die frühere Zugehörigkeit zum Landkreis Norden hin.

Die Flagge besteht aus drei gleich breiten Streifen Weiß, Blau und Gelb mit dem etwas zum Liek verschobenen Gemeindewappen. Das Dienstsiegel enthält das Wappen und die Umschrift „Inselgemeinde Juist“.[20]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Museen und Ausstellungen[Bearbeiten]

Gezeitensäule vor dem Nationalparkhaus

Das Küstenmuseum Juist befindet sich im Juister Ortsteil Loog, dem kleineren Nachbarort westlich des Hauptortes. Auf einer Ausstellungsfläche von rund 500 Quadratmetern zeigt das Museum Informationen und Exponate zur Insel- und Bädergeschichte, zur Siedlungsgeschichte im Küstenraum sowie zur Natur der Insel und dem Küstenschutz.[21] Jährlich besuchen etwa 20.000 Personen die Ausstellung.

Das 1990 eröffnete Nationalpark-Haus Juist hat seinen Sitz im alten Inselbahnhof direkt am Kurplatz. Es ist eins von 14 Nationalpark-Häusern und -Zentren an der niedersächsischen Küste. Die gebührenfreie Ausstellung vermittelt vielfältige Informationen zum Nationalpark Wattenmeer. Hauptattraktion der Ausstellung ist das neun Meter lange Skelett eines 2001 auf Juist gestrandeten Zwergwals. Weitere Themen der Ausstellung sind die Flora und Fauna der Insel. Die Unterwasserwelt der Nordsee kann in Mehrwasseraquarien entdeckt werden.[22] Vor dem Nationalparkhaus steht eine rund 2,50 Meter hohe Gezeitensäule, die den aktuellen Wasserstand im Juister Watt im Maßstab 1:3 anzeigt.

Ein weiteres Museum ist das Kutschenmuseum im Historischen Rettungsschuppen an der Karl-Wagner-Straße. Hier dreht sich alles um das Thema Pferde und Pferdekutschen. Die kleine, aber kostenlose Ausstellung ist während der Saison zweimal die Woche für wenige Stunden geöffnet.[23]

Am Janusplatz in der Ortsmitte vom Dorf liegt das 1811 erbaute Haus Siebje. Es gehört zu einem Quartett ursprünglicher Insulanerhäusern, die rings um den Platz stehen. Der Heimatverein Juist e.V. hat eins dieser Häuser erworben und in den Jahren 1983 bis 1986 in Eigeninitiative mühevoll restauriert. Im Haus finden regelmäßig kunsthandwerkliche Ausstellungen und Vernissagen heimischer Künstler statt. Das Obergeschoss beherbergt das Archiv des Heimatvereins.[24]

Bauwerke und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Das Dorf Juist 2010, Blick über die gesamte Breite der Insel

Die von der Nordsee aus sichtbare Skyline von Juist besteht aus dem „Haus des Kurgastes“, dem Wasserturm, dem Meerwasser-Erlebnisbad, dem Café-Restaurant „Strandhalle“ und dem historischen Strandhotel „Kurhaus Juist“.

Das Kurhaus Juist von der Strandseite aus gesehen

Das historische Kurhaus, auch „Weißes Schloss am Meer“ genannt, wurde am 1. Juli 1898 als Strandhotel „Kurhaus Juist“ eröffnet. Eine große Treppe, die ehemals vom Hotel an den Strand führte, ist im Laufe der Zeit versandet. 1934 wurde sie noch einmal freigelegt, heute zeugen nur noch die sichtbaren Pfeiler an ihrem oberen Ende von ihrer Existenz. 1984 wurden die Fassade und der „Weiße Saal“ des Kurhauses unter Denkmalschutz gestellt. Ab 1994 erfolgte eine umfassende Sanierung des gesamten Gebäudes, die 1998 mit der vollständigen Wiedereröffnung zum 100-jährigen Bestehen des Hauses abgeschlossen wurde. Seit der Renovierung trägt das Kurhaus eine dem deutschen Reichstagsgebäude nachempfundene Glaskuppel, die dem Gebäude eine ganz unverwechselbare Erscheinung verleiht.

Wasserturm von Juist (2009)

Der 1927/1928 gebaute Wasserturm gilt als das Wahrzeichen von Juist und steht auf der mit 22,1 Metern höchsten Düne von Juist. Die eigene Höhe des Wasserturms beträgt 13 Meter, so dass der Wasserturm alle anderen Gebäude der Insel überragt. Er kann aber nicht als Aussichtsturm genutzt werden. Trotz seines Alters ist der Wasserturm heute noch ein wichtiges Element der Juister Wasserversorgung, denn er trägt ein 250 m³ fassendes Vorratsbecken zur Erzeugung des notwendigen Wasserdrucks. Der Wasserturm wird von den Einheimischen wegen seiner Form auch gerne als „Doornkaatbuddel“ bezeichnet.[2]

Ursprünglich besaß Juist keinen eigenen Leuchtturm. Die Leuchtfeuer der benachbarten Inseln Borkum und Norderney reichten zur Orientierung der Schifffahrt aus. Dass es seit Ende 1992 doch einen kleinen Leuchtturm auf der Insel gibt, ist einer Interessengemeinschaft bestehend aus dem Heimatverein Juist, dem Segelklub Juist und der Anglergemeinschaft „NO.PO.NI.RE Fischereigenossenschaft AG“[25] zu verdanken. Die Interessengemeinschaft erwarb das in Emden gelagerte Laternenhaus des 1986 stillgelegten Leuchtfeuers der benachbarten Vogelschutzinsel Memmert. Der dazugehörige Turm wurde in Hafennähe neu gebaut und mit dem gekauften Laternenhaus ausgestattet. Das „Memmertfeuer“ hat für die Schifffahrt keine Bedeutung, sondern dient ausschließlich touristischen Zwecken. Daher schickt er seine Lichtsignale im 13-Sekunden-Takt auch in Längsrichtung über die Insel, damit sein Leuchtfeuer von See her nicht gesehen werden kann. Von April bis Oktober kann der Leuchtturm bestiegen werden.[26]

Der Anfang der 1930er Jahre hergerichtete und 2005 neu gestaltete Kurplatz ist das Zentrum des Hauptortes. Hier befindet sich der 2004 eingeweihte Musikpavillon, in dem während der Saison mehrmals in der Woche das Kurorchester sowie Musikgruppen und Chöre auftreten. Mittelpunkt der Grünanlage ist jedoch für viele der sogenannte Schiffchenteich, ein flaches, ehemaliges Springbrunnenbecken, auf dem schon Generationen von Kindern ihre Schiffsmodelle fahren ließen.[27]

Die Kurpromenade von Juist verläuft durch die Dünen oberhalb des Hauptstrandes vom Strandaufgang „Schoolpad“ im Westen bis zum Strandaufgang „Karl-Wagner-Straße“ im Osten. Seit 2010 befinden sich an der rund eineinhalb Kilometer langen Promenade drei aufwendig gestaltete Aussichtsplattformen, von denen man einen weiten Blick über den Strand und die Nordsee werfen kann ohne die geschützten Dünen selbst zu betreten. Weitere Aussichtsplattformen befinden sich im Loog und westlich des Hammersees. Insbesondere der „Dree Water Uitkiek“ am Strandaufgang „Loog“ bietet, wie schon der plattdeutsche Name andeutet, die Möglichkeit drei Gewässer von einem Aussichtspunkt zu überblicken: die Nordsee im Norden, das Wattenmeer im Süden der Insel und den Hammersee im Westen.[28]

Der 7. Längengrad durchquert Juist in nord-südlicher Richtung. Am Schnittpunkt des Längengrads mit der Juister Kurpromenade weist seit 2006 ein vom Heimatverein Juist installiertes Bronzerelief auf diese Besonderheit hin. In 2008 sollte ein Duplikat des Bronzereliefs auf der Promenade der neuen Seebrücke installiert werden, jedoch ergaben genaue Messungen, dass der 7. Längengrad wenige Meter östlich im Watt verlief. Das Relief wurde trotzdem auf dem west-östlichen Teil der Seebrücke installiert und die abweichende Verlegung auf 6° 59' 54'' Ost mit einem Hinweis in Form einer Bronzetafel dokumentiert.[29]

Skulptur Juister Badefrau

Vor dem Standesamt im Gebäude des historischen Warmbades steht seit Dezember 2003 die Bronzeskulptur Juister Badefrau, die ein nacktes, junges Mädchen zeigt, das unter der Aufsicht einer alten Badefrau vorsichtig einen Fuß ins Meer taucht. Das 50 Zentimeter hohe Kunstwerk ist ein Werk des Leeraner Künstlers Karl-Ludwig Böke und war ursprünglich nur das Modell für eine überlebensgroße Bronzeskulptur, die der Juister Kunstverein der Gemeinde zum 150-jährigen Jubiläum Juists als Seebad stiften wollte. Nachdem die Verwirklichung des Projekts mehrfach aufgeschoben worden war, suchte und fand man wenigstens für das Modell einen würdigen Standort.[30]

Entlang der Juister Strandstraße befinden sich die Strandläufer, vier kleine Bronzeskulpturen des Bildhauers Wolfgang Lamché aus Ennigerloh. Die Skulpturen zeigen vier Szenen eines Badegastes auf dem Weg vom Strand ins Meer. Die auf Granitstelen aufgesetzten Skulpturen entstanden 2002 auf Initiative des Arbeitskreises „Kunst auf Juist“ des Juister Heimatvereins. Gesponsert wurden die Kunstwerke von Insulanern und Gästen.

Seit 2008 gibt es mit dem Seezeichen ein weiteres Wahrzeichen, das offiziell am 18. Juli 2008 eingeweiht wurde. Das 17 Meter hohe Seezeichen, das die Form einer im Strom treibenden Boje hat, befindet sich am Ende der rund 350 Metern langen neuen Seebrücke. Darin eingefasst wurde ein neuer Sportboothafen mit bis zu 212 Liegeplätzen. Nicht nur die Kosten von fast 6 Millionen Euro führten im Vorfeld zu heftigen Diskussionen bei den Inselbewohnern, zumal neben EU- und Landesfördermitteln hiervon etwa 1,2 Millionen Euro als Eigenanteil von der Inselgemeinde Juist aufzubringen waren. Entgegen den Erwartungen muss weiterhin alljährlich der angeschwemmte Schlick ausgebaggert werden.[31]

Der von 2009 bis 2011 entstandene Otto-Leege-Pfad ist ein ökologisch-künstlerischer Lehrpfad, der dem Juister Naturwissenschaftler Otto Leege (1862–1951) gewidmet ist. Er befindet sich in den Juister Ostdünen zwischen dem Hauptort der Insel und der Wilhelmshöhe. Der rund einen Kilometer lange Lehrpfad erläutert den Inselgästen und Insulanern die Natur der Düneninsel mit ihren komplexen ökologischen Zusammenhängen. Dabei durchquert er auf seinem Weg die Insel von Süden nach Norden.[32]

Naturdenkmäler[Bearbeiten]

Hammersee[Bearbeiten]

Hammersee
Hammersee von oben
Teilweise zugefrorener Hammersee mit Möwen auf dem Eis

Eine naturkundliche Besonderheit ist das Naturdenkmal „Hammersee“, der größte Süßwassersee auf einer Nordseeinsel. Das Binnengewässer findet sich im westlichen Drittel des langen, schmalen Inselkörpers. Der Name des Sees deutet auf seinen Ursprung hin. „Hammer“, vom ostfriesischen Wort „Hamrig“, ist eine gemeinschaftlich genutzte Weidefläche (vgl. Alm in den Alpen). Der See ist durch die Überflutung einer solchen Hamrig-Weide entstanden.

Infolge der Petriflut von 1651 war die Insel zunächst in zwei Teile getrennt. Um das Jahr 1770 wurde damit begonnen, den etwa zwei Kilometer breiten Durchbruch zuerst an der Südseite zuzuschütten, was 1877 beendet war. Erst ab 1928 wurde die zur See liegende Nordseite mit einem Sanddamm geschlossen. Bei einer Sturmflut brach das Wasser 1932 durch den nördlichen Deich, überflutete das Gelände dahinter und floss nicht mehr ab.

Im Laufe der Zeit ging der Salzgehalt im Hammersee zurück – heute ist es ein leicht brackiger Süßwassersee mit Schilfröhricht, umgeben von Dünenketten. Der Hammersee unterliegt einer ständigen Verlandung.

Er ist ein wichtiges Nahrungs- und Rastgebiet für Insekten und Vögel. Durch den ihn umgebenden Wald- und Schilfgürtel stellt der Hammersee ein relativ störungsarmes Gebiet mit reichhaltigem Nahrungs- und vor allem Süßwasserangebot dar. Für Menschen ist er nur an wenigen Stellen zugänglich. Die heutige offene Wasserfläche beträgt noch 17,3 Hektar; einschließlich der Verlandungszonen umfasst das Feuchtgebiet über 35 Hektar. Seine Tiefe beträgt im Mittel rund 1 Meter.[33]

Die Bill – Das Juister Westende[Bearbeiten]

Etwa 10 Meter hohe Abbruchkante am Weststrand der Insel zwischen Hammersee und Bill

Juist geht im Westen in eine große Sandbank, das Billriff (auch Schillplate genannt) über. Hier kann man, vor allem während der Vogelzugsaison, zigtausende Zugvögel (vor allem Alpenstrandläufer, Kiebitzregenpfeifer und Knutts) beobachten. Deshalb und auch wegen gefährlicher Treibsandbereiche ist das Betreten des Billriffs nur an der Nordkante und nur bei Niedrigwasser erlaubt. An diesem Ende der Insel steht die „Domäne Bill“, früher eine Domäne, heute ein Ausflugslokal.

Gut 800 Meter westlich der Bill liegt die Kachelotplate, durch den Priel Haaksgat von Juist getrennt. 1400 Meter südlich liegt die Nordseeinsel Memmert, von Juist durch den Priel Juisterbalje getrennt.

Der Kalfamer – Das Juister Ostende[Bearbeiten]

Kalfamer

Der Kalfamer befindet sich am äußersten Ostende der Insel und ist ein wichtiges Vogelrast- und Brutgebiet. Am Kalfamer wird mehr Sand angetrieben als abgetragen, weswegen dieser Teil der Insel langsam nach Osten wächst und somit das geologisch jüngste Gebiet der Insel bildet. Der Name Kalfamer stammt von den plattdeutschen Wörtern „Kalv“ für Kalb sowie „Hammer“ für niedrig gelegene feuchte Wiese und bedeutet sinngemäß Kälberwiese.[34]

Das Gebiet gehört zur Ruhezone I des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer und darf ohne spezielle Führungen nur in der Zeit vom 1. November bis 31. März auf den genau dafür zugelassenen Weg betreten werden. Der Weg ist durch grüne Holzpflöcke markiert und kann nur bei Niedrigwasser gegangen werden. Der Weg beginnt wenige Minuten hinter dem Juister Flughafen mit einer Informationstafel und endet an einer weiteren in den Norddünen des Kalfamer. Während der Brutzeit vom 1. April bis zum 31. Oktober ist der Zutritt zum Kalfamer nur im Rahmen von vorher angemeldeten Führungen möglich. Die Einhaltung wird durch entsprechendes Nationalpark-Personal überwacht.[34]

Grünanlagen[Bearbeiten]

Der Janusplatz ist die zentrale Grünanlage im Hauptort der Insel. Sie erhielt ihren Namen zu Ehren von Pastor Gerhard Otto Christoph Janus (1741–1805), der von 1772 bis 1789 als Pastor auf Juist wirkte. 1783 empfiehlt Janus das Seebaden mit einer Eingabe an den Landesherrn Friedrich den Großen. Die Eingabe gilt heute als ältestes Dokument zur deutschen Seebädergeschichte und Pastor Janus als Vater des deutschen Seebädergedankens.[7] Am Janusplatz stehen vier der ältesten Häuser der Insel. Das Haus Raß von 1802 ist das älteste, es folgt das Haus Siebje von 1811, das Haus Wäcken von 1852 und die ehemalige Inselweberei Haus Hoff von 1856.[35]

Sport[Bearbeiten]

Der 1966 gegründete Turn- und Sportverein TSV Juist e.V. ist mit rund 320 Mitgliedern der größte Sportverein der Insel. Als Spielorte stehen dem Verein die Sporthalle und der Sportplatz der Inselschule zur Verfügung. Die Fußballer des Vereins, die aufgrund der Tideabhängigkeit der Insel ihre Ligaspiele (1. Kreisklasse Aurich Staffel I) auf dem Festland immer im Doppelpack absolvieren, sind durch diese Doppelspieltage bundesweit bekannt geworden.[36]

Der Segelklub Juist e. V. wurde 1936 von fünf Segelkameraden ins Leben gerufen. 2011 wird deshalb das 75-jährige Jubiläum gefeiert. Seit dem Sommer 2008 ist der Segelklub auch gleichzeitig Betreiber des neuen Juister Sportboothafens. Der neue Hafen entstand im Zuge des Baus einer 334 Meter langen Seepromenade zum neuen Seezeichen an der Hafeneinfahrt. Das von der Promenade eingefassten Areal bietet Platz für bis zu 212 Liegeplätzen.[31] Aktuell bietet die Schwimmsteganlage des Vereins 163 Liegeplätze.[37]

Auf Juist befinden sich Anlagen für Tennis, Minigolf und Boule. Ferner gibt es Angebote zum Windsurfen und Kitesurfen. Für Kurgäste werden neben diversen Laufsportveranstaltungen und einem kurzen Triathlon auch regelmäßig Turniere für Beachsoccer und Beachvolleyball ausgerichtet.[38]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Juni: Juister Musikfestival (seit 2000)
  • Juli: Juister Familienfest (seit 2008)
  • September: Krimifestival Tatort Töwerland (seit 2006)
  • Oktober: Insel-Musikfest (seit 2009)
  • Oktober: Klassiktage Juist (seit 2004)

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Tourismus[Bearbeiten]

Der Tourismus ist die Haupteinnahmequelle für die Inselbewohner. In fast allen Häusern auf der Insel gibt es Unterkünfte, die an Urlaubsgäste vermietet werden. In der Hochsaison halten sich bis zu viermal so viele Touristen wie Einheimische auf der Insel auf, im Jahr 2008 waren es 89.015 Gäste (589.664 Übernachtungen).[39] Trotz des in den Sommermonaten teilweise kühleren Seewetters und des hohen Preisniveaus ist die Insel in der Hochsaison regelmäßig ausgebucht.

Die autofreie Insel Juist ist – wie die anderen ostfriesischen Inseln – ein Nordseeheilbad. Die aerosolhaltige Seeluft kommt durch kleine Salzwassertröpfchen, die mit der Brandung aufgewirbelt werden zustande. Daher ist Juist ein beliebtes Ferienziel für Menschen mit Atembeschwerden, aber auch empfohlen bei schwerwiegenden Hautproblemen wie Neurodermitis und durch das Reizklima auch bei psychosomatischen Störungen.

Im kleineren Juister Ortsteil Loog liegt die DJH Jugendherberge von Juist. Das Angebot des 300-Betten-Hauses am Loogster Pad wendet sich zwar in der Regel an Schulklassen oder größere Gruppen, die Jugendherberge besitzt aber auch 12 Familienzimmer. Träger der Einrichtung ist der DJH Landesverband Unterweser-Ems e.V.[40]

Auf Juist gibt es keinen Campingplatz. Außerdem ist das „Wilde Campen“ oder das Zelten auf der Insel ausdrücklich untersagt.[41]

Wie alle ostfriesischen Inseln erhebt auch Juist einen separaten Kurbeitrag, der nur für örtliche touristische Zwecke verwendet wird. Zur Erhebung dient die sogenannte TöwerCard, eine scheckkartengroße Service- und Kurbeitragskarte. Man erhält sie beim Kauf des Fähr- oder Flugtickets oder auf der Insel. Beim Durchqueren der Drehkreuze am Hafen oder auf dem Flugplatz wird das jeweilige Anreisedatum elektronisch auf die TöwerCard geschrieben. Vor Abreise muss der Kurbeitrag dann in einer der Servicestellen im Rathaus, am Hafen, im Meerwasser-Erlebnisbad oder im Küstenmuseum im Loog beglichen werden. Neben der Abrechnung der Kurbeiträge beinhaltet die TöwerCard als Servicekarte weitere Dienstleistungen, so z.B. den kostenlosen Eintritt in das Meerwasser-Erlebnisbad pro Tag für eineinhalb Stunden.[42] Alle Servicestellen der Insel dienen gleichzeitig als Touristeninformationen, Zimmervermittlung, Zimmernachweis und Vorverkaufsstelle für Veranstaltungen.

Juist ist zur touristischen Vermarktung der Insel der Marketingorganisation Die Nordsee GmbH in Schortens beigetreten. Das Unternehmen vertritt die sieben Ostfriesischen Inseln sowie 15 niedersächsische Küstenorte.[43] Es ist verantwortlich für die gemeinsame Pressearbeit, das Marketing, die Durchführung von Messen und Veranstaltungen, die Erstellung von Printmedien sowie die Klassifizierung von privaten Ferienunterkünften. Der übergreifende Werbeslogan lautet „die Nordsee, sieben Inseln - eine Küste“. Juist selbst wirbt seit den 1990er Jahren mit dem Zusatz „Töwerland“, was sich vom friesischen Wort „Töwer“ = Zauber herleitet und also Zauberland bedeutet.

Neben dem Kurbeitrag erhebt die Gemeinde Juist seit dem 19. Dezember 2000 eine Zweitwohnungssteuer[44] sowie einen Fremdenverkehrsbeitrag[45] von Einheimischen, denen durch den Fremdenverkehr unmittelbar oder mittelbar wirtschaftliche Vorteile erwachsen.

Panorama des Juister Strandes - gesehen vom Kurhaus aus, im Vordergrund Strandkörbe, im Hintergrund die Nordsee, ganz rechts die Nachbarinsel Norderney

Verkehr[Bearbeiten]

„Wappen von Juist“
Juist ist weitgehend autofrei
Pferdekutschen auf Juist
Müllabfuhr mit Pferden auf Juist
Juister Flugplatz
Flugplatztower

Schiffsverkehr[Bearbeiten]

Juist ist vom Bahnhof und Anleger Norddeich Mole auf dem ostfriesischen Festland aus mit den Fähren der auf der östlich liegenden Nachbarinsel Norderney beheimateten Reederei Norden-Frisia zu erreichen. Die Fähren verkehren tidenabhängig ein bis zwei Mal am Tag. Die Überfahrt mit der Fähre dauert in der Regel 90 Minuten, je nach Gezeitenstand und Windverhältnissen auch mal länger. Die Fähren verkehren mit Ausnahme der Sommermonate Juli bis September nur einmal pro Tag zur Insel und zum Festland. Tagesgäste sind aufgrund des tideabhängigen Fahrplans nur an bestimmten Tagen auf der Insel. Per Frachtfähre wird die Insel ebenso mit Gütern versorgt. Nach Informationen der Reederei Norden-Frisia beläuft sich das Frachtvolumen auf 23.000 Tonnen pro Jahr.[46]

Auf Juist ist das Seenotrettungsboot Woltera der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) stationiert. Das rotweiße Seenotrettungsboot der 9,5-Meter-Klasse legt seit Januar 2007 im Ostteil des Hafens von Juist an. Direkt am Anleger der DGzRS befindet sich das Otto-Mann-Haus, das Stationshaus der DGzRS auf Juist. Im Sommer 2011 besteht die Juister Station 150 Jahre.[47]

Im Hafen von Juist liegt üblicherweise auch das Ausflugsschiff „Wappen von Juist“. Sie legt regelmäßig zu Tagesausflügen nach Borkum und Norderney ab. Weiter werden Ausflugsfahrten zu den Seehundsbänken oder Krabbenfangfahrten sowie Rundfahrten um die Vogelinsel Memmert angeboten.

Inselverkehr[Bearbeiten]

Auf der autofreien Insel ist grundsätzlich jeglicher Kraftverkehr verboten. Stattdessen werden auf der Insel normalerweise Pferdekutschen für den Personen- und Pferdefuhrwerke für den Gütertransport eingesetzt. Auf Juist gibt es vier große Pferdefuhrbetriebe mit rund 50 Gespannen, nochmals fünf Gespanne werden von den drei ortsansässigen Getränkevertrieben eingesetzt. Die Arbeitsbereiche der einzelnen Fuhrbetriebe sind klar abgegrenzt, jedes Unternehmen ist für bestimmte Aufgaben verantwortlich, z.B. Hafenumschlag in Juist, Pferde-Taxi, Müllabfuhr im Auftrag des Landkreis Aurich oder Verkehrsanbindung mit Planwagen und Personenkutschen zum Flugplatz Juist.[48]

Von der Kraftfahrzeugfreiheit können auf schriftlichen Antrag hin Ausnahmen zugelassen werden. Dauerhaft ausgenommen sind Fahrzeuge der Feuerwehr und des Rettungsdienstes, die Pkw der (Not-)Ärzte, ein Kleinbus für die Jugendbildungsstätte, Traktoren sowie Baumaschinen. Die Deutsche Post AG nutzt einige Elektrokarren zu Transportzwecken. Die Müllabfuhr wird ebenfalls mit Hilfe von Pferdefuhrwerken bewerkstelligt. Die für den Bau der Seebrücke, die am 18. Juli 2008 offiziell eingeweiht wurde, eingesetzten Baumaschinen erhielten Ausnahmegenehmigungen.[31]

Flugverkehr[Bearbeiten]

Der Juister Flugplatz (IATA: JUI / ICAO:EDWJ) liegt im Osten der Insel und ist rund vier Kilometer vom Hauptort der Insel entfernt. Er liegt nach dem Flughafen Hannover auf Rang zwei bei den Flugbewegungen in Niedersachsen. Eine Ursache hierfür ist der gezeitenabhängige Fährverkehr, der es den Fähren nur zu bestimmten Zeiten erlaubt, Juist anzulaufen.

Die Fluggesellschaft FLN Frisia-Luftverkehr in Norddeich betreibt ganzjährig einen Bedarfsflugverkehr mit festen Abflugzeiten vom Flugplatz Norden-Norddeich zum Flugplatz Juist. Die Flugzeit beträgt nur rund fünf Minuten. Der einzige Linienflug ab Juist ist die Strecke Juist-Hamburg und wird von den Fluggesellschaften Air Hamburg und Ostfriesische Lufttransport bedient. Geflogen wird ganzjährig, aber nur unter Sichtflugbedingungen.

Schienenverkehr[Bearbeiten]

Von 1898 bis 1982 führte die Inselbahn Juist vom alten Schiffsanleger zum Bahnhof am Ortsrand. Sie war die erste motorbetriebene Inselbahn Deutschlands mit einer Spurweite von 1000 Millimetern. In den Jahren 1979 bis 1981 wurde ein neuer, ortsnaher Hafen gebaut. Darauf erfolgte 1982 die Stilllegung der Inselbahn, die danach nur noch für Abbauarbeiten genutzt wurde. Im alten Bahnhofsgebäude sind heute eine Gaststätte sowie das Nationalpark-Haus Juist untergebracht.

Medien[Bearbeiten]

Juist gehört zum Verbreitungsgebiet der Tageszeitung Ostfriesischer Kurier. Sie ist seit dem 2. Juli 1867 die Heimatzeitung für die Stadt Norden und ihre Umlandgemeinden, sowie die Nordseeinseln Norderney, Juist und Baltrum. Zusätzlich erhalten die Insulaner die Wochenzeitung „Echo“ aus demselben Verlag.[49] Aufgrund der tidenabhängigen Fährpläne werden die Festlandszeitungen täglich per Flugzeug auf die Insel geliefert.

Die kostenlose, rund 100 Seiten starke Juister Info-Broschüre „Strandlooper“ erscheint während der Saison monatlich und informiert seit 1999 Inselgäste wie Insulaner über das aktuelle Veranstaltungsprogramm der Insel sowie über Themen aus der Juister Geschichte und das Leben auf Juist. Finanziert wird der Strandlooper allein über Inserate. Die Jahresgesamtauflage beträgt 45.000 Exemplare.[50]

Die „JNN:Juist Net News“ ist die Online-Zeitung für die Insel Juist. Sie veröffentlicht tagesaktuelle Nachrichten über alles was mit Juist zu tun hat.[51]

Bildung[Bearbeiten]

Die einzige Schule auf Juist ist die „Inselschule Juist“ am Schoolpad im Westen des Hauptortes. Die mitten in den Dünen gelegene Schule ist eine Grund-, Haupt- und Realschule. Im Schuljahr 2012/13 wurde sie in eine Grund- und Oberschule umgewandelt (d.h. der Haupt- und Realschulzweig läuft nach und nach aus). 2011 besuchten 103 Schülerinnen und Schüler die Schule [52] und werden von etwa zehn Lehrkräften unterrichtet. Wegen zu geringer Klassenstärken müssen Klassen zusammengelegt und gemeinsam unterrichtet werden.[53] Schüler der Insel, die das Abitur machen möchten, besuchen das Niedersächsische Internatsgymnasium in Esens. Die Schüler dieses Internats kommen zu über 90 Prozent von den Ostfriesischen Inseln.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Die gemeinsame Gemeinde- und Kurverwaltung der Insel ist hauptsächlich in zwei Gebäuden untergebracht: dem Rathaus in der Strandstraße und dem Ordnungs- und Standesamt im „Alten Warmbad“ an der Friesenstraße. Die Verwaltung ist auch für das Wasserwerk und das Klärwerk, den Bauhof und das Erlebnisbad der Insel zuständig. Die Kurverwaltung betreibt die Servicestellen mit Zimmervermittlung und Zimmernachweis und ist für das Marketing und das Veranstaltungsmanagement zuständig. Der Bürgermeister als Chef der Gemeindeverwaltung ist gleichzeitig als Kurdirektor Chef der Kurverwaltung.[54]

Im Haus des Kurgastes finden zudem diverse Veranstaltungen statt, darunter Konzert-, Kabarett- und Theateraufführungen. Ferner beherbergt das Gebäude unter anderem Lese- und Seminarräume, Angebote für Tischtennis und Poolbillard sowie ein Internetcafé.[55]

Bürgerstiftung[Bearbeiten]

Seit 2006 fördert die Juist-Stiftung Projekte zum Wohl der Insel.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Insel[Bearbeiten]

Folgende Personen sind auf der Insel Juist geboren:

  • Christian Jasper Klumker (* 22. Dezember 1868; † 19. Juli 1942), deutscher Sozialpädagoge
  • Hilke Rosenboom (* 11. Mai 1957; † 15. August 2008), deutsche Journalistin und Schriftstellerin
  • Alfred Behring (* 18. März 1919; † 2. Mai 1988), bekanntester Wattführer und Original von Juist
  • Uwe Kolbe (* 1966), deutscher Filmproduzent

Mit der Insel verbunden[Bearbeiten]

Folgende Personen sind nicht auf Juist geboren, haben jedoch vor Ort gewirkt:

  • Otto Leege (* 21. Februar 1862 in Uelsen/Grafschaft Bentheim; † 17. Dezember 1951 in Norden), deutscher Pädagoge, Naturwissenschaftler und „Vater“ der ostfriesischen Vogelschutzinsel Memmert.
  • Martin Luserke (* 3. Mai 1880 in Berlin; † 1. Juni 1968 in Meldorf), deutscher Schriftsteller und Reformpädagoge.
  • Alf Depser (* 23. März 1899 in Nürnberg; †2. März 1990 auf Juist), Künstler, entwarf unter anderem das Inselwappen.
  • Sandra Lüpkes (* 1971 in Göttingen), Kriminalautorin, Sängerin und Redakteurin.

Literatur[Bearbeiten]

  • Silke Arends: Juist – Töwerland | Zauberland. Verlag Soltau-Kurier-Norden 2007, ISBN 978-3-928327-85-5
  • Manon Loock-Braun: Unterwegs auf Juist. Naturkundlicher und kulturhistorischer Inselspaziergang. Husum Verlag, Husum 2002, ISBN 978-3-89876-037-9

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Juist – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Juist – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wikivoyage: Juist – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, Fortgeschriebene Einwohnerzahlen zum 31. Dezember 2012 (Hilfe dazu)
  2. a b Sehenswürdigkeit auf der Nordseeinsel Juist: Wasserturm, abgerufen am 28. Mai 2011
  3. NLS-Online: Tabelle Z00100001 Flächennutzungsarten - 452013 Inselgemeinde Juist Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen-Online (LSKN), abgerufen am 4. Juni 2011
  4. Klima im Bereich der Ostfriesischen Inseln, abgerufen am 29. Mai 2011
  5. Statista.de: Die zehn sonnenreichsten Orte in Deutschland im Jahr 2010, eingesehen am 17. September 2012
  6. Übersicht der Stationen mit frei verfügbaren Werten. Deutscher Wetterdienst (DWD). Abgerufen am 27. Juni 2011.
  7. a b c d e f g h i j k l m n o p q Juist: Historisches, abgerufen am 28. Mai 2011
  8. Sehenswürdigkeit auf der Nordseeinsel Juist: Goldfischteich, abgerufen am 28. Mai 2011
  9. Luftschifflandung am Kalfamer (1917), abgerufen am 16. Juli 2012
  10. Duden. Etymologie. 2. Auflage 1989
  11. Ökumenische Kirchenzeitung der Insel Juist „Uns Juister Karkenschipp“ Ausgabe 112 (PDF; 8,2 MB), abgerufen am 11. Juni 2011
  12. Niedersächsisches Kommunalverfassungsgesetz (NKomVG) in der Fassung vom 17. Dezember 2010; § 46 – Zahl der Abgeordneten, abgerufen am 5. Dezember 2011
  13. Inselgemeinde Juist – Ratsmitglieder, abgerufen am 5. Dezember 2011
  14. a b Gemeinde Juist – Gesamtergebnis Gemeinderatswahl 2011, abgerufen am 5. Dezember 2011
  15. DEMO. Monatszeitschrift für Kommunalpolitik: Kommunalwahlen in Niedersachsen, abgerufen am 17. September 2012
  16. Gemeinde Juist – Gesamtergebnis Gemeinderatswahl 2006, abgerufen am 5. Dezember 2011
  17. Inselgemeinde Juist – Bürgermeister, abgerufen am 29. Mai 2011
  18. Bundestagswahl 2013, Wahlkreis 24: Aurich/Emden. Der Bundeswahlleiter. Abgerufen am 9. Dezember 2009.
  19. Heiko Jörn: Alfred (genannt: Alf) DEPSER. Ostfriesische Landschaft. Abgerufen am 12. Juni 2011.
  20. Inselgemeinde Juist: Hauptsazung (PDF; 47 kB). Eingesehen am 16. Juli 2013.
  21. Küstenmuseum im Loog – Rundgang, abgerufen am 31. Mai 2011
  22. Nationalparkhaus Juist – Ausstellung, abgerufen am 31. Mai 2011
  23. Sehenswürdigkeit auf der Nordseeinsel Juist: Kutschenmuseum, abgerufen am 31. Mai 2011
  24. Sehenswürdigkeit auf der Nordseeinsel Juist: Haus Siebje, abgerufen am 31. Mai 2011
  25. Was ist NO.PO.NI.RE. AG?, abgerufen am 13. Juni 2011
  26. Sehenswürdigkeit auf der Nordseeinsel Juist: Memmertfeuer, abgerufen am 13. Juni 2011
  27. Sehenswürdigkeit auf der Nordseeinsel Juist: Kurplatz und Schiffchenteich, abgerufen am 10. Juli 2011
  28. Sehenswürdigkeit auf der Nordseeinsel Juist: Aussichtsplattformen an der Strandpromenade, abgerufen am 10. Juni 2011
  29. Küstenmuseum auf Juist im Loog - Der 7. Längengrad, abgerufen am 10. Juli 2011
  30. Wie aus einem alten, 2,30 Meter hohen Mann eine schöne, 50 cm hohe Nackte wurde, abgerufen am 8. Juni 2011
  31. a b c Seebrücke Juist – Neues Wahrzeichen für Juist, abgerufen am 2. Juni 2011
  32. Sehenswürdigkeit auf der Nordseeinsel Juist: Otto-Leege-Pfad, abgerufen am 14. Juni 2011
  33. Die Flora und Fauna der Ostfriesischen Inseln – Juist, abgerufen am 9. Oktober 2011
  34. a b Sehenswürdigkeit auf der Nordseeinsel Juist: Kalfamer, abgerufen am 13. Juni 2011
  35. Silke Arends: Juist – Töwerland | Zauberland. Verlag Soltau-Kurier-Norden 2007, ISBN 978-3-928327-85-5, Seite 111
  36. Die Inselkicker vom TSV Juist, abgerufen am 1. Juni 2011
  37. Strandlooper Juist, Mai 2011, Seite 105ff.
  38. Sport und Aktivitäten auf der Nordseeinsel Juist, abgerufen am 16. Juli 2012
  39. NLS-Online: Tabelle K7350001 Beherbergung im Reiseverkehr – Beherbergungsbetriebe mit mindestens 9 Betten. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen (LSKN). Abgerufen am 8. Juni 2009.
  40. Jugendherberge Juist, abgerufen am 18. Juni 2011
  41. Übernachten auf Juist, abgerufen am 18. Juni 2011
  42. TöwerCard – Ihre Service- und Kurbeitragskarte, abgerufen am 17. Juni 2011
  43. Die Nordsee GmbH – Wir über uns, abgerufen am 13. Juni 2011.
  44. Zweitwohnungssteuersatzung der Gemeinde (PDF; 123 kB), abgerufen am 17. Juni 2011.
  45. Gemeinde Juist: Kämmerei, abgerufen am 17. Juni 2011.
  46. Michaela Kruse: Reederei Norden-Frisia lässt neues Schiff taufen. 29. Oktober 2010. Abgerufen am 10. Juli 2011.
  47. Strandlooper Juist, Mai 2011, Seite 100ff.
  48. Besuch auf Juist, abgerufen am 12. Juni 2011
  49. Ostfriesischer Kurier, abgerufen am 11. Juni 2011
  50. Strandlooper, Infos und Juist-Geschichten, abgerufen am 11. Juni 2011
  51. Online-Zeitung – JNN:Juist Net News, abgerufen am 11. Juni 2011
  52. [1], dort Gemeinde Juist sowie 2011 ankreuzen und Tabelle erstellen lassen
  53. Inselschule Juist
  54. Organigramm der Gemeinde- und Kurverwaltung Juist (PDF; 141 kB), abgerufen am 17. Juni 2011
  55. Haus des Kurgastes, abgerufen am 16. Juli 2012