Hennef (Sieg)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Hennef (Sieg)
Hennef (Sieg)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Hennef (Sieg) hervorgehoben
50.7833333333337.283333333333368Koordinaten: 50° 47′ N, 7° 17′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Köln
Kreis: Rhein-Sieg-Kreis
Höhe: 68 m ü. NHN
Fläche: 105,89 km²
Einwohner: 45.455 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 429 Einwohner je km²
Postleitzahl: 53773
Vorwahlen: 02242–02244, 02248
Kfz-Kennzeichen: SU
Gemeindeschlüssel: 05 3 82 020
Adresse der
Stadtverwaltung:
Frankfurter Str. 97
53773 Hennef (Sieg)
Webpräsenz: www.hennef.de
Bürgermeister: Klaus Pipke (CDU)
Lage der Stadt Hennef (Sieg) im Rhein-Sieg-Kreis
Rheinland-Pfalz Bonn Köln Kreis Euskirchen Oberbergischer Kreis Rheinisch-Bergischer Kreis Rhein-Erft-Kreis Alfter Bad Honnef Bornheim (Rheinland) Eitorf Hennef (Sieg) Königswinter Lohmar Meckenheim (Rheinland) Much Neunkirchen-Seelscheid Niederkassel Rheinbach Ruppichteroth Sankt Augustin Siegburg Swisttal Troisdorf Wachtberg WindeckKarte
Über dieses Bild
Hennef aus der Luft
Hennef-Zentrum, Luftaufnahme

Hennef (Sieg) ist eine Stadt im Rhein-Sieg-Kreis in Nordrhein-Westfalen mit rund 100 Ortschaften am Fluss Sieg. Die Zahl der Ortschaften liegt noch höher, wenn man die Ortsteile, die zu Ortschaften gruppiert sind, berücksichtigt. Daher trägt Hennef auch den Beinamen „Stadt der 100 Dörfer“.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Hennef liegt zwischen Bergischem Land und Westerwald am Anfang des Mündungstals der Sieg, etwa 30 km Luftlinie südöstlich von Köln und 14 km Luftlinie in ost-nordöstlicher Richtung von Bonn aus.

Im Westen grenzen Siegburg und Sankt Augustin an das Stadtgebiet, im Norden die Gemeinden Neunkirchen-Seelscheid und Ruppichteroth, im Osten die Gemeinde Eitorf, im Südosten die Verbandsgemeinde Asbach in Rheinland-Pfalz und im Süden Königswinter.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Das Gebiet der Stadt ist etwa 105 Quadratkilometer groß. Damit ist Hennef nach Windeck die flächenmäßig zweitgrößte Kommune des Rhein-Sieg-Kreises. Hennef besteht aus dem Zentrum, das mit Geistingen im Südwesten sowie Warth im Osten zusammengewachsen ist, sowie weiteren zum Teil weit verstreuten Ortschaften. Die Eisenbahntrasse trennt die Stadtteile Geistingen und Warth auf der einen Seite und Hennef auf der anderen Seite. Mehrere Bahnübergänge und eine Brücke überwinden die Bahnstrecke. Zwischen den Querungsmöglichkeiten für Autos liegt jedoch mitunter ein Kilometer Wegstrecke.

Durch das Stadtzentrum führt die Frankfurter Straße (früher B 8, heute Landesstraße 333). Zu beiden Seiten befinden sich neben der City mit dem gewerblichen Einzelhandel hauptsächlich Wohngebiete – unterbrochen von einigen Mischgebieten. Im Osten Hennefs – am Hossenberg – ist ein neues Gewerbegebiet entstanden. Außerdem existiert am Rande des Zentrums im Ortsteil Geistingen das etwa 50.000 Quadratmeter große Gelände des Kurparkes, das als Sondernutzungsfläche zu Erholungszwecken ausgeschrieben ist. Das Rathaus befindet sich, zusammen mit dem Marktplatz, im Zentrum Hennefs an der Frankfurter Straße und in der Nähe der Sieg. Die übrige Hennefer Innenstadt ist vor allem als Wohngebiet ausgewiesen.

Hennef liegt an der Sieg. Seit 2005 besteht am neu gestalteten Chronos-Areal eine durchgängige Uferpromenade, die Fahrradfahrer und Fußgänger nutzen können. Alternativ kommt man über einen Rad- und Wanderweg zur Sieg. Im Ortsteil Weingartsgasse befindet sich direkt an einer Fußgängerbrücke über die Sieg ein Ausflugslokal mit Außengastronomie.

Neben dem westlichen Gewerbegebiet in Stoßdorf, in dem einige Großunternehmen ihren Stammsitz haben und an dessen Rand sich auch das Messegebäude sowie einige Supermärkte befinden, liegt der Ort Stoßdorf. Zur Sieg hin befinden sich vor allem landwirtschaftliche Flächen.

Die übrigen Ortschaften sind weitgehend in sich geschlossen und oftmals aus Hofanlagen hervorgegangen. Eine Ausnahme bilden die Ortsteile Uckerath, Bierth und Lichtenberg. Durch vermehrte Bautätigkeit wachsen diese immer mehr zusammen. Uckerath bildet das größte Subzentrum in Hennef. Es liegt direkt an der Grenze Nordrhein-Westfalens zur Gemeinde Asbach in Rheinland-Pfalz.

Liste der Ortschaften[Bearbeiten]

Diese Liste mit 122 Orten entspricht der Auflistung auf der Webseite der Stadt (Stand: 17. Mai 2011):[2]

Klima[Bearbeiten]

Das Klima entspricht noch weitgehend dem der Kölner Bucht, unterscheidet sich aber aufgrund der ersten Höhenzüge von Westerwald und Bergischem Land etwas in der Gewitterneigung und Nebelbildung sowie durch häufigeren Regen.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ortsname Hennef leitet sich vom Hanfbach ab, der früher Hanapha genannt wurde. Der heute häufig im Namen verwendete Zusatz „(Sieg)“ soll einer Verwechslung mit Bad Honnef vorbeugen und entspricht auch der offiziellen Schreibweise.

  • Der heutige Ortsteil Geistingen wurde schon 885 in einer Schenkungsurkunde an das Stift Sankt Cassius in Bonn erwähnt.
  • Im Jahr 1064 wird die Kirche erwähnt: in Hannafo. Es ist zugleich Hennefs erste Erwähnung.
  • 1129 wird die Kirche in Happerschoß als eine Stiftung des Erzbischofs Anno II. von Köln bezeichnet.
  • Im Jahr 1181 wird die Burg Blankenberg erstmals urkundlich erwähnt.
  • 1363 Blankenberg wird Verwaltungssitz eines bergischen Amtsbezirkes, später Amt Blankenberg genannt.
  • Im Jahr 1420 wird das Schloss Allner erstmals urkundlich erwähnt.
  • 1588 werden Geistingen und Hennef im Truchsessische Krieg niedergebrannt.
  • 1791 gibt es in insgesamt 14 heutigen Ortsteilen Schulen.
  • 1806 kommt Hennef unter französische Verwaltung im Großherzogtum Berg und wird 1808 Sitz einer Mairie und des Kantons Hennef.
  • 1815 kommt das Rheinland zum Königreich Preußen, 1916 werden im heutigen Stadtgebiet die Bürgermeistereien Hennef, Lauthausen und Uckerath im Kreis Uckerath eingerichtet.
  • Im Jahr 1859 wird Hennef an das Eisenbahnnetz durch Fertigstellung der Strecke Köln-Deutz–Hennef angebunden.
  • Im Verlauf des Jahres 1903 wird das Kloster Geistingen fertiggestellt.
  • Am 1. April 1934 werden die Gemeinde Blankenberg und die Gemeinde Geistingen in die neu entstandene „Gemeinde Hennef“ eingegliedert. Zugleich wird das Amt Hennef aufgelöst.
  • Der Ortsteil Blankenberg wird im Jahr 1953 in „Stadt Blankenberg“ umbenannt.

Am 1. August 1969 entsteht im Rahmen der nordrhein-westfälischen kommunalen Neugliederung das heutige Hennef aus den drei bisherigen Gemeinden Hennef, Lauthausen und Uckerath.[3]

Am 1. Januar 1981 wird Hennef eine Stadt.[4] Der Ortsteil Blankenberg besaß allerdings schon von 1245 bis 1805 Stadtrechte.

Bis ins 19. Jahrhundert wurde der Hennefer Raum landwirtschaftlich genutzt, bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts wurde an den Hängen der Stadt Wein angebaut. Der Beruf des Winzers starb jedoch wegen schlechter Wetterbedingungen und durch die Konkurrenz der Industrielöhne aus. Seit kurzem gibt es wieder eine kleine Rebfläche (200 Weinstöcke) im Ortsteil „Stadt Blankenberg“. 1869 gründete Carl Reuther die „Reuther & Co. Landwirtschaftliche Maschinenfabrik Hennef“, 1881 gründete er zusammen mit Eduard Reisert eine neue Firma, die „Hennefer Maschinenfabrik Carl Reuther und Reisert“. Carl Reuther und Eduard Reisert erfanden 1883 die erste automatische eichfähige Waage der Welt. Diese Firma wurde später Chronos-Werk genannt. Durch den folgenden industriellen Aufschwung verbesserten sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Lebensverhältnisse und der Wohlstand wuchs.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Hennef ist eine wachsende Stadt. Dank der neu ausgewiesenen Bebauungsflächen zum Beispiel in Warth und Geistingen entwickeln sich die Bevölkerungszahlen rasant. So lag das Bevölkerungswachstum Anfang der 1990er-Jahre teilweise bei 3,8 % im Jahr und lag 2002 bei etwa 1,7 % im Jahr. Die positive Geburtenrate und die relativ niedrige Sterbequote bringen einen zusätzlichen positiven Effekt für das Bevölkerungswachstum (Saldo 2000: +95; 2001: +98; 2002: +46). Hennef hat nach Troisdorf, Sankt Augustin und Bornheim die viertgrößte Bevölkerung im Rhein-Sieg-Kreis.

Insgesamt ist der Anteil der Kinder und Jugendlichen (0 bis 25 Jahre) mit 30,4 Prozent (2002) verhältnismäßig hoch, was vermutlich durch die starke Bebauung mit Einfamilienhäusern gefördert wird. Hennef bezeichnet sich daher selbst als „die jüngste Stadt des Rhein-Sieg-Kreises“. Der niedrige Altersdurchschnitt stellt die Stadt mit ihrem erst im Jahr 2000 gegründeten Amt für Kinder, Jugend und Familie jedoch vor große Herausforderungen, etwa die Bereitstellung von Kindergarten- und Schulplätzen in ausreichender Zahl. Hennef beherbergt die größte Gemeinschaftshauptschule des Landes Nordrhein-Westfalen, eine Gesamtschule, sieben Grundschulen, die Kopernikus-Realschule, das Städtische Gymnasium Hennef und das Carl-Reuther-Berufskolleg des Rhein-Sieg-Kreises in Hennef

Um die Betreuung von Eltern und ihren Kindern zu verbessern, wurde im Juni 2005 die Einrichtung einer eigenen Erziehungsberatungsstelle beschlossen. Der Haushalt des Amtes für Kinder, Jugend und Familie macht mit etwa 16 Prozent den größten Anteil aller Ämter am Gesamthaushalt der Stadt aus.

Politik[Bearbeiten]

Wahlbeteiligung: 54,2 % (2004: 58,9 %)
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Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2004
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Altes Rathaus der Stadt Hennef

Stadtrat[Bearbeiten]

Die 46 Sitze des Stadtrats verteilen sich wie folgt:

(Stand: Mai 2014)[6]

1999 bildeten die Fraktionen der CDU und von Bündnis 90/Die Grünen zum ersten Mal in der Geschichte der Stadt eine Koalition. Diese wurde nach den Ratswahlen von 2004 fortgesetzt. Nach der Kommunalwahl 2009 ging die CDU ein Bündnis mit der FDP ein, wie bereits vor der Kommunalwahl 1999. Die Opposition besteht aus SPD, Grünen, Unabhängigen und drei fraktionslosen Ratsmitgliedern.

Bürgermeister von Hennef ist Klaus Pipke (CDU). Er wurde 2004 in einer Direktwahl neu in das höchste Amt der Stadt gewählt. 2009 wurde er in seinem Amt bestätigt. Der Jurist Pipke war zuvor Beigeordneter und Kämmerer der Kreisstadt Siegburg. Seine Stellvertreter sind Thomas Wallau (CDU), Jochen Herchenbach (SPD), Michaela Balansky (Grüne) und Michael Marx (FDP).

Der Stadtrat hat nach der Kommunalwahl 1999 zahlreiche Sachausschüsse gebildet. Die wichtigsten Ausschüsse sind hierbei für den städtischen Bereich der Ausschuss für Stadtgestaltung und Planung und für den dörflichen Bereich der Ausschuss für Umweltschutz, Dorfgestaltung und Denkmalschutz.

Gemeinde-/Stadtdirektoren Bürgermeister (ehrenamtlich) Bürgermeister (hauptamtlich)
  • 1969–1981 Johann Wilhelm Moß (Gemeindedirektor)
  • 1981–1982 Johann Wilhelm Moß (Stadtdirektor)
  • 1982–1997 Karl Kreuzberg
  • 1969–1979 Hans Böhm (CDU)
  • 1979–1984 Hans Welbers (SPD)
  • 1984–1997 Emil Eyermann (CDU)
  • 1997–2004 Karl Kreuzberg
  • seit 2004 Klaus Pipke (CDU)

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen zeigt im oberen Teil die ehemalige Burg der Stadt Blankenberg und geht zurück auf das Stadtsiegel von Blankenberg. Darunter ist das Wappen des Herzogtums Berg mit dem Bergischen Löwen zu sehen, da Hennef früher zum Bergischen Land gehörte. Die Weintrauben beziehen sich darauf, dass diese früher an den Hängen der Berge angebaut wurden.

Die amtliche Blasonierung des Wappens lautet: „In Rot zwischen zwei schlanken, mit schwarzer Fensterfüllung ausgestatteten, silbernen Türmen ein breiter, von drei Türmchen bekrönter, gleichfarbener Zinnenturm; alle stehen auf einem silbernen Rippengewölbe und über einer aus der Schildrundung wachsenden, gleichfarbigen Zinnenmauer. Das Gewölbe überspannt einen roten Dreiberg, in dessen Mitte ein silberner Schild mit steigendem, in der rechten Tatze eine blaue Weintraube haltendem, blaubewehrtem und -bezungtem roten Löwen steht; der Schild ist flankiert von je fünf und bekrönt von zwei silbernen Kreuzen.“[7]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Die Stadt Hennef (Sieg) unterhält Partnerschaften mit folgenden Städten:

Darüber hinaus besteht seit 1992 eine Städtefreundschaft mit Heilbad Heiligenstadt in Thüringen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Theater[Bearbeiten]

Kur-Theater Hennef
Kur-Theater Hennef, Saal mit Blick auf die Leinwand

Im Jahr 2003 wurde das Kurtheater Hennef, das letzte von ehemals drei Kinos in Hennef, geschlossen. Daraufhin wurde auf Initiative des damaligen Beigeordneten der Stadt, Lutz Urbach, der dies in Privatinitiative betrieb, gemeinsam mit Daniel Huys und Manfred Raderschad, ein Verein ins Leben gerufen, der das Kur-Theater seither als Kino und Kleinkunstbühne am Leben hält. Der Verein „Kur-Theater Hennef e. V.“ bietet im Kur-Theater (190 Plätze) Kino-Veranstaltungen wie auch ein umfassendes Kultur-Programm. Seit 2005 wurde das Kinoprogramm des Kur-Theaters sieben Mal von der Filmstiftung NRW mit der Jahresfilmprogramm-Prämie und vier Mal mit dem Kinoprogrammpreis des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien ausgezeichnet.

Im November 2008 feierte der Verein sein fünftes Jubiläum und das 70-jährige Bestehen des Gebäudes. Aktuell leiten Ingo Teusch und Dr. Daniel Huys den inzwischen über 1000 Mitglieder zählenden Verein gemeinsam mit einem sechsköpfigen Vorstand.

Karneval / 5. Jahreszeit[Bearbeiten]

Hennef ist eine Karnevalshochburg im Rheinland. Im gesamten Stadtgebiet verteilt gibt es 27 Karnevalsvereine. Insgesamt finden 7 Karnevalsumzüge statt: der größte im Zentralort am Rosenmontag für den man sich bei der Zugleitung des Komitee Hennefer Karneval anmelden kann.

Organisiert wird der größte Teil der Karnevalsveranstaltungen[8] im Einzelnen durch die 5 großen Gesellschaften die sich im[9] zusammengeschlossen haben: erste Hennefer Karnevals-Gesellschaft von 1902 e. V. (1HKG),[10] Große Geistinger Karnevalsgesellschaft 1897 e. V. (GG),[11] Quer durch de Waat (QddW) e. V.,[12] 1. Hennefer Stadtsoldaten vun 1983 e. V. (StadtS.),[13] Fidele Flotte Dondorf e. V. (FF).[14]

Parks[Bearbeiten]

Im südlichen Stadtzentrum (Ortsteil Geistingen) befindet sich zwischen der Kurhausstraße und dem Steimelsberg der alte Kurpark. Er erinnert an die Kurtradition in Hennef und ermöglicht verschiedene Freizeitnutzungen. Hier befinden sich unter anderem ein Wildgehege und eine Teichanlage mit Enten.

Naturdenkmäler[Bearbeiten]

  • zwei Stieleichen südlich von Geistingen im Wald Weingartsberg. Diese stehen etwa hundert Meter auseinander in Höhe der Sportschule. Eine ist etwa dreihundert Jahre alt, die zweite über fünfhundert Jahre.[15][16]

Stadt Blankenberg[Bearbeiten]

Die Titularstadt Stadt Blankenberg mit ihrer Pfarrkirche Sankt Katharina (Mitte 13. Jahrhundert) ist jedes Jahr Anziehungspunkt für Tausende Touristen. Das mittelalterliche Städtchen liegt zwischen Ahrenbachtal und Pferdesiefen hoch über der Sieg und bietet einen einzigartigen Blick über Hennef. Zu bestimmten Zeiten im Jahr ist die Besichtigung der teilweise erhaltenen Burganlage möglich. Zudem gibt es ein Turmmuseum und ein Weinbaumuseum. Durch Nachtwächterführungen und spezielle Führungen für Kinder hat Stadt Blankenberg an touristischem Zuspruch gewonnen.

Die Höfe im Hennefer Zentrum[Bearbeiten]

In einem Bereich der Frankfurter Straße von gerade einmal 200 Metern befinden sich drei gut erhaltene historische Hofanlagen und ein barockes Wohngebäude, die allerdings im Privatbesitz stehen und nur von der Straße aus besichtigt werden können.

  • An der Einmündung der Steinstraße, gegenüber dem ehemaligen Amtsgerichtsgebäude, liegt der Heymershof von 1790, der zwischen 1817 und 1825 Sitz des Landratsamtes des Kreises Siegburg war und heute noch mit seinen beiden Wirtschaftsflügeln vollständig erhalten ist.
  • Etwas weiter östlich folgt der Proffenhof, der 1722 erbaut wurde und u. a. dem Landdinger (Richter)geschlecht derer von Proff als Wohnsitz diente. Diese Familie stellte zwischen 1660 und 1799 die Landdinger des Amtes Blankenberg. Der östliche Wirtschaftsflügel musste dem Ausbau der Beethovenstraße weichen.
  • 1711 wurde der Lindenhof errichtet, dessen Garten denkmalgeschützt ist und der heute eine Kunstgalerie beherbergt. Auch hier sind die beiden Wirtschaftsflügel nahezu vollständig erhalten.
  • Gegenüber der Kaiserstraße findet sich die Wasserburg, die 1766 anstelle eines älteren Gebäudes von 1582 entstand und nach ihrem Erbauer lange Zeit auch Paeffgens-Hof hieß. Vor dem Haus ist noch ein Teil des ehemaligen namensgebenden, aber heute trockenliegenden Wassergrabens erhalten. Historische Nebengebäude des Anwesens existieren nicht mehr.

Bröler Schule[Bearbeiten]

Am 26. August 1909 wurde Richard Schirrmann mit einer Schulklasse in der Nähe von Hennef/Bröl von einem Gewitter überrascht. In der nahegelegenen Schule fand er Zuflucht. Hier schuf er die Idee der Jugendherberge und begründete damit das Deutsche Jugendherbergswerk.

Sport[Bearbeiten]

Sportschule Hennef bei Geistingen

In Hennef befindet sich die Sportschule des Fußball-Verbandes Mittelrhein, die als Bundes- und Landesleistungszentrum dient. Die Sportfachverbände für Boxen, Ringen, Judo, Taekwondo und Gewichtheben haben hier ihr Leistungszentrum eingerichtet. Gelegentlich ist auch die Deutsche Fußballnationalmannschaft sowie der 1. FC Köln zur Vorbereitung auf Länderspiele oder Meisterschaften hier anzutreffen. Zum Konföderationen-Pokal 2005 weilte die Argentinische Fußballnationalmannschaft auf dem Gelände der Sportschule.

Der FC Hennef 05 spielt in der vierthöchsten Fußball-Liga, der Regionalliga West.

Im Hennefer Turnverein, dem mit über 3.600 Mitgliedern mit Abstand größten Sportverein im Rhein-Sieg-Kreis, werden zahlreiche Sportarten angeboten. Der Verein umfasst die Abteilungen Badminton, Basketball, Behindertensport, Breitensport, Klettern, Leichtathletik, Schwimmen, Tanzen, Triathlon, Turnen und Volleyball. Der HTV bietet zudem eine Vielzahl an Fitness und Gesundheitskursen an. Durch die zahlreichen Fußballvereine in Hennef besteht ein breites Angebot an Sportplätzen.[17]

In Hennef ist der Golfclub Rhein-Sieg ansässig.

Die DLRG Ortsgruppe Hennef, als örtliche Gliederung der größten Wasserrettungsorganisation, bietet neben den normalen Kinder- und Jugendschwimmkursen weitergehende Ausbildungen zum Juniorretter/in, zum Rettungsschwimmer/in und im Schnorcheltauchen an.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Traditionell finden am Wochenende des dritten Sonntags im September, am Sonntag nach Pützchens Markt und am Sonntag vor der Eitorfer Kirmes, das Stadtfest und die „Hennefer Kirmes“ statt. Während die Kirmes als „Kirchweihfest“ auf die Weihe der Pfarrkirche Sankt Simon und Judas zurückgeht, besteht das Stadtfest erst seit Anfang der 1980er-Jahre. Stadtfest und Kirmes finden auf der Frankfurter Straße und auf dem Hennefer Marktplatz statt. Seit 2004 findet immer im Juni die "Hennefer Europawoche" statt, verbunden mit dem "Hennefer Europawochelauf" mit Halbmarathon, 10-km-Lauf, 3,2-km-Lauf, 900-m-Schnupperlauf sowie 10-km-Walking und -Nordic-Walking. Seit 2011 findet jeweils am ersten Samstag nach den Sommerferien auf dem Marktplatz das Kinder-Sportfest in Kooperation mit den Gemeinden Eitorf und Windeck sowie der Stadt Siegburg statt. Auf dem "Siegtal-Festival" werden zahlreiche Pop- und Rock-Konzerte aufgeführt sowie Ausstellungen präsentiert.

Verkehr[Bearbeiten]

Hennef liegt mit drei Autobahnanschlussstellen an der A 560, die ein Zubringer zur A 3 ist. Außerdem führen die B 8 und die B 478 ins Stadtgebiet.

In der Stadt sind 28.744 Kraftfahrzeuge zugelassen, darunter 24.219 Pkw.[18]

Bereits seit einigen Jahren in der Diskussion ist die Ortsumgehung Uckerath, die die B 8 an Hennefs größtem Subzentrum vorbeiführen soll. Das Projekt ist Bestandteil des Bundesverkehrswegeplanes, von Seiten der Stadt wurden mehrere Varianten entwickelt. Eine Entscheidung über die Streckenführung ist indes, auch auf Grund von zahlreichen Bürgerprotesten, noch nicht gefallen.

Hennef verfügt über 100 Kilometer Wanderwege und gute Radwege in der Innenstadt sowie in deren Umgebung.

In Hennef ist ein Bahnhof an der Siegstrecke und der S 12, die einen weiteren Bahnhof bei Stadt Blankenberg hat. In Hennef-Ost (Weldergoven) wurde im August 2012 der neue Haltepunkt Hennef Im Siegbogen eingeweiht. Die Stadt gehört dem Verkehrsverbund Rhein-Sieg an.

Der Buslinienverkehr in Hennef wird durch die Rhein-Sieg-Verkehrsgesellschaft gestellt, die bis Ende der 1970er Jahre in Hennef-Warth beheimatet war und ihren Betriebshof hatte, der einer Autobahnauffahrt weichen musste. Es verkehren auch einzelne Linien der Verkehrsbetriebe Regionalverkehr Köln und Martin Becker.

Umwelt[Bearbeiten]

Hennef wird durch Fluglärm des nahen Flughafens Köln/Bonn belastet. Insbesondere die Ortschaften Heisterschoß, Happerschoß, Stoßdorf, Geistingen, Lanzenbach und das westliche Stadtzentrum sind hiervon betroffen. Im Stadtgebiet haben sich daher mehrere Bürgerinitiativen gegründet, die sich zusammen mit Bürgern anderer Städte und Gemeinden für ein Verbot der nächtlichen Passagier- und Frachtflüge einsetzen.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Sarah Kim Gries, Schauspielerin
  • Andreas Domm, Schauspieler
  • Karl-Heinz Heddergott, ehemaliger deutscher Fußballtrainer (unter anderem 1. FC Köln)
  • Nadine Schüller, 2006 Junior-Europameisterin im Luftgewehrschießen
  • Joey Kelly, Musiker und Amateursportler, wohnte mehrere Jahre in Hennef
  • Maite Star Kelly, Musikerin und Musicaldarstellerin, wohnte mit ihrer Familie in Hennef
  • Hans Peter Lindlar (* 1946 in Hennef), ehemaliger Regierungspräsident des Regierungsbezirks Köln
  • Willi Lindlar (* 1916 in Hennef; † 1983 in Hennef), Landrat des Siegkreises beziehungsweise des Rhein-Sieg-Kreises von 1961 bis 1974.
  • Otto von Loë (* 1835 in Allner; † 1892), Botschafter und Reichstagsmitglied
  • Hans Meiser (Moderator), Fernsehmoderator und Journalist
  • Wolfgang Petry (* 22. September 1951 in Köln), ehem. Schlagersänger (1976-2006), wohnt in Hennef
  • Carl Reuther und Eduard Reisert, Eigentümer der Hennefer Maschinenfabrik Carl Reuther und Reisert, die 1883 die erste automatische und eichfähige Waage, die Chronos Waage, erfinden
  • Guido Schiefen (* 1968 in Hennef), Cellist
  • Ranga Yogeshwar, Wissenschaftsjournalist und Fernsehmoderator, wohnt in Hennef
  • Andreas Knippling, Springreiter, geboren in Hennef-Bröl
  • Maximilian Holst, deutscher Handballspieler (TV Großwallstadt)
  • Dirk Schlömer, SPD-Politiker und Mitglied des Landtages NRW (seit 2012)
  • Friedel Dresbach (* 3. Dezember 1937), Fußballspieler, DFB- Pokalsieger 1960 mit Borussia Mönchengladbach[19]

Literatur[Bearbeiten]

  • MGV „Concordia Hennef“ (Hrsg.), Friedrich Balensiefen: 100 Jahre Concordia – Heimat- und Vereinsgeschichte Hennef (Sieg). Eigenverlag, Hennef 1982, OCLC 144691166.
  • Manfred Bank: Hennef. Wartberg, Hennef 1998.
  • Erste Hennefer Karnevals-Gesellschaft 1902 (Hrsg.): 100 Jahre 1. Hennefer Karnevals-Gesellschaft 1902 e. V. Eigenverlag, Hennef 2002.
  • Helmut Fischer: Geschichte der Burg Blankenberg. Gemeinde Hennef-Sieg, Hennef-Sieg 1981, DNB 20914436X. (Beiträge zur Geschichte der Stadt Hennef-Sieg. Band 9)
  • Helmut Fischer: Von der Ersparniskasse zum Allfinanzunternehmen. Die hundertjährige Geschichte der Sparkasse Hennef 1905–2005. Meier, Hennef 2005, OCLC 633977869.
  • Helmut Fischer: Alltag in Hennef. Sutton, Erfurt 1999, ISBN 3-89702-152-8.
  • Helmut Klein: Unsere Kirche wird 100. Festschrift zur 100-Jahrfeier. Eigenverlag, Hennef 2005.
  • Hans Luhmer: 25 Jahre Hennef – auf den Spuren der Entwicklung einer jungen Stadt. Ein Beitrag aus Anlass der Wiederkehr des 25. Jahrestages der Bildung der Großgemeinde Hennef am 1. August 1994. Gemeinde Hennef-Sieg, Hennef 1994.
  • Gemeinde-Verwaltung Hennef-Sieg (Hrsg.): Stadt Blankenberg-Sieg. Festbuch zur 700-Jahrfeier der Stadt Blankenberg an der Sieg am 19. und 20. Juli 1947.
  • Stadt Hennef – Der Bürgermeister (Hrsg.), Dominique Müller-Grote: Hennef – Stadt der 100 Dörfer. Edition Blattwelt, Niederhofen 2006, ISBN 3-936256-26-8.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hennef (Sieg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 31. Juli 2013. (Hilfe dazu)
  2. www.hennef.de, alle Dörfer und Weiler
  3.  Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 84.
  4.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 303.
  5. http://www.wahlergebnisse.nrw.de/kommunalwahlen/2009/Gem_raete/c382020kw0900.html
  6. http://www.hennef.de/index.php?id=393
  7. Hauptsatzung der Stadt Hennef (Sieg) vom 15. September 1997, § 3 Absatz 2.
  8. (Link zu den Veranstaltungen)
  9. Komitee Hennefer Karneval e. V.
  10. erste Hennefer Karnevals-Gesellschaft von 1902 e. V. (1HKG)
  11. Große Geistinger Karnevalsgesellschaft 1897 e. V. (GG)
  12. Quer durch de Waat (QddW) e. V.
  13. 1. Hennefer Stadtsoldaten vun 1983 e. V. (StadtS.)
  14. Fidele Flotte Dondorf e. V. (FF)
  15. Liste der Naturdenkmäler des Rhein-Sieg-Kreises.
  16. [1] und [2] Stieleichen im Weingartsberg bei Geistingen in KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital.
  17. Die Abteilungen. In: hennefertv.de. 31. Januar 2011, archiviert vom Original am 15. Februar 2011, abgerufen am 15. Februar 2011.
  18. Ministerium f. Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr: Mobilität in NRW. Daten und Fakten 2010.
  19. Markus Aretz, Stephan Giebeler, Elmar Kreuels: Borussia Mönchengladbach: Die Chronik. Verlag Die Werkstatt, Göttingen 2010, ISBN 978-3-89533-748-2.