Mittlerer Erzgebirgskreis
Der Mittlere Erzgebirgskreis war ein Landkreis im Regierungsbezirk Chemnitz im Südwesten des Freistaates Sachsen. Auf einer Fläche von 595,37 km² lebten 86.667 Einwohner im Landkreis (31. Dezember 2007). Der Verwaltungssitz befand sich in der Stadt Marienberg; das Kfz-Kennzeichen lautete MEK.
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[Bearbeiten] Geographie
Die höchste Erhebung des Landkreises lag südlich von Satzung an der Grenze zu Tschechien (899 m ü NN), allgemein galt aber der 891 m hohe und markante Hirtstein nördlich von Satzung als höchster Berg.
[Bearbeiten] Wirtschaft
Mit dem Niedergang des Bergbaues im Erzgebirge wurde der natürliche Rohstoff Holz als neue Erwerbsquelle erschlossen. Daraus entwickelte sich eine traditionsreiche, wirtschaftlich bedeutsame Spezialproduktion von in aller Welt bekannten erzgebirgischen Erzeugnissen wie zum Beispiel der Original Seiffener Nussknacker und der Räuchermänner. Produktionsstätten sind vor allem in Seiffen, Olbernhau, Grünhainichen und Borstendorf zu finden. Neben dieser traditionellen, holzverarbeitenden Industrie sind vor allem der Maschinenbau, die Elektroindustrie, das Baugewerbe sowie das Handels- und Dienstleistungsgewerbe maßgebliche Erwerbszweige der Region. Zu den wichtigsten Erzeugnissen in diesen Branchen gehören Kühlschränke, Industriefedern, Normteile, Leuchten, Armaturen, Holzbearbeitungsmaschinen und Motorräder. Für das produzierende und dienstleistende Gewerbe entstanden eine Vielzahl von Gewerbegebieten. So siedelten sich unter anderem Unternehmen aus den Bereichen Bauindustrie, Maschinenbau, metallverarbeitende Industrie, Ernährungsgewerbe, Volkskunst, Elektroinstallation, Elektronik/Elektroindustrie, Leuchtenbau, Möbel, Umwelttechnik, Recycling, Transport und Speditionen, Sanitär- und Heizungsbau, Holzindustrie sowie Handel und Dienstleistung an. Der Landkreis war vom Tourismus geprägt, durch ihn führte die Silberstraße.
[Bearbeiten] Geschichte
Der Mittlere Erzgebirgskreis wurde am 1. August 1994 überwiegend als Zusammenschluss der Kreise Marienberg und Zschopau gegründet. Der nördliche Teil des Spielzeugwinkels fiel an den Landkreis Freiberg.
Im Zuge einer erneuten Verwaltungsreform in Sachsen schlossen sich die Landkreise Annaberg, Aue-Schwarzenberg, Mittlerer Erzgebirgskreis und Stollberg am 1. August 2008 zum neuen Erzgebirgskreis zusammen.
[Bearbeiten] Politik
Letzter Landrat des Mittleren Erzgebirgskreises war Albrecht Kohlsdorf (CDU).
[Bearbeiten] Kreistag
Die 50 Sitze im letzten Kreistag verteilten sich folgendermaßen auf die einzelnen Parteien:
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Partei
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Sitze
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| CDU |
29
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| Die Linke |
8
|
| FDP |
5
|
| SPD |
4
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| Kreisbauernverband |
2
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| BFW |
1
|
| Bündnis 90/Die Grünen |
1
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[Bearbeiten] Städte und Gemeinden
Der Mittlere Erzgebirgskreis bestand aus 22 Gemeinden (davon sechs Städte). Zwölf Gemeinden waren in drei Verwaltungsgemeinschaften und zwei Verwaltungsverbänden zusammengeschlossen.
Verwaltungsgemeinschaften und Verwaltungsverbände
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[Bearbeiten] Literatur
- Landratsamt Mittlerer Erzgebirgskreis, Hrsg.: Zur Geschichte der Städte und Gemeinden im Mittleren Erzgebirgskreis, Eine Zeittafel (Teile 1-3)
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