Bennewitz

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Dieser Artikel behandelt die Gemeinde Bennewitz. Für weitere Bedeutungen siehe Bennewitz (Begriffsklärung).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Bennewitz
Bennewitz
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Bennewitz hervorgehoben
51.35972222222212.711388888889117Koordinaten: 51° 22′ N, 12° 43′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Leipzig
Höhe: 117 m ü. NHN
Fläche: 46,65 km²
Einwohner: 4944 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 106 Einwohner je km²
Postleitzahl: 04828
Vorwahl: 03425
Kfz-Kennzeichen: L, BNA, GHA, GRM, MTL, WUR
Gemeindeschlüssel: 14 7 29 030
Gemeindegliederung: 12 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Bahnhofstraße 24
04828 Bennewitz
Webpräsenz: www.gemeinde-bennewitz.de
Bürgermeister: Bernd Laqua[2]
Lage der Gemeinde Bennewitz im Landkreis Leipzig
Sachsen-Anhalt Thüringen Landkreis Mittelsachsen Landkreis Nordsachsen Leipzig Bennewitz Böhlen (Sachsen) Borna Borsdorf Brandis Colditz Frohburg Grimma Groitzsch Großpösna Kitzscher Kohren-Sahlis Lossatal Machern Markkleeberg Markranstädt Neukieritzsch Neukieritzsch Thallwitz Trebsen/Mulde Bad Lausick Otterwisch Geithain Narsdorf Belgershain Naunhof Parthenstein Elstertrebnitz Pegau Pegau Regis-Breitingen Espenhain Wurzen Zwenkau RöthaKarte
Über dieses Bild

Bennewitz ist eine Gemeinde im Landkreis Leipzig in Sachsen.

Rathaus, 1994 erbaut
Kirche in Grubnitz

Orte[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

Der Hauptort Bennewitz ist eine der ältesten Ansiedlungen in der Muldenaue. Urkundlich erstmals erwähnt wurde Bennewitz im Jahr 1335. Namensgeber war wahrscheinlich der sorbische Lokator Bono oder Bonislaw, der sich hier vor ungefähr 1200 Jahren ansiedelte, nachdem zur Zeit der Völkerwanderung die germanischen Ansiedler ihre Wohnsitze verlassen hatten. Das Dorf ist von seiner Anlage her, ein typisches sorbisches Rundlingsdorf.

Bennewitz war stark vom Elbhochwasser 2002 betroffen. Ursache war die Eisenbahnbrücke der Linie Leipzig–Dresden, die bei Bennewitz über die Mulde führt und die dort den Querschnitt des Muldebettes erheblich verkleinert. Die Brücke wirkte so als Staumauer und das Wasser floss seitlich ab. Dabei suchte sich die Mulde ihr altes Flussbett mitten durchs Dorf - begünstigt durch mehrere Deichbrüche im Bereich nördlich Schmölen und zwischen Bahn- und Straßenbrücke.

Werner Moser war bis 2006 Bürgermeister der Gemeinde und damit auch dienstältester Bürgermeister in Sachsen.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1950 erfolgte die Eingemeindung von Bennewitz mit den Ortsteilen Deuben, Grubnitz, Mark Ottendorf und Schmölen nach Wurzen. 1974 wurde Bennewitz mit all seinen Ortsteilen aus Wurzen ausgegliedert und als Landgemeinde Bennewitz neugebildet.

Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung
Altenbach[3] 1. Januar 1994
Bach[4][5] 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Pausitz
Deuben[4][5] 1. Juli 1948
Grubnitz[4][5] 1. Juli 1948
Leulitz[4][5] 1. September 1950 Eingemeindung nach Altenbach
Mark Ottendorf[6] vor 1880
Nepperwitz[4] 1. März 1974
Pausitz[4] 1. März 1974
Rothersdorf (mit Neuweißenborn)[4][5] 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Pausitz
Schmölen[6] 1. Januar 1933
Zeititz[4][5] 1. September 1950 Eingemeindung nach Altenbach

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Durch die Gemeinde Bennewitz verlaufen die B 6 auf der West-Ost-Achse und die B 107 auf der Nord-Süd-Achse.

Die Gemeinde Bennewitz liegt im Verbundgebiet des Mitteldeutschen Verkehrsverbundes; Bennewitz liegt mit seinen Ortsteilen Deuben und Altenbach in der Tarifzone 141. Ein Anschluss an das Schienennetz besteht seit 1838. Der heutige Haltepunkt Bennewitz liegt an der Bahnstrecke Leipzig–Dresden. Der Haltepunkt wurde bis zum Jahr 2002 als Wurzen West bezeichnet. Der Haltepunkt ist Verkehrshalt folgender Linie:

  • MRB11 (Leipzig Hbf – Wurzen (-Oschatz)).

Innerhalb der Gemeinde wird auch der Haltepunkt Altenbach durch die MRB11 bedient. Durch die Personenverkehrsgesellschaft Muldental mbH ist Bennewitz durch die Buslinien 680, 681, 685 - 688, 691 und 693 angeschlossen. Die wichtigste Buslinie ist die Linie 693, die Bennewitz mit den Städten Wurzen und Grimma verbindet.

Gesundheitswirtschaft[Bearbeiten]

Das Neurologische Rehabilitationszentrum (NRZ) südöstlich von Machern [7] mit 40 Akutbetten ist in der Hand der privaten Michels Kliniken. Neben dem NRZ befindet sich das Hannelore-Kohl-Haus des Wachkomazentrums und das Pflegeheim Haus Muldental des gleichen Trägers.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2014[8]
Wahlbeteiligung: 57,3 % (2009: 57,9 %)
 %
60
50
40
30
20
10
0
51,2 %
40,4 %
8,5 %
n. k.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
+7,4 %p
+1,9 %p
-3,7 %p
-5,4 %p

Seit der Gemeinderatswahl am 25. Mai 2014 verteilen sich die 16 Sitze des Gemeinderates folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen:

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Wehrkirche Bennewitz
Königlich-sächsischer Meilenstein in Bennewitz
  • spätromanische Wehrkirche aus dem 13. Jahrhundert in Bennewitz
  • Rathaus in Bennewitz von 1994.
  • Kapelle (Ursula-Kapelle) in Schmölen
  • Kirche von 1314 in Leulitz
  • Herrenhaus des Rittergutes von 1773 in Leulitz
  • Deubener Kirche (gotische Kirche aus dem 15. Jahrhundert). Die Orgel ist vom Orgelbaumeister Geißler aus Eilenburg von 1890. Die größte und älteste Glocke stammt aus dem Jahre 1508.
  • romanische Dorfkirche in Altenbach
  • Jagdschloss zu Zeititz (um 1895 erbaut)
  • Landschafts- und Naturschutzgebiet Mittlere Mulde
  • Viele Teiche
  • Waldgebiet Planitzwald

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten]

  • Richard Lipinski (1867–1936), SPD-Politiker und Gewerkschafter, verstarb in Bennewitz.
  • Marie Lipsius (1837–1927), Musikschriftstellerin, verstarb in Schmölen.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bennewitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2013 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://gemeinde-bennewitz.eu/pages/rathaus/gemeinderat.php
  3. Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen: Gebietsänderungen.
  4. a b c d e f g h Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7.
  5. a b c d e f Ministerium des Innern des Landes Sachsen (Hrsg.): Verzeichnisse der seit Mai 1945 eingemeindeten Gemeinden und Nachweis über die Aufgliederung der selbständigen Gutsbezirke und Staatsforstreviere. 1952.
  6. a b Das Sachsenbuch. Kommunal-Verlag Sachsen, Dresden 1943.
  7. Website des NRZ
  8. Ergebnisse der Gemeinderatswahl 2014