Raphael Schäfer

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Raphael Schäfer

Raphael Schäfer (2013)

Spielerinformationen
Geburtstag 30. Januar 1979
Geburtsort Kędzierzyn-KoźlePolen
Größe 190 cm
Position Tor
Vereine in der Jugend
1987–1991
1991–1996
SC Drispenstedt
Hannover 96
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Tore)1
1996–1998
1998–2001
2001–2007
2007–2008
2008–
Hannover 96
VfB Lübeck
1. FC Nürnberg
VfB Stuttgart
1. FC Nürnberg
1 (0)
76 (0)
130 (0)
23 (0)
192 (0)
Nationalmannschaft
Deutschland U-15
Deutschland U-16
Deutschland U-17[1]
Deutschland U-18
4 (0)
4 (0)

10 (0)
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.
Stand: 5. Oktober 2014

Raphael Schäfer, polnisch Rafał Szaefer (* 30. Januar 1979 in Kędzierzyn-Koźle, Polen), ist ein deutscher Fußballspieler.

Biografie[Bearbeiten]

Kindheit und Jugend[Bearbeiten]

Raphael Schäfer wurde als Angehöriger der deutschen Minderheit im oberschlesischen Kandrzin-Cosel geboren und kam 1986 mit seinem Vater als Aussiedler nach Norddeutschland.[2] Im Jahre 1987 begann er beim SC Drispenstedt aus dem Hildesheimer Stadtteil Drispenstedt mit dem Fußballspielen. Mit zwölf Jahren holte ihn Hannover 96 in die Jugendmannschaft des damaligen Zweitligisten.

Aufstieg in den Profikader von Hannover 96[Bearbeiten]

Zur Saison 1996/97 rückte der 17-Jährige in den Kader der ersten Mannschaft von Hannover 96, die in der Regionalliga spielte. In den folgenden beiden Spielzeiten, in denen der Wiederaufstieg in die zweite Liga gelang, schaffte er es jedoch nicht in die Stammformation.

Erste Jahre als Stammtorhüter[Bearbeiten]

So entschied er sich zur Saison 1998/99, zum VfB Lübeck zurück in die Regionalliga zu wechseln. Nach acht Einsätzen in der Saison 1998/99 entwickelte er sich in der Folgesaison zum Stammtorhüter und absolvierte 33 Ligaspiele. 2000/01 war er in 35 Meisterschaftsspielen im Einsatz. Drei Jahre lang erreichte der VfB nur den Platz unmittelbar hinter den Aufstiegsrängen zur 2. Bundesliga.

Kapitän Schäfer reckt den DFB-Pokal 2007 in die Höhe, den er in seinem letzten Spiel der ersten Nürnberger Zeit gewann.

Erste Periode in Nürnberg[Bearbeiten]

Im Sommer 2001 wechselte Schäfer zum 1. FC Nürnberg, der gerade in die 1. Bundesliga aufgestiegen war. Hier musste sich Schäfer mit dem Posten des Ersatzkeepers hinter Darius Kampa zufriedengeben und konnte dennoch am 16. März 2002 sein Erstligadebüt gegen Borussia Mönchengladbach geben. Trotz einer guten Leistung musste er zum nächsten Spiel wieder ins zweite Glied zurücktreten. Dort verbrachte er auch die folgende Saison, so dass er bis zum Zeitpunkt des Abstiegs der Nürnberger im Sommer 2003 lediglich drei Bundesligaspiele absolviert hatte.

Mit dem Beginn der Zweitligasaison 2003/04 änderte sich die Situation im Nürnberger Tor. Auch weil die Vereinsführung um den damals in Doppelfunktion (Trainer und Manager) tätigen Wolfgang Wolf auf einen gewinnbringenden Verkauf Kampas spekulierte, wurde Schäfer zur Nummer 1 ernannt. Auch nachdem Kampa im Verein blieb und nicht verkauft wurde, konnte Schäfer seinen Posten als Stammtorwart verteidigen und absolvierte 33 Spiele für den 1. FC Nürnberg. Der Streit um die Benennung Schäfers setzte sich auch nach dem Wiederaufstieg zu Beginn der Saison 2004/05 fort. Erneut konnte sich Schäfer jedoch im Duell um den Platz zwischen den Pfosten durchsetzen, diesmal gegen Daniel Klewer. Nach überstandener Verletzung trug er in der Rückrunde einen entscheidenden Anteil zum Klassenerhalt, sodass seine Position als Stammkeeper beim 1. FC Nürnberg zu Beginn der Saison 2005/06 zum ersten Mal nahezu unumstritten war. Er absolvierte alle 34 Bundesligaspiele und musste nur einmal verletzungsbedingt ausgewechselt werden. Zur Saison 2006/07 wurde Schäfer zum Mannschaftskapitän gewählt. Die Fans wählten ihn in der Winterpause über Internetabstimmung zum Cluberer der Hinrunde.[3] In seinem letzten Pflichtspiel für Nürnberg traf Mannschaftskapitän Schäfer im Finale des DFB-Pokals 2007 auf seinen zukünftigen Verein, den amtierenden Deutschen Meister VfB Stuttgart. Das Spiel endete 3:2 nach Verlängerung für den Club.

Einmal Stuttgart und zurück[Bearbeiten]

Am 23. Januar 2007 einigten sich der 1. FC Nürnberg und der VfB Stuttgart auf einen Transfer von Schäfer zum VfB zur Saison 2007/08. Zwar war Schäfers Vertrag zu Saisonende ausgelaufen, jedoch zog der 1. FC Nürnberg seine Option auf Verlängerung. Somit musste der VfB eine Ablöse zahlen, da er ihn sofort als Ersatz für den ins Ausland gewechselten Stammtorhüter Timo Hildebrand verpflichten wollte. Schäfer einigte sich mit den Stuttgartern auf einen bis 2011 gültigen Vierjahresvertrag. Sein erstes Ligaspiel für die Schwaben bestritt er am 10. August beim Saisoneröffnungsspiel gegen den FC Schalke 04 (2:2). Außerdem spielte er erstmals im Europapokal: Mit Stuttgart hatte er sechs Einsätze in der Champions League 2007/08, nach der Vorrunde kam jedoch das Aus mit nur drei Punkten. Schäfer hatte von Anfang an bei einigen Fans einen schlechten Stand, weil er im DFB-Pokalfinale 2007 als Kapitän des 1. FC Nürnberg eine rote Karte für den Stuttgarter Cacau gefordert hatte. Nach der Auswärtsniederlage am 18. Spieltag im Rückspiel gegen Schalke erhielt Schäfers Konkurrent Sven Ulreich in den kommenden zehn Bundesligaspielen den Vorzug vor Schäfer. Am 29. Spieltag gab Schäfer schließlich beim Heimsieg (3:0) gegen seinen Ex-Verein, den 1. FC Nürnberg, sein Comeback zwischen den Pfosten beim VfB. Vor dem letzten Saisonspiel daheim gegen Arminia Bielefeld boten VfB-Trainer Armin Veh und VfB-Manager Horst Heldt Schäfer an, bis zum Saisonende freigestellt zu werden, um ihn vor dem Unmut einiger Fans zu schützen. Schäfer entschied sich für die Freistellung. Am 25. Juni 2008 wurde Schäfers Vertrag beim VfB aufgelöst. Stuttgart hatte Jens Lehmann als neuen Torhüter verpflichtet.

Raphael Schäfer bei einer Autogrammstunde 2011

Zur Saison 2008/09 kehrte Schäfer zum 1. FC Nürnberg zurück, der zwischenzeitlich in die Zweite Bundesliga abgestiegen war. Er war laut Internetabstimmung der Neuzugang, auf den sich die Fans am meisten freuten.[4] Er wurde sofort wieder Stammtorhüter mit Rückennummer 1. Zur Winterpause wurde er vom Kicker-Sportmagazin zum besten Torhüter der Zweiten Bundesliga gekürt,[5] auch wenn der Verein mit dem achten Platz hinter den eigenen Anforderungen zurücklag. Am 13. Mai blieb er gegen den VfL Osnabrück zum neunten Mal in Folge in einem Heimspiel ohne Gegentor. Damit übertraf Nürnberg den bisherigen Zweitligarekord des KSV Hessen Kassel, der in der Saison 1980/81 784 Heimspiel-Minuten ohne Gegentor geblieben war. Bereits im vorherigen Heimspiel hatte Nürnberg den Rekord für die eingleisige Zweite Bundesliga gebrochen.[6] Im folgenden Heimspiel am letzten Spieltag gegen 1860 München endete die Serie nach 945 Minuten,[7] als Schäfer in der 83. Minute ein Tor kassierte.[8] Außerdem war Nürnberg vom 24. bis zum 28. Spieltag in fünf Spielen gänzlich ohne Gegentor geblieben, was einen neuen Vereinsrekord im Profifußball bedeutete. Schäfer hatte am Ende der Saison in allen 34 Ligaspielen, zwei Pokalspielen und einem Relegationsspiel durchgespielt. In der 87. Minute des zweiten Relegationsspiels gegen Energie Cottbus am 31. Mai 2009 bekam die Nummer 2 Daniel Klewer noch einen Saisoneinsatz, nachdem die Entscheidung für den Aufstieg bereits gefallen war.[9] Schäfer hatte zudem den Großteil der Saison die Kapitänsbinde getragen, da der eigentliche Kapitän Andreas Wolf wegen zwei schwerer Verletzungen nur zu sieben Einsätzen gekommen war. Auch nach der Rückrunde wählte ihn der Kicker wieder zum besten Ligatorhüter.[10] Da er zudem in 16 Spielen ohne Gegentor geblieben war, erhielt er vom DSF die Auszeichnung „Weiße Weste“.[11]

Raphael Schäfer 2013

Am dritten Spieltag der Saison 2009/10 absolvierte er sein 100. Erstligaspiel für Nürnberg, das eine 0:2-Heimniederlage gegen Hannover 96 wurde.[12] Am 13. Spieltag sorgte Schäfer während eines 3:2-Sieges beim Meister VfL Wolfsburg für Aufsehen, als er dem früheren Nürnberger Zvjezdan Misimović mutmaßlich zwischen die Beine trat.[13] Der Schiedsrichter ahndete dies nicht, das DFB-Sportgericht bezeichnete es jedoch am 26. November als „krass sportwidriges Verhalten in der Form einer Tätlichkeit gegen den Gegner nach einer zuvor an ihm begangenen sportwidrigen Handlung“ und sperrte den Torhüter für vier Ligaspiele. Der 1. FC Nürnberg legte zwar Einspruch ein und argumentierte, der Schiedsrichter habe die Situation sehen müssen, weshalb die Tatsachenentscheidung gelten müsse,[14] nach einer mündlichen Verhandlung in Frankfurt wurde die Sperre jedoch bestätigt.[15] Schäfer wurde schließlich von Alexander Stephan vertreten, der dadurch zu seinem Profi-Debüt kam.

In der Rückrunde zeigte Schäfer wieder stabile Leistungen und musste nur einmal ausgewechselt werden, als er eine Verletzung erlitt. Der Verein beendete die Saison auf dem Relegationsplatz. In den folgenden Spielen gegen den FC Augsburg blieb Schäfer wieder ohne Gegentor und der Klassenerhalt gelang. Am Ende der Saison wählten ihn über 25.000 Fans zum Cluberer der Saison.[16] Zur Spielzeit 2010/11 belegte der FCN den sechsten Rang in der Liga.

Nach dem Abstieg aus der Ersten Bundesliga 2014 war Schäfer zunächst auch in der zweiten Liga Stammtorhüter des Clubs. Im Laufe der Hinrunde konnte ihm jedoch Patrick Rakovsky den Rang als Nummer eins im Tor ablaufen, Schäfer musste sich sogar mit Position drei zufriedengeben.

Schäfers Vertrag beim FCN läuft bis 2015.[17] Er hatte im Jahre 2010 angekündigt, seine Karriere in Nürnberg beenden zu wollen.[18]

Nationalmannschaft[Bearbeiten]

Raphael Schäfer stand im Kader der deutschen U-15- und der U-16-Nationalmannschaft. 1995 gehörte er zum Kader der deutschen U-17-Nationalmannschaft, die an der U-17-Fußball-Weltmeisterschaft 1995 in Ecuador teilnahm, bei der er aber nicht zum Einsatz kam. Schäfer stand auch im Kader der U-18-Nationalmannschaft Deutschlands.

Laut eigener Aussage hatte Schäfer im Vorfeld der WM 2006 eine Anfrage der A-Nationalmannschaft Polens vorliegen, jedoch hatte er auf Bitte seines Vaters die Anfrage abgelehnt.[2]

Sonstiges[Bearbeiten]

Schäfer ist seit dem 5. Juni 2004 mit seiner Frau Anja verheiratet,[19] mit der er drei Töchter hat.[20][21] Er lebt in Nürnberg-Erlenstegen.

Schäfer hatte nach seiner Aussiedlung schnell die deutsche Sprache erlernt und lange Jahre kein Polnisch mehr gesprochen, ehe er beim 1. FC Nürnberg auf den ebenfalls in Kandrzin-Cosel geborenen Darius Kampa und den damaligen polnischen Nationalspieler Jacek Krzynowek traf.[2]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • Gewinner des „Die weiße Weste“-Awards als „stärkster“ Torhüter der 2. Bundesliga in der Saison 2008/09.

Titel / Erfolge[Bearbeiten]

  • Deutscher Pokalsieger 2007 mit dem 1. FC Nürnberg
  • Bundesliga-Aufstieg
    • 2003/04 mit dem 1. FC Nürnberg als Zweitligameister
    • 2008/09 mit dem 1. FC Nürnberg

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Raphael Schäfer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. unklar ob er überhaupt zum Einsatz kam
  2. a b c Frank Hellmann: „Für die erste Liga gibt es keinen Ersatz“. In: Frankfurter Rundschau. Frankfurter Rundschau GmbH, 17. Februar 2011, abgerufen am 6. August 2014.
  3. Cluberer der Hinrunde: Raphael Schäfer, 4. Januar 2007
  4. Umfrage auf fcn.de
  5. Meister und Lehrling als Spitzenduo, 23. Dezember 2008
  6. Vidosic avanciert zum Sieggaranten, (kicker online, 4. Mai 2009)
  7. Clubmagazin zum Relegations-Rückspiel
  8. „Mit Euch pack mer's!“, 24. Mai 2009
  9. Wir waren nur mal kurz weg, 31. Mai 2009
  10. Schäfer: Sicher und souverän (kicker online, 8. Juni 2009)
  11. Raphaels weiße Weste: Jetzt auf CLUBtv, 17. August 2009
  12. Nichts Zählbares gegen Hannover, 22. August 2009
  13. Schäfer-Urteil erst am Donnerstag (kicker online, 25. September 2009)
  14. Schäfer wehrt sich vehement (kicker online, 26. September 2009)
  15. DFB bestätigt Schäfer-Sperre, 27. November 2009
  16. Raphael Schäfer ist „Cluberer der Saison 2009/10“, 1. Juni 2010
  17. Raphael Schäfer vor Jubiläum fcn.de, abgerufen am 25. November 2014
  18. Torwart Schäfer verlängert in Nürnberg vom 1. Juni 2010 auf spox.com
  19. Torhüter Raphael Schäfer heiratet seine Anja, 6. Juni 2004
  20. Herzlichen Glückwunsch! Raffa ist Papa geworden, 20. Januar 2006
  21. Papa Schäfer, 3. Juni 2007