Ohlstadt

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Ohlstadt
Ohlstadt
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Ohlstadt hervorgehoben
47.63333333333311.233333333333665Koordinaten: 47° 38′ N, 11° 14′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Garmisch-Partenkirchen
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Ohlstadt
Höhe: 665 m ü. NHN
Fläche: 41,17 km²
Einwohner: 3203 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 78 Einwohner je km²
Postleitzahl: 82441
Vorwahl: 08841
Kfz-Kennzeichen: GAP
Gemeindeschlüssel: 09 1 80 127
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausplatz 1
82441 Ohlstadt
Webpräsenz: www.ohlstadt.de
Bürgermeister: Anton Fischer (NLO)
Lage der Gemeinde Ohlstadt im Landkreis Garmisch-Partenkirchen
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Über dieses Bild
Ohlstadt aus südöstlicher Richtung

Ohlstadt ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Garmisch-Partenkirchen und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Ohlstadt mit den weiteren Mitgliedsgemeinden Eschenlohe, Großweil und Schwaigen.

Geografie[Bearbeiten]

Ohlstadt liegt in der Region Werdenfels.

Es existieren folgende Gemeindeteile: Ohlstadt, Weichs, Schwaiganger, Pömmetsried, Bartlmähmühle. Die einzige Gemarkung ist die Gemarkung Ohlstadt.

Geschichte[Bearbeiten]

In einer Schenkungsurkunde vom 31. Juli 835, in der ein Ehepaar namens Alprich und Imma sowie deren Sohn Diakon Zotto ihren Besitz zu Auwolfstetin dem nahen Kloster Schlehdorf übereignen, tritt der Name Ohlstadt für das Dorf unterm Heimgarten erstmals schriftlich in Erscheinung.

Funde in Weichs im Ortsbereich gehen bis in die Keltenzeit zurück. Eine Besiedlung lässt sich nach den Funden in der Schauenburg (Schauenburger Scherben) bis in die Mittlere bis Späte Bronzezeit um 1700 bis 1250 v. Chr. nachweisen. Ohlstadt ist alter Kulturboden, den im Altertum auch Römer, Germanen und Hunnen durchzogen.

Südöstlich von Ohlstadt erhebt sich auf einem Felsvorsprung in 904 m die Veste Schauenburg, das alte castrum Skoyenburg, als älteste Höhenburg des Loisachtales. 1096 war Rudolf von Owelstadt Besitzer der Burg.

Aus dem Herrschaftsbezirk um die Schauenburg entwickelte sich die Hofmarch Ollstadt, die das Kloster Schlehdorf 1493 kaufte und danach die niedere Gerichtsbarkeit bis 1803 ausübte. Während der Klosterherrschaft verfiel die alte, geschichtsträchtige Burg, und so sind heute keine Gebäudereste mehr vorhanden.

Ohlstadt gehörte zum Kloster Schlehdorf. Der Ort war Teil des Kurfürstentums Bayern und bildete eine geschlossene Hofmark, die 1803 mit dem Kloster aufgehoben wurde.

Seit der Gebietsreform im Jahre 1978 ist die Gemeinde Ohlstadt Sitz einer Verwaltungsgemeinschaft, zu der die Gemeinden Eschenlohe, Schwaigen und Großweil gehören.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Auf dem Gebiet der Gemeinde wurden 1970 2.427, 1987 dann 2.609 und im Jahr 2000 3.243 Einwohner gezählt.

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister ist Anton Fischer (Neue Liste Ohlstadt).

Die Kommunalwahl vom 2. März 2008 ergab folgende Sitzverteilung im Gemeinderat:

Christlich-Soziale Union in Bayern (CSU) 33,8 % 6 Sitze
Neue Liste Ohlstadt 66,2 % 10 Sitze

Quelle: Statistik Kommunal 2012[2]

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 2011 4.848 T€, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) 257 T€.[2]

Wappen[Bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: In Blau über einem silbernen Schöpfrad ein goldener Pferderumpf. Das Wappen Ohlstadts, oben einen Pferdekopf darstellend, versinnbildlicht das nahe gelegene Bayerische Haupt- und Landgestüt Schwaiganger mit seiner tausendjährigen Geschichte. Der untere Teil zeigt ein Wasserrad, das auf die langjährige Wetzsteinmacherei hinweist.

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Liste der Baudenkmäler in Ohlstadt

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten]

Es gab 2011 im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 39, im Produzierenden Gewerbe 129, im Bereich Handel und Verkehr 87, im Bereich der Unternehmensdienstleister 28 und im Bereich öffentlicher und privater Dienstleister 181 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1179. Im verarbeitenden Gewerbe gab es keine, im Bauhauptgewerbe im Jahr 2011 12 Betriebe mit 69 Beschäftigten.

Zudem bestanden im Jahr 2010 43 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1651 ha. [2]

Verkehr[Bearbeiten]

Bahnhof Ohlstadt

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Ohlstadt liegt fast direkt an der Autobahn 95 zwischen München und Garmisch-Partenkirchen, die die Loisach hier auf der Loisachbrücke Ohlstadt überquert, und der Bundesstraße 2. Durch den Ort führt die Staatsstraße 2562.

Bahnverkehr[Bearbeiten]

Außerdem besitzt Ohlstadt einen eigenen Bahnhof an der Bahnstrecke München–Garmisch-Partenkirchen. Dieser Bahnhof sollte ursprünglich im Sommer 2013 barrierefrei ausgebaut werden, sowie die Bahnstrecke nördlich davon begradigt werden. Hierfür muss der Bahnhof aber ca. 300 m nach Süden an den Bahnübergang Patenkirchner Straße verlegt werden, um entsprechenden Platz für die Begradigung zu erhalten. Hiergegen formierte sich Widerstand.[3] Dies hatte zur Folge, dass die Bahnsteige und die Begradigung bis zum Fahrplanwechsel nicht gebaut werden können. Da jedoch das neue Fahrplankonzept für das Werdenfels-Netz diese Beschleunigung vorsah, ist geplant pro Tag neun hier bisher haltende Züge durchfahren zu lassen.[4]

Busverkehr[Bearbeiten]

Folgende Regionalbuslinien (Oberbayernbus) halten in der Nähe von Ohlstadt:

Linie Linienbezeichnung Linienverlauf
9607 Regionalbus Oberbayernbus:
MurnauOberauEttal
9611 Regionalbus Oberbayernbus:
KochelGroßweil – Ohlstadt–Hechendorf/Unfallklinik – Murnau

Luftverkehr[Bearbeiten]

Ohlstadt verfügt seit 2011 über einen kleinen Flugplatz für den Segelflugsport.

Bildung[Bearbeiten]

Im Jahr 2012 gab es folgende Einrichtungen: [2]

  • Kindergärten: 112 Kindergartenplätze mit 92 Kindern
  • Volksschule: 1 mit 7 Lehrern und 108 Schülern

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ohlstadt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b c d Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung – Statistik kommunal 2012: Ohlstadt (PDF-Datei; 1,67 MB)
  3. Kampf gegen Bahnhof-Umbau. Merkur-Online, 18. Dezember 2012, abgerufen am 9. Mai 2013.
  4. Süddeutsche.de:Bahn hängt Gemeinde ab, 19. November 2013, abgerufen am 19. November 2013