Loisach

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Loisach
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Loisach beim Austritt aus dem Kochelsee

Loisach beim Austritt aus dem Kochelsee

Daten
Gewässerkennzahl AT: 2-6-26, DE: 164
Lage Österreich (Tirol), Deutschland (Oberbayern)
Flusssystem Donau
Abfluss über Isar → Donau → Schwarzes Meer
Quelle westlich von Biberwier
47° 22′ 21″ N, 10° 52′ 8″ O47.37258333333310.8689444444441060
Quellhöhe ca. 1060 m ü. A.Vorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Mündung in der Pupplinger Au in die Isar47.93661563345911.433463096619565Koordinaten: 47° 56′ 12″ N, 11° 26′ 0″ O
47° 56′ 12″ N, 11° 26′ 0″ O47.93661563345911.433463096619565
Mündungshöhe ca. 565 mVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Höhenunterschied ca. 495 m
Länge 114 kmVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Abfluss am Pegel Beuerberg[1]
AEo: 954 km²
Lage: 16 km oberhalb der Mündung
NNQ (18.12.1991)
MNQ 1951–2006
MQ 1951–2006
Mq 1951–2006
MHQ 1951–2006
HHQ (24.05.1999)
15,1 m³/s
22,9 m³/s
56,4 m³/s
59,1 l/s km²
196 m³/s
344 m³/s
Abfluss, ohne Zufluss aus der Isarüberleitung (rund 20 m³/s) MQ
35 m³/s
Rechte Nebenflüsse Breitenbach
Durchflossene Seen Kochelsee
Mittelstädte Garmisch-Partenkirchen
Verlauf der Loisach

Verlauf der Loisach

Zu- und Abfluss der Loisach am Kochelsee

Die Loisach ist ein 114 km langer Zufluss der Isar in Österreich und Deutschland.

Name[Bearbeiten]

Dem Namen liegt das indogermanische Wort leubh, das lieb bedeutet, zugrunde. Es ist mit einem s als Suffix abgeleitet. Der Name bezieht sich auf den angenehmen Lauf des Flusses.[2]

Verlauf[Bearbeiten]

Von der Quelle bis zur bayrischen Grenze[Bearbeiten]

Die Loisach entspringt in einem Sumpf im Bundesland Tirol zwischen den Lechtaler Alpen im Westen und dem Mieminger Gebirge im Osten unterhalb bzw. nördlich des Fernpasses. Ihre Quelle befindet sich in der Gemeinde Biberwier in der Gegend von Blind-, Mitter- und Weißensee nahe der B 179. Von dort fließt ihr Wasser nordwärts durch das Ehrwalder Becken und anschließend entlang der B 187 durch Ehrwald und westlich vorbei an der Zugspitze zur deutschen Grenze.

Von Garmisch-Partenkirchen bis zum Kochelsee[Bearbeiten]

Auf bayerischer Seite passiert sie Richtung Nordosten zuerst Garmisch-Partenkirchen-Griesen und fließt dann vorbei an Grainau nach Garmisch, dem größten Ortsteil von Garmisch-Partenkirchen. Danach verläuft sie zwischen den Ammergauer Alpen im Westen und dem Estergebirge im Osten weiter nach Norden.

Über Farchant, Oberau und Eschenlohe sowie vorbei an Ohlstadt und Murnau erreicht die Loisach Großweil, wo sie nach Südosten abknickt und bei Schlehdorf nördlich des Herzogstands in den Westteil des Kochelsees einfließt.

Vom Kochelsee bis zur Mündung in die Isar[Bearbeiten]

Sie verlässt den See an seinem Nordrand westlich von Kochel, passiert Benediktbeuern und Penzberg und verlässt dort endgültig die Nordausläufer der Bayerischen Alpen. Sie durchfließt noch Eurasburg und mündet nördlich von Wolfratshausen im Auwald Pupplinger Au in die Isar.

Zuflüsse[Bearbeiten]

Die Loisach hat nur wenige Zuflüsse. Die wichtigsten sind rechtsseitig der Krepbach aus Grainau, der Hammersbach aus dem Höllental, die Partnach bei Garmisch-Partenkirchen, die aus Karstquelltöpfen stark einspeisenden Bäche Kuhflucht bei Farchant, Röhrlbach und Lauterbach bei Oberau und der Mühlbach bei Eschenlohe sowie die Eschenlaine bei Eschenlohe, die Kaltwasserlaine bei Ohlstadt und der von der Benediktenwand kommende Pessenbach. Linksseitig erhält die Loisach einen nennenswerten Zufluss bei Griesen von der Neidernach, bei Oberau vom Gießenbach und bei Murnau über die Ramsach, die das gesamte Murnauer Moos entwässert.

Wassermenge[Bearbeiten]

Nach den Angaben des Hochwassernachrichtendienstes Bayern über den mittleren Abfluss der Loisach in Beuerberg und des Loisach-Isar-Kanals in Bruggen fließen vor Wolfratshausen im Mittel 54 m³/s ab. Der Wert ist gegenüber dem natürlichen Abfluss erhöht, weil über das Walchenseekraftwerk Wasser von der Isar zugeführt wird. Ohne diesen Beitrag von knapp 20 m³/s aus dem Isarsystem bleibt ein Abfluss von knapp 35 m³/s, womit die Loisach nach der Amper der zweitgrößte Nebenfluss der Isar ist.

Eingriffe durch den Menschen[Bearbeiten]

Verbauungen[Bearbeiten]

Schon um 1900 wurde an der Loisach eine Ufersicherung errichtet. Darüber hinaus wurde die Loisach streckenweise begradigt, z. B. in der Ortslage von Garmisch, bei Murnau und nördlich des Kochelsees. Ehemalige Flussschleifen wurden dadurch abgeschnitten und sind stellenweise als Altwässer erhalten geblieben, z. B. östlich von Penzberg. Als Ziele der Begradigung können Hochwasserschutz, Moorentwässerung und Verbesserung der Verkehrsverhältnisse genannt werden. Der notwendige Platz für die Trassierung von Eisenbahnstrecke und Straße im engen Loisachtal westlich von Grainau konnte nur durch Begradigung und Verbauung der Loisach geschaffen werden.

Der Triftkanal verbindet die Abschnitte oberhalb und unterhalb des Kochelsees zum Zwecke der Flößerei.

Renaturierung und Hochwasserschutz[Bearbeiten]

Garmisch-Partenkirchen[Bearbeiten]

In drei Teilabschnitten wurde das Flussbett zwischen 1992 und 1997 für insgesamt 4,88 Millionen DM renaturiert. Der vergrößerte Abflussquerschnitt reduziert die Hochwassergefahr und lässt im Rahmen naturnah gestalteter neuer Ufersicherungen eine gewisse Eigendynamik der Flussbettentwicklung zu, was wiederum die Selbstreinigungskraft und das ökologische Entwicklungspotenzial verbessert. Zusätzlich mindern Sohlrampen die zuvor starke Tiefenerosion. Mit verbreiterten Ufersäumen vermittelt die Loisach seitdem wieder Naturnähe und Zugänglichkeit.

Eschenlohe[Bearbeiten]

Nach dem der Ort Eschenlohe sowohl vom Pfingsthochwasser 1999 als auch vom Alpenhochwasser 2005 schwer getroffen wurde, wurden auf 2 km Baumaßnahmen durchgeführt um den Ort vor zukünftigen Hochwasserereignissen dieser Größenordnung zu schützen. Es wurden u.a. eine 1000 m lange Ufermauer und eine neue Brücke, die die Loisach ohne stauenden Pfeiler überquert, errichtet.[3]

Wasserkraftwerke[Bearbeiten]

In Betrieb[Bearbeiten]

Das Wasser der Loisach wird von verschiedenen Kraftwerken zur Energieerzeugung genutzt.

Zum einen befindet sich in Garmisch-Partenkirchen am Loisachwehr seit dem Jahr 2011 wieder ein Kraftwerk, nachdem ein Vorgängerbau im Jahr 1920 durch ein Hochwasser stark beschädigt wurde. Das neue Kraftwerk liefert pro Jahr 2,20 GWh Strom, was ausreicht ca. 600 Haushalte zu versorgen.[4]

Ein weiteres Kraftwerk befindet sich in Farchant. Hierbei handelt es sich um ein Laufwasserkraftwerk, das über eine Kaplan-Turbine mit einer Leistung von 400 kW verfügt. Außerdem stehen in diesem Kraftwerk noch eine Kondensationsdampfkesselanlage, zwei Dieselaggregate mit einer Leistung von je 350 kW und ein Notstromaggregat mit einer Leistung von 1.500 kW bereit.[5]

Ein drittes Kraftwerk befindet sich in Schönmühl. Hierbei handelt es sich ebenfalls um ein Laufwasserkraftwerk, allerdings mit einer Leistung von 5 MW

Geplant[Bearbeiten]

In Großweil ist ein weiteres Kraftwerk geplant. Hier soll ein modernes Schachtkraftwerk entstehen, dessen Anlagen größtenteils unter Wasser liegen. Allerdings formiert sich gegen das Kraftwerk Protest, da es im FFH-Gebiet Murnauer Moos gebaut werden soll.[6] [7]

Fotos[Bearbeiten]

Trivia[Bearbeiten]

Loisach ist auch der Name des fiktiven Spielortes der Vorabendserie Schafkopf im ZDF.[8]

Literatur[Bearbeiten]

  • Karl Wolf: Flößerei und Trift auf der oberen Loisach. In: Jahrbuch 2011 des historischen Vereins Murnau am Staffelsee e. V. S. 25–120.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Loisach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Deutsches Gewässerkundliches Jahrbuch Donaugebiet 2006. Einzelblatt Pegel Beuerberg. Bayerisches Landesamt für Umwelt, abgerufen am 15. Februar 2013 (PDF, deutsch, Auf: hnd.bayern.de).
  2.  Wolf-Armin Frhr. v. Reitzenstein: Lexikon bayerischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. C.H.Beck oHG, München 2006, ISBN 978-3-406-55206-9, S. 156.
  3. Eschenlohe vor Hochwasser geschützt. Merkur-online.de, 16. September 2007, abgerufen am 7. April 2013.
  4. Neues Loisachkraftwerk in Betrieb genommen. Merkur-online.de, 15. Juli 2011, abgerufen am 7. April 2013.
  5. Das Werk - Kraftwerk Farchant im Rundgang. Kraftwerk Farchant A. Poettinger & Co. KG, abgerufen am 7. April 2013.
  6. Großweil gibt Gas. Gemeindewerke Garmisch-Partenkirchen, abgerufen am 7. April 2013.
  7. Wasserkraftwerk: Klage steht im Raum. Merkur-online.de, 31. Januar 2013, abgerufen am 7. April 2013.
  8. Schafkopf, ZDF, Zugriff am 21. Dezember 2012.