Italdesign Giugiaro

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Italdesign Giugiaro (förmlich Italdesign-Giugiaro S.p.A., häufig nur Italdesign genannt) ist ein Designer für verschiedene Automobilmarken. Die Firma „Italdesign of Turin“ wurde am 13. Februar 1968 unter dem Namen Studi Italiani Realizzazione Prototipi S.p.A. von den zwei Familien Giugiaro und Mantovani gegründet und befindet sich mittlerweile schon in der zweiten Familiengeneration unter der Leitung von Fabrizio Giugiaro, dem Sohn des Mitgründers Giorgetto Giugiaro. Das Unternehmen wird von Karosseriebauern beauftragt und Italdesign entwirft die Karosserien für zukünftige Fahrzeuge, entwickelt die inneren Fahrzeugarchitekturen und setzt sie bis zur Produktionsplanung um, aber baut sie nicht selbst.

Am 25. Mai 2010 übernahm die Volkswagen AG über die Audi-Tochter Lamborghini insgesamt 90,1 % der Anteile an Italdesign, die restlichen Anteile blieben im Besitz der Familie Giugiaro.[1]

Der Gründer[Bearbeiten]

Giorgetto Giugiaro wurde am 7. August 1938 in Garessio, nahe der Kleinstadt Cuneo in Nord-West-Italien geboren. Er wollte immer eine künstlerische Zukunft, denn er wurde in eine Familie geboren, die bereits in der Kunst aktiv war. Schon sein Großvater Luigi zeichnete Kirchengemälde, und sein Vater, Mario Giugiaro, war erst in der dekorativ-religiösen Kunst tätig, wechselte dann jedoch zur Ölmalerei. Giorgettos Karriere ergab sich mehr aus zufälligen als gewollten Möglichkeiten.

Im Laufe seines Aufenthaltes in Turin wechselte er vom Kunststudium zu Abendkursen für technisches Design. Im Juni 1955 ergab sich ein Wendepunkt: Giugiaro gab seiner Leidenschaft für das Skizzieren von Automobilen nach und seine Zeichnungen wurden am Ende des Jahres, bei der Ausstellung der technischen Zeichenkurse von Dante Giacosa, dem technischen Direktor von Fiat, gesichtet.

Dante Giacosa hatte ein scharfes Auge und entdeckte Talente, wenn er sich nur Skizzen von ihnen ansah. Giugiaro ging im September 1955 unter Führung von Fabio Luigi Rapi zu Fiat, in die Abteilung der Designstudien von Spezialfahrzeugen. Um im Großunternehmen Fiat schnell zu wachsen, machte er einen Schritt nach vorn und wurde im Dezember 1959 zum Leiter des „Bertone Styling Center“. Giuseppe Bertone investierte in den damals 21 Jahre alten Lehrling und wurde nicht enttäuscht. Zu dieser Zeit gab Giugiaro zu, dass er seine Karriere, wegen guter Führung und seinem Rat gegenüber Bertones, ihm zu verdanken hatte. Die Jahre, die er bei Giuseppe Bertone verbrachte, waren wesentlich für seine Ausbildung und erlaubten ihm, sich einen Platz in der Turiner Designerszene zu sichern. Er machte sich einen Namen mit Entwürfen für die Sportwagen

und den Serienmodellen

um nur einige zu nennen.

Nach sechs erfolgreichen Jahren wechselte er im November 1965 in das Management von der Carrozzeria Ghia, eines anderen Karosseriedesigners. Hier war er verantwortlich für das Styling Center und die Prototypenabteilung: Der Maserati Ghibli und der De Tomaso Mangusta, die beide auf der Turiner Motorshow präsentiert wurden, stammen aus dieser Zeit. Zu den Forschungen, die er für Ghia entwickelte und bearbeitete, gehören der Fiat 850 Vanessa (1960) und der Oldsmobile Toronado Thor (1967), Autos die in Serie gingen waren unter anderen der Isuzu 117 Coupé (1966) und der Iso Rivolta Fidia (1967). Dieses Unternehmen war äußerst ertragreich, Giugiaro aber hegte mehr und mehr den Wunsch zur Unabhängigkeit.

Am 7. Februar 1967 gründete seine erste Firma, die damals Italy Styling hieß. Bei Italy Styling setzte er aber für Ghia, nun aber auf freiberuflicher Basis, seine Arbeit fort. Giugiaro wollte nämlich sein berufliches und finanzielles Kapital in eine weltweite Herausforderung, eine professionelle Dienstleistungsgesellschaft für die Motorindustrie investieren, aus diesem Grunde nannte er seine Firma dann in Italdesign um und wurde selbstständig. Unter dem Markenzeichen Italdesign Giugiaro entwarf er damals offiziell mehr als 200 neue Fahrzeuge, die teilweise dann auch in die Serienproduktion gingen, inoffiziell entstanden aber auch noch viele weitere für zahlreiche Hersteller.

Produzierte Wagen, die von Giugiaro entworfen wurden, waren unter anderen der

Er entwarf auch die Volkswagen mit dem neuen Design der 70er Jahre wie

Der Rallye-Wagen VW Tarek, welcher 2003 bei der Rallye Paris-Dakar mitfuhr, wurde ebenfalls mit einer Karosserie versehen, welche aus dem Hause Italdesign stammt. Er galt bei vielen Motorjournalisten als das designtechnisch beste Auto dieser Veranstaltung.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Volkswagen übernimmt Mehrheit an Italdesign Giugiaro. heise Autos, 25. Mai 2010, abgerufen am 2. August 2010.
  2. www.volkswagen-classic.de/modelle/passat-b1-limousine-variant