Schlehdorf

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Schlehdorf
Schlehdorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Schlehdorf hervorgehoben
47.65511.313333333333604Koordinaten: 47° 39′ N, 11° 19′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Bad Tölz-Wolfratshausen
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Kochel am See
Höhe: 604 m ü. NHN
Fläche: 25,39 km²
Einwohner: 1217 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 48 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 82444,
82439 (Kreut)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahl: 08851
Kfz-Kennzeichen: TÖL, WOR
Gemeindeschlüssel: 09 1 73 142
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kocheler Straße 22
82444 Schlehdorf
Webpräsenz: www.schlehdorf.de
Bürgermeister: Stefan Jocher (CSU)[2]
Lage der Gemeinde Schlehdorf im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen
Starnberger See Ammersee Österreich Landkreis Ebersberg Landkreis Garmisch-Partenkirchen Landkreis Landsberg am Lech Landkreis Miesbach Landkreis München Landkreis Rosenheim Landkreis Starnberg Landkreis Weilheim-Schongau Wolfratshauser Forst Pupplinger Au Pupplinger Au Bad Heilbrunn Bad Tölz Benediktbeuern Bichl Dietramszell Egling Eurasburg (Oberbayern) Gaißach Geretsried Greiling Icking Jachenau Kochel am See Königsdorf (Bayern) Lenggries Münsing Reichersbeuern Sachsenkam Schlehdorf Wackersberg WolfratshausenKarte
Über dieses Bild
Friedhofskapelle

Schlehdorf ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen. Sie liegt am Kochelsee und beherbergt ein Kloster der Missions-Dominikanerinnen, das Kloster Schlehdorf. Schlehdorf ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Kochel am See. Im Jahr 2013 feiert die Gemeinde ihr 1250-jähriges Bestehen.

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung in einer Gründungsurkunde des Klosters Schlehdorf-Scharnitz stammt aus dem Jahr 763. Dieses Kloster stand am Eichelspitz am Kochelseeufer und wurde im Jahr 907 durch die Awaren zerstört. Ein zweites Kloster wurde am südlichen Ortsrand von Schlehdorf errichtet und brannte 1784 fast vollständig ab. Ein dritter Klosterbau auf dem sogenannten Kirchbichl ist heute noch vorhanden und seit 1904 im Besitz der Missions-Dominikanerinnen von King-Williams-Town.

Der Ort Schlehdorf gehörte von 1597 bis zur Säkularisation zu einer geschlossenen Hofmark, deren Sitz das Kloster Schlehdorf war. 1818 wurde Schlehdorf im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern eine selbstständige politische Gemeinde.

Blick auf Schlehdorf

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Nach der letzten Kommunalwahl am 2. März 2008 hat der Gemeinderat zwölf Mitglieder. Die Wahlbeteiligung lag bei 67,4 %. Die Wahl brachte folgendes Ergebnis:

  Wählergruppe Loisach     6 Sitze  (53,9 %)
  Freie Wähler Schlehdorf-Unterau 6 Sitze (46,1 %)

Weiteres Mitglied und Vorsitzender des Gemeinderates ist der Bürgermeister.

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen der Gemeinde Schlehdorf ist dreigeteilt. Die Blaue Hacke rechts und das Rote Kreuz links jeweils auf silbernem Grund sind dem Wappen des ehemaligen Augustiner-Chorherrnstifts Schlehdorf entnommen. Die weiße Schlehdornblüte auf blauem Grund am Fuß des Wappens ist redendes Symbol des Ortschaftsnamens.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kochelsee und Walchensee

Die Seestraße in Schlehdorf mit ihren 12 aneinander gereihten und annähernd gleichen Bauernhäusern steht als Ensemble unter Denkmalschutz. Ihre einzigartige Bauweise ist auf die fast vollständige Zerstörung des Ortes durch eine verheerende Brandkatastrophe im Jahr 1846 zurückzuführen. Die Neuerrichtung des Dorfes erfolgte auf Anordnung der Regierung in München, in der Baulinien, Straßenführung und Kanäle exakt vorgeschrieben wurden. Im März 1847 erfolgte die Absteckung der Bauplätze. Gerade, rechtwinkelig aufeinander zustoßende Straßenzüge, Scheunen, Ställe und Wohnhäuser von gleicher Bauart, ohne Erker, Balkon und vorspringendes Dach, dazu gleich große Gärten verliehen dem Dorf ein völlig verändertes und heute einzigartiges Aussehen.

Die zum Kloster gehörende Pfarrkirche verfügt über die einzige noch erhaltene Orgel des Orgelbauers Franz Thoma aus Aitrang/Allgäu; sie wurde 1783 eingeweiht.

Das Schlehdorfer Kreuz in der Heilig-Kreuz-Kirche mit einer lebensgroßen Figur des Christus ist um das Jahr 970 entstanden und gehört damit zu den ältesten Monumental-Kruzifixen der Christenheit.

Siehe auch Liste der Baudenkmäler in Schlehdorf

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Landratsamt Bad Tölz-Wolfratshausen: Ergebnisse der Bürgermeisterwahlen 2014. In: http://www.lra-toelz.de. März 2014, abgerufen am 21. Oktober 2014.
  3. Die Märtyrer von Tokwon, Bruder Hilarius (Benedikt) Hoiß – (Missionsbenediktiner)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schlehdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien