Range Rover

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Land Rover Range Rover
Produktionszeitraum: seit 1970
Klasse: Geländewagen
Karosserieversionen: Kombi
Vorgängermodell: keines
Nachfolgemodell: keines
Range Rover Classic als Teilnehmer bei einer Sahara-Rallye

Der Range Rover ist ein Geländewagen der Oberklasse von Land Rover, der im Sommer 1970 in den Markt eingeführt wurde und seit Herbst 2012 in der vierten Generation angeboten wird.

Das Modell war ein Wegbereiter für die Sport Utility Vehicles, ist aber im Gegensatz zu der Mehrzahl dieser Fahrzeuge höchst geländetauglich. Ebenfalls als Range Rover bezeichnet werden der Range Rover Evoque und der Range Rover Sport.

Marke oder Modell[Bearbeiten]

Genau wie der Land Rover und der Freight Rover war auch der Range Rover zunächst eher ein Modell des britischen Herstellers Rover als eine eigene Marke. Mit der Abspaltung und Umstrukturierung innerhalb von British Leyland war der Grundstein für die Trennung von Rover (Teil der Austin Rover Group) und Land Rover und Range Rover (Teil der Land Rover Leyland Group) gelegt. Seitdem ist der Range Rover als Modell neben dem Land Rover Series III unter der Marke Land Rover anzusehen.

Jaguar Land Rover gehört seit 2008 als Tochterunternehmen zur indischen Tata Motors. Unter der jetzigen Eigentümerin zeichnete sich kurzzeitig eine Etablierung der Marke „Range Rover“ ab. Anzeichen dafür waren die zwei Bereiche der gemeinsamen Internetpräsenz: Range Rover, Range Rover Sport und Range Rover Evoque auf der einen und Land Rover Defender, Land Rover Freelander 2 und dem Land Rover Discovery 4 auf der anderen Seite. Die Unternehmenspolitik hat sich aber im Jahr 2013 wieder geändert, da beim Range Rover Evoque das Land-Rover-Logo erstmals im Kühlergrill aufgenommen wurde und auch der Range Rover (MK IV) mit deutlich sichtbaren Land Rover Logos im Kühlergrill, auf den Nabenabdeckungen der Felgen sowie auf dem Kofferraumdeckel versehen ist. Die korrekte Modellbezeichnung beispielsweise eines Range Rover Sport ist also „Land Rover Range Rover Sport“.

Range Rover / Classic (1970–1996)[Bearbeiten]

1. Generation
Range Rover Dreitürer (1970–1985)

Range Rover Dreitürer (1970–1985)

Produktionszeitraum: 1970–1995
Karosserieversionen: Kombi
Motoren: Ottomotoren:
3,5–4,2 Liter
(93–149 kW)
Dieselmotoren:
2,4 Liter (78 kW)
Länge: 4445–4648 mm
Breite: 1814 mm
Höhe: 1798 mm
Radstand: 2530–2743 mm
Leergewicht: 1892–2075 kg

Der erste Range Rover wurde am 17. Juni 1970 offiziell vorgestellt und von Juli 1970 bis Februar 1996 hergestellt, dabei jedoch technisch ständig weiterentwickelt. Sein permanenter Allradantrieb, Schraubenfederung und nicht zuletzt der 3,5-l-V8-Motor haben damals den Geländewagenmarkt revolutioniert. Der Range Rover galt bereits in den 1970er-Jahren als Vorbild für eine Reihe anderer luxuriöser Geländewagen, darunter den Monteverdi Safari und den Felber Oasis.

Das Fahrzeug war anfänglich als reiner Dreitürer konzipiert. Rover sah sich in den 1970er-Jahren finanziell nicht in der Lage, selbst eine fünftürige Variante zu entwickeln, obwohl entsprechende Nachfragen der Kunden zu verzeichnen waren.

Zwischen 1980 und 1982 entwickelte und baute der Schweizer Sportwagenhersteller Monteverdi im Auftrag von British Leyland eine fünftürige Version, die in einigen Ländern offiziell über Rover-Händler unter dem Namen Range Rover Monteverdi vertrieben wurde. Insgesamt wurden 167 Exemplare hergestellt, die meisten davon blieben in der Schweiz. Eine Reihe von Monteverdi-Umbauten gelangten aber auch nach Großbritannien und das britische Königshaus übernahm zwei Fahrzeuge in den eigenen Fuhrpark. Nicht geklärt ist die Frage, ob die Range Rover in Monteverdis Werkstätten in Basel umgebaut wurden oder ob – wie seinerzeit bei Monteverdi üblich – auch in diesem Fall die Carrozzeria Fissore oder eine andere oberitalienische Karosseriewerkstatt die Arbeiten durchführte. In den Monteverdi-Unterlagen finden sich hierzu keine Angaben.

Ab August 1982 stellte Range Rover die fünftürige Version selbst her. Wesentliche Elemente der Monteverdi-Konstruktion wurden dabei übernommen.

Im Oktober 1985 wurde der Range Rover optisch und technisch leicht modifiziert. Dabei erhielt der Motor eine Einspritzanlage.

Im November 1988 der Hubraum des Aluminium-Motorblocks von 3,5 Liter auf 3,9 Liter erhöht.

Im September 1992 wurde der LSE, eine um 203 mm verlängerte, mit auf 4,2 Litern vergrößertem Hubraum und Luftfederung ausgestattete Variante eingeführt. Wie die damaligen Land Rover Series III basierte der Range Rover auf einem Leiterrahmen mit zwei Starrachsen im Abstand von 2,54 Metern (100 Zoll), eine bewährte und robuste Konstruktion.

Trotz seiner komfortablen, auf Wunsch auch luxuriösen Innenausstattung und seines straßentauglichen Erscheinungsbildes ist der Range Rover «Classic» auch ohne Modifikationen ein tauglicher Geländewagen. Der lange Federweg der Achsen und die relativ hohe Bodenfreiheit sorgen auch unter schwierigen Bedingungen für Bodenhaftung. Der drehmomentstarke 3,9-Liter-Rover-V8 leistet 127 kW (173 PS) bei 4.500 min−1 und sorgt zusammen mit der Sperre des Längsdifferenzials und der Untersetzung für hohe Traktionsleistung.

Ende 1995 lief die Produktion der ersten Generation aus. Zuletzt blieb sie noch neben der im Frühjahr 1994 präsentierten, zweiten Auflage als "Classic" im Programm.

Range Rover (P38A/LP, 1994–2002)[Bearbeiten]

2. Generation
Range Rover 4.6 HSE (1994–1998)

Range Rover 4.6 HSE (1994–1998)

Produktionszeitraum: 1994–2002
Karosserieversionen: Kombi
Motoren: Ottomotoren:
4,0–4,6 Liter
(136–165 kW)
Dieselmotor:
2,5 Liter (100 kW)
Länge: 4712 mm
Breite: 1890 mm
Höhe: 1819 mm
Radstand: 2745 mm
Leergewicht: 2115–2220 kg

Bereits 1988 begann man bei Land Rover mit der Entwicklung des Nachfolgers für den Range Rover. Dieser hatte sich seit seiner Einführung im Sommer 1970 zunehmend in Richtung Luxussegment bewegt, gleichzeitig war der neue Discovery fast fertiggestellt und es war absehbar, dass das ursprüngliche Fahrzeugkonzept des Classic früher oder später modernisiert werden musste. Das Projekt wurde intern zuerst unter der Bezeichnung Pegasus geführt (ein Hinweis auf die Luftfederung), später dann als Projekt 38A (so hieß das Gebäude in dem die Projektbeteiligten arbeiteten).

Heckansicht

George Thomson war zu dieser Zeit Styling Director bei Land Rover, und ihm oblag die Aufgabe, das Ursprungsdesign in eine aktuelle Formensprache umzusetzen, die sowohl bestehende als auch neue Kunden ansprechen sollte. Verschiedene Entwürfe wurden angefertigt, am Prozess beteiligt waren die renommierten Büros Pininfarina, Italdesign Giugiaro, Bertone, Hefferman und Greenley. In die finale Auswahlrunde kamen der Entwurf von Bertone sowie der Vorschlag der LR Designabteilung, von denen jeweils 1:1-Modelle gefertigt wurden. Intensive Marktforschung und Akzeptanztests mit Teilnehmern aus mehreren Ländern führte zu der Erkenntnis, dass der Bertone Entwurf nicht klar genug als Range Rover zu erkennen sei, so dass das Design von Thomsons Team zum Zuge kam.

Am 29. September 1994 wurde der „New Range Rover“ der Öffentlichkeit präsentiert. Es war das erste neu vorgestellte Modell der Rover Group nach der Übernahme durch BMW, und es sollte auch in den folgenden Jahren zusammen mit dem Mini das Modell bleiben, an dem Wolfgang Reitzle das größte Interesse zeigte.

Im Juni 1998 wurde ein kleines Facelift durchgeführt, was äußerlich an weißer Blinkergläsern vorn sowie den abgedunkelten Heckleuchten zu erkennen war.

Motoren[Bearbeiten]

Von diversen Sondermodellen abgesehen, gab es hauptsächlich folgende drei Motor- und zwei Ausstattungsvarianten:

  • SE: 4,0-Liter-V8-Benziner mit 136–140 kW (185–190 PS; 06/1994–01/2002)
  • HSE: 4,6-Liter-V8-Benziner mit 160–165 kW (218–224 PS; 06/1994–01/2002)
  • DSE: 2,5-Liter-R6-Diesel mit 100 kW (136 PS, BMW M51D25; 06/1994–01/2002)

Die V8-Varianten waren Weiterentwicklungen auf Basis des bewährten Rover-V8-Blocks, der 1960 im Buick Special debütierte, während in den Dieselmodellen eine speziell angepasste Version des 2,5-Liter-Turbodieselmotors von BMW verwendet wurde.

Auch der P38A basiert auf einem Leiterrahmen, in diesem Fall mit jeweils von Längslenkern und einem Panhardstab geführten Starrachsen. Alle Modelle verfügen über eine elektronisch gesteuerte Luftfederung, die es erlaubt die Bodenfreiheit an die jeweiligen Einsatzbedingungen anzupassen. Der P38A wurde von Mitte 1994 bis Anfang 2002 gebaut, wobei die letzten Fahrzeuge als Modelljahr '02 deklariert waren.

Das erste Fahrzeug aus der Serienfertigung im Juni 1994 hatte die Seriennummer MA300190.

Range Rover (LM/L322, 2002–2012)[Bearbeiten]

3. Generation
Range Rover (2002–2005)

Range Rover (2002–2005)

Produktionszeitraum: 2002–2012
Karosserieversionen: Kombi
Motoren: Ottomotoren:
4,2–5,0 Liter
(210–375 kW)
Dieselmotoren:
3,0–4,4 Liter
(130–230 kW)
Länge: 4972 mm
Breite: 2034 mm
Höhe: 1988 mm
Radstand: 2880 mm
Leergewicht: 2684–2858 kg

Die dritte Generation des Range Rover (Code: L322) wurde am 11. Januar 2002 lanciert. Die Hauptänderungen waren die selbsttragende Karosserie sowie die Einzelradaufhängung. Bei der optischen Erscheinung wurde darauf geachtet, das „typische“ Aussehen des Range Rover wiederherzustellen. Als problematisch erwies sich, dass der Range Rover L322 von BMW entwickelt wurde (BMW Entwicklungscode L30), die Firma Land Rover allerdings beim Verkauf von Rover an Ford fiel. BMW verpflichtete sich zwar, bis auf weiteres Motoren und essentielle Komponenten zu liefern, doch an der technischen Weiterentwicklung nahmen die Aggregate nicht mehr teil.

Aus diesem Grund wurden bereits knapp zwei Jahre nach der Markteinführung technische Neuerungen (teilweise aus dem neuen Discovery 3) eingeführt. Der BMW-V8 wurde durch ein Jaguar-Aggregat (wahlweise mit Kompressor = Supercharged), das Fünf- durch ein Sechsgang-Automatikgetriebe und die Torsen-Sperre im Zentraldifferenzial durch eine elektronisch geregelte Lamellenkupplung ersetzt.

Zwischen Frühjahr 2006 und Herbst 2010 wurde der Range Rover auch mit einem 3,6-Liter-V8-Biturbo-Dieselmotor mit 200 kW (272 PS) sowie 640 Nm Drehmoment angeboten, welcher einer gemeinsamen Entwicklung mit PSA Peugeot Citroën entstammt.

Ende 2007 entfiel zudem der V8-Saugmotor, sodass seitdem nur noch der V8 Supercharged und der TDV8 angeboten werden.

Modellpflegen[Bearbeiten]

2005[Bearbeiten]

Im Mai 2005 wurde ein hauptsächlich technisches Facelift durchgeführt, bei dem modifizierte Motoren zum Einsatz kamen. Der Basis-V8 leistete nun 306 statt 286 PS. Zudem erweiterte ein 4,2 l großer V8 mit Kompressor die Palette, der über 390 PS Leistung verfügte.

2009[Bearbeiten]

Im September 2009 erfuhr der Range Rover eine Modellpflege. Dabei wurde neben dem Interieur und der Technik auch das Außendesign leicht überarbeitet. So ist das überarbeitete Modell an neuen Scheinwerfern und neuen Heckleuchten in LED-Technik sowie einem neuen Kühlergrill und Stoßfänger zu erkennen.

Der Hubraum des V8 Supercharged wurde auf fünf Liter vergrößert und leistete nun 375 kW.

Im Herbst 2012 wurde die Produktion des dritten Range Rover beendet. Der Nachfolger wurde auf der Mondial de l’Automobile in Paris vorgestellt.

Technische Daten[Bearbeiten]

Kenngrößen V8 V81 V8 Supercharged TD6 TDV8
Bauzeitraum 02/2002–05/2005 05/2005–11/2007 08/2009–08/2012 05/2005–07/2009 08/2009–08/2012 02/2002–03/2006 04/2006–10/2010 07/2010–08/2012
Motorkenndaten
Motortyp V8-Ottomotor R6-Dieselmotor V8-Dieselmotor
Gemischaufbereitung Saugrohreinspritzung Common-Rail-Direkteinspritzung
Motoraufladung Kompressor Turbolader Biturbo
Hubraum 4398 cm³ 4394 cm³ 5000 cm³ 4197 cm³ 5000 cm³ 2926 cm³ 3628 cm³ 4367 cm³
max. Leistung 210 kW (286 PS)
bei 5400/min
220 kW (306 PS)
bei 5750/min
276 kW (375 PS)
bei 6500/min
287 kW (390 PS)
bei 5750/min
375 kW (510 PS)
bei 6000–6500/min
130 kW (177 PS)
bei 4000/min
200 kW (272 PS)
bei 4000/min
230 kW (313 PS)
bei 4000/min
max. Drehmoment 440 Nm
bei 3600/min
440 Nm
bei 4000/min
510 Nm
bei 3500/min
550 Nm
bei 3500/min
625 Nm
bei 2500–5500/min
390 Nm
bei 2000/min
640 Nm
bei 2000/min
700 Nm
bei 1500/min
Kraftübertragung
Antrieb, serienmäßig Allradantrieb
Getriebe, serienmäßig 5-Gang-Automatikgetriebe 6-Gang-Automatikgetriebe 5-Gang-Automatikgetriebe 6-Gang-Automatikgetriebe 8-Gang-Automatikgetriebe
Messwerte
Höchstgeschwindigkeit 208 km/h 205 km/h 210 km/h 225 km/h 179 km/h 200 km/h 210 km/h
Beschleunigung,
0–100 km/h
9,2 s 8,7 s 7,5 s 7,7 s 6,2 s 13,6 s 9,2 s 7,8 s
Kraftstoffverbrauch
auf 100 km (kombiniert)
16,2 l Super 14,9 l Super 16,8 l Super 16,0 l Super 14,9 l Super 11,3 l Diesel 11,1 l Diesel 9,4 l Diesel
CO2-Emission
(kombiniert)
389 g/km 352 g/km 396 g/km 376 g/km 348 g/km 299 g/km 294 g/km 253 g/km
Abgasnorm nach
EU-Klassifikation
Euro 3 Euro 4 Euro 4 Euro 5 Euro 3 Euro 4 Euro 5
1 Nur außerhalb Europas erhältlich

Range Rover (LG, seit 2012)[Bearbeiten]

4. Generation
Range Rover (seit 2012)

Range Rover (seit 2012)

Produktionszeitraum: seit 2012
Karosserieversionen: Kombi
Motoren: Ottomotor:
5,0 Liter (375 kW)
Dieselmotoren:
3,0–4,4 Liter
(190–250 kW)
Länge: 4999 mm
Breite: 1983 mm
Höhe: 1835 mm
Radstand: 2922–3107 mm
Leergewicht: 2160–2360 kg
Sterne im Euro-NCAP-Crashtest (2012)[1] Crashtest-Stern 5.svg

Die vierte Generation des Range Rovers wurde am 6. September 2012 erstmals auf der Automobilausstellung Mondial de l’Automobile in Paris als Range Rover Parigi Concept vorgestellt. Bereits wenige Tage später lief die Serienproduktion an. Für die Entwicklung war das Designstudio und Karosseriebauunternehmen Vercarmodel Saro beauftragt worden.

Das Fahrzeug wurde komplett neu entwickelt. Als Besonderheit besitzt der Range Rover jetzt eine aus Aluminium hergestellte Monocoque-Karosserie, die 150 kg leichter als die Stahlblech-Karosserie des Vorgängermodells ist. Diese und weitere Leichtbaumaßnahmen, unter anderem am Fahrwerk, führen zu einem um bis zu 420 Kilogramm geringeren Leergewicht des Basismodelles. Weiterhin wurde beim Design der Scheinwerfer erstmals in diesem Fahrzeug durch die Kombination von LED und Lichtleitern eine Scheinwerfer-„Signatur“ erzeugt, die dem Range Rover eine einzigartige und individuelle Optik verleiht. Diese ist im normalen Betrieb als Tagfahrlicht in Betrieb und wird bei Nacht bzw. eingeschaltetem Abblendlicht etwas gedimmt und übernimmt die Funktion des Standlichts. Erstmals kann der Range Rover auch in zwei verschiedenen Radständen und mit einer 2-sitzigen Rückbank geordert werden, die durch eine Mittelkonsole geteilt wird. Diese stellt einer Verlängerung der vorderen Mittelkonsole dar und bietet den Insassen im Fond Möglichkeiten zur Bedienung der hinteren Klimazonen, der Massagefunktion, der Sitzheizung und Sitzklimatisierung sowie wahlweise ein gekühltes Staufach unter der Armlehne und eine Fernbedienung und Anschlüsse für das optionale Fond-Entertainment-System.

Durch diese Gewichtsreduzierung wird auch erstmals seit 2006 wieder ein Sechszylinder-Dieselmotor eingesetzt, dessen Fahrleistungen denen des bisherigen Range Rover TDV8 entsprechen.[2]

Geländeeigenschaften[Bearbeiten]

Heckansicht

Mit der Einführung des vierten Range Rover wurden seine Fähigkeiten, sich durch schweres Gelände fortzubewegen, weiter verbessert. Dazu trägt nicht nur das geringere Gewicht bei, sondern auch eine geänderte Ansaugluftführung und eine völlig neuentwickelte Luftfederung. Diese Maßnahmen ermöglichen eine Wattiefe von 90 cm (Vorgänger: 70 cm) und 30 cm Bodenfreiheit. Außerdem ist erstmals ein vollautomatisches Allradsystem (Terrain Response 2 Auto) verfügbar, das im Gegensatz zum bisherigen Antriebskonzept, bei dem durch die Wahl eines speziellen Fahrprogramms selbst festgelegt werden konnte, auf welchem Untergrund man sich befindet, durch die Überwachung des Schlupfes an einzelnen Rädern und die Verarbeitung weiterer Signale entsprechender Sensoren das passende Programm eigenständig wählt. Obwohl man sich erstmals beim Range Rover von der ursprünglichen Leiterrahmenkonstruktion getrennt hatte, besitzt die neue selbsttragende Karosserie genug Stabilität, um selbst bei maximaler Achsverschränkung alle Türen und die Heckklappe zu öffnen und wieder zu schließen. Als Option ist ein elektronisches Hinterachssperrdifferential verfügbar, das zusammen mit dem serienmäßigen, zweistufigen Untersetzungsgetriebe für Vortrieb bei Situationen sorgt, in denen ein Hinterrad keinen Bodenkontakt mehr hat.

Ausstattungslinien[Bearbeiten]

Range Rover mit langem Radstand

Beim Range Rover sind für den deutschen Markt die Ausstattungslinien HSE, Vogue und Autobiography verfügbar, die aufeinander aufbauen und je nach Wahl der Linie eine Fülle diverser Optionen bereits serienmäßig beinhalten, wobei HSE die Basis bildet und Autobiography eine Vielzahl an zusätzlichen Individualisierungsmöglichkeiten über besondere Lacke und Lederfarben bietet.

Technische Daten[Bearbeiten]

Kenngrößen V8 Supercharged TDV6 SDV8
Bauzeitraum seit 08/2012
Motorkenndaten
Motortyp V8-Ottomotor V6-Dieselmotor V8-Dieselmotor
Gemischaufbereitung Saugrohreinspritzung Common-Rail-Direkteinspritzung
Motoraufladung Kompressor Turbolader Biturbo
Hubraum 5000 cm³ 2993 cm³ 4367 cm³
max. Leistung 375 kW (510 PS)
bei 6000–6500/min
190 kW (258 PS)
bei 4000/min
250 kW (339 PS)
bei 3500/min
max. Drehmoment 625 Nm
bei 2500–5500/min
600 Nm
bei 2000/min
700 Nm
bei 1750–3500/min
Kraftübertragung
Antrieb, serienmäßig Allradantrieb
Getriebe, serienmäßig 8-Gang-Automatikgetriebe
Messwerte
Höchstgeschwindigkeit 225 km/h 209 km/h 217 km/h
Beschleunigung,
0–100 km/h
5,4 s 7,9 s 6,9 s
Kraftstoffverbrauch
auf 100 km (kombiniert)
13,8 l Super 7,5 l Diesel 8,7 l Diesel
CO2-Emission
(kombiniert)
322 g/km 196 g/km 229 g/km
Abgasnorm nach
EU-Klassifikation
Euro 5

SVAutobiography (Modelljahr 2016)[Bearbeiten]

Land Rover zeigte auf der New York International Auto Show 2015 mit dem SVAutobiography erstmals die neue Top-Ausstattungsvariante des Range Rover für das Modelljahr 2016. Entwickelt vom „Special Vehicle Operations“-Team, ist der SVAutobiography mit zwei Radständen erhältlich und verfügt erstmalig über das zweifarbige „Duo-tone“-Karosseriestyling sowie einen neuen Kühlergrill in dunklem Graphit Atlas und Hochglanzchrom. Beim Interieur verwendete Land Rover hochwertige Materialien wie Leder, Holz-Applikationen und verziertes Aluminium.

Antrieb und Fahrwerk[Bearbeiten]

In der Variante mit der höchsten Motorisierung befindet sich dahinter ein kompressorgeladener V8-Motor aus Vollaluminium, der bereits im Range Rover Sport SVR zum Einsatz kommt und nochmals optimiert wurde. Der 5,0-Liter-Motor mit 405 kW (550 PS) bietet ab 3.500 U/min ein maximales Drehmoment von 680 Nm. Damit ist der SVAutobiography der leistungsstärkste Range Rover in der 45-jährigen Modellgeschichte. Am Heck befinden sich vier hochglänzend verchromte Auspuffendrohre. Die auf den Kompressor abgestimmte ZF-Achtstufenautomatik ermöglicht reibungslose Gangwechsel und passt sich dank der adaptiven Schalttechnologie dem Fahrverhalten an. Manuell auch über die Lenkradwippen zu betätigen, sorgt das Getriebe für eine optimale Kraftübertragung an die erstmals mit 22 Zoll Dunlop „QuattroMaxx“-Performancereifen bezogenen Felgen. Die Radaufhängung wurde leistungsspezifisch modifiziert, während Bremsen mit Brembo-Sätteln in Hochglanz-Schwarz für sichere Verzögerung sorgen.

Technologien[Bearbeiten]

Der zentrale Touchscreen in der holzvertäfelten vorderen Mittelkonsole fungiert als Schnittstelle zum Infotainment-System InControlTM, das sich besonders durch die Integration von Android- und iOS-basierten Smartphones auszeichnet. Darüber hinaus zeigt das Display Live-Bilder der Fahrzeugumgebung, aufgenommen von insgesamt vier Digitalkameras an Stoßfängern und Außenspiegeln. Sowohl einzeln als auch kombiniert ansteuerbar, können alle zusammen eine 360°-Rundumsicht generieren. Auf der Unterseite des hinteren Stoßfängers ermöglichen es seitliche Sensoren, die Heckklappe nur mit einer Fußbewegung zu öffnen. Die Technologie ist voll kompatibel mit einer Anhängerkupplung und erlaubt auch weiterhin eine Anhängelast von 3.500 kg. Weitere intelligente Hecklösungen sind ein ausziehbarer Kofferraumboden oder das flexible „Event-Seating“-System. Hier lassen sich zwei zusätzliche Sitzplätze mit robustem Aluminium-Rahmen aus der Versenkung des Kofferraums ausklappen. Diese liegen auf dem unteren Teil der geöffneten Heckklappe und sind mit Leder bezogen. Eine weitere Premiere ist die neue „Automatic Access Height“-Technologie. Sobald sich der Fahrer im geparkten Fahrzeug abschnallt, senkt sich dieses zunächst um 35 mm ab, weitere 15 mm folgen beim Öffnen einer Fahrzeugtür. Für den ganzen Absenkvorgang benötigt das Fahrzeug drei Sekunden.[3]

Siehe auch[Bearbeiten]

Trivia[Bearbeiten]

  • Die ersten Prototypen vom Range Rover (1967) wurden aus Geheimhaltungsgründen für die ersten Fahrtests Velar (Vee Eight LAnd Rover) genannt und mit entsprechenden Plaketten versehen. Diese Fahrzeuge sind heute gesuchte Sammlerobjekte, für die hohe Preise gezahlt werden.
  • Ein Range Rover gewann 1979 die erste Rallye Paris-Dakar
  • 1983 erbte der Land Rover 90/110 das Fahrwerk vom Range Rover

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Range Rover – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ergebnisse des Land Rover Range Rover beim Euro-NCAP-Crashtest 2012
  2. Fahrbericht Range Rover TDV6
  3. Pressebereich Jaguar Land Rover, aufgerufen am 4. Mai 2015