Pullenreuth

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Pullenreuth
Pullenreuth
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Pullenreuth hervorgehoben
49.91666666666712542Koordinaten: 49° 55′ N, 12° 0′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberpfalz
Landkreis: Tirschenreuth
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Neusorg
Höhe: 542 m ü. NHN
Fläche: 43,16 km²
Einwohner: 1747 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 40 Einwohner je km²
Postleitzahl: 95704
Vorwahl: 09234
Kfz-Kennzeichen: TIR, KEM
Gemeindeschlüssel: 09 3 77 148
Gemeindegliederung: 35 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kirchstr. 10
95704 Pullenreuth
Webpräsenz: www.pullenreuth.de
Bürgermeister: Hubert Kraus (CSU)
Lage der Gemeinde Pullenreuth im Landkreis Tirschenreuth
Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge Landkreis Bayreuth Landkreis Neustadt an der Waldnaab Lenauer Forst Erbendorf Pullenreuth Kastl (bei Kemnath) Waldershof Kemnath Wiesau Waldsassen Tirschenreuth Reuth bei Erbendorf Plößberg Pechbrunn Neusorg Neualbenreuth Mitterteich Mähring Leonberg (Oberpfalz) Kulmain Krummennaab Konnersreuth Fuchsmühl Friedenfels Falkenberg (Oberpfalz) Ebnath Brand (Oberpfalz) Bärnau Immenreuth TschechienKarte
Über dieses Bild

Pullenreuth ist eine Gemeinde im Oberpfälzer Landkreis Tirschenreuth und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Neusorg.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt am Fuße des Steinwaldes und grenzt direkt an das Fichtelgebirge. Es liegt auch an der ehemals wichtigen Handelsstraße von Nürnberg nach Prag.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde Pullenreuth ist in 35 Ortsteile eingeteilt[2]:

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Nachbargemeinden sind Neusorg, Waldershof, Kulmain, Kemnath und Erbendorf.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort Pullenreuth selbst wurde 1244 erstmals urkundlich erwähnt, wobei davon auszugehen ist, dass der Ort schon mindestens seit dem Beginn des 11. Jahrhunderts existiert. 1285 ließ der Herzog Pullenreuth in ein so genanntes Salbuch eintragen, das die Zugehörigkeit zur Burg Waldeck beschrieb:
„Redditus bonorum castri in Waldecke“ (Verzeichnis der Güter der Burg zu Waldeck)
„A l t e n p u l n r e u t proprium“ (eigen)
„P u l n r e t unus mansus“ (ein Hofgut)

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Im Jahr 1945 oder 1946 wurde ein Teil der Gemeinde Dechantsees eingegliedert. Am 1. Januar 1972 kamen Lochau, Mengersreuth, Pilgramsreuth und Trevesen hinzu.[3] Ein kleiner Teil der aufgelösten Gemeinde Poppenreuth mit nur etwa zehn Einwohnern wurde nach Pullenreuth umgegliedert. Das weitaus größere Gebiet der aufgelösten Gemeinde Langentheilen, das im Jahr 1945 oder 1946 die Gemeinde Höll und Haid und den Restteil von Dechantsees aufgenommen hatte[3], folgte am 1. Mai 1978.[4]

Entstehung des Ortsnamens[Bearbeiten]

Der Ortsname des Ortsteils Mengersreuth endet mit der Silbe -reuth, was wohl mit gerodet, roden, Rodung zu übersetzen ist. Der restliche Teil des Wortes geht angeblich auf einen Mann namens Meingotz zurück. Doch dies ist wohl ein Irrtum; Mengersreuth ist nicht so alt wie Pullenreuth (mittelhochdeutsch: Pulnruit). Demnach soll der Name Mengersreuth auf das Adelsgeschlecht der Mengersreuther (Mengersreuth bei Weidenberg in Franken) zurückgehen, die 1407 Grund in Riglasreuth erwarben und dort eine Burg errichteten. Sie weiteten ihr Gebiet immer weiter, bis Pullenreuth, aus. Jedoch besaßen sie in Pullenreuth nur das Gebiet rechts des Hartbaches; fortan hieß dieser Teil Mengersreuth, der andere Dechantsees.

Religionen[Bearbeiten]

Katholische Kirche

Die Pullenreuther Bevölkerung bekennt sich nahezu ausnahmslos zur Römisch-Katholischen Kirche. Die erste katholische Kirche in Pullenreuth stand vermutlich schon im 11. Jahrhundert. Diese mittelalterliche Kirche wurde etwa um das Jahr 1453 von den Hussiten zerstört und vermutlich 1505 wieder aufgebaut. Der Dreißigjährige Krieg nahm das Gotteshaus ziemlich mit, so dass es der damalige Pfarrer als das „ärmste auf der Straße nach Nürnberg“ bezeichnete. 1668 wurde Pullenreuth eine eigene Pfarrei. Im Jahre 1738 wandte sich Pfarrer Johann Friedrich Forster an die kurfürstliche Regierung in Amberg, jedoch vergeblich. Am 9. März 1749 vernahmen die Gläubigen während des Gottesdienstes ein Krachen im Mauerwerk und stürmten aus der Kirche, aus Angst, sie könnte einstürzen. Die Leute auf der Empore retteten sich sogar aus den Fenstern. Wenige Tage später stürzte die Kirche tatsächlich ein. Aufgrund dieses Ereignisses wurden endlich Geldmittel freigemacht, so dass die Kirche im April 1749 abgerissen werden konnte. Am 14. August 1749 begann man mit dem Neubau der Kirche, der 1751 abgeschlossen werden konnte. Es fehlten jedoch Bänke, Hochaltar und Fußbodenbelag. 1769 kaufte man einen Hochaltar. Später fanden noch kleiner Renovierungen (Restaurierungen der kunstvollen Deckengemälde etc.) statt.

Politik[Bearbeiten]

Rathaus und ehemalige Schule von Pullenreuth

Gemeinderat[Bearbeiten]

Ergebnis der Wahl des Gemeinderats am 16. März 2014:

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: In Rot unter einer silbernen Deichselwaage ein goldenes Trinkgefäß (sog. Doppelscheuer).

Die Gemeinde führt das Wappen seit 1973.

Partnergemeinde[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Pullenreuth ist eine Agrargemeinde, d.h., dass viele der Bürger Bauern sind.

Verkehr[Bearbeiten]

Pullenreuth hat keinen eigenen Anschluss an Autobahnen oder Bundesstraßen, jedoch wird der Ortsname auf dem Abfahrtsschild Nr. 15 der A 93 erwähnt. Pullenreuth liegt direkt an der Staatsstraße zwischen den Regionszentren Kemnath und Marktredwitz.

Bildung[Bearbeiten]

Pullenreuth hatte eine Grundschule (nur 4 Klassen ohne Hauptschule), die etwa von 100 Schülern besucht wurde (bis Schuljahr 2006/07).

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Sehenswert ist die Glasschleife Pullenreuth.

Das Schwedenkreuz[Bearbeiten]

Das Schwedenkreuz

Um das sogenannte Schwedenkreuz von Dechantsees rankt sich eine Sage: Im Dreißigjährigen Krieg rissen die Schweden das schwere Eisenkreuz vom Dach der Heilig-Kreuz-Kapelle in Dechantsees und wollten es in einem Brunnen versenken. Doch das Kreuz ging nicht unter und kam immer wieder hoch. Seitdem wird das Kreuz im Inneren der Dechantseeser Kapelle aufbewahrt. Auf dem Giebel befindet sich heute eine Kopie des Kreuzes. Die Inschrift des Kreuzes lautet „Crux Sancti Patris Benedicti Crux Sacra Sit Mihi Lux Non Draco Sit Mihi Dux Vade Retro Satanas Nunquam Suade Mihi Vana Sint Mala quae.....“, zu deutsch: Das Kreuz des heiligen Vaters Benedikt Das Kreuz sei mir Licht; nicht der Drache/Teufel sei mein Führer. Weiche zurück Satan; niemals rate mir nichtige Taten. Sei es auch Schlimmes, was du trinkst.....

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111108/161128&attr=OBJ&val=1095
  3. a b  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7. Seite 495
  4.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 663.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Pullenreuth – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien