Meeder

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Meeder
Meeder
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Meeder hervorgehoben
50.32166666666710.905833333333326Koordinaten: 50° 19′ N, 10° 54′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: Coburg
Höhe: 326 m ü. NHN
Fläche: 79,59 km²
Einwohner: 3764 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 47 Einwohner je km²
Postleitzahl: 96484
Vorwahl: 09566
Kfz-Kennzeichen: CO, NEC
Gemeindeschlüssel: 09 4 73 144
Gemeindegliederung: 16 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Bahnhofstraße 1
96484 Meeder
Webpräsenz: www.gemeinde-meeder.de
Bürgermeister: Sebastian Höfer (CSU)
Lage der Gemeinde Meeder im Landkreis Coburg
Callenberger Forst-West Gellnhausen Landkreis Haßberge Coburg Landkreis Kronach Landkreis Lichtenfels Weitramsdorf Weidhausen bei Coburg Untersiemau Sonnefeld Rödental Bad Rodach Niederfüllbach Neustadt bei Coburg Meeder Lautertal (Oberfranken) Itzgrund Grub am Forst Großheirath Ebersdorf bei Coburg Dörfles-Esbach Ahorn (Landkreis Coburg) Seßlach Landkreis Bamberg ThüringenKarte
Über dieses Bild
evangelische Kirche St.-Laurentius
Rathaus
Sternbergschloss

Meeder ist eine Gemeinde im oberfränkischen Landkreis Coburg mit ungefähr 4000 Einwohnern.

Geografie[Bearbeiten]

Die Gemeinde Meeder liegt im Talbecken des Sulzbaches, eines Nebenflusses der Itz. Durch den Norden der Gemeinde verläuft die Rhein-Weser-Wasserscheide, jenseits entspringt im äußersten Norden der zur Werra entwässernde Habergrund.

Nördlich und nordöstlich hat das Gemeindegebiet Anteil an den Langen Bergen, südlich erstreckt sich der Callenberger Forst. Die nördliche Gemeindegrenze bildet die Landesgrenze zu Thüringen.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Im Uhrzeigersinn, beginnend im Norden: Veilsdorf, Eisfeld, Lautertal, Coburg, Bad Rodach, Weitramsdorf

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Neben Meeder gehören der Gemeinde weitere 15 Ortsteile an:

  • Ahlstadt
  • Beuerfeld
  • Birkenmoor
  • Drossenhausen
  • Einzelberg
  • Großwalbur
  • Herbartsdorf
  • Kleinwalbur
  • Kösfeld
  • Mirsdorf

Geschichte[Bearbeiten]

Meeder wurde 1074 erstmals urkundlich erwähnt. Bereits 1125 bekam der Ort die Marktrechte zugesprochen. Er war damit einer der ersten fränkischen Orte mit Marktrecht. Meeder ist neben Fechheim eine Urpfarrei des Coburger Landes. Von diesen beiden Pfarreien aus wurde das Coburger Land christianisiert. Die Pfarrei Heiligkreuz in Coburg war noch bis ins 13. Jahrhundert eine Filialkirche der Pfarrei Meeder St.Laurentius.

Der Dreißigjährige Krieg brachte Meeder schwere Verwüstungen. 351 Menschen fanden allein zwischen 1634 und 1636 den Tod. 1637 brannte fast das ganze Dorf ab. Am Ende überlebten von einstmals 2000 Menschen nur 600 den Dreißigjährigen Krieg. 1650 ordnete Herzog Friedrich Wilhelm II. die Feier eines großen Dank- und Friedensfests am Sebaldustag (19. August) im ganzen damaligen Fürstentum an. Seitdem wird es in Meeder gefeiert. Die Traditionstreue der Choradstanten (Männerkirchen- und Posaunenchor), die an diesem Festtag immer mit Essen und Trinken für ihre Jahresarbeit belohnt werden, hat sich bis heute erhalten. Meeder ist neben Augsburg der einzige Ort, der sich diesem Friedensdank verschrieben hat.[2]

1892 wurde Meeder an das Eisenbahnnetz angeschlossen.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Ehemalige Gemeinde Einwohner (1970) Datum Anmerkung
Ahlstadt 248 1. Juli 1976[3]
Beuerfeld 180 1. Oktober 1971[4]
Drossenhausen 118 1. Juli 1971[4] mit dem Ortsteil Einzelberg
Großwalbur 791 1. Mai 1978[3]
Herbartsdorf 1961[4] Eingemeindung nach Wiesenfeld bei Coburg
Kleinwalbur 109 1. April 1971[4]
Kösfeld 1962[4] Eingemeindung nach Wiesenfeld bei Coburg
Mirsdorf 63 1. Juli 1975[3]
Moggenbrunn 90 1. April 1971[4]
Neida 204 1. Januar 1976[3]
Ottowind 282 1. Juli 1975[3]
Sulzdorf 1964[4] Eingemeindung nach Wiesenfeld bei Coburg
Wiesenfeld bei Coburg 650 1. Mai 1978[3]

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung des jetzigen Wappens: „Unter dreifach von Schwarz und Gold geteiltem Schildhaupt, belegt mit einem gebogenen grünen Rautenkranz, in Grün die silberne Kirche von Meeder auf grünem Boden.“

Blasonierung des früheren Wappens: „In Grün eine silberne (weiße) Kirche in Seitenansicht mit zwei spitzbedachten Türmen und einem kuppelgedeckten Dachreiter, darunter zwei goldene (gelbe) Palmzweige.“

Das frühere Wappen wurde durch Ministerialbeschluss vom 13. August 1957 und das jetzige durch die Regierung Oberfranken am 28. Februar 1986 verliehen. Die Wappen zeigen jeweils die alte Ortskirche St. Laurentius in ihrem ursprünglich romanischen Bauzustand. Das Bild entstammt einem Siegel von 1762. Im neuen Wappen ist im Schildhaupt das geminderte sächsische Wappen zu sehen, das auf die frühere Zugehörigkeit der Gemeinde zum Herzogtum Sachsen-Coburg hinweist. Im alten Wappen sind Palmzweige, als christliches Symbol des ewigen Lebens zu sehen. Die Farben Silber und Grün sind die Farben Coburgs.[5]

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl 2014 führte zu folgender Sitzverteilung im Gemeinderat (Vergleich zur Wahl 2008)

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten]

Meeder ist landwirtschaftlich geprägt. Viele Einwohner arbeiten in Coburg.

Von Meeder nach Coburg und Bad Rodach führt die Staatsstraße 2205, über Unterlauter erfolgt die Anbindung zur B4, über Weitramsdorf ist man an die B 303 angebunden und alle anderen Ortsteile sind über Gemeindeverbindungs- oder Kreisstraßen erreichbar. Der Ort liegt an der Bahnstrecke Coburg–Bad Rodach, die auf dem Gemeindegebiet zwei weitere Haltepunkte besitzt, und zwar in Wiesenfeld und Großwalbur.

Durch den Norden des Gemeindegebietes verläuft die A 73 SuhlNürnberg. Die Anschlussstelle Coburg-Nord liegt etwa 8 km südöstlich von Meeder.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Museen[Bearbeiten]

Das Friedensmuseum Meeder wurde 1982 vom damaligen Pfarrer Karl Eberhard Sperl gegründet und im Gemeindehaus Alte Schule untergebracht. Um eine Erweiterung und Neukonzeption zu ermöglichen, gründeten 47 Frauen und Männer mit Beteiligung der Kirchengemeinde St. Laurentius und der politischen Gemeinde den Verein Friedensmuseum Meeder.

Ausgestellt werden Exponate wie zu Kreuzen umgeschmiedete Patronenhülsen von Kindersoldaten in Afrika, aus Geschosshülsen hergestellte Krüge aus dem Ersten Weltkrieg, ein zu einem Küchensieb umgeschmiedeter Wehrmachtshelm aus dem Zweiten Weltkrieg oder ein Brautkleid, das 1946 in Ermangelung anderen Stoffes aus einem früheren Militärfallschirm genäht wurde. Neben den bisherigen Schwerpunkten des Museums wie „Kriegsgerät zu Friedenswerkzeug“ (ähnlich dem Motto „Schwerter zu Pflugscharen“ der Friedensbewegung der DDR zu Beginn der 1980er Jahre) und dem Konflikt zwischen Kirche und Nationalsozialismus von 1934 bis 1945 wird dem Zeitzeugenprojekt „Sag, wie war das damals?“ mit der Schilderung persönlicher Erlebnisse aus NS-Diktatur, Zweitem Weltkrieg und Nachkriegszeit breiter Raum geboten. Eine Sonderausstellung ist der Coburger Friedensaktivistin Anna Bernhardine Eckstein (1868 bis 1947), Zeitgenossin und zum Teil Wegbegleiterin der Friedensnobelpreisträger Bertha von Suttner und Ludwig Quidde, gewidmet. Die Einweihung der Neukonzeption wird im August 2011 erfolgen.[2]

Bauwerke[Bearbeiten]

Die Kirche St. Laurentius in Meeder hat als architektonische Besonderheit zwei Türme. Die barocke Orgel stammt aus dem Jahr 1723. Auf ihr machte Johann Nikolaus Forkel, gebürtiger Meederer, erster Bachbiograph und Begründer der modernen Musikwissenschaften, seine ersten musikalischen Gehversuche.[2]

Erwähnenswert sind ferner das Sternbergschloss, das Wasserschloss Moggenbrunn und ein gemeindlicher Schafstall aus dem 18. Jahrhundert.

Sender Meeder[Bearbeiten]

Hauptartikel: Sender Meeder

Auf der Senningshöhe (geographische Koordinaten: 50° 21′ 20″ N, 10° 54′ 56″ O50.35555555555610.915555555556) betreibt die Deutsche Telekom AG seit 1965 eine Sendeanlage für UKW-Hörfunk, Mobilfunk und Richtfunk.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Johann Nikolaus Forkel (1749–1818), geboren in Meeder, Organist und Musikforscher

Bilder aus den Ortsteilen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b c Walter Schneier: Coburg im Spiegel der Geschichte, Neue Presse Coburg, 1985
  3. a b c d e f  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 679 und 680.
  4. a b c d e f g  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 441 und 442.
  5. Stadler, Klemens/Egloffstein, Albrecht von und zu: Die Wappen der oberfränkischen Landkreise, Städte, Märkte und Gemeinden (Die Plassenburg, Schriften für Heimatforschung und Kulturpflege in Ostfranken 48), Kulmbach 1990, ISBN 3-925162-17-8 S. 116 und S. 268

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Meeder – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien