Farchant

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Farchant
Farchant
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Farchant hervorgehoben
47.53083333333311.111111111111672Koordinaten: 47° 32′ N, 11° 7′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Garmisch-Partenkirchen
Höhe: 672 m ü. NHN
Fläche: 25,76 km²
Einwohner: 3638 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 141 Einwohner je km²
Postleitzahl: 82490
Vorwahl: 08821
Kfz-Kennzeichen: GAP
Gemeindeschlüssel: 09 1 80 116
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Am Gern 1
82490 Farchant
Webpräsenz: www.gemeinde-farchant.de
Bürgermeister: Martin Wohlketzetter (SPD)
Lage der Gemeinde Farchant im Landkreis Garmisch-Partenkirchen
Ettaler Forst Wallgau Unterammergau Uffing am Staffelsee Spatzenhausen Seehausen am Staffelsee Saulgrub Riegsee (Gemeinde) Oberau Oberammergau Murnau am Staffelsee Mittenwald Krün Großweil Grainau Garmisch-Partenkirchen Farchant Ettal Bad Bayersoien Bad Kohlgrub Ohlstadt Eschenlohe Schwaigen Landkreis Ostallgäu Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen Landkreis Weilheim-Schongau ÖsterreichKarte
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Farchant ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Garmisch-Partenkirchen. Sie liegt an der Loisach in der Region Zugspitzland im Werdenfelser Land und wurde zwischen den Jahren 791 bis 802 das erste Mal urkundlich erwähnt.[2] Farchant ist überwiegend vom Tourismus und der Landwirtschaft geprägt. Im Jahre 2009 betrug die Einwohnerzahl 3688 Personen.[3] Die Landeshauptstadt München liegt in nördlicher Richtung etwa 80 Kilometer entfernt.

Geographie[Bearbeiten]

Farchant vom Estergebirge aus gesehen

Lage[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet erstreckt sich über 25,76 km2. Die größte Ausdehneung in Ost-West-Richtung beträgt etwa elf Kilometer, in Nord-Süd Richtung etwa vier Kilometer. Die Gemeindegrenze hat eine Länge von 28 km.[4]

Farchant liegt auf 47° 31′ 49″ nördlicher Breite und 11° 6′ 44″ östlicher Länge.[5] Der höchste Punkt im Gemeindegebiet ist mit einer 2033 m ü. NN der Gipfel des Bischof im Estergebirge. Das Ortszentrum befindet sich in 672 m ü. NN und der tiefste Punkt von Farchant ist auf einer Höhe von 655 m ü. NN an der Stelle, an der die Loisach aus dem Gemeindegebiet austritt.[4] In Farchant gilt wie in ganz Deutschland die Mitteleuropäische Zeit, wobei die mittlere Ortszeit etwa um 15 min zurückbleibt.[Anm. 1]

Das bedeutendste Gewässer in Farchant ist die Loisach. Westlich der Loisach, die das Gemeindegebiet von Süd nach Nord durchfließt, liegt auch das Hauptsiedlungsgebiet des Gemeinde. Im Osten entspringt einer steilen Felswand am Hohen Fricken die Kuhflucht. Der Gebirgsbach stürzt mit wilden Kaskaden ins Tal und mündet nördlich von Farchant in die Loisach. Zu beachten ist noch der Ronetsbach, der am Nordwestende von Farchant seinen Ursprung hat und zwischen Farchant und Oberau in die Loisach fließt.[4] Der letzte Abschnitt des Ronetsbach charakterisierte über hunderten von Jahren die Grenze zwischen Bayern und der Grafschaft Werdenfels. An der oberen Alpspitzstraße entspringt der Dorfbach, der das Dorf von Süden nach Norden durchfließt. Dieser war zu früheren Zeiten die Lebensgrundlage des Ortes, er wurde jedoch nach dem Zweiten Weltkrieg kanalisiert und überbaut. Im Zuge des Rückbaus der Bundesstraße 2 konnte ein Stück im Unterdorf renaturalisiert werden.

Ausdehnung und Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die westliche Grenze der Gemarkung Farchant bildet in den Ammergauer Alpen der Gipfel des Großen Zunderkopf, 1895 m, der Brünstleskopf, 1814 m und der Schafkopf mit 1380 m. Vom Schafkopf zieht die Grenze über den Heuberg in nordöstlicher Richtung ins Tal, wendet sich dann nach Osten ins Estergebirge ab und den Gipfel des Bischof zu. Von diesen dann nach Süden weiter zum Hohen Fricken, 1940 m, und zu einem Nebengipfel des Wanks (Farchanter Kreuz) mit 1749 m. Ab dort führt die Grenze nach Westen wieder hinab ins Loisachtal und weiter durch den Lahnewiesgraben zurück zum Großen Zunderkopf.[4]

Die Gemeinde Farchant ist von zwei anderen Gemeinden sowie einem gemeindefreien Gebiet umgeben, die alle wie Farchant dem Landkreis Garmisch-Partenkirchen zugehören. Südlich und östlich an das Gemeindegebiet grenzt Garmisch-Partenkirchen. Das Zentrum von Garmisch-Partenkirchen ist von Farchant vier Kilometer entfernt. Im Westen ist das Gemeindefreie Gebiet Ettaler Forst und im Norden Oberau die Nachbarn.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Den ältesten Ortsteil von Farchant bildet das Unterdorf, das nördlich der jetzigen Bahnhofstraße und der Grünfläche des Gerns liegt. Um der Kirche herum entstand das sogenannte Kirchdörfl und an der jetzigen Alpspitzstraße das Oberdorf. Etwas außerhalb, als einziger Ortsteil östlich der Loisach bildete sich an der Mühle das Mühldörfl. Im Laufe der Zeit wurden auch andere Bereiche besiedelt, wie die westlich des Unterdorfes liegenden, sogenannten Lachen (feuchte Wiesen), das im Nordosten, jetzt an der Partenkirchner Straße liegende Nachfeld sowie die Föhrenheide. In der Föhrenheide entstand ein Siedlungsprojekt für Heimatvertriebene. Aus heutiger Sicht besteht Farchant eher aus einen homogenen Siedlungskörper mit jeweils einem Gewerbegebiet am Nord- und Südende.

Geschichte[Bearbeiten]

Hauptartikel: Geschichte Farchants

Archäologische Funde[Bearbeiten]

Auf dem Spielleitenköpfl bei Farchant wurden im September 1994 Keramikbruch, Bronzefibeln, Bronzegussstücke, Eisengerät und verbrannte so wie unverbrannte Knochen gefunden. Diese Fundstücke konnten der Hallstattzeit 600 v. Chr. zugeordnet werden. Es ist der erste archäologische Fund aus dieser Zeit im Werdenfelser Land. Nach Amei Lang ist darauf zu schließen, dass es sich um einen Brandopferplatz handelt. Ebenfalls fand man in der Nähe des heutigen Friedhofes eine Pferdchenfibel, sie wird auf die Frühlatènezeit, ca. 450-300 v. Chr. datiert. Die Gegend um Farchant kann als direkte Kontakzone zwischen Kelten und Rätern angenommen werden. Das unterstreichen auch die Fundstücke, die einerseits aus dem inneralpinen Raum, aber auch aus der südbayerische Region stammen. Die Pferdchenfibel muss man den Kelten zuordnen.[6] Bei einer Grabung 2009 fand man keramische Scherben die von Gefäßen der jüngeren Bronzezeit stammen, diese Fundstücke sind auf ca. 1700 v. Chr bis 1500 v. Chr. zu datieren.[7]

Germanisierung und erste urkundliche Erwähnung[Bearbeiten]

Um 600 n. Chr. entstanden im Loisachtal an der zumindest noch in Teilstücken gut befahrenen Römerstraße Via Raetia im Auftrag des bayerischen Herzogs Tassilo I. neue bayerische Ortschaften. Darunter befand sich auch Farchant, das die ersten Siedler nach dem vorherrschenden Landschaftsbild Forchheida (Föhrenheide) nannten. Etwa zwei Kilometer südlich von Farchant ist noch eine zweite Siedlung, mit dem Namen Aschau, gegründet worden. Die ersten Gründer des Ortes (etwa ein halbes Dutzend Familien) hausten in einfachen Blockhäusern und waren mit hoher Wahrscheinlichkeit Heiden. Man muss davon ausgehen, dass diese neuen Siedlungen direkt dem Herzog unterstanden.[8][9] Bei dem Bau der Eisenbahnlinie von München nach Garmisch fand man im Bereich des heutigen Bahnhofs in Farchant etwa 20 Reihengräber aus der Zeit um 650. Die heidnischen Grabbeilagen sind bis heute verschollen.[10]

Um 750 bekehrten irische und schottische Mönche das Oberland zum Christentum. Es wird vermutet, dass auch in dieser Zeit eine Holzkirche in Forchheida errichtet wurde und sie eine alte heidnischen Kultstätte ersetzte.[8]

Bei der ersten schriftlichen Erwähnung von Farchant handelt es sich um eine Notiz aus den Jahren 791 bis 802 in einer Streitsache zwischen Graf Irminher aus dem Tiroler Inntal und Bischof Atto von Freising.[2] In dieser Notiz überlässt Graf Irminher aus dem Tiroler Inntal dem Bischof Atto von Freising das Anrecht an der Kirche.[8]

Unter Freisinger Herrschaft bis zur selbständigen Gemeinde[Bearbeiten]

Farchant 1700 auf einem Gemälde im Fürstengang in Freising

1294 dehnt der Freisinger Bischof Emicho durch Käufe die Macht des Hochstift Freising im Loisachtal entscheidend aus. Die Freisinger fassten ihre gesamten Besitztümer zur Grafschaft Werdenfels zusammen, die damit das größte Teilterritorium des Hochstift Freising war.[11] Zu der Grafschaft Werdenfels gehörte auch Farchant, bis zu ihrer Auflösung durch den Reichsdeputationshauptschluss von 1803, danach kam der Ort zu Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen im Königreich Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

1494 verlegte man das komplette Dorf Aschau mit seinen 13 Höfen nach Farchant. Über die Gründe kann nur spekuliert werden, wahrscheinlich war das Absinken oder das Ausbleiben von Quellwasser dafür verantwortlich.[12]

Entwicklung der Einwohnerzahl[Bearbeiten]

Entwicklung der Einwohnerzahl von Farchant zwischen den Jahren 1730 und 2009
siehe auch den Abschnitt Entwicklung der Einwohnerzahl im Artikel Geschichte Farchants

Wie oben beschrieben ist es anzunehmen, dass es sich bei den ersten Siedlern von Farchant um etwa ein halbes Dutzend Familien handelte, also etwa 50 Personen.[8] Anhand einer Steuertabelle aus dem Jahre 1546 kann man sich ein erstes genaueres Bild von Farchant machen, mit 38 vorkommenden Haushalten ist auf eine Bevölkerungszahl von etwa 200 Personen zu schließen.[13] Die im Auftrag der Regierung aus Freising durchgeführten Volkszählung kam 1624 in Farchant auf 64 Haushalte mit 347 Einwohnern. Farchant war damit der viertgrößte Ort in der Grafschaft Werdenfels.[14] Die Steuertabelle aus dem Jahre 1730 gibt interessante statistische Einzelheiten her: In 65 Häusern sind genau 71 Haushalte, oder 350 Einwohner untergebracht. Davon werden 66 Mann als wehrfähig und 87 Personen als steuerpflichtig beschrieben.[15]

Eine Volkszählung 1840 ergab 360 , bei der folgenden, 31 Jahre später, wurden nur 327 Einwohner gezählt. Ende des 19. Jahrhunderts stieg die Bevölkerung erstmals über 400, so dass 1900 442 Einwohner gezählt wurden. Zwischen den beiden Weltkriegen verdreifachte sich diese Zahl, 1925 lebten 734 Einwohner in Farchant und 1939 1237. Nach dem Zweiten Weltkrieg stieg die Einwohnerzahl stetig von 1941 (1950) Einwohner bis 3757 Einwohner im Jahre 2000. Bei der letzten Erhebung 2009 wurden mit 3688 Einwohner 69 Personen weniger gezählt als neun Jahre zuvor.[3]

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Gemeinderatswahl am 2. März 2008
 %
50
40
30
20
10
0
39,5 %
18,9 %
41,6 %

Der Gemeinderat aus Farchant setzt sich aus 17 Mitgliedern zusammen, einschließlich des Bürgermeisters.

CSU SPD Freie Wählergemeinschaft Gesamt
2008 6 3 7 16 Sitze

(Stand: Kommunalwahl am 2. März 2008)[16]

Bürgermeister ist Martin Wohlketzetter (SPD).[17]

Im Jahr 2009 betrugen die Gemeindesteuereinnahmen 2534 T€, davon entfielen auf die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 382 T€.

Wappen[Bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: In Silber auf grünem, mit einem silbernen Wellenbalken belegtem Boden drei grüne Föhren.[18] Im Jahre 1952 ist der Gemeinde Farchant das Wappen als Hoheitszeichen verliehen worden. In Anlehnung an den alten Ortsnamen Forchheida zeigt das Wappen die drei Föhren. Der grüne Boden stellt die Wiesen von Farchant dar, durch die sich als silberner Wellenbalken die Loisach schlängelt.[19]

Kultur[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Veränderung des Farchanter Ortskerns

Siehe auch Liste der Baudenkmäler in Farchant

Auch wenn die Veränderung des historischen Ortskerns von Farchant schon weit fortgeschritten ist, gibt es immer noch viele Häuser, die sich noch weitgehend im ursprünglichen Zustand befinden, siehe die Karte rechts.[20] Die meisten dieser Häuser stehen unter Denkmalschutz, darunter

Die anderen Baudenkmäler sind zum größten Teil noch genutzte oder ehemalige Bauernhöfe und Getreidespeicher.

Pfarrkirche St. Andreas Farchant-1.jpg
Rathaus Farchant-2.jpg
Am Gern 4 Farchant-1.jpg
Hauptstr. 21 Farchant-2.jpg
Links: Die katholische Pfarrkirche St. Andreas, errichtet vom Münchner Barockbaumeister Johann Mayr d.J 1728/29. Mitte links: Das Rathaus, ein ehemaliges Herrschaftshaus. Mitte rechts: Das Pfarrhaus aus dem Jahre 1748, ein ehemaliges Benefiziatenhaus. Rechts: Das Bauernhaus „Beim Sigl“.

Bodendenkmäler[Bearbeiten]

Weg auf den Schanzanlagen an der ehemaligen Grenze zwischen Werdenfels und Bayern bei Farchant

Laut dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege gibt es in der Gemarkung Farchant mehrere Bodendenkmäler.[21] Herauszuheben wären:

Folgende Bodendenkmäler sind nicht mehr sichtbar:

Brauchtum, Sport und Freizeit[Bearbeiten]

Ein fester Bestandteil der Brauchtumspflege in Farchant ist der 1913 gegründete Volkstrachtenverein Farchant, dieser ging aus der Theatergesellschaft, dem Maibaumverein und dem Schuhplattlerverein hervor. Die Theaterabende und Heimatabende im Kurgästesaal sowie die Waldfeste im Kuhfluchtwald sind feste Bestandteile im Veranstaltungskalender von Farchant. Alle vier Jahre stellt der Trachtenverein in Farchant auch einen Maibaum auf. Darüber hinaus gibt es noch folgende Vereine die das Brauchtum in Farchant bewahren: Krieger und Veteranenverein Farchant, Verein der Freiwilligen Feuerwehr Farchant, Musikkapelle Farchant, Trommlerzug Farchant, Heimatverein Forcheida, Johanni-Verein Farchant, Fingerhaklerverein Farchant, Schützengesellschaft Kuhflucht und der Spar- und Stopselclub Farchant.[22] Besonderes Augenmerk verdient der Maschkerastammtisch Farchant, dieser Verein unterstützt zur Faschingszeit das jährliche Maschkeratreiben (Maschkera heißt Maskierter). Besonders am „Unsinnigen Donnerstag“ sind auf den Straßen und in den Gaststätten von Farchant „Schellenrührer“, „Jackelschurzer“ und „Untersberger Mandl“ zu finden die maskiert mit sehr individuellen Holzlarven den Winter austreiben.[23]

Der größte Verein in Farchant ist mit mehr als 1200 Mitgliedern der 1949 gegründete Turn- und Sportverein Farchant. Der TSV ist in sechs Abteilungen organisiert: Jugendfußball, Fußball, Sportkegeln, Eisstock, Ski und Gymnastik.[24] Die Motorradfreunde haben beim 2003 gegründeten Motorradsportverein Farchant ein Zuhause gefunden.[25] Das Vereinsleben in Farchant erweitern noch der Briefmarkensammlerverein Philatelia, der Obst- und Gartenbauverein Farchant, der Eisstockclub Farchant sowie die Wasserwacht Farchant.

Eine Gemeindebücherei ist in den Räumen der Tourist-Information untergebracht. Der aus Kinder- und Jugendbüchern, Sachbüchern und Romanen bestehende Medienstand beträgt 3500 Bücher.[26] Als Sport und Freizeiteinrichtungen stehen noch das Sportzentrum „Föhrenheide“, der Skilift „Am Ried“ und das Warmfreibad „Werdenfels“ zur Verfügung.[27] Im Kuhfluchtwald gibt es einen Walderlebnispfad sowie ein Kneippbecken.[28] Die Umgebung von Farchant kann man im Sommer auf zahlreichen Wanderwegen über Wiesen und in den angrenzenden Bergen, im Winter auf gespurten Loipen erkunden.[29]

Natur[Bearbeiten]

Kuhfluchtwasserfälle[Bearbeiten]

Kuhfluchtwasserfälle

Die Kuhfluchtwasserfälle sind eine Gruppe von drei Wasserfällen oberhalb von Farchant am Westhang des Hohen Fricken. Die drei Fallstufen summieren sich auf ca. 270 m und gehören somit zu den höchsten in Deutschland.

Frickenhöhle[Bearbeiten]

Die Frickenhöhle liegt auf halber Höhe auf 1258 m am Westhang des Hohen Fricken. Die Höhle ist als Abstecher auf dem steilen Steig zum Hohen Fricken von Farchant aus in etwa 1 ¾ Stunden zu erreichen. Der erforschte Teil der Höhle ist ca. 2800 m lang und weist einen Höhenunterschied von etwa 60 m auf.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Die Umgehungsstraße (B2) von Farchant in südöstlicher Richtung

Wirtschaft[Bearbeiten]

Es gab 2009 im Bereich der Land- und Forstwirtschaft keine, im produzierenden Gewerbe 223, im Bereich Handel und Verkehr 229 und im Bereich öffentliche und private Dienstleister 136 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 71 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1248.[16] Im verarbeitenden Gewerbe, sowie Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden, mit mehr als 20 Beschäftigten gab es 2009 einen Betrieb. 2010 gab es im Bauhauptgewerbe 13 Betriebe mit insgesamt 62 Beschäftigten und einem Gesamtumsatz von 4513 T€.[30]

Im Jahre 2007 gab es 29 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von mehr als zwei Hektar. Der Viehbestand lag bei 348 Rindern (144 Milchkühe), 425 Schafe, 23 Pferde und 276 Hühner.[31] Diese Betriebe bewirtschafteten eine Gesamtfläche von 461 ha, was 17,9 % der Gebietsfläche von Farchant ausmachten. 1667 ha, das sind 64,7 % von Farchant, waren 2009 Waldgebiete.[32]

Beherbergungsbetriebe mit neun oder mehr Gästebetten gab es in Farchant 2009 16. Die Angebotene Bettenzahl betrug 417 Betten. Es wurden 28.062 Übernachtungen gezählt und die durchschnittliche Aufenthaltsdauer betrug 4,2 Tage. Die kleineren Beherbergungsbetriebe konnten bei einer durchschnittlichen Aufenthaltsdauer von 8,6 Tagen 46.968 Gästeübernachtungen vorweisen.[33]

Öffentliche Verkehrsmittel[Bearbeiten]

Eisenbahnverkehr

Am 12. Dezember 2010 wurde auf der Bahnstrecke München–Garmisch-Partenkirchen die Bahnstation Farchant wiedereröffnet, in der seit 1984 keine Züge mehr gehalten hatten.[34] Den Reisenden bieten sich nun stündlich Fahrtmöglichkeiten von und nach München und Garmisch-Partenkirchen – Mittenwald – Innsbruck sowie nach Reutte in Tirol und weiter nach Kempten/Allgäu. Im Lastverkehr (früh und am späten Nachmittag) besteht sogar ein halbstuendlicher Taktverkehr nach bzw. von München Hbf.

Busverkehr

Farchant ist mit drei Haltestellen und den Linien 4 und 5 an das Ortsbusnetz von Garmisch Partenkirchen angebunden.[35] Eine Haltestelle der Linie 9606 des Regionalverkehr Oberbayern verbindet Farchant mit dem regionalen Busnetz. Die Busse verkehren im Stundentakt in Richtung Garmisch-Partenkirchen und Füssen.[36]

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Am 27. Mai 2000 wurde der 2,4 Kilometer lange Farchanter Tunnel eröffnet, dieses Bauwerk ist Teil der Bundesstraße 2 (B2-neu) und einer Ortsumgehung von Farchant die zur Entlastung des täglichen Durchgangsverkehrs dient, der zuvor die Anwohner massiv belastete.[37]

Bildung[Bearbeiten]

In Farchant gibt es eine Volksschule, ein Sonderpädagogisches Förderzentrum und zwei Kindergärten. Die Volksschule Farchant besitzt eine Grundschule (1. bis 4. Klasse) mit 127 Schüler(inne)n und eine Hauptschule (5. und 6. Klasse) mit 50 Schülern (Stand 2011).[38] Das Sonderpädagogische Förderzentrum Christopherusschule besitzt Klassen im Bereich der Förderschwerpunkte „Lernen, Sprache, emotionale und soziale Entwicklung“ und „geistige Entwicklung“ sowie eine „Schulvorbereitende Einrichtung“.[39] Der Träger der Kindergärten ist die Katholische Kirchenstiftung St. Andreas Farchant. Der Kindergarten St. Andreas ist für drei Gruppen, der Kindergarten St. Florian für eine Gruppe angelegt.[40][41]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter von Farchant[Bearbeiten]

  • Rosina Krin, *um 1558 in Farchant, †1590 in Garmisch, wurde beschuldigt, mit den Teufel im Bunde zu stehen, und auf dem Scheiterhaufen verbrannt.
  • Robert Sterflinger, *1964 in Farchant, deutscher Eishockeyspieler.

Persönlichkeiten, die in Farchant gewirkt haben[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Josef Brandner: Farchanter Drei-Föhren-Chronik. Selbstverlag, Farchant 1979.
  • Heimatverein forcheida e.V. (Hrsg.): forcheida - Beiträge des Farchanter Heimatvereins. selbstverl., Farchant.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Farchant – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Farchant – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b Andreas Liebl:Überlegungen zur ersten schriftlichen Erwähnung von Farchant. In: forcheida. Heft  13, 2007, S. 3-6.
  3. a b GENESIS-Online. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung, abgerufen am 1. Mai 2011.
  4. a b c d BayernViewer. Bayerische Staatsregierung, abgerufen am 9. Mai 2011.
  5. Statistik Farchant 2010. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung, abgerufen am 9. Mai 2011 (PDF).
  6. Amei Lang:Die eisenzeitliche Kultstätte auf dem Spielleitenköpfl bei Farchant. In: forcheida. Heft  4, 1995, S. 4-12.
  7. Amei Lang/Heiner Schwarzenberg:Die hallstattzeitliche Brandopferplatz auf dem Spielleitenköpfl bei Farchant. In: forcheida. Heft  16, 2010, S. 9-13.
  8. a b c d Josef Brandner: Farchanter Drei-Föhren-Chronik. S. 4.
  9. Siegfried Walther:Die Ursprünge von Farchant und Aschau. In: forcheida. Heft  12, 2006, S. 3-12.
  10. Josef Brandner:Farchanter Heimatlexikon - Reihengräber. In: forcheida. Heft  10, 2003, S. 13.
  11. Josef Brandner: Farchanter Drei-Föhren-Chronik. S. 7.
  12. Josef Brandner: Farchanter Drei-Föhren-Chronik. S. 16.
  13. Josef Brandner: Farchanter Drei-Föhren-Chronik. S. 25–26.
  14. Josef Brandner: Farchanter Drei-Föhren-Chronik. S. 65.
  15. Josef Brandner: Farchanter Drei-Föhren-Chronik. S. 138.
  16. a b Statistik Farchant 2010. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung, S. 9, abgerufen am 9. Mai 2011 (PDF).
  17. Bürgermeisterwahl. In: Kommunalwahlen in Bayern. Abgerufen am 9. Mai 2011.
  18. Farchant: Wappengeschichte vom HdBG
  19. Josef Brandner: Farchanter Drei-Föhren-Chronik. S. 250.
  20. Josef Brandner:Haus- und Familiengeschichten. In: forcheida. Heft  10, 2003, S. 13.
  21. BayernViewer-denkmal. Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege, abgerufen am 2. Mai 2011 (Java erforderlich).
  22. Vereine in Farchant. Gemeinde Farchant, abgerufen am 2. Mai 2011.
  23. Fasching im Werdenfelser Land. www.masckera.de, abgerufen am 2. Mai 2011.
  24. Chronik. TSV Farchant, abgerufen am 2. Mai 2011.
  25. MSV-Farchant. www.msv-farchant.de, abgerufen am 2. Mai 2011.
  26. 1. Ausgabe Farchanter Dorfblatt. Gemeinde Farchant, S. 4, abgerufen am 26. April 2011 (PDF; 976 kB).
  27. Sport- und Freizeiteinrichtungen. Gemeinde Farchant, abgerufen am 26. April 2011.
  28. Walderlebnispfad. Tourismus Farchant, abgerufen am 2. Mai 2011.
  29. Startseite. Tourismus Farchant, abgerufen am 2. Mai 2011.
  30. Statistik Farchant 2010. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung, S. 14, abgerufen am 9. Mai 2011 (PDF).
  31. Statistik Farchant 2010. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung, S. 13, abgerufen am 9. Mai 2011 (PDF).
  32. Statistik Farchant 2010. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung, S. 12, abgerufen am 9. Mai 2011 (PDF).
  33. Statistik Farchant 2010. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung, S. 15, abgerufen am 9. Mai 2011 (PDF).
  34. Wiedereröffnung Bahnhalt. In: Farchanter Dorfblatt. Gemeinde Farchant, 2011, S. 1, abgerufen am 3. Mai 2011 (PDF; 2,3 MB).
  35. Fahrplan Ortsbusse. Website der Gemeindewerke Garmisch-Partenkirchen, abgerufen am 3. Mai 2011.
  36. Fahrplan 9606. Website des Regionalverkehr Oberbayern, abgerufen am 3. Mai 2011.
  37. 10 Jahre Umfahrung Farchant. In: Farchanter Dorblatt. Gemeinde Farchant, 2010, S. 6-7, abgerufen am 3. Mai 2011 (PDF; 2,5 MB).
  38. Unsere Schule. Website der Volksschule Farchant, abgerufen am 2. Mai 2011.
  39. Bereiche. Website der Christopherusschule Farchant, abgerufen am 2. Mai 2011.
  40. Kindergarten St. Andreas. Erzbistum München und Freising, abgerufen am 2. Mai 2011.
  41. Kindergarten St. Florian. Erzbistum München und Freising, abgerufen am 2. Mai 2011.

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Die Abweichung wurde berechnet nach dem Längengrad von Farchant und einen Zeitunterschied pro Längengrad zum Bezugsmeridian des 15. Längengrades von vier Minuten.