Hamar

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Hamar (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Karte
Wappen der Kommune Hamar
Hamar (Norwegen)
Hamar
Hamar
Basisdaten
Kommunennummer: 0403 (auf Statistik Norwegen)
Provinz (fylke): Hedmark
Verwaltungssitz: Hamar
Koordinaten: 60° 48′ N, 11° 4′ O60.79444444444411.068055555556130Koordinaten: 60° 48′ N, 11° 4′ O
Höhe: 130 moh.
Fläche: 351 km²
Einwohner:

29.643 (30. Jun. 2014)[1]

Bevölkerungsdichte: 84 Einwohner je km²
Sprachform: neutral
Postleitzahl: 2306
Webpräsenz:
Politik
Bürgermeister: Morten Aspeli (Ap) (2011)
Lage in der Provinz Hedmark
Lage der Kommune in der Provinz Hedmark

Die norwegische Stadt Hamar hat 29.643 Einwohner (Stand: 30. Juni 2014). Hamar ist Verwaltungszentrum der Provinz (Fylke) Hedmark. Sie liegt am Ostufer des Mjøsa-Sees, etwa 130 Kilometer nördlich von Oslo.

Geschichte[Bearbeiten]

Vorläufer war ein Machtzentrum bei Åker, am Knotenpunkt der wichtigen Nord-Süd-Verbindung von den Inlandsiedlungen zur Küste. Sie führte über den Mjøsa entlang den Flüssen Vorma und Glomma. Vom Mjøsa verlief außerdem der Verkehr in Richtung Schweden. Die Namen der umliegenden Höfe verweisen darauf, dass das Gebiet ein religiöser Mittelpunkt war. Hier wurde geopfert und hier traf man sich zum Thing. Außerdem spiegelt sich die Bedeutung der Stelle in zahlreichen Gräberfeldern und großen einzelnen Grabhügeln. Deren größter ist noch sechs Meter hoch und misst 60 Meter im Durchmesser.

Hamar wurde 1152 am Mjøsa als Bischofssitz gegründet. Sie war die einzige mittelalterliche Stadt in Norwegen außerhalb der Küstenregionen.

Bald folgten Domkirche, Kloster und Schule. 400 Jahre lang war Hamar eine der vier bis fünf zentralen Städte Norwegens. Der letzte katholische Bischof vor der Eroberung Hamars durch den dänischen Heerführer Truid Ulfstand 1537 war Mogens Lauritsson.

Reste der alten Domkirche im Schutzgebäude Domkirkeodden
Blick vom Mjøsa auf die Stadt
Der Bahnhof von Hamar

Im Jahr 1567 wurde die Domkirche vom Feldherrn des schwedischen König Erik, Johan Siggeson, zerstört. Daraufhin verließen die meisten Einwohner die Stadt. 1587 wurde der Markt auf königliche Anordnung geschlossen. Hamar verlor seinen Stadtstatus.

Doch im Jahre 1849 wurde die Stadt einer königlichen Resolution entsprechend als administratives und ökonomisches Zentrum wieder aufgebaut. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wuchs Hamar kräftig, nicht zuletzt auf Grund seiner starken Nahrungsmittelindustrie und der damit verbundenen Landwirtschaft.

1992 wurde die Kommune Vang eingemeindet. Seit Gründung der Hochschule Hedmark im Jahr 1994 ist Hamar eine Universitätsstadt.

Bevölkerungsentwicklung Hamar[2]
Jahr 1951 1961 1971 1981 1991 1992* 1995 2000 2005 2010
Einwohner 11.513 13.416 15.777 15.977 16.351 26.000 26.284 26.545 27.439 28.344

* nach Fusion mit der Kommune Vang

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Vikingskipet (Das „Wikingerschiff“)
Das Rathaus

Neben der für die Olympischen Winterspiele 1994 errichteten Olympischen Halle – wegen ihrer Form besser bekannt als das Wikingerschiff (Vikingskipet) – gibt es eine Reihe weiterer Sehenswürdigkeiten und Museen:

  • Das Hedmark Museum
  • Domkirkeodden mit den Ruinen des mittelalterlichen Doms
  • Neue Domkirche
  • Norsk Jernbanemuseum Hamar
  • Hedmark Museum und die Ruinen der Domkirche
  • Das Auswanderungsmuseum (Norsk Utvandringsmuseum) über die Geschichte der Auswanderung nach Nordamerika
  • DS Skibladner, der älteste noch betriebene Raddampfer der Welt, auch der „weiße Schwan von Mjøsa“ genannt.
  • Kirsten-Flagstad-Museum [1]
  • Das moderne Rathaus wurde vom international renommierten Architekturbüro Snøhetta entworfen.
  • Hamar Bispegard Museum (1967–1979), von dem Architekten Sverre Fehn, Träger des Pritzker-Preises 1997
  • Løiten Brænderi (alte Aquavitbrennerei)
  • Norsk Motorhistorik Museum (Das norwegische Museum der Motorgeschichte)
  • Klevfoss Industrimuseum (Klevfoss Industriemuseum)

Verkehr und Wirtschaft[Bearbeiten]

Östlich des Stadtgebiets verläuft die Europastraße 6, die wichtigste Süd-Nord-Verbindung in Norwegen. Sie führt von Trelleborg in Schweden über Oslo bis zur norwegisch-russischen Grenze in Kirkenes und ist in Teilstücken als Autobahn ausgebaut. Bis 2013 soll die gesamte südliche Strecke von Trelleborg bis Hamar als Autobahn ausgebaut sein.

Der Bahnhof von Hamar liegt an der seit 1970 elektrifizierten Dovrebahn, die von Oslo nach Trondheim führt. Hier zweigt auch die Rørosbahn ab, die auf einer anderen Route ebenfalls nach Trondheim führt, aber nicht elektrifiziert ist.

In Hamar befindet sich eine Produktionsstätte des Knäckebrot-Herstellers Wasabröd.

Sport[Bearbeiten]

Olympische Spiele[Bearbeiten]

Während der Olympischen Winterspiele 1994 im nahe liegenden Lillehammer (Klein Hamar) war Hamar u.a. Austragungsort für Eiskunstlauf und Eisschnelllauf.

Fußball[Bearbeiten]

Der Fußballverein Ham-Kam von Hamar belegte als bestes Ergebnis in der norwegischen Tippeligaen 1970 den dritten Platz und kam mehrfach ins Halbfinale des norwegischen Pokalwettbewerbs.

Eishockey[Bearbeiten]

Das Eishockeyteam Storhamar Dragons spielt in der 1. norwegischen Liga (Eliteserie).

Sonstiges[Bearbeiten]

Im Vikingskipet, dem „Wikingerschiff“ finden zahlreiche Sportarrangements, wie die Eisschnelllauf-Weltmeisterschaften im Mehrkampf 2013, und andere Veranstaltungen statt. Das wohl prominenteste Beispiel ist die Demo-Party The Gathering, eine der größten Partys der Demoszene mit über 5000 Teilnehmern, die jährlich über Ostern dort veranstaltet wird.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

DeutschlandDeutschland Greifswald (Deutschland, Mecklenburg-Vorpommern)
SchwedenSchweden Lund (Schweden)
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Fargo (USA)
FinnlandFinnland Porvoo (Finnland)

DanemarkDänemark Viborg (Dänemark)
IsraelIsrael Karmi'el (Israel)
IslandIsland Dalvík (Island)
Palastina AutonomiegebietePalästinensische Autonomiegebiete Chan Yunis (Palästinensische Autonomiegebiete)

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hamar – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Hamar – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistics Norway – Population and quarterly changes, Q2 2014
  2. Statistisk sentralbyrå 2010