PSA Peugeot Citroën

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PSA Peugeot Citroën
PSA Peugeot Citroën-Logo
Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN FR0000121501
Gründung 1976
Sitz Paris, Frankreich
Leitung Philippe Varin, Président de Directoire[1]
Mitarbeiter 209.019 (31. Dezember 2011) [2]
Umsatz 55,4 Mrd. EUR (2012) [3]
Gewinn -5,01 Mrd. EUR (31. Dezember 2012) [3]
Bilanzsumme 64,8 Mrd. EUR (31. Dezember 2012) [3]
Branche Automobilhersteller
Produkte Automobile, Motorroller, Fahrzeugkomponenten
Website www.psa-peugeot-citroen.com

Der PSA-Konzern (Peugeot Société Anonyme) ist ein französischer Hersteller von PKW und Nutzfahrzeugen für zivilen und militärischen Einsatz mit den Marken Peugeot und Citroën. In den Jahren 2007–2010 war die PSA Group mit 3.233.000 (2007) bzw. 3.602.000 (2010) produzierten Fahrzeugen – nach der Volkswagen AG – Europas zweitgrößter Automobilhersteller. 2010 wurden insgesamt 3,6 Millionen Fahrzeuge abgesetzt, 400.000 mehr als im Vorjahr und mehr als je zuvor.[4] Der globale Marktanteil von PSA lag 2009 bei 5 %, in Westeuropa 2010 bei 14,3 % nach 13,8 % im Jahr zuvor.[5] Im Jahr 2012 wurde ein Rekordverlust von 5,01 Milliarden Euro[3] verzeichnet, der allerdings zum Großteil auf Abschreibungen in Höhe von 4,12 Mrd. € zurückzuführen ist[6].

Inhaltsverzeichnis

Konzern [Bearbeiten]

Neben Peugeot und Citroën gehören weitere Unternehmen zum PSA-Konzern:

  • Faurecia, ein Zulieferer für Sitze, Cockpits, Abgassysteme und andere Komponenten,[7]
  • Banque PSA Finance, Finanzdienstleister mit den Zweigniederlassungen Peugeot Bank und Citroën Bank,[8]
  • Peugeot Motocycles, Hersteller für Roller und Motorräder,[9]
  • Peugeot Citroën Moteurs (PCM), Verkaufsunternehmen für Motoren,[10]
  • Process Conception Ingénierie (PCI), Unternehmen für die Konstruktion, Fertigung und Inbetriebnahme von Industrieanlagen.[11]

Geschichte [Bearbeiten]

Nach der Übernahme von Citroën durch Peugeot wurde 1976 die Holding PSA Peugeot Citroën gegründet. 1978 übernahm PSA die europäischen Werke von Chrysler, die unter der Marke Simca bzw. Chrysler-Simca agierten und führte die Modelle bis 1986 unter dem Namen Talbot bzw. Talbot-Simca fort. 1985 schrieb der PSA-Konzern erstmals seit 1980 wieder schwarze Zahlen.

1978 wurde mit der Fiat-Gruppe eine Kooperation zur Produktion von Vans und leichten Nutzfahrzeugen geschlossen, die unter anderem 1994 den Peugeot 806, Citroën Evasion, Fiat Ulysse und Lancia Zeta hervorbrachte. Auf gleicher Plattform wurden auch die Nutzfahrzeuge Peugeot Expert, Citroën Jumpy und Fiat Scudo hergestellt.

Im Motorenmarkt wurde 1996 ein zusammen mit Renault entwickelter V6-Motor vorgestellt, der den seit 1974 gebauten V6-PRV-Motor (Peugeot, Renault, Volvo) ersetzte. 1999 wurde eine Vereinbarung mit Ford zur gemeinsamen Entwicklung von Dieselmotoren unterzeichnet, die 2001 auf den Markt kamen. Im gleichen Jahr wurde ein Kooperationsvertrag mit Toyota zur Produktion gemeinsamer Kleinwagen im tschechischen Kolín unterzeichnet, die 2005 als Peugeot 107, Citroën C1 und Toyota Aygo vorgestellt wurden. Dafür wurde das Joint-Venture TPCA gegründet. Die Toyota-Rückrufaktion des Aygo wegen klemmender Gaspedale Anfang 2010 betraf daher auch den Peugeot 107 und den Citroën C1, die zusammen mit dem baugleichen Aygo im Werk Toyota Peugeot Citroën Automobile produziert werden.[12]

Derzeit besteht eine Kooperation mit BMW, um eine neue Motorengeneration für die höherklassigen Peugeotfahrzeuge zu entwickeln. Der gemeinsam entwickelte, intern als "Prince Motor" bezeichnete Antrieb wird bei PSA gefertigt und wird unter anderem im BMW-Mini und im Peugeot 308 und dem RCZ verbaut. Dieser moderne Motor benutzt zur Ventilsteuerung die Valvetronic von BMW. Dadurch könnte theoretisch bei diesem Motor auf eine Drosselklappe verzichtet werden.

Des Weiteren kooperiert PSA im Bereich Dieselmotoren mit Ford. PSA entwickelt in dieser Zusammenarbeit die kleinen Motormodelle (1.4–2.2 Liter), während Ford die großen Motoren ab 3 Liter Hubraum beisteuert.

Eine weitere Kooperation besteht im Bereich der SUV. Die fast baugleichen Citroën C-Crosser, Mitsubishi Outlander und Peugeot 4007 werden bei Mitsubishi gefertigt; die Benzinmotoren stammen von Mitsubishi, die Dieselmotoren von PSA. Die neue Generation heißt Peugeot 4008 bzw. Citroën C4 Aircross; beide Modelle basieren auf dem Mitsubishi ASX.

2012 schloss der PSA-Konzern eine Kooperation mit General Motors. Im Zuge dieser beteiligt sich GM mit 7 % am PSA-Konzern[13]. Ziel der Kooperation ist der gemeinsame Einkauf und die gemeinsame Entwicklung von Plattform-Automobilen mit GM-Europa (Opel / Vauxhall Motors). Erste Modelle sollen der gehobenen Mittelklasse angehören (Opel Insignia); auch ein ursprünglich für Saab Automobile entwickeltes Oberklasse-Modell sowie Kleinwagen sollen gemeinsam gebaut werden.[14] Ebenfalls 2012 schloss PSA eine Kooperation mit Toyota. Demnach wird ab dem 2. Quartal 2013 PSA ein Schwestermodell des Peugeot Expert/Citroën Jumpy an Toyota als Toyota Hiace liefern. Darüber hinaus wollen PSA und Toyota zukünftige Nutzfahrzeuge gemeinsam entwickeln.[15] Am 24. Oktober 2012 wurde bekanntgegeben, dass der französische Staat Anleihen der PSA-Bank in Höhe von 7 Mrd. EUR garantiert. Im Gegenzug wurden zwei zusätzliche Posten im Aufsichtsrat geschaffen, wobei einer durch einen Arbeitnehmervertreter und einer durch einen „Unabhängigem im engen Einvernehmen mit dem Staat“ besetzt wird. Damit gerät der Konzern faktisch unter Staatsaufsicht.[16]

Die 75-prozentige Beteiligung an der hochprofitablen Logistik-Tochter GEFCO wurde Ende 2012 für rund 800 Millionen Euro und einer Sonderdividende von 100 Millionen Euro an die staatliche russische Eisenbahngesellschaft RŽD verkauft.[17]

Montagewerke [Bearbeiten]

Standort Zahl der Beschäftigten Zahl der hergestellten Kraftfahrzeuge (2011)[18] Modelle
Aulnay-sous-Bois 3600 135.800 Citroën C3
Mülhausen (Elsass) 9400 320.000 Peugeot 206+, 308; Citroën C4, DS4
Poissy 6000 238.000 Peugeot 207 SW u.Lim., Citroën C3, DS3
Rennes 6900 182.300 Peugeot 407, 508; Citroën C5 Lim. u. Tourer, C6
Sochaux 12.000 372.200 Peugeot 308 Lim., CC, SW, 3008, 5008; Citroën DS5
Madrid (Spanien) 2200 Peugeot 207/207CC; Citroën C3 Pluriel
Mangualde (Portugal) 903 Citroën Berlingo First; Peugeot Partner Orgine
Trnava (Slowakei) 3000 Peugeot 207; Citroën C3 Picasso
Vigo (Spanien) 7500 Citroën C4 Picasso, Xsara Picasso, Berlingo, Peugeot Partner
Buenos Aires (Argentinien) 4730 Peugeot 206, 207 Generation, 207 Compact, 307, Partner; Citroën C4, Berlingo
Porto Real (Brasilien) 2900 Citroën C3, Xsara Picasso; Peugeot 207, SW, Passion

Das 2014 von der Schließung bedrohte Werk in Aulnay ist für eine Produktion von 400.000 Einheiten ausgelegt und damit sehr gering ausgelastet.[19]


Kooperationen, Joint-Venture oder Lizenzproduktion

Hersteller Standort Zahl der Beschäftigten Modelle (auch ehemalige)
SEVEL-Nord Valenciennes (Frankreich) 2700 Peugeot 807, Expert; Citroën C8, Jumpy (Dispatch);

Fiat Ulysse, Scudo; Lancia Phedra

SEVEL-Süd Atessa (Italien) 5900 Peugeot Boxer; Citroën Jumper; Fiat Ducato
Tofaş Bursa (Türkei) 835 Fiat Fiorino; Peugeot Bipper; Citroën Nemo
Toyota Peugeot Citroën Automobile (TPCA) Kolín (Tschechien) 3500 Peugeot 107; Citroën C1; Toyota Aygo
Dongfeng Peugeot-Citroën Automobile (DPCA) Wuhan (China) 6000 Citroën C-Elysée , C-Triomphe, C4; Peugeot 207, 307, 408
Mitsubishi Kurashiki (Japan) 4620 Mitsubishi Outlander, Citroen C-Crosser, Peugeot 4007
NedCar Born (Niederlande) 1500 [20] Mitsubishi Outlander, Citroen C-Crosser, Peugeot 4007
Peugeot Citroën Mitsubishi Automotiv Rus (PCMA Rus) Kaluga (Russland) 3000 [21] Mitsubishi ASX, Outlander; Citroen C4 Aircross, C-Crosser, Peugeot 4008, 4007
Iran Khodro Teheran (Iran) Peugeot 405, 206

Aktionärsstruktur [Bearbeiten]

Kapitalanteile in % (Stimmrechtsanteile in Klammern): Stand: 31. Dez. 2010

  • Familie Peugeot 30,3 % (46,26 %)
  • Privatpersonen 7,87 % (6,15 %)
  • Mitarbeiter 2,79 % (3,88 %)
  • BNP Paribas 1,06 % (1,63 %)
  • Französische Institutionelle Anleger 17,61 % (13,45 %)
  • Ausländische Institutionelle Anleger 37,3 % (28,63 %)
  • Eigene Anteile 3,07 % (0,0 %)

Kapitalanteile nach Veränderungen in % (Stand: 31. Jan. 2013)

  • Familie Peugeot 25,4 %
  • Privatpersonen 7,5 %
  • Mitarbeiter 2,6 %
  • Französische Institutionelle Anlager 18,4 %
  • Ausländische Institutionelle Anleger 35,5 %
  • Eigene Anteile 3,6 %
  • General Motors 7,0 %

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: PSA Peugeot Citroën – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Corporate governance: Managing Board (englisch), abgerufen am 14. Februar 2013.
  2. PSA Peugeot Citroën: 2011 Registration Document
  3. a b c d PSA Peugeot Citroen: Full Year 2012 Financial Results (PDF; 329 kB). Press release, 13. Februar 2013.
  4. "Peugeot-Citroën erzielt Rekordabsatz", in: F.A.Z. vom 7. Januar 2011
  5. PSA-Group: Results and Key Figures
  6. PSA Peugeot Citroen fährt 2012 Rekordverlust ein. Meldung bei Automobil-Produktion.de vom 13. Februar 2013.
  7. www.faurecia.com
  8. www.psa-finance.de
  9. www.peugeot-roller.de
  10. www.pcm.psa.fr
  11. www.pci.fr
  12. PSA Peugeot Citroen ruft 97.000 Autos zurück. Meldung in Börsennews.de vom 1. Februar 2010.
  13. General Motors wird sich an Peugeot beteiligen. Meldung bei Automobil-Produktion vom 28. Februar 2012.
  14. Gemeinsame Plattformen von Opel und PSA. Meldung bei Automobil-Produktion vom 2. März 2012.
  15. Toyota und PSA streben Kooperation an. Meldung bei Automobil-produktion.de vom 23. Juli 2012.
  16. Thomas Hanke: Peugeot-Citroën gerät unter Staatseinfluss. Meldung im Handelsblatt vom 24. Oktober 2012.
  17. Logistiktochter Gefco: Peugeot verkauft Ertragsperle an russische Bahn. Meldung bei Financial Times Deutschland vom 5. November 2012.
  18. Dietmar Hawranek, Isabell Hülsen: Fluch der Herdprämie. DER SPIEGEL vom 13. August 2012, Tabelle S. 57
  19. Dietmar Hawranek, Isabell Hülsen: Fluch der Herdprämie. DER SPIEGEL vom 13. August 2012, S. 56f.
  20. Key facts and figures
  21. Einweihung Werk Kaluga (PDF; 94 kB)

48.87642.286Koordinaten: 48° 52′ 35″ N, 2° 17′ 10″ O