Port Moresby

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Port Moresby
Port Moresby Town2 Mschlauch.jpg
Downtown
Flagge
Flagge
Staat: Papua-Neuguinea Papua-Neuguinea
Provinz: Flag of NCD.svg National Capital District
Gegründet: 1873
Koordinaten: 9° 28′ S, 147° 10′ O-9.4666666666667147.1666666666735Koordinaten: 9° 28′ S, 147° 10′ O
Höhe: 35 m
Fläche: 240 km²
 
Einwohner: 307.643 (2009)
-Metropolregion: National Capital District (2009)
Bevölkerungsdichte: 1.282 Einwohner je km²
Zeitzone: AEST (UTC+10)
 
Webpräsenz:
Port Moresby (Papua-Neuguinea)
Port Moresby
Port Moresby

Port Moresby ist die Hauptstadt Papua-Neuguineas. Als eine der wenigen Metropolen Ozeaniens hat die Stadt eine Einwohnerzahl von mehr als 300.000 Einwohnern erreicht (Stand 2009), wobei illegale Elendssiedlungen um die Stadt herum nicht mitgerechnet wurden.

Lage[Bearbeiten]

Die Hafenstadt Port Moresby befindet sich im südöstlichen Teil der Insel Neuguinea an der Südküste der Korallensee. Die Stadt befindet sich an einer windgeschützten Bucht und wurde somit zu einem bevorzugten Ankerplatz für die Schifffahrt. Port Moresby ist keiner der 19 Provinzen Papua-Neuguineas zugehörig, sondern hat einen eigenen Verwaltungsstatus als National Capital District (deutsch Nationaler Hauptstadtdistrikt).

Klima[Bearbeiten]

Die klimatischen Bedingungen der Stadt Port Moresby werden durch ihre geographische Lage in der äquatornahen Zone der Tropen und der Topographie des Hinterlandes beeinflusst, die Stadt liegt „im Schatten“ des Owen-Stanley-Gebirges. Die beiden Windsysteme Passat und Monsun fördern große Wassermengen nach Papua-Neuguinea, sie bewirken Niederschlagsmengen von bis über 5000 mm im Zentrum der Insel Neuguinea. Dort regnen sich die Wolken ab, sodass Port Moresby mit einer jährlichen Niederschlagsmenge von 1250 mm für die Region Papua-Neuguinea relativ trocken ist. Die Luftfeuchtigkeit liegt im Allgemeinen zwischen 70 und 85 %.

Das Wetter wird durch zwei vorherrschende Windströmungen bestimmt: der Südostpassat bläst von Mai bis Oktober und der Nordwestmonsun etwa von Dezember bis März. Für die Tropen typische Zyklone und Hurrikane treten in dieser Gegend relativ selten auf, Gewitterstürme sind in den Bergen häufig. Die bergige Lage schützt den Hafen auch vor den schweren Stürmen, welche die westliche Küstenregionen heimsuchen.[1]

Port Moresby
Klimadiagramm
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Temperatur in °C,  Niederschlag in mm
Quelle: wetterkontor.de
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Port Moresby
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 31,8 31,5 31,4 31,0 30,8 30,1 29,7 29,9 30,4 31,3 32,1 32,2 Ø 31
Min. Temperatur (°C) 23,1 23,0 22,9 22,7 22,8 22,1 21,7 22,0 22,3 22,8 22,8 23,1 Ø 22,6
Niederschlag (mm) 184 193 212 137 72 48 26 31 33 37 67 130 Σ 1.170
Sonnenstunden (h/d) 5,9 5,6 5,9 6,7 6,8 6,7 6,5 7,2 7,1 7,5 8,1 7,0 Ø 6,8
Regentage (d) 15 14 14 10 8 4 4 3 4 4 6 9 Σ 95
Wassertemperatur (°C) 29 29 29 29 28 27 26 26 27 28 28 29 Ø 27,9
Luftfeuchtigkeit (%) 79 81 81 82 81 79 77 76 76 76 75 77 Ø 78,3
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Stadtgliederung und Urbanisierung[Bearbeiten]

Die ursprüngliche Stadtsiedlung entstand auf einer schmalen, bergigen Landzunge an der Küste. Sie reichte landeinwärts bis zum Berg Tuabuga Hill und grenzte im Norden an das Hafenviertel. Alle Regierungs- und Verwaltungsgebäude sowie die Wohnhäuser der europäischen Zuwanderer und der australischen Verwaltungsbeamten konzentrierten sich zunächst in diesem Areal. Die Einheimischen wohnten mehrheitlich in einfachen Behausungen in den ländlichen Vororten jenseits des Berges. Seit der Unabhängigkeit begann die Stadt durch Zuzug aus den Landgemeinden enorm zu wachsen. Die Regierung verfügte die Bildung des National Capital District, dieser ist 240 km² groß und besitzt einen Sonderstatus. Die ersten Vorstadt-Siedlungen entstanden am Hubert Murray Highway, der Hauptstraße zum Flugplatz und erhielten als (provisorische) Ortsnamen die Entfernungsangaben zum Stadtzentrum - „Three Mile“, „Four Mile“ und „Six Mile“. Fortwährend entstanden neue Siedlungen und angrenzende Dörfer wurden eingemeindet. Auch die Regierungsbehörden und die Stadtverwaltung benötigten Erweiterungsbauten, Gewerbebetriebe, Einkaufszentren, ein Diplomatenviertel, Sportanlagen und die Universität verteilen sich über das gesamte Stadtgebiet. Die neuen Stadtteile tragen die Namen: Badili, Boroko, Erima, Gabutu, Gerehu, Gordons, Gordons North, Hohola, Hohola North, Kaevaga, Kaugere, Kila, Koki, Konedobu, Korobosea, Matirogo, Morata, Newtown, Sabama, Saraga, Tokarara und Waigani.[2]

Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Straßenverbindungen[Bearbeiten]

Port Moresby ist Landeshauptstadt und Verwaltungszentrum der Central-Provinz. Das Straßennetz innerhalb der Provinz ist relativ gut ausgebaut. Innerhalb des Stadtgebietes gibt es ein Busliniennetz; Taxis und private Autovermieter bieten ihre Dienste an. Von der Landbevölkerung werden die als PMV (Public Motor Vehicles) bezeichneten Kleinlastwagen bevorzugt.

Die Topographie und das tropische Klima des Landes verhindern den Bau von Verbindungsstraßen und Bahnlinien zu den Städten jenseits der zentralen Hochgebirge.[3]

Luftverkehr[Bearbeiten]

Jackson International Airport

Bereits in den 1930er Jahren entstand im australisch verwalteten Teil ein dichtes Netz von Fluglinien mit Kleinflugzeugen. Während der Kämpfe des Zweiten Weltkrieges entstanden auf allen größeren Inseln Militärflugplätze, die zum Teil noch heute genutzt werden können. Sie ermöglichten in den 1970er Jahren das rasche Vordringen der ausländischen Bergbaugesellschaften selbst in entlegenste Bergregionen und waren dennoch rentabel. Schon in den 1950er Jahren bildeten sich mehrere Fluggesellschaften heraus, die inzwischen mit dem Transport von Touristen ihre Haupteinnahmen erwirtschaften. Die Air Niugini ist die größte Fluggesellschaft des Landes und arbeitet mit der australischen Qantas Airways zusammen. Weitere private Fluggesellschaften sind Bougair, Douglas Airways, Panga Airways und Talair. Der wichtigste Flugplatz des Landes ist der Jacksons International Airport, auch die Stadt Nae verfügt über einen Frachtflughafen.[4]

Schifffahrt[Bearbeiten]

Blick zum Handelshafen mit dem Container-Terminal

Der Hafen von Port Moresby entstand bereits um 1890. Der Hafen besteht aus vier Zonen, er besitzt ein modernes Container-Terminal zur Versorgung des Landes mit Wirtschaftsgütern und ist auch Ankerplatz für die Touristenschiffe, in einer zweiten Zone verkehren die sogenannten Napa-Napa-Fähren. In der dritten Zone befindet sich der Yachthafen, und nördlich folgt noch in einem gesperrten Teil des Hafens der Marinestützpunkt. Die Marine übernimmt hier die Funktion der Küstenwache.[5] Die flachen, küstennahen Gewässer der Stadt werden von Korallenriffen durchzogen, welche die Schifffahrt beträchtlich erschweren. Ein weiteres bekanntes Hindernis in Hafennähe ist das Wrack des australischen Frachters Mac Dhui, der am 8. Juni 1942 bei einem Gefecht vor der Hafeneinfahrt von den Japanern versenkt wurde.[6]

Fuß- und Wanderwege[Bearbeiten]

Der Kokoda Trail, den die Einheimischen schon lange nutzen, um von Port Moresby nach Norden zu gelangen, ist heute bei Abenteuertouristen eine der größten Attraktionen des Landes.

Geschichte[Bearbeiten]

Das indigene Volk der Motu lebt seit etwa 2000 Jahren in der Gegend um Port Moresby. Der britische Forscher John Moresby erkannte 1873 den Vorteil, den die hiesige Hafenbucht bot. Als Großbritannien das Land 1884 zum Protektorat Britisch-Neuguinea erklärte (British New Guinea), wurde Port Moresby Hauptstadt und blieb es bis heute. Eine japanische Eroberung wurde in der Schlacht im Korallenmeer von den Alliierten verhindert.

Soziale Probleme[Bearbeiten]

Infolge großer Landflucht hat sich die Bevölkerung Port Moresbys in den letzten zwanzig Jahren verdoppelt, und viele illegale Siedlungen sind entstanden. Im Jahr 1971 hatte die Stadt gar nur 80.000 Einwohner. Fortschritt und Reichtum der Stadt reizen viele junge Landbewohner, hier ihr Glück zu suchen. Mit dem rapiden Wachstum ging eine sehr hohe Kriminalitätsrate einher, und auch die Korruption der Polizei ist ein großes Problem. Nach einer Reihe äußerst brutaler Verbrechen und Kämpfen zwischen Mitgliedern verschiedener Stämme in einem Vorstadt-Slum, der Tete-Siedlung, forderte der Polizeipräsident der Stadt im Jahr 2003 die sofortige Räumung des Slums und das Zurückschicken junger Arbeitsloser in ihre Heimatdörfer.

Nach einem Ranking der Economist Intelligence Unit aus dem Jahr 2012 rangiert Port Moresby in Bezug auf die Lebensqualität unter den 140 untersuchten Städten weltweit auf dem vorletzten Platz vor Schlusslicht Dhaka.[7]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Port Moresby unterhält mit folgenden Städten Partnerschaften (in Klammern das Jahr der Etablierung):

China VolksrepublikChina Jinan, Provinz Shandong in der Volksrepublik China (1988)
AustralienAustralien Townsville in Queensland, Australien (1983)
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Palm Desert (Kalifornien, USA)

Städtefreundschaft:

IndonesienIndonesien Jayapura, Provinz Papua in Indonesien

Bildung und Forschung[Bearbeiten]

Ausbildung von Zahnärzten auf einem Lazarettschiff der US-Pazifik-Flotte
In Port Moresby stationierte internationale Marineeinheiten unterstützen die Bildungsinitiativen der Regierung

Ein großer Teil der Landbevölkerung ist nicht alphabetisert, dies gilt insbesondere für Frauen.[8] Die Schulen der Hauptstadt sind traditionell in kirchlicher Trägerschaft.[9] Das Schulsystem ist an das englische Bildungssystem angeglichen, es gibt Privatschulen und öffentliche Schulen.

Die University of Papua New Guinea (UPNG) wurde 1965 gegründet und gehört zum Kreis der Commonwealth Universities, sie ist die höchstrangige Bildungseinrichtung in Papua-Neuguinea und ist die erste Universität in Ozeanien. Sie befindet sich am nördlichen Stadtrand von Port Moresby. Gegenwärtig besuchen etwa 15.000 Studenten die Bildungseinrichtung, sie besitzt 13 Fakultäten und Institute.[10]

Eine wichtige Unterstützung erfahren die medizinischen Bildungseinrichtungen durch im Hafen stationierte internationale Marineeinheiten. So befindet sich in Port Moresby regelmäßig ein Lazarettschiff der US-Pazifik-Flotte, welches an Bord die Aus- und Weiterbildung der einheimischen Ärzte und Krankenpfleger an moderner Technik ermöglicht.[11]

Es bestehen in der Stadt weitere nationale und internationale Forschungsinstitute, zu ihnen zählt das NRI (National Research Institute of Papua-Neuguinea). Es entstand 1961 als Außenstelle der Australian National University und beschäftigt sich im Schwerpunkt mit Fragen zur wirtschaftlichen, politischen und sozialen Entwicklung des Landes.[12]

Bauwerke[Bearbeiten]

Siehe: Sir John Guise Stadium

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Port Moresby – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Heiner Wesemann: Papua-Neuguinea, Kultur - Landschaft. In: DuMont Dokumente. DuMont Buchverlag, Köln 1985, ISBN 3-7701-1322-5, Klima und Klimazonen, S. 16–18.
  2.  Heiner Wesemann: Papua-Neuguinea. Port Moresby, S. 199–203.
  3. Eine Straßenverbindung von Port Moresby nach Lae ist schon lange geplant gewesen (u. a. im Rahmen von japanischer Entwicklungshilfe), scheint aber in nächster Zeit nicht verwirklicht zu werden.
  4.  Heiner Wesemann: Papua-Neuguinea. Flugverbindungen, S. 315.
  5.  Heiner Wesemann: Papua-Neuguinea. Verkehr- und Wirtschaft, S. 195–199.
  6. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatUS-Map-Service, Maps of Neuguinea, TK250, Blatt SC 55-7 (Port Moresby). In: University of Texas at Austin, Kartensammlung. Abgerufen am 3. September 2010.
  7. Las mejores ciudades para vivir - Viene amar (spanisch) auf www.montevideo.com.uy vom 16. August 2012, abgerufen am 16. August 2012
  8. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatPapua New Guinea, HDI Rank -148. In: Human Development Report 2009 (Unterorganisation der Vereinten Nationen). Abgerufen am 3. September 2010.
  9. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatEdle Traditionen und christliche Prinzipien. In: Webseite der Organisation KIRCHE IN NOT. Abgerufen am 3. September 2010. (deutsch)
  10. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatThe premier University of the Pacific. In: Webseite der staatlichen Universität von Papua-Neuguinea. Abgerufen am 3. September 2010. (englisch)
  11. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatAboard USNS Mercy (T-AH-19). In: Bilderserie der US-Navy, Pazifikflotte. Abgerufen am 3. September 2010. (englisch)
  12. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatAbout us (Startseite). In: Webseite des NRI of Papua-Neuguinea. Abgerufen am 3. September 2010. (englisch)