Silvana Koch-Mehrin

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Silvana Koch-Mehrin in Rostock, 2009

Esther Silvana Koch-Mehrin (* 17. November 1970 in Wuppertal) ist eine deutsche Politikerin der FDP und seit der Europawahl 2004 Mitglied des Europäischen Parlaments. Nach der Europawahl 2009 wurde sie zu einer von 14 Vizepräsidenten des Parlaments gewählt.

Inhaltsverzeichnis

Leben[Bearbeiten]

Koch-Mehrin wurde 1970 als Tochter eines Journalisten und FDP-Mitglieds und einer Lehrerin in Wuppertal geboren; ihr Vater wechselte in den Auswärtigen Dienst. Nach der Versetzung des Vaters an Deutsche Botschaften in Afrika, wuchs sie im Vorschulalter in Marokko und im Sudan auf. Ihre Schulzeit verbrachte sie in Köln. 1990 machte sie dort ihr Abitur am Gymnasium Rodenkirchen.

Sie studierte mit einem Stipendium der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung[1]von 1990 bis 1995 Volkswirtschaftslehre und Geschichte an den Universitäten Hamburg, Straßburg und Heidelberg. Nach dem Magister Artium (M. A.) wurde sie 2000 an der Philosophisch-Historischen Fakultät der Universität Heidelberg mit der wirtschaftshistorischen Dissertation Historische Währungsunion zwischen Wirtschaft und Politik: die Lateinische Münzunion 1865–1927 promoviert.[2][3] Ihr Doktorvater war der Historiker und ehemalige Rektor der Universität Heidelberg Volker Sellin. Am 15. Juni 2011 wurde ihr aufgrund von Plagiaten in ihrer Dissertation der Doktorgrad von der Universität Heidelberg entzogen (siehe unten).

Direkt nach ihrer Promotion gründete Koch-Mehrin Conseillé + Partners sprl, eine Unternehmensberatung für Strategieplanung und Europaberatung. Anfang 2003 wurde sie mit ihrem Unternehmen Partnerin bei der Unternehmensberatung Policy Action Ltd., die auf die Analyse der Auswirkungen von Gesetzen für Unternehmen spezialisiert und zugleich lobbyistisch tätig ist.[4] Nach ihrer Wahl ins Europäische Parlament verkaufte sie nach eigenen Angaben ihre Anteile an der Firma.[5] Ab 2004 widmete sie sich in einer Kolumne der Zeitschrift Praline jede Woche einer Leserfrage zur EU.[6]

Koch-Mehrin hat drei Töchter und wohnt seit 1997 in Brüssel. Sie lebt dort mit dem irischen Rechtsanwalt James Candon zusammen. Sie ist Mitglied im FDP-Kreisverband Karlsruhe.

Politik[Bearbeiten]

Silvana Koch-Mehrin, 2010

Koch-Mehrin war stellvertretende Vorsitzende der Jungen Liberalen. Von 1999 bis 2011 gehörte sie dem Bundesvorstand der FDP an.

Mit Koch-Mehrin als Spitzenkandidatin kehrte die FDP bei der Europawahl 2004 nach zehnjähriger Abwesenheit in das Europäische Parlament zurück. Im Wahlkampf hatte sie sich für ein Referendum über den EU-Verfassungsvertrag, die Einhaltung des Stabilitäts- und Wachstumspakts und den Abbau von Bürokratie eingesetzt. Nach dem Einzug ins Europäische Parlament wurde Koch-Mehrin zur Vorsitzenden der FDP-Delegation innerhalb der Fraktion Allianz der Liberalen und Demokraten für Europa (ALDE) gewählt. Damit wurde sie gleichzeitig Mitglied im Parteipräsidium der FDP. Außerdem wurde sie zur ersten stellvertretenden ALDE-Fraktionsvorsitzenden gewählt. Sie war unter anderem Mitglied im Haushaltsausschuss des Parlaments.

Bei der Europawahl in Deutschland 2009 war Koch-Mehrin erneut Spitzenkandidatin der FDP, die mit 11 % der Stimmen ihr bestes Ergebnis bei einer Europawahl überhaupt erzielte. Nach der Wahl wurde Koch-Mehrin erneut zur FDP-Delegationsleiterin gewählt. Außerdem wurde sie eine der 14 Vizepräsidenten des Europäischen Parlamentes.[7] Ihre Wahl erfolgte mit 186 von 644 gültigen Stimmen im dritten Wahlgang mit 12 Stimmen Vorsprung gegenüber dem konservativen polnischen Kandidaten Michał Kamiński (174 Stimmen). Mit 148 Stimmen im ersten und 141 Stimmen im zweiten Wahlgang hatte Koch-Mehrin zuvor jeweils die wenigsten Stimmen aller 15 Kandidatinnen und Kandidaten erhalten.[8] Im Präsidium war Koch-Mehrin zuständig für die Beziehungen zu den nationalen Parlamenten sowie Vorsitzende der Arbeitsgruppe Gender Equality & Diversity und Mitglied der Arbeitsgruppe Informations- und Kommunikationspolitik des Präsidiums. Außerdem war sie Verantwortliche des Präsidiums für das Organ des Europäischen Parlaments zur Bewertung Wissenschaftlicher und Technologischer Optionen (STOA – Science Technology Options Assessment).[9] Darüber hinaus wurde sie Mitglied im Petitionsausschuss und stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Industrie, Forschung und Energie.

Wegen der gegen sie erhobenen Plagiatsvorwürfe erklärte Koch-Mehrin am 11. Mai 2011 ihren Rücktritt als Leiterin der FDP-Delegation, als Parlamentsvizepräsidentin und als Mitglied des FDP-Parteipräsidiums.[10] Ihr Nachfolger als Delegationsleiter wurde Alexander Graf Lambsdorff, als FDP-Präsidiumsmitglied Alexander Alvaro.[11] Zum Nachfolger auf dem Posten des Parlaments-Vizepräsidenten wurde am 5. Juli 2011 Giles Chichester gewählt.[12]

Am 22. Juni 2011 wurde Koch-Mehrin auf Antrag der ALDE-Fraktion anstelle von Jorgo Chatzimarkakis zum Vollmitglied im Ausschuss für Industrie, Forschung und Energie benannt.[13] Aufgrund der kurz davor bekannt gewordenen Plagiate und des Entzugs ihres Doktortitels forderte die Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen ihren Rückzug aus diesem Amt.[14] Am 25. Juni 2011 erklärte Koch-Mehrin, dass sie in einen anderen Ausschuss des EU-Parlamentes zu wechseln beabsichtige;[15] am 5. Juli wurde Michael Theurer zum neuen ALDE-Vertreter für den Ausschuss ernannt.[16]

Koch-Mehrin ist Mitglied der Europa-Union Parlamentariergruppe Europäisches Parlament. Des Weiteren ist sie Mitglied im Förderverein der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft und im Redaktionsbeirat des Magazins Politik & Kommunikation.

Koch-Mehrin kündigte im Oktober 2012 an, für die Europawahl 2014 nicht erneut zu kandidieren.[17]

Politische Positionen[Bearbeiten]

Burkaverbot[Bearbeiten]

2010 erklärte Koch-Mehrin nach dem in Belgien umgesetzten Verschleierungsverbot,[18] sie begrüße diesen Beschluss ganz ausdrücklich und wünsche sich, dass auch in Deutschland – und in ganz Europa – das Tragen aller Formen der Burka verboten würde.[19] Die Burka sei ein massiver Angriff auf die Rechte der Frau, ein mobiles Gefängnis. „Die vollständige Verhüllung von Frauen ist ein aufdringliches Bekenntnis zu Werten, die wir in Europa nicht teilen.“[20] In ihrem Schreiben führte sie weiter aus, dass niemand in seiner persönlichen Freiheit und in seiner Religionsausübung eingeschränkt werden sollte.[21] Koch-Mehrin sagte zudem, dass verschleierte Frauen auf der Straße bei ihr Befremden auslösen: „Ich gebe offen zu: Wenn mir auf der Straße vollverschleierte Menschen begegnen, bin ich irritiert. Ich kann nicht einschätzen, wer da mit welcher Absicht auf mich zukommt. Ich habe keine Angst, aber ich bin verunsichert.“[22]

Vergabe von EU-Geldern an NGOs[Bearbeiten]

Koch-Mehrin forderte 2005, dass solche Organisationen, die den Grundprinzipien der EU entgegenstehen, keine EU-Gelder mehr erhalten sollten. Koch-Mehrin begründete die Forderung folgendermaßen: „Die EU hat sich auf klare wirtschaftspolitische Grundprinzipien geeinigt, prioritär die Wettbewerbsfähigkeit Europas in der Welt. Einige Nichtregierungsorganisationen stehen der Ausgestaltung dieser Grundprinzipien feindlich gegenüber.“ Gemeint waren französische Gewerkschaften, die sich gegen den EU-Verfassungsvertrag eingesetzt hatten, und globalisierungskritische NGOs wie Attac oder WEED.[23]

Der Vorsitzende der WEED, Markus Krajewski, warf Koch-Mehrin 2005 ein „vordemokratisches und antiliberales Verständnis über die Verwendung öffentlicher Gelder“ vor. Für Reinhard Hermle, den Vorsitzenden des Verbandes Entwicklungspolitik deutscher Nichtregierungsorganisationen, war der Vorstoß Bestandteil einer „ideologischen Schlacht“.[24]

Kontroversen und Kritik[Bearbeiten]

Debatten um Anwesenheitsquote 2009 und 2011[Bearbeiten]

Im Vorfeld der Europawahl 2009 wurde Koch-Mehrin von EU-Parlamentariern anderer Fraktionen und von verschiedenen Medien dafür kritisiert, dass sie bei Ausschuss- und Plenarsitzungen im Europäischen Parlament nur selten anwesend gewesen sei.[25] Als Reaktion erklärte Koch-Mehrin, die Medien hätten ihre Schwangerschaftszeit bei der Berechnung nicht berücksichtigt,[26] sie gab eine eidesstattliche Erklärung ab, dass ihre Anwesenheitsquote in der „oberen Hälfte“ der Abgeordneten liege. Damit bewirkte sie eine einstweilige Verfügung gegen die Frankfurter Allgemeine Zeitung.[27] Diese wurde allerdings später wieder aufgehoben, was Zweifel bezüglich der Richtigkeit der eidesstattlichen Erklärung aufkommen ließ.[27]

Im September 2011 berichteten Medien über Recherchen des ARD-Magazins Panorama, dass Koch-Mehrin in den vergangenen beiden Jahren keine einzige Sitzung des Petitionsausschusses besucht habe und das, obwohl dieser Ausschuss der einzige war, in dem Koch-Mehrin Vollmitglied war.[28][29]

Äußerungen zu Parlamentariern und Prostituierten[Bearbeiten]

Im November 2008 erklärte Koch-Mehrin in einem Interview gegenüber der Bunten: „Wer im Parlament etwa Zwangsprostitution verurteilt, muss sich vor dem Ausgang auch entsprechend verhalten, sonst leidet die Glaubwürdigkeit und die Würde des ganzen Hauses.“[30] Die Aussagen wurden vielfach so verstanden, dass Koch-Mehrin den männlichen Abgeordneten pauschal vorwerfe, sie seien Kunden von Frauen, die zur Prostitution gezwungen würden. Die Aussagen gelten - neben der Diskussion um ihre Anwesenheitszeiten - als einer der Gründe für die knappe Wahl zur Vizepräsidentin im Juli 2009.[31]

Steuersenkung und Staatsverschuldung[Bearbeiten]

Am 5. Mai 2010 nahm Koch-Mehrin an der politischen Talkshow Hart aber fair teil. Thema der Debatte waren die griechische Finanzkrise und die Hilfsmaßnahmen der EU.[32] Auf die Frage, wieso sie trotz der Staatsverschuldung Deutschlands die Steuern senken wolle, antwortete sie, dass Steuersenkungen für Wirtschaftswachstum sorgten, wodurch neue Arbeitsplätze entständen und so die Sozialausgaben sinken könnten.[33] Als am Ende der Sendung die Studiogäste gebeten wurden, zu schätzen, um wie viel die bundesdeutsche Staatsverschuldung während der 75-minütigen Sendung gestiegen sei, antwortete Koch-Mehrin „6000 Euro“, während der richtige Wert bei etwa 20 Millionen Euro lag. In einigen Zeitungen wurde dies als Ausdruck ihrer finanzpolitischen Inkompetenz kommentiert.[33][34][35][36]

Plagiatsaffäre[Bearbeiten]

Plagiatsvorwürfe[Bearbeiten]

Nachdem Anfang April 2011 Internetnutzer im VroniPlag Wiki plagiatsverdächtige Stellen in der mit cum laude bewerteten[37] Doktorarbeit Koch-Mehrins zusammengetragen hatten,[38] kündigte die Universität Heidelberg eine Überprüfung der Vorwürfe bis spätestens Ende Mai 2011 an.[39] Die Staatsanwaltschaft Heidelberg stellte fest, dass mögliche Urheberrechtsverletzungen bereits verjährt seien, so dass kein strafrechtliches Ermittlungsverfahren eingeleitet werde.[40]

Am 11. Mai 2011 erklärte Koch-Mehrin in einer schriftlichen Mitteilung ihren Rücktritt als Leiterin der FDP-Delegation im Europäischen Parlament, als Parlamentsvizepräsidentin und als FDP-Präsidiumsmitglied. Sie wolle, dass die Prüfung der Universität Heidelberg „nun vertraulich, fair, nach rechtsstaatlichen Maßstäben und ohne Ansehen der Person durchgeführt und nicht dadurch belastet wird, dass [sie] herausgehobene Ämter innehabe“. Ihr Mandat im Europäischen Parlament wollte Koch-Mehrin behalten.[10][41]

Entzug des Doktorgrades[Bearbeiten]

Am 15. Juni 2011 teilte der Promotionsausschuss der Universität Heidelberg mit, dass ihr der Doktorgrad aberkannt werde. Die Dissertation bestehe zu substanziellen Teilen aus Plagiaten und daher sei unzweifelhaft, dass sich Frau Koch-Mehrin in ihrer Dissertation fremdes geistiges Eigentum angeeignet und als das eigene ausgegeben habe.[42] Nach Angaben der Universität fanden sich auf rund 80 Textseiten über 125 Stellen[43], die als Plagiate zu klassifizieren seien. Diese Plagiate stammten aus über 30 verschiedenen Publikationen, von denen zwei Drittel nicht im Literaturverzeichnis aufgeführt worden seien, darunter auch Standardwerke und Handbücher.

Koch-Mehrin erklärte, die wissenschaftlichen Ergebnisse ihrer Arbeit seien bis heute unstrittig und beruhten auf ihrer eigenen wissenschaftlichen Leistung. Sie räumte ein, dass ihre Dissertation „kein Meisterstück“, „nicht frei von Schwächen, nicht selten ungenau, oberflächlich und manchmal geradezu fehlerhaft“ sei. Es sei auch zu wünschen gewesen, dass sie deutlich gemacht hätte, auf welche Literatur sie sich jeweils stützte. Ihr sei aber in voller Kenntnis aller eklatanten Schwächen der Doktortitel verliehen worden. Die Universität habe die vorgelegte Arbeit entgegen guter wissenschaftlicher Praxis nicht sorgfältig genug geprüft. Sie wolle deshalb prüfen lassen, ob ihr der Doktorgrad zu Recht aberkannt worden sei.[44]

Der Dekan der Universität Heidelberg, Manfred Berg, nannte dies eine „Unterstellung“, die Gutachter hätten zwar „inhaltliche und formale Schwächen erkannt“, jedoch nie den Verdacht eines Plagiates gehabt. Zudem sei die damals verwendete Software „noch nicht so weit“ gewesen.[45] Die Wochenzeitung Die Zeit kritisierte in einem Kommentar, Koch-Mehrin habe versucht, den begutachtenden Professoren die Schuld zuzuweisen, da sie gesagt hatte: „Der Promotionsausschuss hat mir im Jahr 2000 in voller Kenntnis aller eklatanten Schwächen meiner Arbeit den Doktortitel verliehen.“[46] Die Universität klassifizierte diese Äußerung als „eine Invektive gegen die Reputation der Gutachter und der gesamten Fakultät“, Frau Koch-Mehrin tue so, „als sei das, was sie Schwächen und Fehler nennt, wir aber ‚Plagiate‘, bekannt gewesen“ und unterstelle, „dass man an der Universität Heidelberg mit Plagiaten promoviert werden könne“.[47]

Koch-Mehrin scheiterte mit einem Widerspruch gegen die Aberkennung bei der Universität und reichte daraufhin Klage vor dem Verwaltungsgericht Karlsruhe ein,[48] die jedoch am 4. März 2013 abgewiesen wurde.[49][50] Ende März wurden die Entscheidungsgründe veröffentlicht. Das Gericht war der Auffassung, Koch-Mehrin habe längere Passagen, teilweise mit Fußnoten, ohne Kenntlichmachung kopiert. Die Arbeit ließe den Schluss zu, dass die Klägerin „wiederholt und planmäßig“ fremde Passagen als eigene Arbeit ausgewiesen habe. Der Verweis Koch-Mehrins auf die eigenen aufwändigen Recherchen sei unbeachtlich. Eine „grundsätzlich denkbare Bagatellschwelle“ sei bei weitem überschritten. Die Entscheidung des Promotionsausschusses sei nicht zu beanstanden.[51] Das Urteil vom 4. März 2013 ist noch nicht rechtskräftig, denn Koch-Mehrin kann innerhalb eines Monats - gerechnet ab Zustellung der Urteilsbegründung - hiergegen die Zulassung der Berufung beim Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg beantragen.[52]

Politische Auswirkungen[Bearbeiten]

Kurz nach Aberkennung des Doktorgrads kritisierten Medien und Politiker mehrerer Parteien, dass Koch-Mehrin nur vier Tage später als Vollmitglied in den Forschungsausschuss des Europäischen Parlaments berufen wurde. Auch aus der FDP-Spitze wurde die Berufung „mit Kopfschütteln“ aufgenommen.[53][54][55][56]

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft erklärte, Koch-Mehrins Mitgliedschaft im Europäischen Parlament sei nicht länger akzeptabel: Koch-Mehrin unterstreiche mit ihrem Wechsel in den Forschungsausschuss, wie wenig Achtung sie gegenüber dem Europäischen Parlament und der Wissenschaftsgemeinschaft in Europa habe, nachdem sie in Deutschland alle politischen Ämter niedergelegt habe. Eine doppelte Moral aus Deutschland sei Gift für Europa.[57] Heftige Kritik kam von der Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen: „Plagiate in wissenschaftlichen Arbeiten sind alles andere als ein Kavaliersdelikt. Deshalb hält die Allianz es für nicht akzeptabel, wenn Frau Koch-Mehrin im Ausschuss für Industrie, Forschung und Energie des Europäischen Parlaments Deutschland vertritt.“[58] Am 25. Juni 2011 reagierte Koch-Mehrin auf die massive Kritik mit der Ankündigung, in einen anderen Ausschuss zu wechseln.[59]

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

  • Historische Währungsunion zwischen Wirtschaft und Politik. Die Lateinische Münzunion 1865–1927. Nomos-Verlag, Baden-Baden 2001, ISBN 978-3-7890-7631-2 (überarbeitete Fassung ihrer Dissertation, Heidelberg 2000).
  • Schwestern. Streitschrift für einen neuen Feminismus. Econ-Verlag, Berlin 2007, ISBN 978-3-430-30028-5.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Silvana Koch-Mehrin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikinews Wikinews: Silvana Koch-Mehrin – in den Nachrichten

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Dr. Silvana Koch-Mehrin MdEP. In: Liberalismus-Portal. Abgerufen am 20. April 2011.
  2. Historische Währungsunion zwischen Wirtschaft und Politik: die Lateinische Münzunion 1865–1927 im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
  3. Rezension z.B. unter: Sascha Rolf Lüder: In: Europarecht. Band 38, Heft 2, 2003, S. 356–358.
  4. Offizielle Homepage des Unternehmens.
  5. Seite von Silvana Koch-Mehrin auf der Homepage der FDP Baden-Württemberg, abgerufen am 13. April 2011.
  6. Dank „Praline“ und FDP: Europa ist doch sexy, tagesspiegel.de, 10. Oktober 2004.
  7. Europäisches Parlament: Koch-Mehrin entgeht nur knapp einer Blamage. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 14. Juli 2009
  8. Koch-Mehrin schrammt an Schlappe vorbei. In: Süddeutsche Zeitung. 15. Juli 2009; Knapp ins EU-Parlamentspräsidium gewählt – Denkzettel für Koch-Mehrin. In: Die Tageszeitung. 15. Juli 2009
  9. Dr. Silvana Koch-Mehrins Arbeitsbereiche im Präsidium des Europäischen Parlaments
  10. a b Financial Times Deutschland, 11. Mai 2011: FDP-Spitzenpolitikerin Koch-Mehrin tritt von allen Ämtern zurück
  11. Financial Times Deutschland, 24. Mai 2011: Lambsdorff folgt Koch-Mehrin.
  12. oe24.at, 5. Juli 2011: Zwei neue Vizepräsidenten gewählt.
  13. Parlaments-Protokoll; Spiegel Online, 22. Juni 2011: Koch-Mehrin wird zur Forschungspolitikerin befördert.
  14. Wissenschaftler fordern Rückzug aus EU-Ausschuss (stern.de, 25. Juni 2011)
  15. Koch-Mehrin verlässt Forschungsausschuss nach Kritik. Der Stern, 25. Juni 2011, abgerufen am 25. Juni 2011.
  16. Einsatz für kleinere Unternehmen, Schwarzwälder-Bote, 6. Juli 2011
  17. http://www.spiegel.de/politik/ausland/silvana-koch-mehrin-kuendigt-rueckzug-aus-europaparlament-an-a-862474.html
  18. Ein Verbot eint Belgien-Flamen und Wallonen begrüßen den Burka-Bann. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 2. Mai 2010
  19. vgl. z.B. Warum ein Burkaverbot in Deutschland falsch wäre. zeitonline, 2. Mai 2010
  20. FDP will Burka-Verbot in ganz Europa. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 2. Mai 2010
  21. „Mobiles Gefängnis“ Koch-Mehrin will europaweites Burka-Verbot. In: Die Welt Online. 1. Mai 2010
  22. Silvana Koch-Mehrin-FDP-Politikerin verlangt Burka-Bann für Europa. In: Spiegel Online. 1. Mai 2010
  23. EurActiv, 21. Oktober 2005: NGOs fend off attacks over EU subsidies (englisch).
  24. Gerhard Klas, Telepolis, 9. Dezember 2005: Kein Geld mehr für kritische NGOs?
  25.  Michael Stabenow: Europaparlament: Wie fleißig ist Silvana Koch-Mehrin?. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 4. Juni 2009 (faz.net). Albrecht Meier und Christian Tretbar: Europaparlament: Der Ton wird schärfer. In: Der Tagesspiegel. 6. Juni 2009 (tagesspiegel.de).
  26.  Von H.-J. Jakobs und Th. Denkler: Die Schöne und das Biest von der ARD. In: Süddeutsche Zeitung. 3. Juni 2009 (sueddeutsche.de).
  27. a b Katharina Schuler: Abgeordneten-Präsenz: Spitzenkandidatin im Zwielicht. In: Zeit online. 4. Juni 2009, abgerufen am 13. April 2011.
  28. Koch-Mehrin schwänzt Ausschusssitzungen. In: Panorama. Abgerufen am 30. September 2011.
  29.  Koch-Mehrin schwänzt Sitzungen. 29. September 2011 (fr-online.de).
  30. Bunte 46/2008, 4. November 2008: Silvana Koch-Mehrin: „Wie Ausflüge ins Landschulheim“; Bunte, 4. November 2008: Die Neulinge erkunden das Parlament.
  31. Brian Johnson, theparliament.com, 15. Juli 2009: EU parliament elects vice-presidents after marathon vote (englisch); Heide Oestreich, Die Tageszeitung, 15. Juli 2009: Koch-Mehrins EU-Wahlschlappe – Zu faul, zu blond, zu Frau. S. Bolzen und C. B. Schiltz, Die Welt online, 15. Juli 2009: Europaparlament – Warum Silvana Koch-Mehrin so unbeliebt ist.
  32. vgl. z.B. Der Westen, 6. Mai 2010: Bei Plasbergs TV-Talk mehr Für als Wider zur Griechen-Hilfe.
  33. a b Die Welt, 6. Mai 2010: Mit Solidaritäts-Ouzo gegen die griechische Krise.
  34. Süddeutsche Zeitung, 6. Mai 2010: Silvanas Torten – Quatsch mit Sahne
  35. Frankfurter Rundschau, 6. Mai 2010: TV-Kritik „Hart aber fair“ – Keine Ahnung von der Schuldenuhr
  36. Focus, 6. Mai 2010:„Hart aber fair“: Peter Zwegat, übernehmen Sie!
  37. Koch-Mehrin will Doktor-Entzug auf Rechtswidrigkeit prüfen. Zeit Online, 16. Juni 2011, abgerufen am 17. Juni 2011.
  38. Jasmin Lörchner: Plagiatsjäger nehmen Koch-Mehrin ins Visier. In: Financial Times Deutschland vom 12. April 2011
  39. Heidelberg: Uni prüft Doktorarbeit von Koch-Mehrin auf Plagiate. In: morgenweb.de vom 11. April 2011
  40. Keine Ermittlungen gegen Koch-Mehrin (zeit.de, 21. April 2011)
  41. Spiegel Online, 11. Mai 2011: Koch-Mehrin tritt von allen Ämtern zurück.
  42. Silvana Koch-Mehrin – Universität Heidelberg beschließt die Entziehung des Doktorgrades; Pressemitteilung der Universität Heidelberg, 15. Juni 2011
  43. Richter begründen Koch-Mehrins Titelverlust zeit.de, 28. März 2013, abgerufen am 30. März 2013
  44. Silvana Koch-Mehrin: Stellungnahme zur Entziehung des Doktorgrades, 18. Juni 2011. [Einzelnachweis eingefügt am 24. Juni 2011, nicht mehr abrufbar am 31. März 2013.
  45. Uni-Dekan widerspricht Koch-Mehrin (Spiegel Online, 17. Juni 2011)
  46. Die Uni ist’s gewesen.
  47. Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 17. Juni 2011, S. 4.
  48. http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,803787,00.html
  49. VG Karlsruhe, Urteil Az. 7 K 3335/11 vom 4. März 2013 = openJur 2013, 17347
  50. Plagiatsaffäre um FDP-Politikerin: Koch-Mehrin unterliegt vor Gericht
  51. Pressemeldung des Verwaltungsgerichts Karlsruhe vom 28. März 2013
  52. Pressemitteilung des Verwaltungsgerichts Karlsruhe vom 6. März 2013
  53. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24. Juni 2011: Neue Aufgabe für Koch-Mehrin
  54. Süddeutsche Zeitung, 24. Juni 2011: Plagiatsaffäre der FDP-Abgeordneten: Die vorsätzliche Wählerbeleidigung der Silvana Koch-Mehrin
  55. RP Online, 23. Juni 2011: Koch-Mehrin wird befördert: Selbst die FDP kann es nicht nachvollziehen
  56. Stern, 23. Juni 2011: Silvana Koch-Mehrin: Die forschende Plagiatorin
  57. Weitere Mitgliedschaft im Europäischen Parlament nicht akzeptabel (PDF; 18 kB), DFG-Mitteilung, 26. Juni 2011
  58. http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/27/0,3672,8247835,00.html
  59. Koch-Mehrin verlässt EU-Forschungsausschuss. Spiegel Online, 25. Juni 2011, abgerufen am 26. Juni 2011.