Rankweil

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Rankweil
Wappen von Rankweil
Rankweil (Österreich)
Rankweil
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Vorarlberg
Politischer Bezirk: Feldkirch
Kfz-Kennzeichen: FK
Fläche: 21,85 km²
Koordinaten: 47° 16′ N, 9° 39′ O47.2666666666679.65468Koordinaten: 47° 16′ 0″ N, 9° 39′ 0″ O
Höhe: 468 m ü. A.
Einwohner: 11.735 (31. Dez. 2013)
Bevölkerungsdichte: 537 Einw. pro km²
Postleitzahl: 6830
Vorwahl: 05522
Gemeindekennziffer: 8 04 14
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Am Marktplatz 1
6830 Rankweil
Website: www.rankweil.at
Politik
Bürgermeister: Ing. Martin Summer (ÖVP)
Gemeindevertretung: (2010)
(33 Mitglieder)
21 ÖVP, 3 SPÖ, 2 FPÖ, 7 Grünes Forum Rankweil
Lage der Marktgemeinde Rankweil im Bezirk Feldkirch
Altach Düns Dünserberg Feldkirch Frastanz Fraxern Göfis Götzis Klaus Koblach Laterns Mäder Meiningen Rankweil Röns Röthis Satteins Schlins Schnifis Sulz Übersaxen Viktorsberg Weiler Zwischenwasser VorarlbergLage der Gemeinde Rankweil im Bezirk Feldkirch (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Rankweil ist eine Marktgemeinde im österreichischen Bundesland Vorarlberg und liegt im Bezirk Feldkirch. Mit 11.735 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2013) ist sie die zweitgrößte Gemeinde im Bezirk Feldkirch und die achtgrößte Gemeinde in Vorarlberg.

Besonders bekannt ist Rankweil als Wallfahrtsort durch die 1985 zur basilica minor erhobenen Liebfrauenbergkirche, die auch im Rankweiler Wappen zu sehen ist. Außerdem ist die Marktgemeinde als Schulstandort zweier höherer Schulen besonders für die Region Vorderland bedeutsam.

Geografie[Bearbeiten]

Rankweil liegt im oberen Rheintal in Vorarlberg, Bezirk Feldkirch, in der Grenzregion zur Schweiz (St. Galler Rheintal) und zum Fürstentum Liechtenstein, auf 468 Metern Seehöhe. Rankweil ist die drittwestlichste Gemeinde Österreichs. Rund 70 % der 22 km² großen Gemeinde liegen in der Rheinebene, der Rest im größtenteils bewaldeten Hügelland.

Zwischen dem Hohen Sattel (752 m) im Süden und dem Sattelberg (575 m) im Norden bei Klaus bildet die Rheinebene die geschützte Bucht des „Vorderlandes“ mit ausgesprochenem Gunstklima, das anspruchsvolle landwirtschaftliche Kulturen erlaubt. 30 % der Fläche Rankweils sind bewaldet.

Ortsteile der Gemeinde sind Brederis und Rankweil.

Der größte Bach des Ortes ist die Frutz, ein längerer Wildbach an der Nordgrenze. Östlich der sogenannten „Fabrik“, am Übergang vom Hügelland ins Rheintal wird von der Frutz der Mühlbach abgezweigt. Seit 1846 erfolgt die Abzweigung etwas weiter oberhalb mittels eines Stauwehrs, „rotes Tor“ genannt. Der Mühlbach wird künstlich durch Rankweil geführt und betrieb früher mal bis zu 23 Wasserkraftanlagen. Die erste Wasserkraftnutzung erfolgte schon im Jahre 1300. Das größte Kraftwerk läuft heute in der ehemaligen Spinnerei, jetzt „Fabrik“ genannt. Weiter wird der Mühlbach zur Wasserentnahme durch die Feuerwehr genutzt.[1]

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die Marktgemeinde Rankweil hat gemeinsame Gemeindegrenzen mit zehn anderen Gemeinden im Bezirk Feldkirch. Dies sind (von Norden aus im Uhrzeigersinn) Koblach, Röthis, Sulz, Zwischenwasser, Laterns, Übersaxen, Satteins, Göfis, Feldkirch und Meiningen.

Demografie[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]


Per 1. Jänner 2013 waren 11.741 Personen in Rankweil gemeldet. Im Vergleich zu 2011 (siehe Grafik) bedeutet dies einen Zuzug von 174 Personen. Insgesamt gibt es 4.858 Haushalte,in 1.214 davon leben Kinder oder Jugendliche. In 3.644 Haushalten gibt es keine Kinder oder Jugendliche. Die durchschnittliche Haushaltsgröße in Rankweil beträgt 2,5 Personen.[2]

In Rankweil leben insgesamt 1.458 Familien. 234 davon sind AlleinerzieherInnen. In drei Prozent aller Familien leben vier oder mehr Kinder. In über 80 Prozent der Familien leben ein oder zwei Kinder.[2] Im Jahr 2012 wurde Rankweil als „familieplus“-Gemeinde ausgezeichnet – eine Landesauszeichung für familienfreundliche Gemeinden.

Geografie[Bearbeiten]

Rankweil liegt im oberen Rheintal in Vorarlberg, Bezirk Feldkirch, in der Grenzregion zur Schweiz (St. Galler Rheintal) und zum Fürstentum Liechtenstein, auf 480 Metern Seehöhe. Rankweil ist die drittwestlichste Gemeinde Österreichs. Rund 70 % der 22 km² großen Gemeinde liegen in der Rheinebene, der Rest im großteils bewaldeten Hügelland. Zwischen dem Hohen Sattel (752 m) im Süden und dem Sattelberg (575 m) im Norden bei Klaus bildet die Rheinebene die geschützte Bucht des „Vorderlands“ mit ausgesprochen gutem Klima, das anspruchsvolle landwirtschaftliche Kulturen erlaubt. 30 Prozent der Fläche Rankweils sind bewaldet. Die Marktgemeinde Rankweil hat gemeinsame Gemeindegrenzen mit zehn anderen Gemeinden im Bezirk Feldkirch. Dies sind (von Norden aus im Uhrzeigersinn) Koblach, Röthis, Sulz, Zwischenwasser, Laterns, Übersaxen, Satteins, Göfis, Feldkirch und Meiningen.

Geschichte[Bearbeiten]

Zur Zeit des Römischen Reiches war das heutige Rankweil unter dem Namen „Vinomna“ ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt, an dem die befestigten römischen Straßen zusammenliefen, unter anderem die Hauptverkehrsstraße von Chur nach Augsburg. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte 842.

1375 verkaufen die Grafen von Montfort die Herrschaft Feldkirch, und damit Rankweil, an die Habsburger. Diese verwalteten ihre im heutigen Vorarlberg gelegenen Herrschaftsgebiete abwechselnd von Tirol und Vorderösterreich (Freiburg im Breisgau) aus. Im späten Mittelalter, in der Zeit der Appenzellerkriege (1405–1429, zwischen dem mit Habsburg verbündeten Fürstabt von St. Gallen und den ihnen untergebenen Appenzellern) ergab sich die Herausbildung der in der Neuzeit abgeschlossenen staatlichen Territorien.

Signifikant dafür sind unterschiedliche Bündnisse der Städte und der Stände, wie auch der Herrschaft Feldkirch (Rankweil) mit den Hofleuten zu Altstätten, Berneck und Marbach, mit der Stadt St. Gallen sowie mit den Landleuten am Eschnerberg.

1405 erfolgte durch die Aufnahme der Herrschaft Feldkirch, und damit von Rankweil, die eigentliche Gründung des nach eidgenössischem Vorbild organisierten „Bundes ob dem See“, des wichtigsten Bündnisses dieser Zeit. Dieser dehnte sich rasch aus (u. a. Bludenz, Rankweil, Sax, Gaster und Toggenburg). Gewagte militärische Unternehmungen und Erhebungen gegen die Herrschaft der Habsburger (Tirol, Allgäu, Thurgau) waren kurzfristig erfolgreich und führten zur Zerstörung zahlreicher Adelsburgen. Am 13. Januar 1408 unterlag der Bund jedoch bei Bregenz dem habsburgischen Ritterheer.

1618 wurde Rankweil das Marktrecht verliehen. Von 1805 bis 1814 gehörte Rankweil mit Vorarlberg zu Bayern, dann wieder zu Österreich. Zum österreichischen Bundesland Vorarlberg gehört Rankweil seit der Gründung 1918. Der Ort war 1945 bis 1955 Teil der französischen Besatzungszone in Österreich.

Politik[Bearbeiten]

Die Gemeindevertretung besteht aus 33 Mitgliedern. Die Zusammensetzung nach der Wahl 2010 ist: ÖVP 21 Sitze, SPÖ 3 Sitze, FPÖ 2 Sitze und Grüne 7 Sitze. Bürgermeister ist seit dem 1. Juli 2008 als Nachfolger von Hans Kohler Ing. Martin Summer.

Bürgermeister von Rankweil[Bearbeiten]

  • Seit 2008: Martin Summer
  • 1990–2008: Hans Kohler
  • 1978–1990: Thomas Linder
  • 1964–1978: Rudolf Ammann
  • 1957–1964: Herbert Keßler
  • 1945–1957: August Fröhlich
  • 1938–1945: Hans Jenny
  • 1936–1938: Seraphin Reich
  • 1919–1936: Joseph Längle
  • 1915–1919: Jakob Abbrederis
  • 1907–1915: Johann Wendelin Nachbaur
  • 1906–1907: Josef Fröhlich
  • 1897–1906: Johann Jakob Scheidbach
  • 1891–1897: Josef Fröhlich
  • 1888–1891: Johann Jakob Scheidbach
  • 1885–1888: Josef Rheinberger

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Marktgemeinde Rankweil ist das Zentrum der Region Vorderland – rund 12.000 Einwohner leben im 22 Quadratkilometer großen Gemeindegebiet. Mit 6.310 Erwerbstätigen bei rund 12.000 Einwohnern ist Rankweil eine Einpendler-Gemeinde. 4.512 Bürgerinnen und Bürger umliegender Gemeinden finden in insgesamt 311 Arbeitsstätten einen Arbeitsplatz. Knapp 500 Personen in Rankweil sind selbstständige Erwerbstätige. Der wirtschaftliche Nachwuchs wird an 404 Lehrstellen ausgebildet. In Rankweil agieren viele Unternehmen global. Unter ihnen bekannte Markenführer. Der Branchenmix reicht vom High-Tech-Gerät zum Fruchtsaft, vom Zulieferer der Auto- und Motorenindustrie bis hin zu Laserprodukten. Der Anteil der landwirtschaftlichen Flächen an der Gesamtfläche liegt bei rund 47 Prozent.

Kaufmannschaft Rankweil-Vorderland[Bearbeiten]

Die Interessengemeinschaft Kaufmannschaft Rankweil-Vorderland hat zum Ziel, die Stärken und Fähigkeiten von Betrieben, Einzelhändlern, Handwerkern und Dienstleistern zu bündeln und zu verbinden. Der Wirtschaftsraum Rankweil-Vorderland soll durch gemeinsame Aktionen als Ort zum Leben, Arbeiten und Einkaufen besser bekannt gemacht werden.

Bildung[Bearbeiten]

In Rankweil gibt es 8 Kindergärten, 3 Volksschulen, 2 Mittelschulen (eine davon als Sportmittelschule), eine Polytechnische Schule, eine Musikschule sowie ein Sonderpädagogisches Zentrum. Außerdem gibt es zwei berufsbildende höhere Schulen: Die Höhere Technische Lehranstalt mit Schwerpunkten in der Elektronik und der Bautechnik sowie eine Höhere Lehranstalt für wirtschaftliche Berufe. Im Landeskrankenhaus Rankweil wird zudem eine psychiatrische Gesundheits- und Krankenpflegeschule geführt.

Kultur[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Rankweil
Panorama mit 8 Denkmalgeschützten Objekten

In Rankweil gibt es 125 Vereine. Rund 40 davon sind Sportvereine, gefolgt von 12 Kulturvereinen und je neuen Vereinen aus den Bereichen Musik, Religion und Familie. Seit über 25 Jahren behauptet sich das Alte Kino Rankweil in der Vorarlberger Kulturszene. Der Verein ist vor allem in folgenden Bereichen aktiv: Blues, Kabarett, Theater, Film, Rock, Kleinkunst und Mundart. Von Zucchero über Bryan Adams, Gianna Nannini und Amy McDonald bis hin zu Dave Brubeck und Hubert von Goisern – nationale und internationale Stars sind bereits im Alten Kino Rankweil aufgetreten. In Rankweil finden außerdem jährlich große Veranstaltungen wie der Herbstmarkt, der Faschingsumzug, die Kilbi sowie das Kellerfest statt. Zudem gibt es in den Sommermonaten das Ferienprogramm „Rankweiler Sommer“, das über 40 verschiedene Angebote bietet.

Landesweit bekannt ist Rankweil für die vielen Gasthäusern und Gastgärten. Der Ursprung für diese hohe Dichte an gut bürgerlichen Wirtshäusern liegt an der langen Geschichte Rankweils als Wallfahrtsort. Die meisten großen Gasthöfe Rankweils sind Mitglied in der Wirtegemeinschaft Rankweil. Dabei handelt es sich um einen Zusammenschluss von Rankweiler Gastronomen, die durch regelmäßigen Erfahrungsaustausch und gemeinsame Projekte ihre Kräfte bündeln.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Umwelt[Bearbeiten]

e5 ist eine landesweite Auszeichnung für Gemeinden, die im Umweltschutz besonders aktiv sind. Rankweil hat für umgesetzte Projekte 2012 das vierte von fünf „e“ erhalten. Besonders aktiv ist die Gemeinde in den Bereichen Energieeffizienz, erneuerbare Energieträger und nachhaltige Mobilität. Beispielsweise sind alleine am Mühlbach zehn private Wasserkraftwerke in Betrieb. Der gewonnene Strom versorgt unter anderem auch das Ende 2011 neu errichtete Sozialzentrum Haus Klosterreben, das als Rankweils Vorzeigeprojekt im Bereich Energieeffizienz gilt. So wird beispielsweise die Warmwasserbereitung im Sommer zu 100 Prozent aus der Solaranlage des Hauses bereitgestellt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Treppe vom „Usschällar am Berg“[Bearbeiten]

Vermutlich gleichzeitig mit dem Bau des Pfarrhofes im Jahr 1704 wurde der „Verkündtstoa“ errichtet. Dieser diente für die Bekanntgabe amtlicher Verlautbarungen und sonstiger Mitteilungen nach dem Amt am Sonntag. Dringende Verlautbarungen wurden vom „Usschellar“ an insgesamt 65 auf das ganze Dorf verteilten Plätzen verkündet, wobei er seine Kundmachungen so wie auf dem „Verkündstoa“ mittels Handglocke ankündigte. Letztmalig war der „Usschällar“ im Jahr 1955 im Einsatz.

Volksschule Markt[Bearbeiten]

Errichtet wurde die Volksschule Markt 1846/47 vom Rankweiler Baumeister Franz Josef Weiß. Er baute sie nach staatlichen Einheitsplänen für eine Schule mit vier Klassenzimmern und einer Lehrerwohnung anstelle des baufälligen Mesnerhauses der Pfarre St. Peter. Im Jahr 1899 erhielt die Schule zum Anlass des 50-jährigen Regierungsjubiläums von Kaiser Franz Joseph ein zweites Stockwerk sowie einen Turnhallenanbau. Der Zubau für die Sonderschule Rankweil-Vorderland erfolgte im Jahr 1983.

Ehemaliges Gasthaus Löwen[Bearbeiten]

In diesem mächtigen barocken Satteldachhaus aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts befand sich nach mündlicher Überlieferung früher der Gasthof Löwen, der dann um 1890 an den Marktplatz (heute Bahnhofstraße 2) verlegt wurde. 1873 richtete hier Johann Alois Häusle eine Schlosserei ein. Die meisten der zahlreichen Gasthäuser des weitum bekannten und gut besuchten Wallfahrtsortes Rankweil standen in unmittelbarer Nähe zum Liebfrauenberg an der Ringstraße. Sie trugen vorwiegend religiös motivierte Namen und sind teilweise noch heute in Betrieb.

Mühlbach[Bearbeiten]

Aus einem Nebengerinne der Frutz entstanden, wird der Mühlbach 1302 urkundlich erstmals erwähnt. Seit damals wurde er zur Energieerzeugung genutzt, so säumten Mühlen, Sägen, Schmieden, aber auch eine Baumwollspinnerei sowie eine Papier- und Leimfabrik seine Ufer. Im Jahre 1879 wurde durch die Energie des Mühlbachs erstmals elektrischer Strom in Rankweil erzeugt. 1928 zählte man am Mühlbach 22 Wasserkraftwerke. Heute sind dank privater Betreiber noch zehn in Betrieb.

Altes Waschhaus[Bearbeiten]

Das Ende des 19. Jahrhunderts erbaute Waschhaus des Gasthof Hirschen war möglicherweise das einzige Gebäude dieser Art am Mühlbach und zeugt von der renommierten Stellung der Gaststätte. Nach dem Auskochen der Wäsche im Waschhaus gingen die Frauen über die eigens angelegte Treppe zum Mühlbach, um die Wäsche dort auszuschwenken.

Rathaus[Bearbeiten]

Der Ursprung des Gebäudes geht auf die Zeit vor 1500 zurück, aus der noch die Kellergewölbe erhalten sind. Seit 1822 befindet es sich im Besitz der Marktgemeinde Rankweil, 1885 wurde es letztmals erweitert. In den letzten 200 Jahren fand das Gebäude als Gerichtshaus, Gemeindeamt, Archiv, Schulhaus, Armenhaus, Bank und als Wohnung für Lehrer, Gemeindearzt und Gendarmeriebeamten Verwendung. Seit der Renovierung 1998 dient das Gebäude wieder als Rathaus der Marktgemeinde Rankweil.

Sigmund-Nachbauer-Denkmal[Bearbeiten]

Josef Sigmund Nachbauer, geboren am 16. Februar 1759 in Rankweil, war einer der herausragenden Führer in den Kriegsjahren 1796, 1799, 1800 und 1809. Aufgewachsen im Rankweiler Ortsteil Brederis, wo er ab 1777 als Lehrer wirkte, kommandierte Nachbauer zur Zeit der napoleonischen Kriege die Rankweiler Schützen und war ihr Anführer beim Aufstand gegen die Bayern im Jahr 1809. 1813 verhaftet, verstarb er noch im selben Jahr in Haft in der Festung Ingolstadt. Das von Ferdinand und Mathias Bechtold aus Feldkirch geschaffene Denkmal wurde 1910 eingeweiht.

Weinproduktion am Liebfrauenberg[Bearbeiten]

Erste Erwähnung im rätischen Reichsurbar von 842, größte Ausdehnung im 14. und 15. Jahrhundert. Noch Mitte des 18. Jahrhunderts existierten in Rankweil Weingärten im Ausmaß von rund 33 Hektar. Jahrzehntelange Missernten, Rebenkrankheiten sowie der Bau der Arlbergbahn, die eine billige Zufuhr von Weinen ermöglichte, ließen den Weinbau in Rankweil völlig versiegen. Nach langer Unterbrechung wurde an der Berghalde 1983 erstmals wieder Wein angebaut.

Fuchshaus[Bearbeiten]

Das heutige Fuchshaus ist ein Blockbau aus dem 17. Jahrhundert, das ursprünglich als Gasthaus „Zur Krone“ errichtet wurde. 1837 wurde das Gasthaus aufgelöst und in eine Salpetersiederei umgewandelt. 1935 wurde das Haus von der Familie Fuchs renoviert. Dabei wurden die Fensterläden mit den Fuchsköpfen versehen, von denen das Haus seinen Namen hat. Seit 1940 ist das Fuchshaus im Besitz der Marktgemeinde Rankweil. Dem Einbau einer Turnhalle im ehemaligen Stadel im Jahr 1956 folgten eine umfassende Renovierung und die Umwidmung zu einem Sozialzentrum im Jahr 1999. Heute ist im Fuchshaus die Volkshochschule, der Krankenpflegeverein Rankweil und die Gemeinwesenstelle Mitanand untergebracht.

Museen[Bearbeiten]

Museum für Druckgrafik[Bearbeiten]

Das Museum für Druckgrafik in Rankweil wurde 2004 eröffnet. Ziel des Museums ist es, dem Besucher einen Einblick in eine komplett funktionierende Druckwerkstatt zu bieten und umfassend über die verschiedenen Techniken der Druckgrafik zu informieren. Damit soll bei einem breiten Publikum ein tiefes Verständnis für die künstlerische Originalgrafik aufgebaut werden. Gerade im Bereich des Steindrucks droht in den kommenden Jahren viel Wissen verloren zu gehen, da es immer weniger Steindrucker gibt. Hier liegt ein Hauptaufgabenbereich des Museums: Die Dokumentation der alten Techniken, damit das Wissen auch für kommende Generationen gesichert ist.

Natalie Beer Museum[Bearbeiten]

Natalie Beer wurde am 17. Juni 1903 in Au im Bregenzerwald geboren. Ihr Vater war von Beruf Kaufmann, die Mutter stammte aus einer bäuerlichen Familie, die in Batschuns/Zwischenwasser wohnte. Nach dem Besuch der Volksschule in Au-Rehmen und der Handelsschule in Bregenz erhielt sie Privatunterricht in Innsbruck und besuchte dort als außerordentliche Hörerin der Universität zahlreiche Vorlesungen des Historikers und Volkskundlers Dr. Adolf Helbock. Zahlreiche Werke in hochdeutscher Sprache und auch in Mundart – Lyrik wie Prosa – machten Beer als Dichterin und Schriftstellerin im gesamten deutschen Sprachraum bekannt. Für ihr literarisches Schaffen erhielt sie mehrere Auszeichnungen. Die Marktgemeinde Rankweil, in der sie über mehrere Jahrzehnte bis zu ihrem Tod lebte, verlieh ihr den goldenen Ehrenring. Natalie Beer verstarb am 31. Oktober 1987. Das Museum zeigt neben persönlichen Gegenständen auch sämtliche Publikationen aus dem Nachlass der Dichterin.

Freilichtmuseum Römervilla[Bearbeiten]

Römervilla

Auf einem Schuttkegel der Frutz inmitten des Bresner Weitriedes errichteten römische Siedler im 1. Jh. n. Chr. einen landwirtschaftlichen Gutshof, der aus mehreren Gebäuden bestand. Nachdem bereits 1954 die Reste eines mit einer Apsis und einer Bodenheizung ausgestatteten Hauses entdeckt wurden, legten Archäologen des Bundesdenkmalamtes zwischen 2002 und 2007 zwei weitere Gebäude frei, das ehemalige Haupthaus der Anlage und das römische Badehaus.

Nicht nur das Museum selbst bietet den Besucher/innen einen direkten Einblick in die Zeit der Römer in Vorarlberg. Mitglieder der „Legio XXI Rapax“ (römische Besatzungstruppe in Raetien) sowie Germanen aus dem hohen Norden lassen regelmäßig die römische Antike lebendig werden, indem sie auf unterhaltsame Art den Alltag römischer Soldaten und der Zivilbevölkerung veranschaulichen.[3]

Kirchen und Kapellen[Bearbeiten]

Neben der Basilika zeugen zahlreiche Kirchen und Kapellen von der Stellung Rankweils als Pilgerzentrum Vorarlbergs. Rankweil liegt direkt am österreichischen Jakobsweg was jedes Jahr unzählige Pilger nach Rankweil lockt.

Wallfahrtskirche „Unserer Lieben Frauen Mariä Heimsuchung“[Bearbeiten]

Die Wallfahrtskirche „Unserer Lieben Frauen Mariä Heimsuchung“, auch „Basilika Rankweil“ genannt, hat ihre Anfänge im frühen Mittelalter um etwa 700 in einer churrätischen Kirchenburg mit Mauerring und Friedhof. Seit dem 9. Jahrhundert war die Kirche Zentrum einer Großpfarrei. 1445 wurde sie im Zürcher Krieg durch einen Brand stark beschädigt. 1657/58 erbaute der Barockbaumeister Michael Beer die berühmte „Loretokapelle“, das Zentrum der Wallfahrt mit dem „Gnadenbild“, einer Lindenholzskulptur um 1480 von Hans Rueland. Bis 1816 gehörte Rankweil mit dem Vorarlberger Oberland zum Bistum Chur. Den Titel einer päpstlichen Basilica minor erhielt sie 1985.

Pfarrhäuser auf dem Liebfrauenberg[Bearbeiten]

Mehrere Gebäude auf dem Liebfrauenberg dienten als Pfarrhof, Mesner- oder Frühmesserhaus.

St. Michaels-Kirche[Bearbeiten]

Nach einer Legende wurde den Engeln, die beim Bau der Liebfrauenkirche mitgeholfen hatten, zum Dank von den Rankweilern die St. Michaels Kirche erbaut. Sie steht auf halber Höhe des Liebfrauenberges am Hauptzugang zur Wallfahrtskirche inmitten des alten Friedhofes. Die Kirche wurde im Jahre 1300 in einem Ablassbrief zum ersten Mal erwähnt. 1533 wurde St. Michael erneut nach einer Langhauserweiterung eingeweiht. Der darunter liegende Friedhof wurde 1901 errichtet.

Die Pestkapelle[Bearbeiten]

In den Jahren 1412/13 wurde Rankweil von der Pest besonders stark heimgesucht. Damals starben etwa im Kloster Valduna 23 von 52 Nonnen; in der Roten Mühle, der späteren Kompaniesäge, überlebte von 18 Bewohnern allein ein kleiner Junge. In dankbarem Gedenken ließ er 1447 diesen mit einem flachen Kreuzgratgewölbe ausgestatteten Betraum errichten. In Erinnerung an den Wohltäter, der im Jahre 1726 die Kapelle renovieren ließ, trug sie bis vor einigen Jahrzehnten noch den Namen „Thomas Sturnische Kapelle in der Hasengasse“.

St. Peter Kirche[Bearbeiten]

Im alten Zentrum Rankweils, 817 erstmals urkundlich erwähnt, 1627 barockisiert, 1731 Turmaufbau mit Zwiebelhaube. War wie die Liebfrauenkirche Mutterpfarre zahlreicher umliegender Gemeinden, 1238 bis 1806 im Besitz des Klosters Kreuzlingen. Ab 1833 Pfarrvikariat der Bergkirche, aber ehrenhalber Titel Pfarrei mit kleiner zugehöriger Pfarrgemeinde.

Beinhaus St. Peter[Bearbeiten]

Das aus der Barockzeit stammende Beinhaus dient der Aufbewahrung von Gebeinen aus neu genutzten Gräbern. Es präsentiert sich als schlichter Rechtecksbau, an dessen Nordseite zwei Gedächtnistafeln aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts zu sehen sind.

St. Anna Kirche[Bearbeiten]

Am westlichen Ende des Rankweiler Ortsteiles Brederis soll einst eine kleine, der Hl. Anna geweihte Kapelle gestanden haben. Der Volkssage zufolge wurde die Kirche an jener Stelle errichtet, an welcher der Hl. Eusebius von Viktorsberg den Märtyrertod erlitten haben soll. Die Kirche St. Anna ersparte den Bürgern von Brederis den weiten Kirchgang nach Rankweil. Der rasante Bevölkerungszuwachs in Brederis veranlasste die Bevölkerung zu einem Kirchenneubau. 1959 wurde die St. Eusebius Kirche im Ort eingeweiht und das Kirchlein am Feld geriet beinahe in Vergessenheit. Im Jahre 1996 wurde mit der Generalsanierung der St. Anna Kirche begonnen, diese wurde 2001 abgeschlossen.

St. Eusebiuskirche[Bearbeiten]

Im Rankweiler Ortsteil Brederis gelegen. Sehr schöner St. Anna-Altar: aus der Werkstätte des Ivo Stiegel, Memmingen/Allgäu um 1500 n. Chr.

Spinnerei Rhomberg[Bearbeiten]

Spinnerei-Gelände (heute Gewerbepark)

Diese Anlage wurde 1839 von Ohmaier erbaut, ist mit wenigen Zubauten in zwei Bauphasen entstanden. Das Gebäude gehört zu den ältesten Spinnereibauten des Landes. Durch die Lage zwischen Wasser und Straße waren keine Ausdehnungsmöglichkeiten vorhanden, sodass notgedrungen ein kompaktes Objekt entstand, das mit der Topographie wie verwachsen scheint. Die ruhigen Volumen, Fensterfronten und nicht zuletzt der gut aufgesetzte Wasserturm ergaben einen seltenen Industriebau.

Sport[Bearbeiten]

Rankweil hat zahlreiche Sport- und Tennisplätze, eine Tennishalle, eine Skateboardanlage, einen Sportschützenplatz und eine Eislauffläche für Publikumseislauf und Eishockey, einen Fitnessparcours am Schafplatz sowie eine Finnenbahn. Seit 2008 verfügt Rankweil außerdem über einen 18-Loch Golfplatz. Rankweils Sportvereine sind durchaus auch über Landesgrenzen erfolgreich: Der Verein „Pool Player Club Rankweil“ spielte in der österreichischen Poolbillard-Bundesliga. Der Fußballverein FC Rot-Weiß Rankweil war bis 2009 in der Regionalliga West. In der Saison 2011/2012 gewann der HC Rankweil den VEHV-Cup und wurde Meister der CS EHL Vorarlberg. Auch Leichtathleten aus Rankweil haben es immer wieder an die nationale Leistungsspitze geschafft, Klaus Bodenmüller erreichte sogar Weltklasse. Zudem führten schon öfters große internationale Radrundfahrten führten durch den Ort; Rankweil war dabei schon Etappenziel der Österreich-Radrundfahrt. Seit einigen Jahren ist in Rankweil der Sitz des einzigen Profi-Radteam in Vorarlberg. Das Team Vorarlberg besitzt eine UCI Continental-Lizenz.

Familie/Soziales[Bearbeiten]

Die Marktgemeinde Rankweil wurde 2012 gemeinsam mit sechs weiteren Vorarlberger Gemeinden als „familieplus Gemeinde“ für vorbildliche Kinder-, Jugend- und Familienpolitik ausgezeichnet. Bereits im Jahr 1996 hat sich Rankweil als eine der ersten Gemeinden des Landes an der ersten Phase des Programmes, damals unter der Bezeichnung „Familiengerechte Gemeinde“ beteiligt, 2010 wurde ein Sozialleitbild bis 2020 erarbeitet. Daraus entstand beispielsweise der Kinder- und Familientreff Bifang oder der Veranstaltungsreihe „Kind sein in Rankweil“, die unter anderem spezielle Veranstaltungen für Väter und Kinder beinhaltet.

Die Gemeinwesenstelle Mitanand bietet Hilfe in schwierigen Lebenssituationen für Kinder, Jugendliche, Familien und Senioren. Zudem gibt es für Senioren einen Seniorenmittagstreff, den Mobilen Hilfsdienst und den Rankler Hock. Familien können die Elternberatungsstelle Rankweil in Anspruch nehmen und für Jugendliche gibt es jeden Monat ein neues Programm im Jugendtreff Planet.

Sozialzentrum Haus Klosterreben[Bearbeiten]

Das Haus Klosterreben ist im November 2011 eröffnet worden. Es ist speziell auf hochbetagte Seniorinnen und Senioren ausgerichtet und in fünf Wohngemeinschaften aufgeteilt. Insgesamt bietet das Sozialzentrum Platz für rund 60 Seniorinnen und Senioren.

Senioren-WG Rebengasse[Bearbeiten]

Das Haus Rebengasse ist die erste Senioren-Wohngemeinschaft in Rankweil wurde im November 2012 in Betrieb genommen. Das Haus liegt mitten in einer neuen Wohnanlage und ist von außen nicht als Senioren-Einrichtung zu erkennen. Ausgerichtet und eingerichtet ist die Senioren-Wohngemeinschaft für Frauen und Männer in den Pflegestufen eins bis drei. Sämtliche Aktivitäten des täglichen Lebens und die Haushaltsführung werden gemeinsam erledigt.

Landeskrankenhaus Rankweil[Bearbeiten]

Das Landeskrankenhaus Rankweil ist landesweit führend in den Bereichen Neurologie, klinische Psychologie und Psychotherapie. Zudem werden verschieden Therapieformen angeboten: Soziotherapeutische Wohnstationen, psychiatrische sowie funktionelle Ergotherapie, Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie, Musiktherapie, Tanztherapie, sowie Aktivierungstherapie in den Bereichen Sport, kreatives Gestalten und Arbeitsvorbereitung, Diätdienst und Labor.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rankweil – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Mühlbachgenossenschaft Rankweil (PDF; 1,3 MB)
  2. a b Melderegister Marktgemeinde Rankweil, Jänner 2013
  3. Freilichtmuseum Römervilla Rankweil-Brederis, Freilichtmuseum Villa Rustica Rankweil-Brederis