Borsdorf

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Borsdorf (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Borsdorf
Borsdorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Borsdorf hervorgehoben
51.34694444444412.538333333333129Koordinaten: 51° 21′ N, 12° 32′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Leipzig
Höhe: 129 m ü. NHN
Fläche: 15,57 km²
Einwohner: 8252 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 530 Einwohner je km²
Postleitzahl: 04451
Vorwahl: 034291
Kfz-Kennzeichen: L, BNA, GHA, GRM, MTL, WUR
Gemeindeschlüssel: 14 7 29 060
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausstraße 1
04451 Borsdorf
Webpräsenz: www.borsdorf.de
Bürgermeister: Ludwig Martin (CDU)
Lage der Gemeinde Borsdorf im Landkreis Leipzig
Sachsen-Anhalt Thüringen Landkreis Mittelsachsen Landkreis Nordsachsen Leipzig Bennewitz Böhlen (Sachsen) Borna Borsdorf Brandis Colditz Frohburg Grimma Groitzsch Großpösna Kitzscher Kohren-Sahlis Lossatal Machern Markkleeberg Markranstädt Neukieritzsch Neukieritzsch Thallwitz Trebsen/Mulde Bad Lausick Otterwisch Geithain Narsdorf Belgershain Naunhof Parthenstein Elstertrebnitz Pegau Pegau Regis-Breitingen Espenhain Wurzen Zwenkau RöthaKarte
Über dieses Bild

Borsdorf ist eine verwaltungsgemeinschaftsfreie Gemeinde im Landkreis Leipzig in Sachsen. Sie gehört zum Grünen Ring Leipzig.

Geografie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Borsdorf liegt in der Leipziger Tieflandsbucht zwischen Leipzig (im Westen) und Machern (im Osten). Das Gemeindegebiet wird von dem Fluss Parthe durchzogen, welcher bei Hochwasser gelegentlich den örtlichen Park überflutet.

Ortsteile[Bearbeiten]

Neben Borsdorf gehören die folgenden Ortsteile zur Gemeinde:

Wappen[Bearbeiten]

Beschreibung: In Weiß steht ein grüner Apfelbaum mit sieben goldenen Früchten auf einen grünen Schildfuß mit silbernem Wellenbalken.

Geschichte[Bearbeiten]

Borsdorf auf einer Karte von 1899

Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahre 1267 und ist zu finden im Merseburger Domstift. Damals wurde der Ort noch Borsdorph genannt.

Im Jahr 1929 wurden das Rathaus und das Feuerwehrhaus eingeweiht.

Ab 1952 gehörte Borsdorf zum Kreis Leipzig-Land, der bis 1994 (ab dem 3. Oktober 1990 als Landkreis Leipzig) bestand. Vom 1. August 1994 bis zum 31. Dezember 1998 gehörte es zum Landkreis Leipziger Land und ab dem 1. Januar 1999 zum Muldentalkreis. Zum 1. August 2008 wurde der Muldentalkreis mit dem bisherigen Landkreis Leipziger Land zum neuen Landkreis Leipzig zusammengefasst.

Am 1. Juni 1973 wurde der Ort Zweenfurth,[2] am 1. Januar 1999 Panitzsch mit dem 1921 eingegliederten Cunnersdorf eingemeindet.[3]

Jahr Einwohnerzahl[4]
1551 8 besessene Mann, 11 Inwohner
1764 8 besessene Mann, 3 Häusler, 9 Hufen
1834 109
1871 126
1890 983
Jahr Einwohnerzahl
1910 2765
1925 3072
1939 3124
1946 3657
1950 3563
Jahr Einwohnerzahl
1964 3937
19901 3544
20002 8061
20092 8224
2012 8237
Jahr Einwohnerzahl
2013 8252

1 Borsdorf mit Zweenfurth
2 Borsdorf mit Zweenfurth, Panitzsch und Cunnersdorf

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2014
 %
40
30
20
10
0
39,6 %
12,5 %
n. k.
14 %
11,9 %
22,1 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
 25
 20
 15
 10
   5
   0
  -5
-10
-15
-20
-4,4 %p
-9,5 %p
-17 %p
+3 %p
+5,9 %p
+22,1 %p
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
b Freie Wählergemeinschaft 94 Borsdorf und Zeenfurth
c Freie Panitzscher Wählergemeinschaft
f Freie Wähler - Borsdorf braucht Veränderung e.V.
Borsdorfer Gemeinderat seit 2014
2
2
2
4
8
Rathaus Borsdorf

Die letzten Gemeinderatswahlen fanden im August 2014 statt.[5] Die nächsten Gemeinderatswahlen sind für das Jahr 2019 geplant.

Bürgermeister Ludwig Martin (CDU) wurde im Jahr 2013 zum dritten mal in das Amt mit einer Amtszeit von 7 Jahren gewählt. Aus Altersgründen kann er nach der aktuellen Amtszeit kein weiteres mal kandidieren.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kirche Zweenfurth

Gedenkstätte[Bearbeiten]

Vor der alten Schule erinnert ein Denkmal an die Ärztin Margarete Blank, die nach 1933 den Widerstand gegen das NS-Regime unterstützte, ausländische Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter mit Medikamenten versorgte und Nachrichten von "Feindsendern" weitergab. Sie wurde denunziert und 1945 in Dresden ermordet. Die Grundschule in Panitzsch trägt ihren Namen. Ihr ehemaliges Wohn- und Praxishaus in der Margarete-Blank-Straße wurde 1975 als Gedenkstätte eingerichtet und 1993 denkmalsgerecht saniert. Eine ständige Ausstellung informiert dort über ihr Leben, aber auch über die Situation in den ehemaligen KZ-Außenlagern und Zwangsarbeiterlagern. Ein Förderverein kümmert sich seit 1996 um die weitere Entwicklung der Gedenkstätte.[6]

Verkehr[Bearbeiten]

restaurierter Kilometerstein an der (alten) B 6 am östlichen Ortsausgang.
Noch 91 Kilometer bis Dresden

Durch Borsdorf verläuft die B 6 (hier ursprünglich: Via Regia), auf der Ost-West-Achse.

Die Gemeinde liegt im Gebiet des Mitteldeutschen Verkehrsverbundes (MDV); Borsdorf liegt mit seinen Ortsteilen Cunnersdorf, Panitzsch und Zweenfurth sowie den Städten Brandis und Taucha in der Tarifzone 168. Ein Anschluss an das Schienennetz besteht seit dem 12. November 1837. Der Bahnhof Borsdorf liegt am historischen Knotenpunkt der Bahnstrecken Leipzig–Dresden sowie Borsdorf–Coswig; er ist heute ein Regionalbahnhof und Verkehrshalt folgender Linien:

Der alte Güterschuppen beherbergt heute des Tankstellenmuseum

Durch die LeoBus GmbH, einem Tochterunternehmen des LVB-Konzerns, ist Borsdorf mit den Linien 172, 173 und 175 angebunden. Die Linie 172 verkehrt nur montags bis freitags in der Hauptverkehrszeit (HVZ) mit einzelnen Fahrten, sie dient vorrangig dem Schülerverkehr zwischen Borsdorf und Leipzig-Engelsdorf. Die Linie 173 ist eine Hauptlinie und verbindet Borsdorf mit dem Ortsteil Panitzsch und der Stadt Taucha; sie ist montags bis freitags von 5 Uhr bis 19 Uhr im Einsatz. Die Linie 175 verbindet Borsdorf mit dem Leipziger Stadtteil Sommerfeld und der Stadt Taucha, über Panitzsch, Cunnersdorf, Sehlis und Taucha-Dewitz. Die Linie 175 verkehrt nur montags bis freitags in der HVZ. Die Linien 173 und 175 sind am Bahnhof Borsdorf auf die S-Bahn Linie 1 und die RB110 ausgerichtet.

Durch die Personenverkehrsgesellschaft Muldental mbH (PVM) ist Borsdorf mit den Buslinien 684 und 691 erreichbar. Die Linie 684 verbindet Borsdorf mit Beucha und Brandis, ihre Einsatzzeit liegt analog der Buslinie 172. Die Linie 691 verkehrt nur montags bis samstags zwischen Leipzig und Wurzen mit einzelnen Fahrten; ihr Verlauf ist zwischen Engelsdorf und Wurzen weitgehend parallel zur S-Bahn Linie 1.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

  • Hugo Oehmichen (1843–1932), Maler
  • Christoph Höhne (* 12. Februar 1941), Leichtathlet und Olympiasieger
  • Albrecht Gehse (* 1955), Maler.
  • Sarah Klier (* 2. Oktober 1990, Zwei Minuten vor Mitternacht), letztes geborene Kind der DDR vor der Wiedervereinigung
  • Erich Franke (* 3. Januar 1944), Maler und Grafiker
  • Konrad Ehlich, (* 1942), Germanist

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Borsdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2013 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  3. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1999
  4. vgl. Borsdorf im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
  5. Ergebnisse der Gemeinderatswahl vom 31.08.2014
  6. Webseite des Fördervereins "Dr. Margarete Blank e.V.": http://www.margarete-blank-gedenkstaette.de/