Kemnath

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Kemnath (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Kemnath
Kemnath
Deutschlandkarte, Position der Stadt Kemnath hervorgehoben
49.86805555555611.891388888889462Koordinaten: 49° 52′ N, 11° 53′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberpfalz
Landkreis: Tirschenreuth
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Kemnath
Höhe: 462 m ü. NHN
Fläche: 54,13 km²
Einwohner: 5317 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 98 Einwohner je km²
Postleitzahl: 95478
Vorwahl: 09642
Kfz-Kennzeichen: TIR, KEM
Gemeindeschlüssel: 09 3 77 129
Stadtgliederung: 39 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Stadtplatz 38
95478 Kemnath
Webpräsenz: www.kemnath.de
Bürgermeister: Werner Nickl (CSU)
Lage der Stadt Kemnath im Landkreis Tirschenreuth
Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge Landkreis Bayreuth Landkreis Neustadt an der Waldnaab Lenauer Forst Erbendorf Pullenreuth Kastl (bei Kemnath) Waldershof Kemnath Wiesau Waldsassen Tirschenreuth Reuth bei Erbendorf Plößberg Pechbrunn Neusorg Neualbenreuth Mitterteich Mähring Leonberg (Oberpfalz) Kulmain Krummennaab Konnersreuth Fuchsmühl Friedenfels Falkenberg (Oberpfalz) Ebnath Brand (Oberpfalz) Bärnau Immenreuth TschechienKarte
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Kemnath (bairisch: Kemmat) ist eine Stadt im Oberpfälzer Landkreis Tirschenreuth und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Kemnath. Die Stadt gilt als das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des westlichen Landkreises Tirschenreuth.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Kemnath ist umgeben von den Naturparks Fichtelgebirge und Steinwald. Das Kemnather Land prägen Vulkankegel, wie beispielsweise der Armesberg oder der Rauhe Kulm, sowie Teichketten.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die politische Gemeinde Kemnath hat 39 amtlich benannte Ortsteile[2]:

Geschichte[Bearbeiten]

Der Name Kemnath leitet sich von dem Wort Kemenatha ab, welches eine alte Bezeichnung für ein beheiztes Zimmer in einer mittelalterlichen Burg oder Herberge ist. In der Tat befand sich vom neunten bis ins dreizehnte Jahrhundert ein von den Franken gegründeter Herrschaftssitz nordwestlich der heutigen Stadt. In der Nachbarschaft dieser Burg gab es eine Herberge für Kauf- und Fuhrleute. Das heutige Kemnath wurde im 13. Jahrhundert als Marktort angelegt und erhielt zwischen 1354 und 1375 das Stadtrecht. Noch heute stehen Reste der alten Stadtmauer. Der Stadtkern ist gepflastert und hat ein typisches mittelalterliches Aussehen: schmale Gassen, schmale, aber hohe Häuser. Bis zur Gebietsreform, die am 1. Juli 1972 in Kraft trat, war Kemnath die Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Im Jahr 1945 oder 1946 wurden die bis dahin selbständige Gemeinde Fortschau (mit Kuchenreuth) und Teile der Gemeinden Berndorf und Eisersdorf eingegliedert. Am 1. Januar 1972 kamen Atzmannsberg, Guttenberg, Schönreuth (mit dem am 1. April 1949 eingegliederten Restteil von Eisersdorf) und Zwergau hinzu.[3] Am 1. Januar 1975 kam Kötzersdorf hinzu. Höflas (mit dem 1945/46 eingegliederten übrigen Teil von Berndorf) sowie Gebietsteile der aufgelösten Gemeinden Hessenreuth und Löschwitz (mit dem 1945/46 eingegliederten Kaibitz) kamen am 1. Januar 1978 hinzu. Der Markt Waldeck folgte am 1. Mai 1978.[4]

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat und Bürgermeister[Bearbeiten]

Der Stadtrat hat 20 Mitglieder, die sich wie folgt auf die einzelnen Parteien und Listen verteilen:

Stand: 1. Mai 2008

Erster Bürgermeister ist Werner Nickl.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: Geteilt und oben gespalten; vorne in Schwarz ein rot gekrönter und rot bewehrter goldener Löwe, hinten die bayerischen Rauten; unten in Silber ein rotes Haus mit geschlossenem silbernem Tor.

Das Wappen ist seit dem 14. Jahrhundert bekannt.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Der Stadtplatz mit der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt

Bauwerke[Bearbeiten]

Die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt wurde 1448 als dreischiffige, spätgotische Hallenkirche erbaut. Die Innenausstattung ist barock. Im Altartisch des Hochaltars befindet sich das gefasste Skelett des Katakombenheiligen Primianus. Der Kirchturm (aus dem 19. Jahrhundert) mit einer torartigen Durchfahrt bildet den östlichen Abschluss des Stadtplatzes.

Im Ortsteil Waldeck sind die barocke katholische Pfarrkirche St. Johannes Nepomuk und die Ruinen der Burg Waldeck sehenswert.

Museen[Bearbeiten]

In der Alten Fronveste befindet sich das Heimat- und Handfeuerwaffenmuseum. Neben vorgeschichtlichen Funden aus dem Kemnather Raum wird eine Wehrkundliche Sammlung gezeigt. Diese erinnert an die erste bayerische Gewehrmanufaktur, die von 1689 bis 1801 in Fortschau bei Kemnath bestand.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Bereits im 18. Jahrhundert wurden Passionsspiele in Kemnath aufgeführt. Diese wurden jedoch 1770, wie auch die Oberammergauer Passionsspiele per Erlass der kurfürstlich bayerischen Regierung verboten. Im Jahre 1983 wurde die Passionsspieltradition aus Anlass der 975-Jahr-Feier der Stadt wieder aufgenommen. Grundlage für das modernisierte Spiel ist eine Fassung des Jahres 1731 aus dem Bischöflichen Zentralarchiv Regensburg. Seit 1983 wird die Kemnather Passion wieder alle fünf Jahre in der Karwoche aufgeführt.

Seit 1990 findet in Kemnath regelmäßig ein überregionales Oldtimertreffen und ein Markt für Oldtimerersatzteile und Zubehör auf dem Schulgelände statt. Die Teilnehmer des Treffens und die Markthändler kommen aus ganz Deutschland und der tschechischen Republik. Fester Termin beider Veranstaltungen mit oft weit über 200 Oldtimerfahrzeugen ist jeweils der letzte Samstag im August.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Hauptarbeitgeber ist ein Werk von Siemens Sector Healthcare mit ca. 1000 Beschäftigten. Außerdem befindet sich in Kemnath die Großmetzgerei Ponnath und ein Logistikzentrum des Unternehmens Simon Hegele.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Kliniken Nordoberpfalz AG, Krankenhaus Kemnath

Bildung[Bearbeiten]

Kemnath hat eine Grund-, eine Mittel- und eine Realschule. Die Realschule besuchen derzeit mehr als 1000 Schüler und Schülerinnen in über 30 Klassen. Die Hauptschulen Immenreuth und Kulmain, wo derzeit zwei Klassen unterrichtet werden, sollen in den nächsten Jahren nach Kemnath verlegt werden. Dadurch soll Kemnath zu einer noch größeren Schulstadt weiterentwickelt werden. Andererseits wurde 2007 das früher in Kemnath ansässige Sonderpädagogische Förderzentrum nach Immenreuth verlegt.

Verkehr[Bearbeiten]

Kemnath hat mehrere Anschlussstellen an die Bundesstraße 22 BayreuthWeiden und somit eine gute Anbindung an die Bundesautobahnen 9 und 93.

Kemnath bietet 1200 kostenlose Parkplätze im Stadtgebiet an. In der weitgehend intakten Altstadt können alle Verkehrsteilnehmer mit einer Höchstdauer von einer Stunde parken.

Der Bahnhof Kemnath-Neustadt der Bahnstrecke Weiden–Bayreuth befindet sich ca. fünf Kilometer vom Stadtzentrum entfernt im Ortsteil Reisach an der Staatsstraße nach Eschenbach. Von dort bestehen werktags stündlich Verbindungen nach Bayreuth und Weiden, mit Anschlüssen in Weiden Richtung München, Regensburg und in Kirchenlaibach Richtung Nürnberg und Hof, sowie in Bayreuth Richtung Würzburg, Lichtenfels, Saalfeld und Dresden. Am Wochenende bestehen zwar zweistündige Verbindungen; zum Bahnhof gibt es allerdings Anfang 2011 keinen regelmäßigen Busverkehr.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Persönlichkeiten, die in der Stadt gewirkt haben[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kemnath – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Kemnath – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Beölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111108/092212&attr=OBJ&val=1084
  3.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 495.
  4.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 663.