Rjukanbanen

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Mæl–Rjukan
Streckenlänge: 16 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Stromsystem: 15 kV, 16,7 Hz ~
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Vemork
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Rjukan Salpeterfabrik
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15,95 Rjukan 303 moh.
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15,23 Såem (242 m)
   
14,44 Måna
   
13,81 Ingolfsland
   
13,35 Tveito (1953)
   
12,60 Bjørkhaug (1953)
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Svadde
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10,37
   
10,34 Mår kraftverkskanal (11 m)
   
10,12 Øverland
   
6,50 Skeie (1953)
   
4,44 Miland
   
4,25 Måna
   
2,39 Kanal (ca. 18 m)
   
1,10 Buslåtten (1953)
   
0,70 Rollagåna (11 m)
   
0,39 Mæl
   
nach Tinnoset an der Tinnosbane

Rjukanbanen (RjB) ist eine ehemalige elektrifizierte Industriebahn in Südnorwegen (Provinz Telemark). Sie führt von Rjukan nach Mæl und von dort via Trajekt über den Tinnsjø (norw. „See bei Tinn) nach Tinnoset, wo Anschluss an das Netz der Staatsbahn besteht. Die Bahn wurde von 1908 bis 1991 betrieben. Danach bestand noch bis etwa 2000 ein Museumsbahnbetrieb. Bahnanlagen und Fahrzeuge sind größtenteils noch vorhanden (Stand: 2006).

Strecke[Bearbeiten]

Stationen und Haltestellen[Bearbeiten]

Die Bahn führt von Rjukan und dort vom Chemie- und Wasserkraftwerk der Norsk Hydro bei Vemork über 16 km bis nach Mæl am Tinnsjø. Von hier aus verkehrte die Eisenbahnfähre 30 km südlich bis nach Tinnoset. In Tinnoset stellt die Tinnosbane, eine nicht mehr planmäßig befahrene Strecke der Staatsbahn, die Verbindung zum übrigen Streckennetz her. Das Stück von Vemork nach Rjukan ist nicht elektrifiziert, die Strecke von Rjukan nach Mæl wurde mit 15 kV/16,7 Hz betrieben. Den erforderlichen Strom lieferte ebenfalls das Kraftwerk in Vermok.

Historie[Bearbeiten]

Die Bahnstrecke wurde 1909 in Betrieb genommen und ab 1911 elektrisch betrieben. Sie diente nach dem Bau des Kraftwerks in Vemork den Transportaufgaben für das mit dem Kraftwerk verbundenen Chemiewerk. Norsk Hydro stellte vor allem Kunstdünger her. Im Zweiten Weltkrieg war das Werk stark umkämpft, weil dort das für den Bau einer Atombombe benötigte schwere Wasser produziert werden konnte. Näheres zu diesem Teil der Geschichte im Artikel über den Ort Rjukan.

Hauptartikel: Rjukan

Neben dem Güterverkehr wurde Personenverkehr betrieben. In den 1930er Jahren gab es eine direkte Schlafwagenverbindung nach Oslo. Der Personenverkehr auf der Strecke wurde 1970 eingestellt, der auf den Fähren 1985. 1991 wurde der Güterverkehr eingestellt, da ein Teil der Produktion nach Porsgrunn verlagert und zudem eine neue Straßenverbindung an der Westseite des Tinnsjø hergestellt worden war. Anschließend gab es bis etwa 2000 noch einen Museumsbahnbetrieb, ausgeführt von der Stiftung Rjukanbanen. Seither verrotteten die Anlagen zunehmend. Der Fahrdraht hängt noch, ein Teilstrecke kann im Sommer mit Draisinen befahren werden.

Die Bahn war vor der Liberalisierung des Eisenbahnverkehrs die letzte Privatbahn Norwegens. Sie hatte die inzwischen neu vergebene UIC-Mitgliedsnummer: „65 RjB“

Fähren[Bearbeiten]

Nach einigen kleineren Schiffen wurden ab 1929 die Dampffährschiffe Hydro und Ammonia eingesetzt. D/F Hydro wurde 1944 bei Kriegshandlungen versenkt, sie liegt in 430 m Tiefe. 1956 wurde die Motorfähre Storegut in Betrieb genommen, die D/F Ammonia blieb aber als Reserveschiff betriebsbereit. Es heißt, M/F Storegut sei das größte Binnenschiff Skandinaviens, D/F Ammonia die letzte noch existierende dampfbetriebene Eisenbahnfähre der Welt. Die beiden Fähren werden heute als Abstellplatz für das ehemalige Rollmaterial der RjB genutzt. Die Storegut liegt in Tinnoset, die Ammonia in Mæl (Stand: 2006).

Bahnfahrzeuge[Bearbeiten]

Zuletzt waren auf der Rjukanbanen die 1958 von Jung/Sécheron gebauten E-Loks Nr. 9 und 10 im Einsatz. Dazu kamen drei Henschel-Dieselloks vom Typ DHG 500 (Baujahr 1961) für den Rangierdienst und das nicht-elektrifizierte Verbindungsstück Vemork–Rjukan. Die Stiftung Rjukanbanen besitzt die Loks 9 und 10 sowie die Henschelloks 20 und 22. Lok 24, die ehemalige Skd 213 65 ist ebenso vorhanden. Daneben haben sich weitere historische Fahrzeuge der NSB angesammelt, so El 9 2064 und etliche Triebwagen, Mittelwagen und Steuerwagen der Baureihen BM 67 und BM 68. Des Weiteren sind mehrere Güterwagen, Material- und Arbeitswagen vorhanden (Stand: 2006).

Aktueller Zustand[Bearbeiten]

Für die Einstufung der gesamten Strecke als Weltkulturerbe wurde die M/F Storegut zu einer Untersuchung im Mai 2009 aus dem Wasser genommen. Die Bahnstrecke mit den Eisenbahnfähren sollten für einen Museumsbetrieb wieder aktiviert werden. Der norwegische Staat stellte für die Maßnahme über Riksantikvaren und Regierungsmitteln 6,5 Millionen Kronen zur Verfügung.[1] Ziel war es, das Schiff zum 100-jährigen Jubiläum der Bahn wieder in Betrieb zu nehmen.[2] Zum Jubiläum am 9. August 2009 verkehren Dampfsonderzüge und die Fähre, von der Regierung war Staatssekretär Robin Martin Kåss anwesend.[3]

Literatur[Bearbeiten]

  • Richard Latten, Vom Fehmarnsund zum Nordkap, Eisenbahn in Skandinavien Band 1, 1993, Verlag Schweers und Wall, ISBN 3-921679-85-0
  • Wolfgang alper: Schweres Wasser ... In: Eisenbahn Geschichte 37 (2009), S. 69–73.
  •  Jan Roger Birkelund, Norsk Jernbanemuseum (Hrsg.): Rjukanbanen 100 år. 2009, ISBN 978-82-92053-35-5.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Jarle Pedersen: Verdensarven dratt på land. ta.no, 18. Mai 2009, abgerufen am 28. September 2014 (norwegisch).
  2. Jarle Pedersen: Ønsker «Storegut» sjøsatt til jubileum. ta.no, 26. Januar 2009, abgerufen am 28. September 2014 (norwegisch).
  3. Rjukanbanen 100 år. In: Regjeringen Stoltenberg II. Dokumentarkiv, Olje- og energidepartementet, 10. August 2009, abgerufen am 28. September 2014 (norwegisch).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rjukanbanen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien