KSV Hessen Kassel

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Hessen Kassel
Vereinswappen des KSV Hessen Kassel
Voller Name Kasseler Sport-Verein Hessen e. V.
(kurz: KSV Hessen Kassel e.V.)[1]
Ort Kassel, Hessen
Gegründet 3. Februar 1998 (Neugründung)
17. November 1945 (Erstgründung)
Vereinsfarben rot-weiß
Stadion Auestadion
Plätze 18.737[2]
Vorstand Hans-Jochem Weikert (Vorsitzender)
Trainer Matthias Mink
Homepage www.ksv-hessen.de
Liga Regionalliga Südwest
2012/13 1. Platz
Heim
Auswärts

Der KSV Hessen Kassel (vollständiger Name: Kasseler Sport-Verein Hessen e. V.[1], bzw. KSV Hessen Kassel e.V.[1]) ist ein Fußballverein aus Kassel. Der Verein wurde am 3. Februar 1998 gegründet und hat die Vereinsfarben Rot und Weiß. Die erste Fußballmannschaft spielt derzeit in der Regionalliga Südwest. Heimspielstätte der unter dem Beinamen „Löwen“ bekannten Mannschaft ist das Auestadion mit einer Kapazität von 18.737[2] Plätzen.

Der heutige KSV Hessen ist der inoffizielle Nachfolgeverein des FC Hessen Kassel, welcher wiederum der inoffizielle Nachfolgeverein des alten KSV Hessen Kassel war. Der alte KSV Hessen spielte zwischen 1980 und 1990 acht Jahre in der 2. Bundesliga und scheiterte mehrfach knapp am Aufstieg in die Bundesliga. Nach dem Konkurs im Jahre 1993 wurde der inoffizielle Nachfolger FC Hessen gegründet, der Ende 1997 ebenfalls in Konkurs ging und aus dem Vereinsregister gelöscht wurde.

Geschichte[Bearbeiten]

Vorgängervereine und Fusion[Bearbeiten]

Wappen des SV Kurhessen

Der alte KSV Hessen war 1947 über mehrere Fusionen in den Nachkriegsjahren entstanden. In der fußballerischen Tradition stand er in der Nachfolge des SV Kurhessen Kassel sowie des VfL TuRa Kassel, wobei der erstgenannte der deutlich erfolgreichere der beiden Vorgängervereine war.

Der SV Kurhessen hatte ebenfalls zwei Vorgängervereine, den am 3. Juli 1893 gegründeten FC Union sowie den im selben Jahr entstandenen FC Hassia. Beide schlossen sich bereits 1895 zum Casseler FV 95 zusammen, der bis zum Ersten Weltkrieg die erfolgreichste Mannschaft der Stadt war und 1908 mit Gustav Hensel auch einen deutschen Nationalspieler stellte. Im Jahr 1919 fusionierte der Casseler FV mit dem Schweratlethik-Klub Verein für Körperkultur Cassel zum SV Kurhessen Cassel. Auch unter dem neuen Namen war man auf regionaler Ebene erfolgreich, wenn auch die Konkurrenz von BC „Sport“, CSC 03, Hermannia und Spielverein 06 den „Kurhessen“ die lokale Führungsrolle im Verlauf der 1920er Jahre zusehends streitig machte. Seinen sportlichen Zenit erreichte der SV Kurhessen im Jahr 1927, als er in der Westdeutschen Meisterschaftsendrunde punktgleich mit Fortuna Düsseldorf Platz 3 belegte und durch eine Niederlage im Entscheidungsspiel den Einzug in die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft nur knapp verfehlte. Mit „Heini“ Weber stellte der Verein 1928 wieder einen Nationalspieler, der bei den Olympischen Spielen in Amsterdam im Nationaltrikot debütierte. In den 1930er und 1940er Jahren war der SV Kurhessen durchgängig in der jeweils obersten Spielklasse vertreten, ab 1933 in der Gauliga Hessen bzw. ab 1941 in der Gauliga Kurhessen. Am 17. November 1945 beteiligte sich der SV Kurhessen Kassel an der Gründung der Sportgruppe Süd als Zusammenschluss mit den Vereinen CT-Hessen Preußen, Wassersportverein Wilhelmshöhe, Wintersportverein Wilhelmshöhe und Tennisclub Wilhelmshöhe. Die Sportgruppe Süd benannte sich 1946 in Verein für Leibesübungen (VfL) Hessen Kassel um.

Weniger erfolgreich, aber bis zur Einführung der Gauligen ebenfalls dauerhaft in den obersten Spielklassen vertreten, war der VfL TuRa Kassel. Der Wehlheider Stadtteilverein war 1904 gegründet worden und trug den Namen Turn- und Rasensportverein seit dem Zusammenschluss mit zwei Turnvereinen im Jahr 1919, wobei die Liaison mit den Turnern schon bald wieder gelöst wurde. In den Kriegsjahren spielte die Fußballmannschaft des VfL TuRa jeweils ein Jahr in der Gauliga Hessen bzw. Kurhessen. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges bildete sich am Schönhauser Park 1946 zunächst die SG Wehlheiden, die sich schon kurze Zeit später in Kasseler SV umbenannte.

Am 23. November 1947 fusionierten der Kurhessen-Nachfolger VfL Hessen und der Wehlheider Kasseler SV zum Kultur Sport-Verein Hessen Kassel. Die beiden Vorgängervereine hatten sich in der Nachkriegszeit den alten TuRa-Platz am Schönfelder Park geteilt, nach dem Zusammenschluss zog man auf den sogenannten „A-Platz“ an der Fuldaaue um. Der ehemalige Platz des SV Kurhessen war mit Trümmerschutt notdürftig wieder hergerichtet worden und diente dem Verein nun bis zur Fertigstellung des Auestadions 1953 als Heimstätte. Der KSV Hessen pflegte neben dem Fußball eine breite Palette anderer Leistungs- und Breitensportarten und wurde von einer Reihe namhafter Funktionäre sowie lokaler Unternehmen wie der Herkules-Brauerei und den Henschel-Werken unterstützt.

Frühe Jahre (1947 bis 1963)[Bearbeiten]

Die Fußballmannschaft des KSV Hessen nahm in der Spielzeit 1947/48 den Platz des Vorgängervereines VfL Hessen in der Landesliga Hessen, der zweiten Spielklasse unterhalb der Oberliga Süd ein, wo dieser zuvor Meister, aber in der Aufstiegsrunde gescheitert war. Trainer war Ernst Paulus, ein ehemaliger Olympiateilnehmer im Diskuswurf. Ihm gelang es, eine Mannschaft zu formen, die nicht nur die örtliche Konkurrenz auf Abstand halten konnte, sondern alsbald zu den Spitzenvereinen der Liga zählte. Das angepeilte Ziel Oberligaaufstieg wurde jedoch mehrfach knapp verfehlt. Nach der Vizemeisterschaft 1947/48 hinter dem 1. FC Rödelheim wurden die „Löwen“ zwar ein Jahr später Meister der hessischen Landesliga, in der darauf folgenden Aufstiegsrunde reichte es aber nur zum zweiten Platz. Am letzten Spieltag verlor der KSV beim VfL Neckarau, während Konkurrent Jahn Regensburg durch ein 8:3 gegen die SG Untertürkheim aufstieg.[3] Auch in der 1950 als neuer Unterbau für die Oberliga eingeführten II. Division spielte Kassel stets in der Spitzengruppe mit und setzte sich zudem lokal entscheidend ab, denn Erzrivale CSC 03, der den Aufstieg in die Oberliga 1949 ebenfalls nur knapp verfehlt hatte, musste als Sechster der Qualifikationsrunde den Gang in die Drittklassigkeit antreten.

Mit dem Sprung in die neue II. Liga war auch ein personeller Umbruch verbunden. Zur vom Alt-Internationalen „Heini“ Weber geführten Fußballabteilung stießen eine Reihe von lokalen Nachwuchstalenten, die in den folgenden Jahren das Gesicht der Mannschaft prägten. Zur Saison 1952/53 kam mit dem ehemaligen Schalker Rudolf Gellesch ein renommierter Trainer hinzu, unter dem es nach fünf vergeblichen Anläufen auch zum Aufstieg reichte: Die „Löwen“ wurden Vizemeister der II. Liga Süd und stiegen gemeinsam mit Jahn Regensburg in die Oberliga auf. Einer der Spieler war in dieser Spielzeit Karl-Heinz „Gala“ Metzner, der am 28. Dezember 1952 sein Debüt in der deutschen Nationalmannschaft gab. Metzner gehörte später auch zum deutschen Aufgebot zur Weltmeisterschaft 1954, kam dort jedoch nicht zum Einsatz.

Obwohl die Mannschaft in der Oberliga gegen den Abstieg kämpfte, verzeichnete der KSV mit durchschnittlich 19.200 Besuchern im gerade erst fertiggestellten Auestadion einen der deutschlandweit höchsten Zuschauerdurchschnitte. Die Mannschaft um Torhüter Laue, Verteidiger Hutfles, Nationalspieler Metzner auf Halbrechts und Torjäger Hellwig (17 Saisontore) hatte von Beginn der Runde 1953/54 an Probleme, sportlich mitzuhalten. Trotz einzelner Überraschungsefolge wie einem 1:0 gegen die Frankfurter Eintracht oder einem 2:2-Unentschieden gegen den 1. FC Nürnberg spielte der KSV Hessen die ganze Saison über gegen den Abstieg und konnte den Klassenerhalt erst durch einen 5:1-Erfolg über Mitaufsteiger Regensburg am vorletzten Spieltag endgültig sichern. Schon im zweiten Oberligajahr folgte für die „Löwen“ der Abstieg. Bereits im Spätherbst hatte man nach acht Niederlagen in Folge den Anschluss verloren und musste schließlich am Saisonende als Vorletzter gemeinsam mit dem FC Bayern München den Gang in die Zweitklassigkeit antreten. Am 1. Mai 1955 verfolgten nur noch 3000 Zuschauer ein 1:1 gegen Schwaben Augsburg das für lange Zeit letzte Oberligaspiel im Auestadion.

Nachdem der direkte Wiederaufstieg verpasst wurde, rutschten die Löwen ins Mittelfeld der II. Liga Süd ab. In der Saison 1957/58 konnten die Hessen nur dank vier Siegen zum Saisonende den Absturz ins Amateurlager verhindern.[4] Nachdem zur Runde 1960/61 der Wiener Willibald Hahn das Training übernommen hatte, kehrte der KSV Hessen wieder zum Erfolg zurück. Am Ende der Spielzeit 1961/62 stand die Meisterschaft mit zwei Punkten Vorsprung auf die TSG Ulm 1846 und damit die Rückkehr ins Fußball-Oberhaus. Allerdings war die Saison 1962/63 zugleich die letzte der alten Oberliga, die durch die Bundesliga abgelöst werden sollte. Dafür hätte sich der KSV Hessen allenfalls als Meister qualifizieren können, denn in der Zwölfjahreswertung der Oberliga Süd rangierte der KSV aufgrund der langen Jahre der Zweitklassigkeit weit abgeschlagen. Immerhin wurde man als Aufsteiger Tabellenzehnter, die „Löwen“ mussten in der letzten Oberligasaison aber auch die höchste Heimniederlage der Vereinsgeschichte hinnehmen, als der 1. FC Nürnberg mit 9:0 im Auestadion gewinnen konnte.[5]

Weg in die Drittklassigkeit (1963 bis 1980)[Bearbeiten]

Nach Gründung der Bundesliga 1963 wurde der KSV in der Saison 1963/64 Meister der neuen zweiten Spielklasse, der Regionalliga Süd, woran Klaus-Peter Jendrosch, der mit 34 Treffern Torschützenkönig wurde, maßgeblichen Anteil hatte. Zum Auftakt der Aufstiegsrunde zur Bundesliga sahen 37.000 Zuschauer eine 1:2-Niederlage gegen Hannover 96 – bis heute das bestbesuchte Heimspiel der „Löwen“. Als Gruppenzweiter hinter Hannover verpasste der KSV den Aufstieg. Torjäger Jendrosch wurde nach Saisonende vom Bundesligisten Karlsruher SC verpflichtet, und ohne seine Tore rutschten die Kasseler ins Mittelmaß der Regionalliga ab, aus dem sie sich in den darauf folgenden Jahren nicht befreien konnten. Immerhin sorgten einige Spiele im DFB-Pokal vorübergehend für Stimmung im Auestadion, im Januar 1965 war der Hamburger SV zu Gast (0:2), und am Silvestertag 1966 sorgten die „Löwen“ in der Qualifikation zur Hauptrunde mit einem 6:2 über den Bundesligisten Eintracht Frankfurt für eine Sensation. In der ersten Hauptrunde schied der KSV erst nach Verlängerung im Wiederholungsspiel bei Werder Bremen aus.[6]

Ab Ende der 1960er Jahre wurden unter Heinz Baas in der Vorrunde der Saison 1969/70 im Auestadion 17:1 Punkte erkämpft und der Zuschauerschnitt verdoppelt. In der Spielzeit 1970/71 spielte der KSV lange Zeit um einen der beiden ersten Plätze mit, lief jedoch als Dritter ins Ziel. Im DFB-Pokal zwangen die „Löwen“ den FC Bayern München in ein Wiederholungsspiel, welches mit 0:3 verloren wurde. In der Saison 1973/74 ging es um die Qualifikation für die neu eingeführte 2. Bundesliga. Der DFB vergab die Plätze anhand einer „Fünfjahreswertung“, der Regionalliga Süd wurden 13 Plätze zugesprochen. In der Rangliste belegten die Kasseler den neunten Rang. Der DFB legte jedoch fest, dass die Mannschaften, die einen der drei letzten Plätze in der Regionalligasaison 1973/74 belegen, unabhängig von der erreichten 5-Jahres-Punktzahl nicht zur 2. Bundesliga zugelassen werden.[7] Der KSV wurde Drittletzter, verpasste damit die 2. Bundesliga Süd und musste fortan in der Amateurliga Hessen antreten.

Im Amateurlager gehörten die „Löwen“ zwar trotz eines großen personellen Aderlasses von Beginn an zu den Spitzenmannschaften der Hessenliga, verpassten aber mehrfach knapp die angestrebte Rückkehr in die Zweitklassigkeit. Die Saison 1978/79, in der sich der KSV Hessen mit Rückkehrer Gerd Grau sowie Klaus Zaczyk prominent verstärkt hatte, bot ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem VfR Oli Bürstadt. Obwohl die Löwen mit Helmut Hampl (38 Treffer) den Torschützenkönig stellten, konnte Bürstadt die Meisterschaft für sich entscheiden. Ein Jahr später war der KSV erfolgreicher, sicherte sich unter Trainer Rudi Kröner mit vier Punkten Vorsprung auf den Lokalrivalen und Zweitligaabsteiger KSV Baunatal die Meisterschaft und stieg in die 2. Bundesliga Süd auf. Darüber hinaus nahmen die Kasseler an der Deutschen Amateurmeisterschaft teil. Nach zwei Siegen über den Berliner FC Preussen traf der KSV im Halbfinale auf die Amateure des VfB Stuttgart. Einer 1:3-Heimniederlage folgte eine 0:11 Niederlage in Stuttgart, die höchste in der Geschichte des Wettbewerbs.

Verpasste Bundesliga (1980 bis 1987)[Bearbeiten]

Nach dem Aufstieg in die 2. Bundesliga stand der Verein vor einer schwierigen Saison 1980/81. Die bislang zweigleisige Liga sollte ab 1981 eingleisig fortgeführt werden. Hierfür wurde eine Dreijahreswertung aufgestellt. Die vier Erstplatzierten qualifizierten sich automatisch für die eingleisige 2. Bundesliga.[8] Die von Rudi Kröner trainierte Mannschaft führte sogar die Tabelle an. In der Rückrunde war der KSV immer unter den ersten vier zu finden. Durch einen 1:0-Sieg über den FSV Frankfurt konnten die Kasseler nicht mehr von Rang vier verdrängt werden. Wäre Kassel Fünfter geworden, hätte dies den Abstieg bedeutet.

Auf einen achten Platz in der ersten Spielzeit der eingleisigen 2. Bundesliga löste Timo Konietzka den nach Kaiserslautern gewechselten Kröner ab. Er formte die Mannschaft um Torjäger Heinz Traser, Uwe Pallacks, Volker Münn und Rückkehrer Holger Brück. Es folgten vier Jahre, in denen die „Löwen“ bis zum letzten Spieltag Chancen auf den Aufstieg in die Bundesliga hatten, aber diese jedes Mal vergaben. In der Saison 1982/83 hatte die Mannschaft vor dem letzten Spieltag einen Punkt Rückstand auf Bayer Uerdingen, verlor jedoch dann bei den Stuttgarter Kickers mit 1:5. Jörg Berger übernahm in der nächsten Spielzeit das Traineramt. Der zur Relegation berechtigende dritte Platz wurde verpasst, da der vor dem letzten Spieltag mit zwei Punkten vor dem KSV stehende MSV Duisburg sein Spiel gewann.

Am 34. Spieltag der Saison 1984/85 übernahmen die Kasseler die Tabellenführung. Danach verlor die Mannschaft mit 2:1 in Bürstadt und trennte sich daraufhin mit 1:1 von Hertha BSC. Dennoch wurden aus den letzten beiden Spielen nur noch zwei Punkte für den Aufstieg benötigt. Nach dem 2:2 vor 23.000 Zuschauern im Auestadion gegen Hannover 96 am vorletzten Spieltag waren die Kasseler vor der Begegnung beim 1. FC Nürnberg noch Tabellenführer. Nürnberg gewann das „Endspiel“ um die Meisterschaft mit 2:0 und stieg in die Bundesliga auf. Da die unmittelbaren Konkurrenten Hannover 96 und 1. FC Saarbrücken ihre Spiele gewannen, rutschten die „Löwen“ auf den vierten Platz ab.[9]

Nach drei verpassten Aufstiegen in Folge machte sich in Kassel Enttäuschung breit. Die auf ausdrücklichen Wunsch des Vorstandes stark verjüngte Mannschaft konnte in der Vorrunde der Spielzeit 1985/86 zwar den Kontakt zur Spitzengruppe halten, rutschte aber zu deren Ende ins Mittelfeld ab. In der Winterpause wurde Jörg Berger durch Ex-Coach Rudi Kröner ersetzt, der den KSV 1981 in die „Eingleisige“ geführt hatte, und von dem man sich nun attraktiveren und erfolgreicheren Fußball erhoffte. Der KSV kämpfte sich zwar in der Rückrunde wieder heran, doch die Chance auf den Relegationsplatz wurde erneut auf der Saisonzielgeraden verspielt. Einem 1:1 gegen Blau-Weiß 90 Berlin folgte eine 1:0-Niederlage bei der SpVgg Bayreuth. Nach der Saison musste der Verein aus finanziellen Gründen – der angestrebte Zuschauerschnitt von 8000 war mit durchschnittlich 5411 Besuchern weit verfehlt worden – Leistungsträger wie Peter Cestonaro und Dirk Bakalorz verkaufen.

Während der Spielzeit 1986/87 belegte die Mannschaft durchgängig einen Abstiegsplatz. Als Vorletzter musste der KSV in die Oberliga zurückkehren. Der bekannte Fußballautor Hardy Grüne bezeichnete die Entwicklung des KSV Hessen Kassel in dieser Zeit als eines der tragischsten Kapitel in der Geschichte der 2. Bundesliga.[10]

Niedergang und zwei Konkurse (1987 bis 1998)[Bearbeiten]

Mit fünf Punkten Rückstand auf Viktoria Aschaffenburg wurden die „Löwen“ 1988 Vizemeister der Oberliga Hessen. Bei der Amateurmeisterschaft schied der KSV im Halbfinale im Elfmeterschießen gegen den späteren Sieger Eintracht Trier aus. Ein Jahr später folgte die Meisterschaft, an der die Torjäger Dieter Hecking und Lothar Sippel mit je 23 Treffern großen Anteil hatten.[11] Am vorletzten Spieltag der Aufstiegsrunde schaffte die Mannschaft durch ein 6:2 gegen die SpVgg Unterhaching die Rückkehr in die 2. Bundesliga. Hier gewannen am letzten Spieltag die Löwen mit 2:0 gegen Hertha BSC. Die Konkurrenten VfL Osnabrück (3:1 gegen Schalke 04) und Darmstadt 98 (0:0 bei Wattenscheid 09) konnten ebenfalls punkten, so dass alle drei Mannschaften punktgleich waren. Da die „Löwen“ das schlechteste Torverhältnis hatten musste der KSV wieder absteigen.

Der sportliche Verlauf der Saison 1990/91 war erfolgreicher. Im DFB-Pokalwettbewerb schied man erst im Viertelfinale gegen die späteren Pokalsieger des SV Werder Bremen aus und in der Oberliga konnte die dritte Meisterschaft gefeiert werden. Wegen der Eingliederung der Vereine aus den Neuen Bundesländern gab es anstatt der bislang üblichen vier nur zwei Aufsteiger aus den westdeutschen Oberligen. Die „Löwen“ hätten ihre Gruppen gewinnen müssen, um aufzusteigen. Am vorletzten Spieltag trafen die Kasseler auf den TSV 1860 München. Durch zwei Tore der Münchener in den letzten zehn Minuten fiel die Vorentscheidung zu Gunsten der Bayern, die sich den Aufstieg nicht mehr nehmen ließen.

Zwar konnte sich der Verein sportlich weiterhin in der Spitzengruppe der Oberliga halten, jedoch wurden die finanziellen Probleme immer größer. Am 21. Juli 1993 wurde die Fußballabteilung als FC Hessen Kassel ausgegliedert. Der Hauptverein mit seinen 23 Amateurabteilungen ging mit einer Schuldenlast von 2,5 Millionen Mark in Konkurs.[12]

Der neue Verein FC Hessen Kassel durfte in der Oberliga Hessen weiterspielen und schaffte in der Saison 1993/94 die Qualifikation für die neue Regionalliga Süd. Dort belegte die Mannschaft stets Platzierungen in der unteren Tabellenhälfte. Durch finanzielle Probleme mussten Spieler und Vereinsmitarbeiter teilweise monatelang auf die Zahlung ihrer Gehälter warten. Die Geschäftsstelle des FC Hessen wurde im Herbst 1994 zwangsgeräumt. Bereits im Winter 1995 drohte die Zahlungsunfähigkeit. Trotzdem verpflichtete der Verein im Rahmen einer Kooperation mit Arminia Bielefeld Ex-Profis wie Armin Eck oder Peter Quallo. Für das Leihgeschäft musste der FC Hessen etwa 2,5 Millionen Mark bezahlen.[12]

Am 24. November 1997 musste der mit 1,8 Millionen Mark verschuldete FC Hessen Kassel beim Amtsgericht Kassel Konkurs beantragen, das vom Gericht mangels Masse abgelehnt wurde. Das letzte Spiel des FC Hessen fand am 13. Dezember 1997 gegen die Amateure des Karlsruher SC statt. 800 Zuschauer sahen ein 2:2-Unentschieden. Der FC Hessen Kassel wurde auf der Mitgliederversammlung am 27. Januar 1998 aufgelöst.[13]

Neuanfang (1998 bis 2006)[Bearbeiten]

Unter dem Vorsitz des Ex-Spielers Holger Brück wurde am 3. Februar 1998[14] mit dem Kurhessischen Sportverein Hessen Kassel ein Nachfolgeverein als reiner Fußballverein gegründet. Dank eines Amtsgerichtsentscheids darf sich der Verein seit April 1998[14] wieder Kasseler Sportverein Hessen Kassel (KSV Hessen Kassel) nennen, und nimmt als solcher den Vereins- und Spielbetrieb auf.

Die erste Mannschaft wurde für die Saison 1998/99 in die achtklassige Kreisliga A, Kassel (Gruppe 2) eingestuft. Die aus Ex-Profis und Talenten aus der Region zusammengestellte Mannschaft dominierte die Liga und wurde ungeschlagen Meister. Höhepunkt war der höchste Sieg der Vereinsgeschichte, ein 19:1 gegen TSV Wolfsanger II. Auch in der folgenden Bezirksligasaison blieben die „Löwen“ ungeschlagen. Die erste Niederlage des neuen Vereins datiert vom 1. Oktober 2000, als der KSV mit 0:1 gegen TuSpo Grebenstein verlor.[15]

Zwei weitere Aufstiege brachten den neuen KSV Hessen 2002 in die Oberliga Hessen. Ein fünfter Aufstieg wurde knapp verpasst, nachdem die „Löwen“ mit fünf Punkten Rückstand auf den 1. FC Eschborn Vizemeister wurde. Auch in der folgenden Spielzeit 2003/04 reichte es nur zu Platz zwei. Monatelang kam es zu einem Kopf-an-Kopf-Rennen mit Darmstadt 98, das mit vier Punkten Vorsprung zu Gunsten der Südhessen ausging. In der Saison 2004/05 geriet die Mannschaft nach neun sieglosen Spielen in Folge noch in Abstiegsgefahr. In der Saison 2005/06 gelang schließlich der Aufstieg in die Regionalliga. Vom zweiten Spieltag an war der FSV Frankfurt Spitzenreiter der Oberliga, vergab in der Rückrunde zahlreiche Punkte. Der KSV rückte durch zehn Siege in Folge immer dichter an den FSV heran, der vor dem letzten Spieltag drei Punkte Vorsprung, allerdings das um ein Tor schlechtere Torverhältnis aufwies. Am letzten Spieltag kam es in Frankfurt zum direkten Duell. Vor 8000 Zuschauern, davon etwa 3000 aus Kassel, gewann der KSV mit 1:0. Großen Anteil am Erfolg hatten der Torschütze Thorsten Bauer und der Torwart Oliver Adler.[16]

Gegenwart (seit 2006)[Bearbeiten]

Der angestrebte Klassenerhalt wurde in der Saison 2006/07 bereits am drittletzten Spieltag durch einen 2:1-Sieg über die Stuttgarter Kickers erreicht. Mit einem Schnitt von 4838 konnte der KSV die meisten Zuschauer der Regionalliga Süd begrüßen.[17]

Zur Saison 2008/09 führte der DFB die 3. Liga ein. Um sich für diese zu qualifizieren musste mindestens der zehnte Platz in der Saison 2007/08 erreicht werden. In der Rückrunde gelangen den „Löwen“ nur drei Siege. Mirko Dickhaut übernahm das Traineramt von Matthias Hamann, konnte das Team aber nur auf Platz 14 führen. Thorsten Bauer wurde mit 19 Toren Torschützenkönig der Liga.

In der Saison 2008/09 spielte der KSV in der nunmehr viertklassigen Regionalliga Süd. Die Mannschaft führte während der Rückrunde die Tabelle an, dann folgten Niederlagen beim SC Pfullendorf und gegen TSV 1860 München II. Die „Löwen“ wurden Vizemeister mit einem Punkt Rückstand auf den 1. FC Heidenheim. Thorsten Bauer wurde mit 32 Toren abermals Torschützenkönig.[18] Ein Jahr später reichte es nur zu Platz vier in der Liga, dafür erreichte das Team erstmals seit der Neugründung das Finale des Hessenpokals, welches mit 1:2 gegen Kickers Offenbach in Fulda verloren ging.

Auch in der Spielzeit 2010/11 wurde der Aufstieg als Dritter verpasst. Nachdem die Mannschaft Herbstmeister wurde und monatelang die Tabelle anführte verlor der KSV im Spitzenspiel bei Darmstadt 98 nach 2:0-Führung noch mit 2:3. Erneut erreichten die „Löwen“ das Hessenpokalfinale, welches gegen den SV Wehen Wiesbaden mit 0:3 verloren wurde. Da Wehen sich als Vierter der 3. Liga für den DFB-Pokal qualifizierte, rückte der KSV nach. Gegen Fortuna Düsseldorf gab es in der ersten Pokalrunde 2011/12 eine 0:3-Niederlage. Mit einem Rumpfkader bei gleichzeitig aus dem Kader genommenen älteren Spielern mit Vertrag (Bauer, Koitka, Zepek) startete man in die Ligaspiele 2011/12. VW verlängerte den Vertrag als Hauptsponsor und SMA konnte als weiterer Co-Sponsor gewonnen werden.

Zur Saison 2012/13 wurde der KSV in die neu geschaffene Regionalliga Südwest eingruppiert. Hier sicherten sich die Hessen die Meisterschaft und trafen in den Aufstiegsspielen zur 3. Liga auf den Meister der Regionalliga Nord Holstein Kiel. Nach zwei Niederlagen (0:2 und 1:2) wurde der Aufstieg aber verpasst.

Erfolge[Bearbeiten]

Der KSV Hessen spielte drei Jahre in der höchsten Spielklasse (1953-1955, 1962/1963) und 29 Jahre in der zweithöchsten Spielklasse (1949-1953, 1955-1962, 1963-1974, 1980-1987, 1989-1990). In der ewigen Tabelle der 2. Bundesliga belegt der KSV Hessen den 32. Platz. Der KSV Hessen stellte in den Spielzeiten 1963/64 (Klaus-Peter Jendrosch, 34 Tore) sowie 2007/08 und 2008/09 (Thorsten Bauer, 19 bzw. 32 Tore) den Torschützenkönig der Regionalliga Süd.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Kader für die Saison 2013/14[Bearbeiten]

Nr. Name Nat. geboren im Verein seit letzter Verein
Torwart
1 Raphael Koczor PolePole 17. Jan. 1989 2014 FC Viktoria Köln (Leihe)
12 Tobias Schlöffel DeutscherDeutscher 23. Mai 1993 2012 SC Paderborn II
23 Sven Hoffmeister DeutscherDeutscher 13. Okt. 1970 2010 SV Sandhausen
Abwehr
3 Steffen Dieck DeutscherDeutscher 24. Jan. 1993 2012 VfL Wolfsburg A-Jugend
4 Matthias Rahn DeutscherDeutscher 17. Mai 1990 2012 FC Rot-Weiß Erfurt
5 Stefan Müller DeutscherDeutscher 9. Nov. 1988 2012 Karlsruher SC
14 Maximilian Sauer DeutscherDeutscher 15. Mai 1994 2013 VfL Wolfsburg A-Jugend
17 William Wachowski DeutscherDeutscher 4. Apr. 1993 2013 FC St. Pauli U23
18 Adli Lachheb TunesierTunesier 22. Jul. 1987 2014 Hallescher FC
27 Henrik Giese DeutscherDeutscher 25. Mär. 1989 2014 FC Viktoria Köln
Mittelfeld
6 Tobias Becker DeutscherDeutscher 30. Apr. 1986 2012 1. FC Magdeburg
8 Enrico Gaede DeutscherDeutscher 31. Jan. 1982 2008 Sportfreunde Siegen
19 Marcel Andrijanić Bosnisch-herzegowinischerBosnisch-herzegowinischer 10. Okt. 1992 2013 FC St. Pauli U23
20 Gabriel Gallus DeutscherDeutscher 6. Feb. 1989 2012 SC Freiburg II
21 Jonas Marz DeutscherDeutscher 13. Mai 1989 2012 vereinslos/VfR Aalen
24 Moritz Meuser DeutscherDeutscher 13. Mär. 1992 2012(?) eigene 2. Mannschaft
25 Marco Dawid DeutscherDeutscher 27. Jul. 1994 2011(?) eigene 2. Mannschaft
28 Florian Nagel DeutscherDeutscher 15. Jul. 1993 2013 Werder Bremen II
Angriff
7 Sebastian Schmeer DeutscherDeutscher 19. Jan. 1987 2012 KSV Baunatal
9 Andreas Mayer DeutscherDeutscher 15. Dez. 1980 2010 SSV Ulm 1846
11 Ingmar Merle DeutscherDeutscher 13. Mär. 1990 2012 1. FC Schwalmstadt
13 Christopher Kullmann DeutscherDeutscher 1986-09-19 2014 FC 08 Homburg
22 Tobias Damm DeutscherDeutscher 30. Okt. 1983 2010 Wuppertaler SV
26 Christian Henel DeutscherDeutscher 28. Jan. 1988 2012 vereinslos/Wormatia Worms
29 Morike Sako FranzoseFranzose 17. Nov. 1981 2013 vereinslos/Arminia Bielefeld
34 Yeon-Woong Jung KoreanerKoreaner 1992-08-31 2014 Daejeon Citizen

U23- bzw. A-Jugend-Spieler sind markiert; Andrijanic ist vom Alter her U23-Spieler, aber nicht für eine DFB-Nationalmannschaft spielberechtigt. Weiterhin kam Felix Schäfer von der A-Jugend zum Einsatz. Carsten Nulle spielte bis zur Winterpause 2013/14 für den KSV Hessen Kassel.

Ehemalige Spieler[Bearbeiten]

Der Verein stellte im Laufe seiner Geschichte mehrere Nationalspieler. Karl-Heinz Metzner spielte zwei Mal für die deutsche Nationalelf. Weitere Nationalspieler während ihrer Zeit in Kassel waren der Afghane Harez Habib, der Schwede Mats Nordgren und der Finne Tommi-Björn Paavola.[19]

In dieser Tabelle werden alle Spieler berücksichtigt, die entweder mehr als 100 Spiele für den KSV bzw. FC Hessen Kassel absolviert oder mehr als 50 Tore für den Verein erzielt haben.[20][21] Die erste Zahl in Klammern nennt die Anzahl der Spiele, die zweite Zahl die Anzahl der erzielten Tore.

Ehemalige Trainer[Bearbeiten]

Weitere Mannschaften[Bearbeiten]

Die zweite Männermannschaft des KSV spielt seit dem Abstieg im Jahre 2009 in der sechstklassigen Verbandsliga Nord. Insgesamt elf Jahre spielte die Mannschaft in der höchsten hessischen Spielklasse. Am erfolgreichsten zwar das Team in der Saison 1967/68, als die Mannschaft als Aufsteiger auf Anhieb Vizemeister hinter Rot-Weiss Frankfurt wurde. Bei der Deutschen Amateurmeisterschaft schieden die KSV-Amateure gegen die Amateure des 1. FC Köln bereits im Achtelfinale aus.[23]

Im Nachwuchsbereich spielt die U-19 in der zweitklassigen Hessenliga. Die U-17, U-15 und U-13 treten in der jeweils drittklassigen Gruppenliga an. Die Frauenmannschaft des KSV Hessen schaffte im Jahre 2011 den Aufstieg in die viertklassige Hessenliga. Dazu kommen drei Mädchenmannschaften.

Stadion[Bearbeiten]

Die Nordtribüne des Auestadions

Heimspielstätte des Vereins bzw. seiner Vorgänger ist seit 1953 das Auestadion mit einer heutigen Kapazität von 18.737 Plätzen, davon etwa 8.700 Sitzplätze. Das Stadion wurde aus Kriegstrümmern errichtet. Am 23. August 1953 wurde das Stadion mit einem Spiel gegen Viktoria Aschaffenburg eröffnet. Das Stadion wurde seitdem mehrfach renoviert. Zuletzt wurde im Jahre 2010 die Haupttribüne neu erbaut.

Der Zuschauerrekord wurde am 6. Juni 1964 aufgestellt, als 37.000 Zuschauer das Aufstiegsrundenspiel zur Bundesliga gegen Hannover 96 sahen. Die höchste Zuschauerzahl bei einem Spiel des „neuen“ KSV Hessen wurde am 2. Mai 2008 erreicht, als 17.200 Zuschauer beim Spiel gegen Bayern München II die Premiere der neuen Flutlichtanlage beiwohnten.

Vor der Fertigstellung des Auestadions spielte der KSV Hessen auf dem A-Platz. Die im Jahre 1922 als Kurhessen-Sportplatz oder Kurhessensportanlage eingeweihte Spielstätte wurde schon vom Vorgängerverein SV Kurhessen Kassel genutzt und bot bis zu 16.000 Zuschauern Platz. Nach der Fertigstellung des Auestadions wurde der A-Platz abgerissen. Von 1998 bis 2001 spielte der KSV Hessen auf dem G-Platz in unmittelbarer Nähe des Auestadions. Der 2000 Zuschauer fassende Sportplatz wurde im Volksmund liebevoll als „Löwenkäfig“ bezeichnet.[10]

Ehemalige andere KSV-Sportarten[Bearbeiten]

Leichtathletik[Bearbeiten]

Die bis 1993 bestehende Leichtathletikabteilung des Vereins war eines der Leistungszentren in Hessen, und auch auf nationaler Ebene stellte der Verein herausragende Athleten wie z.B.:[24]

Badminton[Bearbeiten]

Im Badminton konnte der KSV mehrere südwestdeutsche und hessische Meistertitel in den Einzeldisziplinen erringen. Herausragende Athletin war dabei Maren Schröder, die 13 hessische und drei südwestdeutsche Titel gewann. Weitere Hessenmeister aus dem Verein waren Anke Jaskolla und Ulrich Schaper.

Tennis[Bearbeiten]

Im Jahr 1978 wurde innerhalb des KSV Hessen Kassel eine Sparte für Tennis gegründet. Das Tennisgelände mit ursprünglich drei später vier Tennisplätzen (Sand) entstand ein paar Hundert Meter südlich des Auestadions – etwa am Südrand der Karlsaue an der Damaschkestraße. Nachdem der Hauptverein KSV Hessen Kassel 1993 in Konkurs ging und als reiner Fußballverein unter dem Namen FC Hessen Kassel seine Fortsetzung fand, wurde die Tennissparte ausgegliedert und als selbstständiger Verein mit Namen Tennis-Club-Auepark Kassel e.V. (TC-Auepark Kassel e.V.) neu gegründet, wobei viele Mitglieder direkt in den neuen Verein wechselten.[27]

Tischtennis[Bearbeiten]

Die Tischtennisabteilung wurde 1936 gegründet. Es war die erste Tischtennisabteilung in einem Kasseler Sportverein. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Abteilung am 17. November 1945 neu gegründet. Sie gehörte zu den führenden Vereinen in Nordhessen.[28]

Vor allem die Damen waren beim KSV Hessen Kassel erfolgreich. Bereits 1967 gelang der Aufstieg in die Oberliga Südwest. Als im Folgejahr die beiden Oberliga-Staffeln im Südwesten zu einer Staffel zusammengelegt wurden, verpassten die Nordhessinnen jedoch die Qualifikation für die neue Klasse. Bereits 1969 gelang jedoch der erneute Aufstieg in die Oberliga Südwest. Doch auch diesmal war die Zugehörigkeit zum Oberhaus (eine Damen-Bundesliga wurde erst 1972 eingeführt) nur von kurzer Dauer, denn bereits 1971 folgte der erneute Abstieg. Nach acht Jahren in unteren Klassen gelang Hessen Kassel 1979 die erneute Rückkehr in die höchste Südwestwestklasse, die nunmehr Regionalliga Südwest hieß. Als diese 1981 in Zweite Bundesliga umbenannt wurde, hatte sich das Team bereits etabliert und konnte sich mit Unterbrechungen (Abstieg 1982) bis Ende der 1980er Jahre dort halten.

1993 verliess die Tischtennisabteilung den Verein und gründete den neuen Verein TTC Kassel, der zwei Jahre lang in der Ersten Bundesliga spielte. Der 1998 neugegründete KSV Hessen Kassel verfügt über keine Tischtennis-Abteilung mehr.

Literatur[Bearbeiten]

  • Horst Biese u. a.: KSV Hessen Kassel. Die Legende lebt. Kassel 2000
  • Horst Biese, Herbert Peiler: Flanken, Tore und Paraden. 100 Jahre Fussball in Kassel. Agon Sportverlag, Kassel 1993, ISBN 3-928562-37-1
  • Kasseler Sportverein Hessen e. V. 40 Jahre. 1945-1985 (Festschrift). Kasseler Sportverein Hessen e. V. (Hrsg.), Kassel 1985, ohne ISBN
  • Hardy Grüne: Legendäre Fußballvereine. Hessen. Agon Sportverlag, Kassel 2005, ISBN 3-89784-244-0, S. 34–41

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Satzung des KSV Hessen. KSV Hessen Kassel, S. Deckblatt und 3, abgerufen am 3. Juni 2013 (PDF; 477 kB, deutsch).
  2. a b Kapazität des Auestadions, laut HNA-Artikel Sanierung ist beendet: ...Auestadion... vom 23. Oktober 2010 (KSV-Homepage)
  3. ksvhessenkassel.de: Aufstiegsrunde zur Oberliga Süd 1949
  4. ksvhessenkassel.de: 2. Liga Süd, Saison 1957/58
  5. ksvhessenkasse.de: Rekordergebnisse
  6. ksvhessenkassel.de: DFB-Pokal, Saison 1966/67
  7.  Hardy Grüne: Bundesliga & Co. 1963 bis 1997. Enzyklopädie des deutschen Ligafußballs – Band 2. AGON Sportverlag, Kassel 1997, ISBN 3-89609-113-1, S. 81.
  8.  Hardy Grüne: Bundesliga & Co. 1963 bis 1997. Enzyklopädie des deutschen Ligafußballs – Band 2. AGON Sportverlag, Kassel 1997, ISBN 3-89609-113-1, S. 135.
  9. fussballdaten.de: 2. Bundesliga 1984/85
  10. a b  Hardy Grüne, Christian Karn: Das große Buch der deutschen Fußballvereine. AGON-Sportverlag, Kassel 2009, ISBN 978-3-89784-362-2, S. 257.
  11. ksvhessenkassel.de: Kaderstatistik Oberliga Hessen, Saison 1988/89
  12. a b ksvhessenkassel.de: Wie man einen Sportverein ruiniert
  13. ksvhessenkassel.de: Der FC Hessen existiert nicht mehr, der alte KSV soll folgen
  14. a b Löwen-Historie, laut ksvhessen.com
  15. ksvhessenkassel.de: Im 67. Spiel hat es die Löwen erwischt
  16. ksvhessenkassel.de: Zittersieg mit Happy End
  17. ksvhessenkassel.de: Zuschauertabelle Regionalliga Süd, Saison 2006/07
  18. kicker.de: Trauriges Jubiläum für Bauer
  19. ksvhessenkassel.de: Spieler und Ex-Spieler des KSV Hessen Kassel mit Einsätzen in der Nationalmannschaft
  20. ksvhessenkassel.de: Alle Spieler (ab 100 Spiele)
  21. ksvhessenkassel.de: Alle Torschützen (ab 30 Tore)
  22. Uwe Wolf wird Löwen-Trainer. Internetpräsenz KSV Hessen Kassel, 10. Dezember 2011, abgerufen am 18. Januar 2012.; http://www.dasbesteausnordhessen.de/news.php?id=8781, 7. Juni 2013: Löwen präsentieren in den nächsten Tagen einen neuen Trainer.
  23. rsssf.com: AMATEUR CHAMPIONSHIP WEST-GERMANY '67-'68
  24. Erwähnt sind hier nur Erfolge im Trikot des KSV.
  25. http://archive.is/1aNvt
  26. http://www.sports-reference.com/olympics/athletes/sc/irmgard-schmelzer-1.html
  27. TC-Auepark Kassel e. V., Homepage
  28. H.B.: 30 Jahre Tischtennis in Kassel – KSV Hessen Kassel feiert Jubiläum, Zeitschrift DTS, 1966/9 S. 36