Ludwig Goldbrunner

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Ludwig „Lutte“ Goldbrunner (* 5. März 1908 in München; † 26. September 1981) war ein deutscher Fußballspieler, der in den Jahren 1933 bis 1940 für die Deutsche Fußballnationalmannschaft 39 Länderspiele bestritten hat.

Laufbahn[Bearbeiten]

Vereine, 1927 bis 1949[Bearbeiten]

Der von den Sportfreunden München im Jahre 1927 zum FC Bayern gekommene Ludwig Goldbrunner entwickelte sich in der Folgezeit zu einem Münchner Fußballidol. Der großgewachsene, athletische und kampfstarke Stopper spielte knapp zwei Jahrzehnte für die „Rothosen“ und war 1932 Aktiver beim Gewinn der ersten Deutschen Meisterschaft durch den späteren deutschen Rekordmeister. Bereits in seiner ersten Runde beim FC Bayern – 1927/28 - gewann er vor Eintracht Frankfurt und der Spielvereinigung Fürth zusammen mit Ludwig Hofmann, Emil Kutterer und Josef Pöttinger die Süddeutsche Meisterschaft und zog damit in die Endrunde um die Deutsche Fußballmeisterschaft 1928 ein. Dort beendete aber der Hamburger SV mit Albert Beier, Otto Harder, Hans Lang und Walter Risse mit einem deutlichen 8:2-Erfolg im Halbfinale die Titelträume der Mannschaft von Trainer Konrad Weisz und Mittelläufer Ludwig Goldbrunner. In der Runde 1931/32, jetzt übte Richard Dombi das Traineramt bei den Bayern aus und als Leistungsträger neben Goldbrunner waren Sigmund Haringer, Konrad Heidkamp und Oskar Rohr im Einsatz, gelang der erste Gewinn der Deutschen Meisterschaft von Bayern München. Nach einem Halbfinalerfolg mit 2:0 Toren gegen den 1. FC Nürnberg setzten sich die Münchner auch im Finale am 12. Juni 1932 mit demselben Resultat gegen den Süddeutschen Meister Eintracht Frankfurt durch. Eine Wiederholung dieses Erfolges gelang dem herausragenden Abwehrdirigenten mit ausgezeichnetem Kopfballspiel – Goldbrunner war für das WM-System wie geschaffen – in seiner langjährigen Aktivität beim FC Bayern nicht mehr. Mit der Gauauswahl von Bayern feierte er dagegen in den Wettbewerben der Verbandsauswahlen 1933 und 1940 weitere Titelgewinne. Im Jahre 1939 stand er noch ein drittes Mal im Endspiel, dies wurde aber mit 1:2 Toren gegen Schlesien verloren. Von 1933 bis 1943 bestritt „Lutte“ 16 Spiele in den Gau-Wettbewerben für Bayern. Von 1938 bis 1943 übte er beim FC Bayern das Amt des Spieler-Trainers aus.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges war er von 1945 bis 1949 in der gleichen Funktion beim TSV 1860 München tätig und bestritt in der Oberliga Süd in der Runde 1945/46 für die „Löwen“ sieben Spiele. Ab 1949/50 trainierte er den ASV Dachau und kehrte später wieder zum FC Bayern zurück und war dort im Spielausschuss tätig.

Fußballnationalmannschaft, 1933 bis 1940[Bearbeiten]

Am 19. November 1933 debütierte der Stopper von Bayern München beim Länderspiel gegen die Schweiz in Zürich in der Deutschen Fußballnationalmannschaft. Mit seiner Leistung als Mittelläufer beim 2:0-Sieg gegen die Eidgenossen trat er die Nachfolge des Fürthers Ludwig Leinberger an. Als weiterer Debütant überzeugte auf Rechtsaußen der Augsburger Ernst Lehner. „Lutte“ kam am 14. Januar 1934 beim 3:1-Sieg gegen Ungarn zum Einsatz und nahm auch am WM-Lehrgang vom 7. bis 19. Mai 1934 teil, aber für das Aufgebot für die Fußball-Weltmeisterschaft 1934 in Italien wurde er nicht nominiert. Den dritten Einsatz in der Nationalmannschaft hatte Goldbrunner erst am 27. Januar 1935 in Stuttgart wiederum gegen die Schweiz, als er beim 4:0-Erfolg als Mittelläufer den Aachener Reinhold Münzenberg vertreten konnte. Die erste Turnierteilnahme mit der DFB-Mannschaft wurde für den Münchner die Olympischen Sommerspiele 1936 in Berlin. Die unmittelbare Vorbereitung stellten zwei Testspiele gegen den FC Everton im Mai 1936 und ein dreiwöchiger Trainingslehrgang im Juli unter der Leitung von Reichstrainer Otto Nerz dar. Das erste Spiel bei den Spielen gewann die deutsche Mannschaft am 4. August mit 9:0 Toren gegen das überforderte Luxemburg. Drei Tage später schied Deutschland mit einer sensationellen 0:2-Niederlage in der Zwischenrunde gegen Norwegen – Goldbrunner bestritt sein 15. Länderspiel - aus dem Turnier aus. Nach der olympischen Enttäuschung rehabilitierte sich die Nationalelf mit einem 2:2-Unentschieden am 15. November 1936 vor 100.000 Zuschauern im Berliner Olympiastadion gegen Weltmeister und Olympiasieger Italien. „Lutte“ hatte es dabei mit Silvio Piola zu tun, einem der besten Mittelstürmer dieser Ära. Bei seinem 22. Länderspiel am 25. April 1937 in Hannover gegen Belgien, bildete er das erste Mal mit den zwei Schweinfurter Außenläufern Albin Kitzinger und Andreas Kupfer die Läuferreihe der Nationalmannschaft. Mit dem 8:0-Erfolg am 16. Mai 1937 in Breslau gegen Dänemark wurde der Mythos der Breslau-Elf begründet. In der Chronik des deutschen Fußballs [1] wird dazu folgendes notiert:

Der Name des Ortes und die spielerische Glanzleistung der deutschen Elf verbinden sich zu einem Synonym für technisch hochklassigen deutschen Tempofußball: Die „Breslau-Elf“ zelebriert Fußball in Vollendung und schickt die seit über einem Jahr ungeschlagenen Dänen mit einem 8:0 auf die Heimreise

Die Sieger von Breslau spielten in folgender Aufstellung: Hans JakobPaul Janes, Reinhold Münzenberg – Andreas Kupfer, Ludwig Goldbrunner, Albin Kitzinger – Ernst Lehner, Rudolf Gellesch, Otto Siffling, Fritz Szepan, Adolf Urban.

Einen Monat später, am 20. Juni 1937, wurde Ludwig Goldbrunner in die Auswahl von Westeuropa berufen. Otto Nerz betreute in Amsterdam die Auswahl beim Spiel gegen Zentraleuropa. Er brachte dabei mit Jakob, Goldbrunner, Kitzinger und Lehner vier Spieler der „Breslau-Elf“ in der Kontinentauswahl zum Einsatz. Am 21. November 1937 gewann Deutschland das WM-Qualifikationsspiel gegen Schweden in Hamburg mit 5:0 Toren und Helmut Schön ergänzte dabei mit zwei Toren die „Breslau-Elf“. Da durch den Einmarsch der deutschen Wehrmacht in Österreich am 12. März 1938 der „Anschluss“ Österreichs erfolgt war, fand das inoffizielle Länderspiel am 3. April 1938 in Wien unter denkbar schlechten Voraussetzungen statt. Die „Ostmark“ gewann die Begegnung mit 2:0 Toren und Reichstrainer Sepp Herberger stand vor dem Dilemma, auf die Schnelle aus zwei völlig verschiedenen Spielsystemen eine Mannschaft für die im Juni stattfindende Fußball-Weltmeisterschaft 1938 in Frankreich zu formieren. Im Wiederholungsspiel am 9. Juni gegen die Schweiz - es war das 32. Länderspiel des Münchners – vertrat Goldbrunner als Mittelläufer die deutschen Farben und lieferte sich rasante Zweikämpfe mit Alfred Bickel, dem jungen Sturmführer der Eidgenossen. Die Elf von Karl Rappan gewann das Spiel mit 4:2 Toren und damit schied Goldbrunner auch in seinem zweiten Turnier frühzeitig aus. Mit der Begegnung am 20. Oktober 1940 in München gegen Bulgarien verabschiedete sich der Kapitän mit einem 7:3-Erfolg und dem 39. Einsatz aus der Nationalmannschaft. Die Nachfolge von „Lutte“ Goldbrunner auf der Mittelläuferposition trat Hans Rohde vom Eimsbütteler TV an.

Neben dem Spielfeld[Bearbeiten]

Nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitete Goldbrunner zunächst noch als Spieler-Trainer bei 1860 München. Später war er als Aufsichtsbeamter, dann als Kühlhausmeister des Münchner Schlacht- und Viehhofs beschäftigt.

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweis[Bearbeiten]

  1. Die Spiele der Nationalmannschaft von 1908 bis heute, Chronik Verlag, 2005, Seite 57

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