Mittlerer Erzgebirgskreis

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Mittleren Erzgebirgskreis Koordinaten fehlen
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Basisdaten (Stand 2008)
Bestandszeitraum: 1994–2008
Bundesland: Sachsen
Regierungsbezirk: Chemnitz
Verwaltungssitz: Marienberg
Fläche: 595,37 km²
Einwohner: 86.667 (31. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 146 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: MEK
Kreisschlüssel: 14 1 81
Kreisgliederung: 22 Gemeinden
Landrat: Albrecht Kohlsdorf (CDU)
Lage des Mittleren Erzgebirgskreis in Sachsen
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Über dieses Bild

Der Mittlere Erzgebirgskreis war ein Landkreis im Regierungsbezirk Chemnitz im Südwesten des Freistaates Sachsen. Auf einer Fläche von 595,37 km² lebten 86.667 Einwohner im Landkreis (31. Dezember 2007). Der Verwaltungssitz befand sich in der Stadt Marienberg; das Kfz-Kennzeichen lautete MEK.

Geographie[Bearbeiten]

Die höchste Erhebung des Landkreises lag südlich von Satzung an der Grenze zu Tschechien (899 m ü NN), allgemein galt aber der 891 m hohe und markante Hirtstein nördlich von Satzung als höchster Berg.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Mit dem Niedergang des Bergbaues im Erzgebirge wurde der natürliche Rohstoff Holz als neue Erwerbsquelle erschlossen. Daraus entwickelte sich eine traditionsreiche, wirtschaftlich bedeutsame Spezialproduktion von in aller Welt bekannten erzgebirgischen Erzeugnissen wie zum Beispiel der Original Seiffener Nussknacker und der Räuchermänner. Produktionsstätten sind vor allem in Seiffen, Olbernhau, Grünhainichen und Borstendorf zu finden. Neben dieser traditionellen, holzverarbeitenden Industrie sind vor allem der Maschinenbau, die Elektroindustrie, das Baugewerbe sowie das Handels- und Dienstleistungsgewerbe maßgebliche Erwerbszweige der Region. Zu den wichtigsten Erzeugnissen in diesen Branchen gehören Kühlschränke, Industriefedern, Normteile, Leuchten, Armaturen, Holzbearbeitungsmaschinen und Motorräder. Für das produzierende und dienstleistende Gewerbe entstanden eine Vielzahl von Gewerbegebieten. So siedelten sich unter anderem Unternehmen aus den Bereichen Bauindustrie, Maschinenbau, metallverarbeitende Industrie, Ernährungsgewerbe, Volkskunst, Elektroinstallation, Elektronik/Elektroindustrie, Leuchtenbau, Möbel, Umwelttechnik, Recycling, Transport und Speditionen, Sanitär- und Heizungsbau, Holzindustrie sowie Handel und Dienstleistung an. Der Landkreis war vom Tourismus geprägt, durch ihn führte die Silberstraße.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Mittlere Erzgebirgskreis wurde am 1. August 1994 überwiegend als Zusammenschluss der Kreise Marienberg und Zschopau gegründet. Der nördliche Teil des Spielzeugwinkels fiel an den Landkreis Freiberg.

Im Zuge einer erneuten Verwaltungsreform in Sachsen schlossen sich die Landkreise Annaberg, Aue-Schwarzenberg, Mittlerer Erzgebirgskreis und Stollberg am 1. August 2008 zum neuen Erzgebirgskreis zusammen.

Politik[Bearbeiten]

Letzter Landrat des Mittleren Erzgebirgskreises war Albrecht Kohlsdorf (CDU).

Kreistag[Bearbeiten]

Wahlbeteiligung: 51,4 %
 %
60
50
40
30
20
10
0
54,8 %
16,4 %
10,8 %
7,4 %
4,3 %
3,4 %
2,8 %

Die 50 Sitze im letzten Kreistag verteilten sich folgendermaßen auf die einzelnen Parteien:

Partei
Sitze
CDU
29
LINKE
8
FDP
5
SPD
4
Kreisbauernverband
2
BFW
1
GRÜNE
1

Städte und Gemeinden[Bearbeiten]

Der Mittlere Erzgebirgskreis bestand aus 22 Gemeinden (davon sechs Städte). Zwölf Gemeinden waren in drei Verwaltungsgemeinschaften und zwei Verwaltungsverbänden zusammengeschlossen.

Städte

  1. Lengefeld
  2. Marienberg
  3. Olbernhau
  4. Wolkenstein
  5. Zöblitz
  6. Zschopau, Große Kreisstadt

Verwaltungsgemeinschaften und Verwaltungsverbände

  1. Verwaltungsverband Grüner Grund mit Sitz in Drebach-Scharfenstein, Mitglieder: Drebach und Venusberg
  2. Verwaltungsgemeinschaft Marienberg mit Sitz in Marienberg, Mitglieder: Marienberg und Pobershau
  3. Verwaltungsgemeinschaft Seiffen/Erzgeb. mit Sitz in Seiffen, Mitglieder: Deutschneudorf, Heidersdorf und Seiffen
  4. Verwaltungsverband Wildenstein mit Sitz in Grünhainichen, Mitglieder: Börnichen, Grünhainichen und Waldkirchen
  5. Verwaltungsgemeinschaft Zschopau mit Sitz in Zschopau, Mitglieder: Gornau/Erzgeb. und Zschopau

Gemeinden

  1. Amtsberg
  2. Börnichen/Erzgeb.
  3. Borstendorf
  4. Deutschneudorf
  5. Drebach
  6. Gornau/Erzgeb.
  7. Großolbersdorf
  8. Großrückerswalde
  9. Grünhainichen
  10. Heidersdorf
  11. Pfaffroda
  12. Pobershau
  13. Pockau
  14. Seiffen/Erzgeb., Kurort
  15. Venusberg
  16. Waldkirchen/Erzgeb.

Literatur[Bearbeiten]

  • Landratsamt Mittlerer Erzgebirgskreis, Hrsg.: Zur Geschichte der Städte und Gemeinden im Mittleren Erzgebirgskreis, Eine Zeittafel (Teile 1-3)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.statistik.sachsen.de/wpr_alt/pkg_w04_erg_kt.prc_erg_kt?p_bz_bzid=KT04&p_ebene=LK&p_ort=14181