Montrouge

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Montrouge
Wappen von Montrouge
Montrouge (Frankreich)
Montrouge
Region Île-de-France
Département Hauts-de-Seine
Arrondissement Antony
Kanton Montrouge
Koordinaten 48° 49′ N, 2° 19′ O48.8163888888892.321111111111176Koordinaten: 48° 49′ N, 2° 19′ O
Höhe 67–85 m
Fläche 2,07 km²
Einwohner 48.710 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 23.531 Einw./km²
Postleitzahl 92120
INSEE-Code
Website www.ville-montrouge.fr
In der Avenue de la République

Montrouge ist eine französische Gemeinde mit 48.710 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011) im Département Hauts-de-Seine in der Region Île-de-France. Sie liegt südwestlich der Hauptstadt Paris und gehört zum Einzugsbereich (frz. Banlieue) der Metropole.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Stadt hat ihren Namen von der Bezeichnung Munterubeus oder Rubeo Monte nach der rotgelben Farbe des Bodens. Der Name erschien das erste Mal 1194 in einem Text des Klosters Saint-Lazare. Bis zum 13. Jahrhundert richtete sich eine der nach Wilhelm von Malavalle (um 1100-1157, frz. Guilleaume de Maleval oder Malaval) benannten benediktinischen Ordensgemeinschaften der Wilhelmiten (frz. Guillemites oder Guillemins) auf dem Gebiet ein.

Gegen 1640 wurde in der Ebene von Montrouge eine Wildreservation für die königlichen Jagden eingehegt.

Im Zuge der 1860 vorgenommenen, bisher letzten Eingemeindungen verschiedener Vororte in die Stadt Paris verlor Montrouge das Petit-Montrouge genannte Gebiet, das fortan ein Quartier des XIV. Arrondissements von Paris bildet. Allein das „Große Montrouge“ blieb übrig. Dadurch reduzierte sich die Fläche der Stadt von 305 ha auf 105 ha. 1875 gewann die Kommune einige Hektar von den Nachbargemeinden Châtillon und Bagneux (Bezirk Haut Mesnil). Ab 1925 erfuhr die Stadt einen bedeutenden industriellen Aufschwung durch zahlreiche Druckereien und die Ansiedlung des Autoherstellers Moteur Messier und Schlumberger.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Druckereien und Automobilhersteller sind inzwischen aus der Stadt verschwunden. Heute sind die wichtigsten Arbeitgeber die Dienstleistungsbranchen (Umfrageinstitute) und die Telekommunikation (Orange), verschwunden sind auch die vielen Handwerksbetriebe.

Sport[Bearbeiten]

Von 1922 bis 1957 befand in Montrouge das Buffalo-Stadion. Es verfügte über eine Radrennbahn und wurde für Fußball- und Rugbyspiele sowie Boxkämpfe genutzt.

Kultur[Bearbeiten]

  • Fête des Carrieres: dieses Fest erinnert an die alten Kalksteinbrüche und findet am Anfang des Herbstes statt.
  • Seit dem Jahr 1955 findet jedes Jahr der Salon für zeitgenössische Kunst statt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Émile Boutroux (1845–1921), Philosoph, Mitglied der Académie française, geboren in Montrouge.
  • Raoul Pugno (1852–1914), Pianist, Organist, Komponist und Musikpädagoge.
  • Octave Lapize (1887–1917), Radrennfahrer, Sieger der Tour de France 1910, geboren in Montrouge.
  • Robert Doisneau (1912–1994), Fotograf. Geboren in Gentilly, lebte seit 1937 in Montrouge.
  • Marcel Chevalier (1921–2008), letzter Scharfrichter Frankreichs, geboren in Montrouge.
  • Claude Sautet (1924–2000), Drehbuchautor und französischer Regisseur, wurde in Montrouge geboren.
  • Gérard Brach (1927–2006), französischer Drehbuchautor, geboren in Montrouge.
  • Raymond Federman (1928–2009), US-amerikanischer Schriftsteller, geboren in Montrouge.
  • Coluche (1944–1986) (Michel Colucci), Komiker, wurde in Paris geboren, verbrachte aber seine Kindheit in Montrouge.
  • Jean-Jacques Goldman (* 1951), Autor, Komponist und Sänger, verbrachte hier den größten Teil seines Lebens und lebt heute in Marseille.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Montrouge – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien