Tobias Unger

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Tobias Unger

Tobias Benjamin Unger (* 10. Juli 1979 in München) ist ein deutscher Leichtathlet und Olympiateilnehmer, der sich auf die Disziplinen 100 und 200 Meter spezialisiert hat.

Leben[Bearbeiten]

Unger gewann 1999 in der Halle seinen ersten Deutschen Meistertitel mit der 4-mal-200-Meter-Staffel des VfL Sindelfingen. Seinen ersten Titel im Einzel gewann er 2003 über 200 Meter. Im selben Jahr nahm er auch erstmals an den Weltmeisterschaften teil. 2004 gewann er Bronze über 200 Meter bei den Hallenweltmeisterschaften in Budapest.

2005 wurde Unger Halleneuropameister. Mit Platz zehn in der 200-Meter-Weltrangliste war er in diesem Jahr der beste weiße 200-Meter-Läufer.

Bronzemedaille 2010 in Barcelona

Bei den Europameisterschaften 2010 gewann er mit der deutschen 4-mal-100-Meter-Staffel die Bronzemedaille. Bei den Europameisterschaften 2012 in Helsinki holte er zusammen mit Julian Reus, Alexander Kosenkow und Lucas Jakubczyk die Silbermedaille in der Staffel. Bei einem Vorbereitungs-Wettkampf zu den Olympischen Spielen in London verbesserten sie kurze Zeit später in der gleichen Besetzung den 30 Jahre bestehenden Deutschen Rekord auf 38,02 s.[1] Bei den Spielen selbst schied die Staffel im Halbfinale aus.

Tobias Unger hat bei einer Größe von 1,79 m ein Wettkampfgewicht von 70 kg. Er trainierte bis 30. November 2009 beim LAZ Salamander Kornwestheim-Ludwigsburg. Vom 1. Dezember 2009 bis zum 30. November 2011 startete er für die LG Stadtwerke München, zu der er mit seinem Trainingskameraden Marius Broening (LAV asics Tübingen) wechselte.[2] Seit 1. Dezember 2011 startet Unger für den VfB Stuttgart, bei dem auch sein Trainingskollege Alex Schaf unter Vertrag steht. Unger, Broening und Schaf trainieren in Kirchheim unter dem Rumänen Micky Corucle aus Köngen, bei dem auch die Dritte der Deutschen Meisterschaften über 200 Meter bei den Frauen 2008 in Nürnberg, Anja Wackershauser (VfB Stuttgart), trainiert.

Seine persönlichen Bestleistungen sind (Stand: Oktober 2012) 10,14 s über 100 und 20,20 s über 200 Meter, womit er den Deutschen Rekord über diese Strecke hält.

Unger lebt in Kirchheim unter Teck. Er machte 1999 das Abitur an einem Wirtschaftsgymnasium, absolvierte eine Ausbildung zum Bankkaufmann und studierte in Tübingen Sportmanagement. Er ist bei einer Kreissparkasse angestellt.[3]

Nationale Erfolge[Bearbeiten]

  • 2000 Deutscher Juniorenmeister
  • 2001 Vize-Meister bei den Deutschen Meisterschaften 200 m
  • 2003 Deutscher Meister 200 m
  • 2003 Deutscher Hallenmeister 200 m
  • 2004 Deutscher Meister 200 m
  • 2004 Deutscher Hallenmeister 60 m, 200 m
  • 2005 Deutscher Hallenmeister 60 m, 200 m
  • 2005 Zweifacher Deutscher Meister (2./3. Juli 2005 in Bochum-Wattenscheid) Platz 1 über 100 Meter (10,16 s) Platz 1 über 200 Meter: 20,20 s (Verbesserung des Deutschen Rekords von Frank Emmelmann vom 18. August 1985)
  • 2006 Deutscher Hallenmeister 200 m
  • 2008 Deutscher Hallenmeister 60 m
  • 2008 Deutscher Meister 100 m
  • 2009 Deutscher Meister 100 m
  • 2010 Deutscher Hallenmeister 60 m
  • 2011 Deutscher Meister 100 m

Internationale Erfolge[Bearbeiten]

  • 1998 mit der Staffel Dritter bei den Junioren-Weltmeisterschaften
  • 2001 Siebter bei den U-23-Europameisterschaften
  • 2004 Siebter bei den Olympischen Spielen in Athen über 200 m
  • 2004 Bronze bei den Hallenweltmeisterschaften 200 m in Budapest
  • 2004 8. Platz beim World Athletics Finale in Monaco 200 m
  • 2005 Hallen-Europameister in Madrid
  • 2005 2. Platz Europacup in Florenz 200 m
  • 2005 Siebter bei den Weltmeisterschaften in Helsinki über 200 m (20,81 s)
  • 2007 Sechster mit der 4-mal-100-Meter-Staffel bei den Weltmeisterschaften in Ōsaka
  • 2008 Fünfter mit der 4-mal-100-Meter-Staffel bei den Olympischen Spielen in Peking
  • 2010 Dritter mit der 4-mal-100-Meter-Staffel bei den Europameisterschaften in Barcelona
  • 2012 Zweiter mit der 4-mal-100-Meter-Staffel bei den Europameisterschaften in Helsinki

Literatur[Bearbeiten]

  • Klaus Amrhein: Biographisches Handbuch zur Geschichte der Deutschen Leichtathletik 1898–2005. 2 Bände. Darmstadt 2005 publiziert über Deutsche Leichtathletik Promotion- und Projektgesellschaft.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Deutsche Sprinter in Weinheim in Rekordlaune leichtathletik.de, 27. Juli 2012, abgerufen am 27. Juli 2012.
  2. Artikel im Teckboten zum Wechsel.
  3. Klaus Schlütter: Durchhalten bis Zürich 2014, Der Teckbote 14. Dezember 2012

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Tobias Unger – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien