SC 07 Bad Neuenahr

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
SC 07 Bad Neuenahr
Logo
Voller Name Sportclub 07 Bad Neuenahr e.V.
Ort Bad Neuenahr-Ahrweiler
Gegründet 1907
Vereinsfarben rot-schwarz
Stadion Apollinarisstadion
Plätze 4558
Präsident vakant
Trainer Thomas Remark
Homepage www.sc07badneuenahr.de
Liga 2. Bundesliga Süd
2012/13 6. Platz (Bundesliga)
Heim
Auswärts

Der SC 07 Bad Neuenahr (offiziell: Sportclub 07 Bad Neuenahr e.V.) ist ein deutscher Fußballverein aus Bad Neuenahr-Ahrweiler. Die Vereinsfarben sind Rot und Schwarz. Aushängeschild des Vereins war die 1969 gegründete Frauenfußballabteilung, die 1978 die deutsche Meisterschaft erringen konnte. Der SC 07 war Gründungsmitglied der Frauen-Bundesliga und gehörte nach mehreren Auf- und Abstiegen von 1997 bis 2013 ununterbrochen dieser Spielklasse an. Nach einem Antrag auf Insolvenz wurde am 28. September 2013 der SC 13 Bad Neuenahr gegründet, der im Januar 2014 die Nachfolge antrat.

Geschichte[Bearbeiten]

Der SC 07 Bad Neuenahr wurde 1907 gegründet und gehört damit zu den ältesten Fußballvereinen im Rheinland. Die Frauenfußballabteilung wurde am 20. Juni 1969 gegründet, obwohl Frauenfußball zum damaligen Zeitpunkt noch vom DFB verboten war. Am 1. Mai 1970 richtete der Verein das damals größte Frauenfußballturnier der Welt aus. Der Erfolg des Turniers sprach sich bis nach Italien herum. Der SC wurde daraufhin als deutscher Vertreter zur inoffiziellen Weltmeisterschaft eingeladen. Das historische Datum, der 15. Oktober 1970, wird bis heute alljährlich gefeiert.

Nachdem der DFB den Frauenfußball wieder legalisierte, entwickelte sich der SC zum stärksten Verein im Rheinland. Vor der Einführung der Bundesliga nahm Bad Neuenahr an 13 von 17 Endrunden um die deutsche Meisterschaft teil. Am erfolgreichsten war man dabei 1978. Über die Stationen Rendsburger TV, SC Freiburg und KBC Duisburg erreichte man das Finale. Gegner war der FC Marpingen. Das Hinspiel auf eigenem Platz gewann Bad Neuenahr mit 2:0. Zwar wurde das Rückspiel mit 0:1 verloren, aber das reichte für die bis heute einzige Meisterschaft.

1980 und 1981 erreichte man noch mal das Halbfinale. Hier war jedoch gegen den KBC Duisburg bzw. SSG 09 Bergisch Gladbach Endstation. Im DFB-Pokal erreichte Bad Neuenahr insgesamt viermal das Halbfinale. Mitte der 1980er Jahre bekam der SC mit dem TuS Ahrbach erstmals ernstzunehmende Konkurrenz, so dass man in Bad Neuenahr die Meisterschaftsendrunden nur als Zaungast verfolgte. Dennoch wurde Bad Neuenahr 1990 wieder Rheinlandmeister und qualifizierte sich dadurch für die neu eingeführte zweigleisige Bundesliga.

In den 1990er Jahren war der SC eine Fahrstuhlmannschaft. Nach der ersten Bundesligasaison stieg man zusammen mit dem TuS Binzen ab. Zwei Jahre später stieg man auf, nur um direkt wieder abzusteigen. Wieder stieg man auf und kehrte postwendend zurück. Über die Relegation zur eingleisigen Bundesliga kehrte man sofort ins Oberhaus zurück. Mit drei Aufstiegen in die Bundesliga ist Bad Neuenahr zusammen mit dem TSV Crailsheim und dem Hamburger SV Rekordaufsteiger. In den ersten beiden Jahren der eingleisigen Bundesliga konnte man knapp die Klasse halten. In der Saison 1999/2000 belegte man überraschend den sechsten Platz. Doch die Abgänge von Leistungsträgerinnen wie Steffi Jones sorgten dafür, dass man wieder um den Klassenerhalt kämpfen musste.

In den letzten Jahren machte der Verein durch den gezielten Einkauf von routinierten und talentierten Spielerinnen einen großen Sprung in die Spitzengruppe. Im Sommer 2005 übernahm der Ex-Profi Dietmar Schacht das Traineramt und führte die Mannschaft auf Anhieb auf den vierten Platz. Mit Almuth Schult, Célia Okoyino da Mbabi und Lena Goeßling (mittlerweile beim VfL Wolfsburg) stellte der Verein zu der Zeit drei deutsche Nationalspielerinnen. Am 23. Januar 2008 trennte sich der Verein überraschend von Dietmar Schacht. Die Nachfolge trat als Interimslösung die spielende Co-Trainerin Sandra Minnert an. Thomas Obliers führte das Team in den Spielzeiten 2009/2010 und 2010/2011 in das obere Tabellendrittel. Am 1. Juli 2011 übernahm Ex-Profi Colin Bell (u.a. TuS Koblenz, Mainz 05, 1. FC Köln) das Zepter an der Ahr und für den Fußballverband Rheinland auch die Koordination der DFB-Eliteschule. Im Januar 2013 kooperierte man mit dem Landesligisten Ahrweiler BC und dem Japanischen Fußballverband.[1]

Nachdem am 17. Mai 2013 der langjährige Präsident und sportlicher Leiter Bernd Stemmeler verstarb[2], meldete der Verein am 27. Mai 2013 beim Amtsgericht Bad Neuenahr-Ahrweiler einen Insolvenzantrag.[3] Wenige Wochen später verkündete die Vereinsführung den freiwilligen Rückzug aus der Bundesliga. In der Saison 2013/14 wird der Verein in der 2. Bundesliga Süd antreten. Mit Beginn der Rückrunde 2013/2014, wird der Verein fortan unter dem Namen SC 13 Bad Neuenahr die Saison zu Ende spielen.[4]

Erfolge[Bearbeiten]

  • Deutscher Meister 1978
  • DFB-Pokal Halbfinale 1981, 1982, 1984, 1986
  • 20 x Rheinländischer Meister
  • 22 x Rheinländischer Pokalsieger

Umfeld[Bearbeiten]

Stadion[Bearbeiten]

Die Frauenmannschaften des SC 07 Bad Neuenahr tragen ihre Heimspiele im Apollinarisstadion in Bad Neuenahr aus.

Nachwuchsförderung[Bearbeiten]

Seit dem Sommer 2006 besteht an der Ursulinen-Klosterschule eine DFB-Eliteschule, die mit dem Potsdamer Sportinternat vergleichbar ist. Dort erhalten in Zusammenarbeit mit dem Fußballverband Rheinland talentierte Nachwuchsspielerinnen neben der Schulausbildung noch die Möglichkeit, auf hohem Niveau zu trainieren.

Das Sprungbrett für die jungen Spielerinnen ist die zweite Mannschaft, die zur neuen Saison den Aufstieg in die 2. Bundesliga Süd geschafft hat. Darüber hinaus hat der Verein drei Nachwuchsmannschaften.

Weiter kooperiert der Verein mit dem TSV Emmelshausen e.V., der mit 3 Mädchen- und einer Damenmannschaft im Spielbetrieb die Ausbildung der talentierten Mädchen unterstützt. Mehrere in Bad Neuenahr spielende Damen und Mädchen (u.a. Tabea Müller, Marie Pyko, Jana Dörr) haben über den TSV Emmelshausen den Sprung nach Bad Neuenahr bereits geschafft-

Fans[Bearbeiten]

Seit Mitte der Saison 2011/12 organisieren sich die aktiven Fans des SC 07 Bad Neuenahr hinter dem Banner der "Celtics Bad Neuenahr". Mit Hilfe von lautstarker Unterstützung, aber auch optischen Mitteln wie Schwenkfahnen, Doppelhaltern und Schals wird versucht, die Atmosphäre im heimischen Apollinarisstadion, aber auch bei den Auswärtsspielen, nachhaltig und langfristig zu verbessern. Des Weiteren sind zahlreiche Fans auch ehrenamtlich für den Verein tätig, z. B. als Volunteer am Spieltag.

Spielerinnen und Trainer[Bearbeiten]

Kader Saison 2013/14[Bearbeiten]

Tor Abwehr Mittelfeld Angriff
1 Elena Bläser DeutschlandDeutschland
22 Julia Schürmann DeutschlandDeutschland
28 Kathrin Günther DeutschlandDeutschland
40 Enija Anna Vaivode * LettlandLettland
03 Melanie Eminger DeutschlandDeutschland
04 Magdalena Schumacher DeutschlandDeutschland
06 Isabelle Hüls DeutschlandDeutschland
12 Magdalena Konopka * PolenPolen
15 Maren Weingarz DeutschlandDeutschland
17 Svenja Streller DeutschlandDeutschland
18 Angelina Weber DeutschlandDeutschland
19 Lena Wiesch DeutschlandDeutschland
23 Anne-Katrin Westphal DeutschlandDeutschland
25 Sophie Doll DeutschlandDeutschland
02 Franziska Wendel DeutschlandDeutschland
05 Lea Daiz DeutschlandDeutschland
07 Caroline Asteroth DeutschlandDeutschland
10 Lisa Umbach DeutschlandDeutschland
11 Yuko Aizawa * JapanJapan
13 Sarah Krumscheid DeutschlandDeutschland
16 Eva Langenfeld DeutschlandDeutschland
17 Arzu Teke * TurkeiTürkei
20 Debora Vinci DeutschlandDeutschland
21 Maren Walther DeutschlandDeutschland
24 Svenja Zsolt DeutschlandDeutschland
08 Fatbardha Sekiraca DeutschlandDeutschland
09 Jana Sebastian DeutschlandDeutschland
15 Stefanie Blazejezak DeutschlandDeutschland
* Nationalspieler

Trainerstab[Bearbeiten]

Funktion Name Geburtstag
Trainer Carsten Beschorner
Co-Trainer Vanessa Baudzus 15. Januar 1978
Masseur Vicky Einert
Konditionstrainer Dieter Langenfeld 2. Mai 1958
Betreuer Edmund Sampels 27. Mai 1942
Zeugwart Stephan Schneider 13. Juni 1968

Wechsel zur Saison 2013/2014[Bearbeiten]

Zugänge: Abgänge:
Stefanie Blazejezak (Sportfreunde Siegen) * Jessica Bade (VfL Bochum)
Vera Korte (1. FC Köln U-17 * Vanessa Baudzus (Karriereende)
Fatbardha Sekiraca (Bayer 04 Leverkusen) * Kathrin Becker (1. FFC 08 Niederkirchen)
Angelina Weber (Fortuna Köln) * Jalila Dalaf (Bayer 04 Leverkusen)
Franziska Wendel (Stetson Hatters) * Nadine Fols (1. FFC 08 Niederkirchen)
Debora Vinci (TSG 1899 Hoffenheim U-17) * Sarah Gregorius (Liverpool Ladies FC, England)
* Antonia Hornberg (Avaldsnes IL, Norwegen)
* Emma Kete (Sydney FC, Australien)
* Katharina Kiel (SG 1899 Hoffenheim II)
* Rebecca Knaak (Bayer 04 Leverkusen)
* Peggy Kuznik (VfL Wolfsburg)
* Theresa Laux (Robert Morris Colonials, USA)
* Larissa Mahn (SG Baar/Herresbach)
* Leonie Maier (FC Bayern München)
* Sofia Nati (FCR 2001 Duisburg))
* Célia Okoyino da Mbabi (1. FFC Frankfurt)
* Marie Pyko (Avaldsnes IL, Norwegen)
* Rachel Rinast (1. FC Köln)
* Nadine Rolser (FC Basel, Schweiz)
* Almuth Schult (VfL Wolfsburg)
* Anja Selensky (VfL Sindelfingen)
* Neide Simões (1. FC Köln)
* Laura Störzel (SC Freiburg)
* Aki Tago (St. Thomas University, Japan)
* Aylin Yaren (BV Cloppenburg)

|}

Transfers während der Saison 2013/14[Bearbeiten]

Stand: 12. Dezember 2013 (Alphabetische Sortierung)

Zugänge Abgänge
Yuko Aizawa (AS Elfen Saitama, Japan)
Magdalena Konopka (SpVg Eicha)
Arzu Teke (VfR Niederfell 1949)
Anne-Katrin Westphal (Comeback)
Enija Anna Vaivode (GBK Kokkola)
Shelley Thompson (Bournemouth University, England)

Bekannte ehemalige Spielerinnen[Bearbeiten]

Der SC 07 Bad Neuenahr stellte zahlreiche deutsche Nationalspielerinnen:

Außerdem stellte der SC 07 Bad Neuenahr viele ausländische Nationalspielerinnen:

Darüber hinaus spielte die Fernsehmoderatorin Shary Reeves für Bad Neuenahr. Sie moderiert die WDR-Sendung Wissen macht Ah!.

Statistik[Bearbeiten]

Saison Liga Platz S U N Tore Punkte Pokal erfolgreichste Torschützin Zuschauerschnitt
1990/91 Bundesliga Süd 9. 3 2 13 13:52 8:28 nicht qualifiziert
1991/92 Verbandsliga Rheinland 1. 14 0 0 86:2 28:0 2. Runde
1992/93 Verbandsliga Rheinland 1. 147:10 37:3 2. Runde
1993/94 Bundesliga Süd 9. 2 3 13 23:51 7:29 1. Runde
1994/95 Verbandsliga Rheinland 1. 19 1 0 152:9 39:1 1. Runde
1995/96 Bundesliga Süd 10. 2 2 14 17:65 6:30 2. Runde
1996/97 Oberliga Südwest 1. 15 1 0 94:11 46 1. Runde
1997/98 Bundesliga 10. 5 4 13 23:49 19 Viertelfinale Carmen Schäfer (11)
1998/99 Bundesliga 10. 5 8 9 18:43 23 Viertelfinale Steffi Jones (6) 200
1999/00 Bundesliga 6. 12 2 8 41:28 38 Achtelfinale Carmen Schäfer (10) 232
2000/01 Bundesliga 9. 7 5 10 36:55 26 Viertelfinale Martina Müller (17) 338
2001/02 Bundesliga 9. 6 4 12 24:51 22 Viertelfinale Martina Müller (10) 260
2002/03 Bundesliga 10. 7 2 13 31:73 23 Achtelfinale Martina Müller (14) 292
2003/04 Bundesliga 8. 8 3 11 35:55 27 Viertelfinale Martina Müller (16) 490
2004/05 Bundesliga 5. 10 3 9 40:42 33 Viertelfinale Isabell Bachor (12) 475
2005/06 Bundesliga 4. 14 2 6 61:40 44 Achtelfinale Isabell Bachor (17) 531
2006/07 Bundesliga 5. 10 3 9 45:45 33 2. Runde Lydia Neumann (13) 627
2007/08 Bundesliga 5. 12 1 9 43:33 37 Achtelfinale Isabell Bachor
Célia Okoyino da Mbabi (je 9)
566
2008/09 Bundesliga 10. 5 3 14 26:74 18 Achtelfinale Isabel Bachor (7) 490
2009/10 Bundesliga 6. 10 2 10 35:36 32 2. Runde Célia Okoyino da Mbabi (15) 596
2010/11 Bundesliga 6. 11 0 11 54:48 33 Halbfinale Célia Okoyino da Mbabi (17) 542
2011/12 Bundesliga 7. 7 5 10 26:22 22 Viertelfinale Célia Okoyino da Mbabi (11) 759
2012/13 Bundesliga 6. 8 6 8 25:29 30 Achtelfinale Célia Okoyino da Mbabi (10) 476
Anmerkung: Grün unterlegte Spielzeiten kennzeichnen einen Aufstieg, rot unterlegte Spielzeiten einen Abstieg.

Männerfußball[Bearbeiten]

Die Senioren- und Juniorenmannschaften des SC 07 Bad Neuanahr spielen unter dem Namen SG Ahrweiler/Bad Neuenahr in einer Spielgemeinschaft mit dem Ahrweiler BC. Die erste Herrenmannschaft der SG Ahrweiler/Bad Neuenahr spielt seit dem Aufstieg der Saison 2008/09 aus Kreisliga A in der Bezirksliga Mitte. Insgesamt verfügt die SG Ahrweiler/Bad Neuenahr über zwei Senioren- und 14 Juniorenteams. Zweite Spielstätte neben dem Apollinarisstadion ist das Ahrstadion im Stadtteil Ahrweiler.

In der Saison 1950/51 gelang der Herrenmannschaft des SC 07 Bad Neuenahr die Meisterschaft in der Bezirksliga Rheinland (damals Landesliga) und stieg somit in die Oberliga Südwest auf.[5] 1969 gelang dem SC 07 sogar der Finalsieg im Rheinlandpokal gegen den FC Alemannia Plaidt, sodass der Verein im folgenden Jahr auch im DFB-Pokal antrat. 2006 gründete der Verein eine Spielgemeinschaft mit dem Ahrweiler BC.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Zwei Neuzugänge für den SC 07 Bad Neuenahr
  2. Bernd Stemmeler Vorsitzender des SC 07 mit 57 Jahren gestorben
  3. SC07BadNeuenahr.de: SC 07 Bad Neuenahr stellt Insolvenzantrag vom 27. Mai 2013
  4. SC 13 Bad Neuenahr geht an den Start
  5. DSFS: Ehrentafel Rheinlandmeister